Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 16. (17.4.1890)
- Date
- 1890-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Lehrer, welche direct oder durch Robert Frieae Inaerete einaenden, erhelteu 25 X Rebett. Inhalt: Wiaaenachaftliche Aufsätze: Pithom und Ramaea oder Zur Oeacbichte des Auszugs. Von Heinrich Brugach. — (Fortsetzung.) — Ein 1800jähriges Zncolatsgesetz. (Schluss.) Litteraturboricht: Recensionen: Wünsche, Aug., Dr. theol. et phil. Der babylonische Talmnd in seinen haggadischen Besteruitheilen wortgetreu übersetzt nnd durch Noten erläutert. — Weiner, Oser, Rabbiner. Lehrers des Vereins ״Machsilte Thora“ in Wien. Neues System zur etymologischen Eriorschang der hebr. Sprache. LitteTarische Notiz: Littet arische Anzeigen. Uekelegter Nachdruck aus disteai Blatte ist nie kt!•stattet. Pithom und Ramses oder Zur Geschichte des Auszugs. Von Heinrich Brugscb. (Fortsetzung.) Die Ausgrabungen des Herrn Naville legten zu• nächst eine vergrabene Stadt mit dicken Manern ans an der Sonne getrockneten Erdziegeln bloss, in deren Mitte •ich mächtige Magazinbanten znr Aufbewahrung von Getreide befanden. Von allen Seiten geschlossen, befand sich nur an der Decke eine breite Oeffnung, welche ehemals znm Einschätten von Korn diente. Unter den entdeckten Denkmälern, welche das Alter . der Ramessiden nicht überstiegen, befand 8ioh ein Denkstein mit Darstellungen und bieroglyphiscben Inschriften ans der Epoche des Königs Ptolemäus H. Philadelphus, mit welchem gemeinschaftlich seine Schwester nnd Gemahlin Arsinoe genannt wird. Nach den darin Aufgeführten Zeitangaben kann die Inschrift nur im Jahre 261 vor Chr. Geb. abgefasst worden sein, mit andern Worten im einnndzwanzigsten Regiernngajahre des Königs, dessen Wohlthaten für Egypten, in erster Linie natürlich für die Tempel, nnd dessen maritime Expeditionen mit kurzen, aber klaren Worten der Reihe nach .aufgezählt werden. Bei d loser Gelegenheit erfahren wir, dass die Magazinsta lt, in weloher sich ein Tempel des SonnengotiMMtofer seinem Namen Tum befand, die heilige Beüf^lcMig Pi-tum, d. h. ״die Stadt des (Gottes) Tom“ führte, dass sie daneben Ern oder Ero, d. b. Magazinstadt*), hiess, dass sie in einem Thukn oder Thakot genannten Bezirk gelegen war; nnd dass sie die Metropole eines Gaues bildete, welche von den •) Sollt• da• (1?די(מסכנותE*od. 1,11)•nspwian? (B.) griechischen Geographen und Historikern Ero, Hero oder Heroonpolis genannt wird. Zwei Insohriften ans römisoher Zeit, welche gleichfalls an Ort nnd Stell» gefunden wurden, tragen den Stadtnamen Ero and Ero castra. Sämmtliohe Formen, das erkennt man sofort, führen anf das egyptische Wort Ero für ein» Magazinstadt hin. Jeder Zweifel muss schwinden. Das Pithom der Bibel ist die anfgedeokte Magazinstadt Pitam, welche 8chon Herodot nnter der volleren gräsisirten Form Patnm08 erwähnt hat. Wenn irgend etwas diAse 1 Entdeckung bestätigen kann, 80 ist es die Thatsaohe, dass die siebzig Uebersetzer der hebräischen Bibel in das Griechische den Stadtnamen Heroonpolis mit dem Anfenthalt der Jnden in Egypten in Verbindung setzen. Längst war der Nomös oder Gan von Pitam anf Grund altegyptisoher insohriftlioher Ueberliefe- rangen bekannt, und aUe geographischen Einzelheiten, znm Theil im Zusammenhang mit mythologischen Dingen, lagen klar vor Aller Blicken. Nor über die Stadt Heroonpolis herrschte Dunkelheit. Die Einen hatten sie in die Nähe des heutigen Golfes von Saee versetzt, die Andern in die Gegend westlich vom Krokodilsee. Als d’Anville seine Karte des ■ alten Egyptens in usnm Serenissimi Delphini im JahTe 1784 entwarf, hatte er einen glücklichen Warf gethan, indem er Heroonpolis genau an dieselbe Stelle eintrag, woselbst sie hundert Jahre später an das Tageslicht kam. In Uebereinstimmang mit der gefundenen Inschrift lehren die geographischen Denkmäler, das» di« Sonnenstadt Pitam ״am Thore des Ostens*, d. h. an dem östlichen Grenzeingang nach Egypten gelegen war, dass ihr Territorium den Namen Ain, d. h ״das Schöne*, führte, dass sie ihr Wasser aas dem Charoma oder ״Krokodil-Kanal* empfing, in welchem auch die heilige Barke des Sonnengottes oder das ״Krystall-Sohin* stationirte, dass die Wesser desselben sich in das Hinterland am ״Skorpions-Beoken* verliefen, dass der in ganz Egypten verehrte Gott Osiris in Pitam nnter dem Namen ״des lebenden Gottes* verehrt wurde nnd ihm eine heilige Schlange geweiht war, welche in dem sogenannten Osiris-Grebe oder dem Serapeum verehrt wurde, dessen keine' Hauptstadt in der Nomeareihe entbehrte׳ and das im Gan von Ero mit der Metropolis Pitam die Be- zeiohnang ״Sitz oder Tempel der heiligen Sahlange ff Kereh* führte, das sich ein heiliger Bahn von Perseannd Sykomorenbäamen anf der Todtenstadt befand, die' nach dem Osiris die ״Stätte des Lebendigen*