Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 11. (13.3.1890)
- Date
- 1890-03-13
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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«d «•iner Zeit der Bebbiner eeinee Geburtsorte« mit irgend einer Weise dienen zu können, wer des höchste Ziel, welches men eaf Erden glaubte enstreben ea müssen. Alle grossen Gelehrten des Königreichs be• treohteten sioh mehr oder weniger eis seine Schaler, de er im Bet-Hamidrasoh die Vorträge sa halten pflegte. So verbreohte der Gaon seine Zeit mit Selbst• Stadium and Unterweisung seiner Sohüler. In dan'Sohilderang seiner geistigen Fähigkeiten man hierij^nd de vielleicht Manches etwas übertrieben sein; aber so viel steht fest, dass er ein Genie ersten Banges war. Er war von der Netnr mit einem so starken Gedeohtniss be- .gebt, dass, wenn er ein Bach einmal gelesen hatte, er dessen Inhalt bis ans Ende seines Lebens aaswendig wiedergeben konnte. Mach seinen Biographen schlief er t&glioh nur l'/, Standen and gönnte sioh kaam die Zeit, seine Mahlseiten eimanehmen. Konnte er den Sinn einer emsigen Sohriftstelle nicht klar legen, so verursachte ihm dieses bittere Seelenpeia. Gelang es ihm dagegen, eines schwierigen and ▼erwiokelten Werkes habhaft sa werden, so ifihlte er sioh den glücklichsten Menschen auf Erden. Als Beweis hierfür möge eine Erzählung seines Schälers B. Chajim dienen. Eines Freitags kam der Diener des Gaon sa ihm (B. Chajim) mit dem Aufträge, dass * der Gaon Ihn so bald als möglich sa sehen wünsche. B. Chajim begab sioh sofort aaf den Weg and fand den Gaon krank im Bette liegend mit einer Binde am den Kopf. Seine Fraa erzählte dam Besaohnnden, das« ihr Mann schon seit 3 Tagen keine Nahrung za sioh genommen hätte and swar aas dem Grande, weil eine schwierige Stelle im Talmad Jerasohalmi ihn gans aas der Fassang gebracht habe. Der Gaon bat seinen Schüler, die Stelle mit ihm dnrahsanehmen, was Heim aaoh bald sar Aufklärung der Schwierigkeit führte. Der Gaon erholte sich sofort and Lehrer and Schäler hatten Grand, einen sehr vergnügten Sebbsth su ▼erbringen. . Von der Frau des Gaon wissen wir nar, dass sie :Im Jahre 1783 starb. Der Gaon war ein strenger ־Vater und befahl daher seiner Fraa, ihre Kinder bei der geringsten Unart ernstlich za bestrafen. Seiner 'Toohter gab er den Bath, lieber sa Hanse zu beten,da mit die feinere Kleidang ihrer Freundinnen bei dem Svnagoganbesaahe nioht ihren Neid erregen möge; dieser könnte sonst die Ursache werden, ehrenrührig |1yr dieselben sa sprechen, was eiije der grösstem ׳SOnden wäre. Kars, der Gaon war einseitig, strenge :and der Asketik ergeben. Trotz der vielen Entbehrangan, die er sioh auflegen musste, genoss er einer ungetrübten Gesundheit nnd brauchte nie einen Arzt. Brat 1791, in seinem 70. Lebensjahre, begann er des Abnehmen seiner Kräfte za verspüren. Am Vorabende des Veraöhnnngatsges 17^7 fühlte er sioh ernstlich erkrankt nnd ertheilte seinen Kindern den Segen. Er starb am 3. Tage Sakko th*) mit dem Feetetraasee in der Hand. *) Daa stimmt nicht. Der 3. Tag Sukknth n״Jpf) mit der Formel הש״א fiel aal שכת. an Welche*! Tage der Gaon Von Babb. Sv. Pb. Kroner •Berlin. *XX.*) Dm aentMftfytlteke mha {&»«*> . Dieser Ausdruck, der Matth. 5,22 vork«auBi»-.wini in No. 8 de# Litteratnr.-BL für das aramfiiaaha ח$א — Böeewioht gehalten. Wir leiten raka entschieden tob ריק ■» leer ab. Aaf den Einwand, dass raka deshalb nioht gtyeh ריר|א (»tat emphat.) sein könne, weil der grieolus&he a-Laat nioht dem hebräischen e-Laat entsprecht, bemerken wir, dass die grieohisohe Avespräche der hebräischen Vokale ▼oa der hebräisohen oft sehr ebweipht, wie ד1^ל — gr. Abel, (TV! ״= Thars, מיץם Mariam, ־ שמאל= Samuel, “Bpi!?בל — Baltassr, — Asordan, SJTI — Ana (2. Kön. 18,31), דדן! ■=* Jordanee.**) Sprachliche Thatsaohen dieser nnd ähnlicher Art bezeichnet Ewald in seinem Ausführlichen Lehrbuch der hebräisohbn Spraahe als Vergröberung der althebräisohen Laote and hebt hervor, dess diese schon zur Zeit Ghristi weit verbreitet gewesen sei. Neben dem gleichen Thema erinnert Geseniae in seinem Lehrgebäude an die samaritanisohe Aussprache barasohith rar bereeohith etc. Wenn (in No. 8 des Litt.-BL) behaaptet wird, reka finde sich als Schimpfwort nirgends im Talmad, so befremdet ans dies Angesichts Bersch. 22a a. 32 b; Taanith 20b; Gittin 58a, wo überall reka in dar Bedeatang eines, der geistigen nnd ■ittliohen Bildung leeren Menschen vorkommt. Ebendiese Bedeutung hat ee aaoh Matth. A22, welche Stelle Dr. M. Schwalb in seiner Schrift ,Unsere vief Evangelien11 (& 34) also erklärt: Wer seinen Bruder mty einem Schimpfwort beleidigt, sa ihm sagt ,Baka!* d. h. Dämmköpf, dar ist schon des hohen Baths schuldig; als wäre er ein Todtsohliger; war sa ■eihwn Bruder sagt ,da Narr!* d. h. da Gottloser! da Ketaer! der ist, eis *hätte er eilten beeendscs absohealiohen Mord vollbracht, ,des höllischen Feaere sohnldig*. Man vergleiche B. mesia 68b; Wer seine«! Nebenmensohen öftentlioh beschämt, gleicht dem, der Blot ▼ergieest; wer ■einem Nebenniensoben einen Schimpfnamen giebt, kommt nie ans dem Gehiimom. Ein Antisemit nennte einmal allen Ernste■ die Bergpredigt echt ,arisch*, das A T. and den ^Talmad hingegen echt ,semitisch*. Was ,bliebe aber von der ,arischen* Bergpredigt; wenn von ihr die ,semitischen* Beetendtheue aasgeeohieden wünlen? Im Wesentliche«! — gamiohts. _ ' e Recqnaionen. Modlinger, Semmel. Der rabbinieohe Bationalismn». Eine Unterredung des Grafen Gabriel von Oxenstirn mit dem Babbiner Ieao Vith Oantaripj ans Padua (1693). (Aas dem Französischen msk Ti«*־ beilegen). Mit Vorwort, Einleitung nnd Anxaerkmg••. Wien 1889. Druck von Moritz KnOpfemsohsr, 8albet- ▼erlag des Verfaeser». »1 zweifelsohne nicht 1TWI und לולב _——- Der wirkliche Todestag war!aaoh Fin’e rOOttl 1THp S. am Montag HDO ÖTIVI נ׳ — *• Ootobar 1797. Amh Grabeohrift (8. 146 L 0.) hat י**® ת«די. Zun*״ ׳Monel hat den 10. Ootober =1 90. Tisctai L. Oohe 8T1& dia •1 8. Nr. 19, Jahr«. 1888. •*) Ofr. Frankel ״voretadisn sar —,—_ führlioh aber die Veriadsrangm, welche he! grieoh. Aaaapimcha erleiden, gehandelt wird. worin an•- orte in te (Bad׳)