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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-03-06 · N° 10. (6.3.1890) · p. Seite 89

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 10. (6.3.1890)
Date
1890-03-06
Page
Seite 89 (sequence 3)
Language
German
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— •נ - Litteratiirberictik Beoenaionlen. Deutsch, ■erits. Br«111n*t Synajgogengesänge. Nachtrag. Breslau, Selbstverlag. * Wann in ainar parlamentarischen Versammlung «in Maiatar dar Bede sich «am Worte meldet, so sind «eine Zuhörer auf den Inhalt derselben gespannt. So geht es aaoh uns, wenn ein hervorragender Synagogenkomponist in seiner Tonspraohe sion zam Worte gemeldet Solohe erprobte Meister machen es dem Beaensenten leieht nnd angenehm. Es war im Jahre 1880, da ersohien von Deutsch unter obigem Titel ein Werk, das sioh den allerbesten fynagogengeeftngen vollauf an die stellen Seite konnte. Hier und da sohien er aber manche« ergänzen zu müssen, and das ist in dem vorliegenden ,Nachtrag* ge• sohehen. Dieser enthält 24 Nummern. Gleich der erste Ohor ,Chanukka-Abendlied* mit Orgelbegleitung in G-dur 0, Andante maestoso, zeigt den ansgeseiohneten Tonsatz, der wahrhaft klassisch harmonisirt ist. In seinem Hauptwerke finden die Interessenten nicht weniger als 14 Nummern, welohe die Sabbath- Keduscha enthalten, der Naohtrag ergänzt dieselben noch um 3 NNo., von welch letzteren die mittlere die alte Weise notiert hat — jene in As-dur, diese in G-dur. Es scheint, als ob er sioh mit besonderer ־Vorliebe grade diesem Gebettheile angewandt. Bei gutem Vortrage wird die bealisiobtigte Wirkung: Erweokung zur Andaoht, nicht fehlen. Während im ältem Werke die Kedusoha für שלוש רנדים nur einmal figurirt, finden sioh im Nachträge nicht weniger als 6 NNo., welohe theils die des Hauptwerkes ergänzen (vgL No. 11 und 12), theils nene Melodien bringen (vgl. No. 13). Die folgenden Namnem 14 bis 16 verlangen wieder die Ergänzung durch Chor- Sätze der 48. Plefe des ältern Werkes. Walohen der ־Vorzug zu geben ist? Sie sind alle Deutsch’s würdig. Ergänzungen zum Hallei sind die Stücke No. 8 u. 9, von welohen die letztere die traditionelle Weise für das Laubhüttonfest ist. Ein schönes, für vierstimmigen gemischten Chor mit Orgelbegleitung in D-dur ■C allegro moderato befindliches Stüok ist □עץ חיי. Für Nella bringt er den Kaddiseh; jedoch muss ioh binzafügen nach der Weise, wie er naoh Minhag Polen gesungen wird, naoh Minhag Asehkenas weioht er etwas ab. Ob שערי ארםק (No. 19) eine neue Melodie des Komponisten oder die naoh Minhag Polen ist, weise ioh nicht Mit ergreifenden Klagetönen für die Todtenfeier (besser Seelenfeier), welohe No. 22;in D-moll und No. 23 im Dur derselben Tonart enthalten, enden die hebräischen Gesänge des Nachtrages. Job komme jetzt zu den Stücken mit deutsohem Text: Deutsch hat bekanntlich schon Ende der seohaziger Jahre eine Sammlung von deutsohen Gesängen für Gotteshaus und Sohule herausgegeben, die meiner Ansicht naoh einer grössem Beachtung werth geweaen wären, als sie sioh erfreuten. Die von manoher Beite dagegen ausgesprochenen Bedenken mögen theilweise begründet sein in der Choralfornt. Auoh ioh bin kein Freund des 0 horales. Diese Opposition so ־Vieler gegen einen Choral mag seine Berechtigung haben in der ganzen Entwickelung unterer gottesdienstlichen Gesänge und in den hebräischen Gebetat&oken unterer Liturgie. Choräle sind und bleiben ein fremder Beetandtheil in dem Körper unteres Gotteadienites. Jedoch werden sie ale Ausgangspunkt gelten für die mnsjkalieohe Form, weint• noch geschaffen werden man, am das betende Publikum . 1 au packen. Entweder sind die deutaohan Chöre, die in die Synagoge Eingang gefanden haben, Gesänge, welche bei geistliche■ Coaearten eta. vecgetrawea werden können, oder Choräle der ־evangelischen BSroae, welohe den Synagogenbeeuoher niemals ■nha»■«!« werdend Ein.Dritte■, welohee die Mitte hält ■wischen Concurtgeeeng und Choralfbnn, wird die Form ■ein, in weläe man deutsohe Lieder für den gottesdienstlichen Gebrauch in dm Synagoge wird giessen müiiia im HinbUq^: auf die groes« Zahl derer — dis nach einigen Jahrzehnten noch viel grösser ■ein wird —, welohe nioht mehr hebräiaoh beten, noch viel weniger hebräisch übersatten können. Wenn diese dann ins . Gotteshaus geht, so wird sie in deutscher Sprache beten und •tagen wollen, und fehlen werden denn die passenden Gesänge für das deutsohe Gebet. Dass nnu Deutsch in den neuen Liedern •ein•■ Nachtrages (Lieder für das Schluss-, Wochen- und Laubhüttenfest) schon dadurch, dass sie eineu beweg- Hohem Rhythmus an •ioh tragen, jener suküuftigen musikalischen Form am meisten dem Ideale näher kommt, ist ein Verdienst des Autors. Fasse ioh nun mein Urtheil über Deutsch zasammen: D. will nioht blanden durch äuzsera Glans. Es giebt Gesänge; die weit -melodiöser sind, als die »einigen, aber etwas haben sie vor andern voraus, nämlich den tiefem Gebalt, den kunetreiohen Tonest«, wenn auoh manchmal ■uviel Modulation, au schnelle Uebergänge in andere Tonarten, die bisweilen ganz frappieren, vor allem aber ist hochsohätsenswerth die riohtige Aooentnirung. D. ist völlig vertrant mit dar Proeodik der hebräisohen Sprach•. Und alle disze Eigenschaften werden Deutsch fortleben lassen alz einen der besten Meister der Synagogenmusik. Essen, Februar 1890. Siegfriad Graf Klaeger, Hermann. Geeohicht'e dar Judenin der babylonischen Gefangenschaft. Erster Theil. Breslau 1890. Theodor Sohateky. (Schluss.) Bei dieser Gelegenheit möge nioht unerwähnt bleiben, dass ioh nioht, wie der Autor (Sette 40, Note 20) das Datum Jeoheskel 24,1 für ,apokryph* halte, sondern für parallel mit IL Könige 25,1; also den 16. Tag des 10. Monates im nennten Regierung»- jahre dee^ Könige Zidkiah, and braucht es nicht Wunder au nehmen, dass bei völlig fl herein stimmenden Daten auoh der Wortlaut des Texte« selbst in einer für Ezechiel ungewohnten Weise bei behalten wird. Es soll dies keineswegs den Werth der prieisen Berechnungen des Autors verringern,^ .der uubesondere, hinsiahtlioh des Propheten Jersteiaa, die Leser seines Baches (Seite 86, Note 32} mit kritischer Saohkenntniss genau za informiren versteht. Doch kenn ioh die Bemerkung nioht unterdrücken, dass die Minister des Königs Zidkiah keineswegs den Wortlaut der Bede des Propheten (Jerem. 21.9) anführten, sondern die Worte deeseiben mit Tendena veränderten, als. sie (Jerem 38^5) die Anklage vorbrachten, in weloher ■ohon von vom• herein die Verurthailung des Gotte« verkünden lag; welcher der König mit aem Geständnis■ dm eigenen Schwäche engestimmt hatte. (Jerem. 30,5.) In der erstgenannten Stelle ist von den Chaldäern als Faindan die Bada (הומלס צליכם) in der letztgenannten nioht. Auch fehlt hier da■ Wörtchen ונפל, wie dnrohs Verhängnis« har» beigeführte Uebergabe,־ das dort wohl am Platze ist^» Hingegen ist das Wort וחיה ,leben* awei mal hfer1 aeb1Mpht;(daa ■wette Mal TTO und dort nur einmal. Non interpretiren die Minister, der Prophet will nar e

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