Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 10. (6.3.1890)
- Date
- 1890-03-06
- Page
- Seite 90 (sequence 4)
- Language
- German
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,libtt1 and ■ei ea am den Preis der Ehre dee Vater- Und■■, der Prophet ist einlHooh'renitlier d*r "Nation aa Sonsten der frindliohengMaoht. (Jerem 38,4.) Aaah möchte ich in keinem Falle dem Aktor (Seite 128) in dem Punkte beipflichten, dass das $7. and 38. Capitel Jeremias ent ein and dasselbe Faktum hinwaiaen. — Ich habe es bereits gesagt, dass ich eine doppelte lebensgefährliche Einkerkerung des Propheten annahm. — In jenem erstgenannten Capitel stehen die Aussichten ffir Kidkiah weit besser. Jerasalem hatte *!!»famt« and der König von Jade kann daroh den König von Babylon (V. 17) sich retten. Im letstgenanntan Kapitel ist die Lag■ weit ärger. Da wird dem Könige vom Propheten geratben, sich der feindliohen Macht 033 שרי מרך) sa ergeben, um die Stadt vor Einäscherang, sich and sein Baus vor dem Tode xa retten (Jer. 38, 12 und 13). Dort halte, nach dem Abzug dee chaldäischen Heeres, sioh ein Umschwung zur Gläubigkeit, zum Bändnisse mit dem Herren, vollsogen; hier arbeiten die falschen Bathgeber des Königs Zidkiah dem völligen Untergange des Staates entgegen. (Jerem. 38,22). — Auch finde ich keinen Grand vor, ffir das 37. Capitel einen andern Verfasser anzunehmen, als Jeremias. Die Stelle Jeremias 37, Vers 2 variirt doch von der ähnlich lautenden IL Chronik 36,12 insoferne, als an dieser letzteren nicht von Ungehorsam, sondern von Mangel an Unterwfirfigkeit unter den Propheten die Bede ist 0131 לא). Der Chronik lag offenbar daran, den König in einem milderen Liohte erscheinen zu lassen, als der schwer heimgesuchte Prophet es zu thun Veranlassung hatte. — Dass der Unwilligkeit des Königs gleich die Ab- Sendung der Deputation ■um Propheten (Jer. 87, Kap. V. 3) folgt, hat offenbar die Tendenz, den König in seiner ganzen Inkonsequenz darzustellen. Die Epoche des Abzuges des chaldäischen Heeres von den Mauern Jerusalems wiederum ist wichtig genug, um (V. 11) rekapitulirt nnd mit einem Datum an der Spitze des 37. Kapitels (V. 1) versehen za werden. Ich halte daher, entgegen der vom Verfasser auf Seite 127 ausgesprochenen Ansicht, beide Kapitel (37 a. 38) für von Jeremias verfasst und die in denselben enthaltenen Thatsachen für besondere gesohiohtliohe Denkwürdigkeiten. 80 ergreifend auch die auf die Eilagelieder ge- 8tfit*ten Schilderungen der Noth und des Elends der untergegangenen Stadt and Nation von Seiten des Autors sind, die eine- Thatsache ist, naoh meinem Dafürhalten, in dem Buche desselben nicht genug gewürdigt; wie heldenhaft das jüdisohe Volk alle Lebensgüter and das Leben geopfert, wie erhaben es alle Martern und Qaalen geduldet, am nur das Heiligthum Gottes zu erretten. “־(Klagelieder 4, 1 and 2; 5, 17 u. 18). Aas den Trümmern des göttliohen t Heiligthams dampfen die Flammen des Heldenmaths, der nationalen Gesinnung and der .Ehre. Und so konnte der Prophet Jeremias mit seinem Herzblute auf den Leiohenstein des jttdisohen Staates die Worte schreiben : »Herr, du hast uns nur gezürnt, aber nioht verachtet“ (Klagelieder 5,22). Trotz der von der Kritik ausgesprochenen abweichenden Meinungen, sollen diese den Werth des in Form und Inhalt gediegenen Baohes nioht sohmälern. Vielmehr ist diese vortreffliche Gesobichtsstudie, welche hinsichtlioh der Methodik den sehr verehrten Meister Herrn Prof. Dr. Grätz und, in Bezug auf religiöse Gesinnung, die fromme Aufklärung des Herrn Babbiners Löwenstein, welchem das Werk gev idmet ist, zum Vorbilde hat, weitesten Kreisen za empfehlen. _ Dr. N. ״Uaesten Fibel für israelitische Schulen“, bearbeitet von Emanael Hecht. Neunzehnte Auflage. Essen. G. D. Bädeker. Die nach der Schreib-Lese-Methode bearbeitete Fibel hat in einem Anhänge auch die biblische Geschichte für ״Anfä ׳.gor“. Wir setzen voraus, dass ee dem Verfasser dieses Anhanges nar darum za than gewesen ist, für die wichtigsten Abschnitte der biblischen Geschichte ein kurzes Merk- resp. Wiederholangsmittel za bieten Ob für ״Anfänger“ die Geschichte der Könige, der Propheten etc. schon nothwendig gewesen, schein: uns meistens zweifelhaft. Mehr Interesse bietet für jüdische Schulen die damit verbundene hebräische Lese-Fibel, zn welcher Herr Blamenfeld das Vorwort schon zur sechsten Auflage im Jahre 1869 geschrieben und durch Umarbeitung wesentlich verbessert hat. Von dem pädagogischen Grundsätze: vom Leichten zam Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten ausgehend, lässt die Anordnung des Lernstoffes die erlahrene Hand eines ״Schulmeisters“ erkennen Auch hier ist ein Anhang, der den Schüler in das Lesen der rabbiaischen (!) Schrift einführen will. Die Anleitaug zam Einüben der jüd. Kurrentschrift wi d von jungem Lehrern mit Dank benutzt werden; nnr hätten wir gewünscht, dass die Rechtschreibung, wie sie jetzt in unsern Schalen geübt wird, auch hierbei berücksichtigt worden wäre. Von demselben Herrn ist auch das ״Deutsche Lesebuch für die Mittelklassen der Volksschule“ von Haesters- Richter für israelitische Schulen bearbeitet. Wir können auf eine ausführliche Besprechung dieses Baches, sowie des umfangreichen ״Deutschen Lesebuchs für die 0 ber klassen der Volksschule“ (Ausgabe für israelitische Schu’en, bearbeitet von M. Blumentela. 1884) um so mehr verzichten, als vor nicht langer Zeit in diesem Blatte ausführliche Besprechungen ״für und wider“ gepflogen worden sind. Druck and Ausstattung sind in allen 3 Büchern von der rühmlichst bekannten Verlagshandlang von Bädeker in Essen gleich gut besorgt; der Preis ist ein der Volksschule entsprechend billiger. Die Schritten des ftnftee Jahrgangs des hebräischen Litteratar-Vereins Mehisze Nirdamim gelangen jetzt zur Versendung: 1. Commentar zum Hiob-Bache des Samuel ben Nissim aus dem 12. Jahrhundert. 2. Machsor Vitry, 1. Lieferung. 3. Hilchot Gedolofh, II. Lieferung. 4. M ischnah-Commentar des Maimohidee, HI. Lieferung. Neu eintretende Mitglieder erhalten bei Zahlung des Jahre»• bcRreree von 16 Mark die frübereu Lieferungen der snb 3 u. 4 bezeichneten Schriften— so weit der geringe Vorrath reicht — gratis, wenn sie bis znm 1. April ihren Beitritt z. Verein erklären. Yeeeetwvrtlieher Redeetear Dr. Littet arischer Anzeiger. ״Sichronoth” oder: ,Memelren •ine» Stadente■ d. jüd. Theologie.‘• Dieslelben sind in ltebr. Makamen-Form^bgefasst and mit einer englischen Einleitung versehen, die eine Uebersicht der Entwicklung der nachbibl. hebr. Poesie enthält, v. Dr• Chotznar, am Harrow-College. *'׳*eis 1 M 60 Pf. י-י-Gegen monatliche Ratenzahlung׳ von 3 Mark OH ־.׳ ־׳r ׳/״ ־'/»• Ptnrhf׳i-rf* Meyers Konversations-Lexikon ..4 eit aber 3C׳C . Al. ־׳: T< *׳ 56ר ־i:ustrat10nstafeln. Karten u. Ptaneji. f■ 0 . . 1. - ■ .־ . Vfn/r ...■ SüS^ü'i.tny .־' / ׳׳rsr^yf.V E\ 1 ״ ־ ״ Kochbuch | für Israel. Frauen von Rebekka Wolff *et. Heinenana. Neuste verb. Auflage. Elegant Leinwandband Preis Mk. SÄ0. Als vorzüglich anerkannt. Frankf. a. M. J. KezfTaiean, Verl. פרוכת, שולדדדעקקע, תפילין־" k. 3ייטעל ütclirr für @01b> utib © ü>ot־@t!(fe־ rci gfft1865 .־. ©cfteDunqcn prompt unf biQta. Jenny Bltiehrode, Berlin SW , ilrittuidiftt. 218. [1006 Berichtigung: Im Litteraturblatt Nr. 9 S. 35, Z. 13. v. u. ist statt: ״wie bereite erwähnt“ zu lesen: ״v'ie bekannt“; a, S. 38, Z. 1. v. u. in dem Citat aus Jeeaj. muss es statt 26 heissen: 2 6 Bahzaer, Magdeburg. Druck tos D. L. Wo lff, Magdeburg. Verlag ▼an Robert Friese, Leipzig