Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-03-27 · N° 13. (27.3.1890) · p. Seite 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 13. (27.3.1890)
Date
1890-03-27
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492408-6575064-8757745--1943-4856989
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— Dl '— Jaden thums (Grundlinien zu einer künftigen Statistik der Jaden), Zanz, Berlin, 1823. ״Zeitsoh rift der deutsch-morgen ländisch en •Gesellschaft“, B. XXIV—XXVI. 1870—1872. Litteratur bericht. Rece aöionen. Mauassewitsch, B. Die Kunst, die hebräische Spraohe durch Selbstunterricht zu erlernen. Bibliothek für Spraohenkande 17. Theil._jWien. A. Hartleben’s Verlag. Wenn es schon an und für sich als ein Verdienst des Verfassers zu betrachten ist, dass er es versucht hat, die heilige Sprache zum ersten Male inmitten der europäischen Landessprachen für den Selbstunterrieht za bearbeiten, 80 ist es umsomehr anzuerkennen, dass Herrn Manassewitsch auoh im Grossen und Ganzen sein Versuch gelungen ist. Dass schliesst freilich nicht aus, dass nicht auch Fehler und Yerstösse in seinem Werkchen sich finden. Nicht am za tadeln sagen wir dieses, sondern in der Hoffnung, dass Herr M. bei einer hoffentlich recht bald erscheinenden zweiten Auflage seiner hebr. Sprachlehre die Fehler vermeide. Zuerst glaube ich, dass Al., welcher für die Biblioth. der Polyglottie auch die polnische und russisehe Sprache — und, wie Kenner behaupten, mit Erfolg — bearbeitet hat, ein Littauer van Geburt ist. Wenn man nun auch Niemandem vorschreiben kann, welches Land er sich als Geburtsland aussuchen solle, so hätten wir aber billigerweise doch verlangen dürfen, dass Verf.’s Buch, welches, wie er selbst ausdrücklich sagt, für Deutsche bestimmt ist, doch nicht zuweilen zu sehr noch an sein Geburtsland erinnert. Einige Beispiele mögen unsere Meinung unterstützen. Unter ,Aussprache der Juden“ gibt Manassawitach in seiner lateinischen Transscription für הוא hu für *בסוו bassuf ganz gut an; daneben aber findet sich dann 1את ״eusseu“ 1״ לleu“ u. s. w. Wir haben hier also eine Daroheinanderwürfelang der Aussprachen der osteuropäischen und der mitteleuropäischen Jaden, aber keine Konsequenz. Ausserdem findet sich eine sögenannte ,phonetische Transscription“. Das dieselbe leider ebenfalls sehr inkonsequent und unpraktisch ist, that uns sehr leid. Z. B. ist das Dagesch meistens anberüoksiohtigt geblieben. Es dürfte׳ angemessen sein, eine Transsoription za benutzen, wie sie jetzt allgemein bei den Phonetikern und Germanisten in Gebrauch ist, and deren Erklärung in einer grösseren Anmerkung*) zu geben wäre. Die kurzen Vokale wären einfach mit a e i o u, die langen mit ä 6 i ö ü, die Zwisohen vokale (wie im engl, water) mit ä ö zu bezeiohnen. Desgleichen könnte man dem Vorbilde der heutigen Phonetiker aaoh in der genauen Bezeichnung der Konsonanten folgen. Zum mindesten würden dann solche Inkonsequenzen vermieden sein, dass z. B. צ za weilen daroh nt8“, zuweilen durch ״z“ umschrieben wird. In der Leseübung Seite 14 wird z. B. ברא ׳bora יהי א1ר j’hi or übersetzt; also einmal T ein anderes Mal 1 als o umschrieben. ')E=pnej, n״tth<T6־=b’re80hith; also einmal das י als j ausgedrückt, ean andermal *) Das Streben nach Kürze, das an nnd für sich ganz lobenawerth ist, hat Veri. leider verleitet, dergleichen Erklärangen za vermeiden, so dass ein im Hebr. :Unbewanderter oft in Verlegenheit sein dürfte, was gemeint ist: vergL Seite 51 . Zeile 5 v. n. — Beiläufig bemerkt befindet sich aaf dem Titel 4. B. ״nach christlicher nnd jüäisoher Leseart“ Was hat das religiöse Bekennrnisa mit der Aassprache Zu than. Vert. .meinte wohl die ״wissenschaftliche nnd vulgär s“ Aassprache. wieder nioht; vgL auch f?=bejmQ Wie sehr [solohe Inkonsequenzen stören, wird jeder, der einmal nach irgend einer Anleitung daroh Selbstunterricht eine Spraohe gelernt hat, wissen. — Auf einige Curioee müssen wir noch hinweisen S. 33 Zeile 11 ▼. n. wird als Beispiel für die Plaralendang des Femininums angegeben בכורה die ,Jungfrau“! 1 Seite 131 beginnt eine hebräisohe Chrestomathie mit interlinearer deatsoher Uebersetzung. Zuerst kommt Gen. oap. 1. I M. übersetzt אלהים Gott את den הש&ים Himmel ואת und׳ den הארז Erde. Dann את das האור Lioht, und dann: ״DV Tag, אחד erster*. Nun ,Onkel Bräsig* sagt: ״ Das is nu so mit die Fremdwörter, der eine benennt sie so, und der andere benennt sie wieder so“; and wenn nun זאב mit ,Isegrimm* übersetzt wird, so sehen wir wenigstens, dass Herrn M. über seine mühevolle Arbeit nicht der Humor vergangen ist. Einen Fehler, an dem viele Lehrbüoher zum Selbstunterricht leiden, glücklich vermieden. Als Uebersetzangsstücke ins Hebräische werden nur solohe Stücke gegeben, die schon vorher aas dem Hebr. in’s Deutsone übersetzt sind. Daroh dieses Betrovertieren wird vermieden, dass der Schüler sich falsche Vokabeln and uuriohtige Sprachbegriffe macht. Der Aufbau des Baches ist überhaupt ein methodischer und gewinnt dasselbe auch dadurch, dass gewisse Grenzen nioht überschritten werden. Die Buohhandlung hat dafüFgesorgt, dass der neue Gast in reinem and anständigem Kleide ans seine Aufwartung macht. Schönes weisses Papier, guter nnd klarer Druck and eia schöner Einband tragen auch dazu bei, den Preis des gsb. Exempl. für 2 Mk. als nioht za hooh gegriffen za zeigen. Das Bach ist so ausgestattet, dass man es auoh in Schulen den Kindern als Prämie in die Hand geben kann. Nur müssen wir wünschen, dass bei einer zweiten Auflage die grosse Menge von Anstössen and Fehlern, auf deren einige wir aufmerksam gemacht haben, vermieden wird. Benjuda. B. Levin. Der Kriegszng gegen das Schächten. Vortrag gehalten zn Sagan. E. Schönbom’sche Buchhandlung. Diesen Vortrag, welchen Herr A. Levin im Saganer Thierschütz verein am 5. Nov. 1889 gehalten hat, hat derselbe auoh zum Drucke gegeben Er soll eine Erwiderung auf einen diesbezüglichen Bericht des Verbandes schlesischer Thierschutevereine sein, welcher von dortigen Lokalblättern aafgegrüfan und weiter verbreitet ist. Wenn auch vorliegender Vortrag nichts Neues über diese Sache bietet, so fasst er doch daa Oebotene geschickt in kurzer und übersichtlicher Weise zusammen. Die ans Humoristische streifenden Auslassungen machen den an und für sich trockenen Gegenstand wenigstens etwas interessanter. Es wäre überhaupt zu wünschen, dass in gleicher Weiset diejenigen, welche diese Sache zunächst interessirt, nämlich die Schochtim selbst, den Beschuldigungen nnd Anklagen, die dagegen erhoben werden, in erster Linie gegen die Thierschutevereine Front machten. B. J. Litteraisabe Notizen. Das oeatettawentllche ^axdc. Meine Erklärung des a.-tost. pay.i und dessen Zusammenstellung mit רעא hat Widersprach gefunden (No 11); die herkömmliche Herleitung von ריקא wird für besser gehalten. Ich lasse die Gegenmeinung gelten, ohne mich zu ihr zu bekennen; ich versuche nochmals me me Meinung za vertheidigen and bei dieser Gelegenheit die entgegen stehende zu bekämpfen. Die Umlaatung von i and ei (Zere) in a kann nicht willkürlich sein. Die angeführten Beispiele ת1**ח in Tara, הכל in Abel sind Segolatformen and haben a alsGrundlaut מל|ד u. ,97Q)) auch מרים Maria, ans מרי entstanden, hat a als Grund laut (vgl. die Volksaussprache Merjam, Märjam);בלש אצר ist Bel, sramäisch tür Baal בעל etc. Der a-Laut kann durch vernachlässigte oder dialektische Aussprache in ae oder e gmlanten, wie ״haben“ plattdeatach in ha wen, ״hatte“ engL had ,,Hat1' (Hüt, Höt, Het) engL hat (spr. a wie e), aber e lautet nioht iS t, am; also nicht ריקא in rska (ßaxä);רעא kann wegen des gutturalen ע den a-Lau nicht verlieren and muss deesbalb raka Laten. In ריקא ist zur Festbaitang des i- oder ei-laute

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.