Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 11. (13.3.1890)
- Date
- 1890-03-13
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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apwifMD! ün Schriftihum verkommenden i^mhühIim PhmtB) vtlsh4 hochtjiulirt® obriiuiobA Qalekrte In frfthem Jahrhunderten durch ihr• Ueber- «■tmyii erklärt and besuchtet in haben glaubten. BartöSoei — •in bekamt«r Httsurisober Anti«8e!uit _übersetzt• in •■iiier gro—n Gelehrtheit die im rabbmieehen Stile ebgefasste Stalle MSOBW ד1׳יבת UfTi Igp, durch: Borna digna nt submergatur, und verwandelt somit ein harmloses Hauptwort in ein Zeitwort, das .obendrein einen recht derben und graa- •amen ־VtuBseb aaedräokt. — Elin anderer ohristlioher Hebt •ist, Namens Mzy, bringt in seinem Catal. Bibliothek Uffecbach, 8 6, •ine Uebersetaang der in einigen hebr. Gebetbüchern vorkommende Stelle ולכל rmcraכריה ומיד. די, die tolgendermaesen lautet: ״Extr aneis gentilibus nil nisi egestatem.**; Demnach wird die 1m hebr. Original erflehete Segenspende in einem heranfbesshworenen Fluoh umgewandelt, welcher Umstand sicherlich nicht daau beitrag, das jüdische äebrittthum der Aussenwelt gegenüber in ein sohönes Licht sa stellen. — Ein dritter christlicher Sevant, Bittanget genannt, übertrifft die bereits Genannten in der Unkenntnis• der rabbinisch-habraeischen Idiome. Er flbersetst nämlich die in der Pessah-Hagadah vorkommende bekannte Stelle: דו?ורישות דדך ארץ, mit: Dispersionem per omnen viam terrae, so dass er den Ausdruck דרך אדץי“, in •einer Eigenschaft als tüchtiger הארץ Q? (Ignorant), in einer Weise erklärt, die dem Sachverständigen höchst komisch erscheinen muss. Aus Obigem sowohl, als such aus der bereits besprochenen Ohiarini-Affaire ist non klar ersichtlich, dass Zana nebst seiner anderweitigen klassischen und allgemeinen Bildung auch in der rabbinischen Littsmtar vorzüglichen Bescheid Wusste. Dies hat auch dar bekannte verstorbene Arader Oberrabbiner, Aaron Chorin, documentarisch bestätigt, indem er Zuns eine sogenannte התרת הוראה xukommen liess. ]Eine deutsch• Uebenetsung derselben enohien vor einigen Jahren in der ,Bibliothek jüdischer Ken seimdner* (Homiletische Beilage, 8. 10) dieselbe lautet wie folgt: ״Kein öffentlicher Dank ■ei Gott für die grosse Gnade geweist, daas er meinen Wonach, den ich von jeher gehegt, dadurch in Erfüllung gebracht hat, dass die Weisen in Israel die Warte unseres grossen Lehrers B. Moses Maimonides beherzigan, das mosaische Gesetz mit der Philosophie in Ueberein- «*™■״״«t za bringen nno dadurch Wahrheit and Frieden, Gates and Tagend immer mehr ra verbreiten aed sa befestigen. Gelobt sei Gott, der mir eine solche reine Quelle an meinen geliebten Freand, dem hochgelehrten and weisen Morenn, Herrn Lippmann Zanz, gezeigt hat, in welchem gründliche Kenntnias des Gesetzes IsraeTs mit andern vorzüglichen Kenntnissen and Wissenschaften sich vereinigen. Daher weihe ich den- •eiben ■am Rabbiner and ertheile ihm die Macht, sowohl in Bezog auf das Erlaubte and Verbotene überhaupt and besonders anf Bindung and Trennung der Eber, Ehegeaeteen, nach seiner Weisheit and gründlichen Gesetzeekenntnies vorzugehen und zu entscheiden. Nebst diesem übernimmt er die Pflicht, die Gemeinden Israels durch Predigten in Gottesfurcht and den Pflichten der Menschen za unterweisen, damit sie sich Gott nähern und seine Lehren nbd Gebote befolgen. Unser Vater im Himmel stehe ihm bei und verleihe ihm Kraft in seinem Amte, damit es ihm und ganz Israel zur Ehn gereiche. Aron Chorin, Arad, 18. November 1834. Oberrabbiner.“ (Fortsetzung folgt.) *) Er las iur — רה? ,Körper*!"TO ,fremdländisch*, hat auch das די vollständig missverstanden und seine Bedeutung ins Gegentheil amgewandelt• Der 680n von Wilna.; Von 8. Schechter in London.*) ־" Babbi Eliah von Wilna, genannt 4er Gaaft, war unter den Jaden, wa« Lessing unter d«n Deateofgi war. Er ward• 1780 in Wilna gebogen. Sein Salomon Wilna, *oll «n Naohkomme dag R. Mo*•■ Biwkas, Vsrfessers des ,Beer Hagolah*,gewesen 4*in. Unser Held war der älteste von 6 Brüdern, die sieb alle in ihrem bescheidenen Wirkungskreise •inan Namen erworben haben. Er war •in hübeoher Knabe und viele Wanderdinge werden von ihm erzählt. Im Alter von 6 Jahren soll er schon sa den 80h&lgm desR. Moses Margalit gehört, und bereite an 7 Jahren den Oberrabbiner seines Geburtsortes durob seine Disputirknnst über talmadisohe Themata in Verwirrung gebracht haben. Im Alter von 9 Jahren beherrschte er die Bibel, die Mieobnah und den Talmud nebst dessen ältern Commentareu, sowie die kabbalistisohen Werke des R. Isaao Lurja. Im Alter v<m 12 Jahren setzte er die Gelehrten Wilna's duruh seine astronomischen Kenntnisse in Erstaanen und zu 13 Jahren war er der au 8 ge bildete Gaon. Alle die8eTraditionen zeigen, dass er mitReohtals •in Wunder seiner Zeit betrachtet wurde. Als Gaon wer sein ganses Streben dabin gerichtet, den wahren Sinn aller rabbinischen und sonstigen heiligen Sohriften, welche er stadirt hatte, festzusteüen. Ob hiermit eine Halacha berührt wnrde, das kümmerte ihn sehr wenig. Andere Gelehrte wollten nicht einräamen, dass irgend etwas in den Biiohern, welohe sie stadirt batten, einen Irrthnm enthalten könne and daher kam es, dass sie bei dem Versuohe, einen etwaigen Irrthnm za beseitigen, den Worten eine fremde Bedeatung unterlegten, die der Antor natüriioh nicht hatte Uneinlegen wollen. Der Forschergeist das Gaon ermüdete aber nicht, die natürliohe und pinfaohs Bedentang (den sogen.פשט) dessen, was dieGelehrten geschrieben hatten, za ergründen. Er pflegte za sagen, dass das Ungekünstelte das beste Kriterium der 1 Wahrheit sei, and dieses ist daher aaoh der oharakte- 1 ristisohe Grandzag in allen seinen Sohriften. i Er stadirte die hebräisohe Grammatik sa dam Zwecke, einen klaren Begriff von der Sprache an erlangen, in weloher die Sohriften verfasst waren, and daneben Mathematik, Astronomie and Philosophie, soweit dieses aas hebräischen Büohem möglich war. Ans seinen Sohriften geht hervor, dass er mit den Werken des Eaklid, zn welohea er verschiedene originelle Erläuterungen machte, innig vertrant war. Anf seine Veranlassung gesohah ea auoh, dees Barach aus Ski ow den Eaklid ins Hebräisch• Abertrog. Der Gaon war kein •ffioieUes Oberhaupt irgend einer jüdischen Gemeinde und wurde daher mit der Entscheidung von Fragen, welohe das religiös• Leben betreffen, nur selten in Anspruch genommen. lieber sein Privatleben ist wenig zu erzählen. Sogar der Tag seiner Verheiratung ־mit einem Fräulein Anna Kaidon ist von seinen Biographen nioht angegeben. Doch darf als gewiss angenommen werden, dass er sioh nach polnischer Sitte •ehr früh ▼erheiratet hat. Mehrere Jahre hindnroh maohte •r Reizen daroh Polen und Deutschland and zwar bis zum Jahne 1745 and verlies• spät«: Wilna, am seinen Aufenthalt in Palästina za nehmen; hierbei stellten sioh Ihm jedoch •o viele Hindernisse in den Weg, dass er diesen Plan wieder aufgab. Seine Stellung war die eine■ Privatmannes. Es konnte Um nioht8 dazu bewegen, ein Rabbinat za übernehmen nnd obwohl wir nioht im Stande sind, hierfür einen bestimmten Grand anzngeben, so ist als solcher doch wohl anaanebmeu, dass *) Nach dem Jawish Stand. ■