Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 7. (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Priestern in Scene gesetzt and mit grösster Grausamkeit ausgeführt worden. Mit dem Feuer and der Be• geisterung eines echten Propheten des Alterthums, and mit der ergreifenden Rednerstimme eines gefflhlvollen Vertheidigers ansohaldig ▼erfolgter Wesen spricht 810h Z. bei dieser Gelegenheit äber die Tyrannei jener Unmensohen aas, die der jfld. Basse ansägliohes Elend verursacht haben. Diese schrecklich-wahren Worte verhallen aber auch nicht wie eine Stimme in der Wäste. Sie, oder vielmehr die einleitenden Worte zu dem in Bede stehenden Abschnitt ,Leiden“, haben auf das dichterische Gemüth der Verfasserin des ,Daniel Deronda“, George Eliot, 80 tief eingewirkt, dass sie dieselbe ins Englische übertrag and ihnen somit Millionen von Lesern in allen Weltgegenden verschaffte. Dieselben lauten im deatsohen Original wie folgt: ,Wenn es eine Stufenleiter von Leiden §iebt, 80 hat Israel die höchste Stofe erstiegen; wenn ie Dauer der Schmerzen and die Geduld mit weloher sie ertragen werden, adeln, so nehmen es die Jaden mit den Hochgeborenen aller Länder aaf; wenn eine Litteratar reich genannt wird, die wenige plastische Trauerspiele besitzt, weloher Plats gebührt dann einer Tragödie, die anderthalb Jahrtausende währt, gedichtet and dargestellt von den Helden selber.* Die dritte ,Piut-Selioha“ beschriebene Ab theiiung beschäftigt sich hauptsächlich mit den synagogalen Poesien, and mit den Namen, die jeder speciellen Gattang derselben beigelegt worden. Was letztere anlangt, so leitet Zunz ,Piut“, ,Pajtan* und ,Pismon“ (מדן®), beziehungsweise von rcotTfrfc and tjnrj״p(a[1a ab, and indem er die Bedeutung ähnlicher technischer Aasdrüoke, wie ,Keroboth“, ,Jozar“, ,Akedah“, ,Snlath“, ,Ofan* u. A. erklärt, weist er zagleioh aaf die Stellung hin, welche ihnen in der Gebetordaang angewiesen wurde. — Auf die synagogale Poesie selbst Übergehend, so behandelt der Autor die Entstehung nnd allmälige Entwicklung derselben. Anfangs hatten sie weder Beim, noch Silbenmass, im Laufe der Zeit äber, and namentlich während der sogen, arabisch- £ fischen Periode wurden sie nach Master fremder ohtangsarten oomponirt, und hatten aaoh einen dichterischen Werth. Die ersten gereimten Selichoth wurden im achten Jahrhundert abgefasst, and hatten einige Aehnlichkeit mit den ersten religiösen Poesien der ohristliohen Kirche, die meist aus Strophen bestanden, welche jede aus sechs- oder aohtsilbigen jambisohen Versen zusammengesetzt war. Als Beispiel oitirt Zunz die «rate Strophe eines von einem gewissen Leyser im Jahre 1136 verfassten lateinischen Gediohts, das ,den Fall Troja’s*zum Thema hat and folgendermassenlaatet: Urbs bona nanc dünn Vi fl»mmu1 turtnne fumi Non ita oonsami Digna resedit bumi. Daraus ist leicht zu ersehen, dass Z. keine allzagrosse Meinung von dem Gehalt und der dichterischen Schönheit der ersten hebr. Versuche aaf dem synagogalen Gebiete gehabt haben musste, doch findet er für sie an einer andern Stelle ein raison d’Ätre, Worauf späterhin aufmerksam gemacht werden wird. Als zweites Beispiel führt er auch ein hebr. Gedicht am welohes lsaac ben Jakir zum Verfasser hat und sich weniger duroh die Klarheit seiner Gedanken, als vielmehr daroh seine sonderbare Formbildung afuseiohnet. Dasselbe lautet: אריד מדחי, בשיחי לנולד, לנולד בהקדחי,?י אס בחחי,?רוחי 4לשוני. כלשול ולבוני, ״ 7י«ד לקול, ס«1?רול. ן Das Targum scheni zu dem Buche Esther.! Verhältnis des edlrten Textes desselben an dem eines handschriftlichen Codex aaf der Breslauer Stadt• bibliothek, stammend aas dem IS. Jahrh. Codex No. 11. Von Dr. Jacob Re 188, Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen). In der Frankel-Grätz’soheu Monatsschrift vom Jahre 1876 habe ich über dieses Thema eine aasführliche Abhandlang veröffentlicht und am Sohlasse derselben auf manohe fehlerhafte Stellen des Targum soheni in unseren Ausgaben hingewiesen und dieselben unter Hinweis theils auf die genannte Handsohrift, theils auf anderweitige Belegstellen riohtig za stellen versucht. Unter der Ueberschrift ,Zar Textkritik des Targam soheni zu dem Bache Esther“ in der gleiohnamigen Monatsschrift v. J. 188 L fügte ioh za dem bereits Gegebenen in gleicher Weise hinzu Verbesserangen einiger anderen fehlerhaften Stellen des Targum , soheni. Hiermit sind die vorhandenen fehlerhaften Stellen des Targam scheni in unseren Ausgaben noch nicht ersohöpft. Aber auoh die Handschrift ist nioht ganz korrekt. Die einleitende Bemerkung vorausl geschiokt, sollen in Folgendem mit möglichster Genauigkeit mit Uebergehang dar vorkommenden spraohliehen Verschiedenheiten, alle nooh übrigen den Sinn and das Verständnis betreffenden wesentlichen Stellen angeführt werden, in denen die Stellen and das Targam scheni in unseren Ausgaben von einander abweiehen. Gap. I, 1. In unseren. Ausgaben heisst es: קדמי תא דבענלא תהנדל מלמתא עלן ..dagegen in der Handschritt קדמיתא . . . דכענלא תתגלי מלכותא. in dem Absätze תליתאה fehlen in der Handschrift die Wort« מלכא ר&צרים; ebenso fehlen in dem Absätze עשרי תא in der Handsohrift die Worte עלן ילל כל דיירי לרלא. In unseren Ausgaben steht ferner: שלשוק דפרזל ... ונגד ואפיק . . , כנצר נתעב, dagegen in der Handschritt: שלשלוו; דבחל... ונגד ונפק ואפיק ... כנצר נתעב האלה. Anstatt וכק ית קרתא ירושלם in unseren Ausgaben steht m der Handschrift ומה ית פרתא דירושלם. In anseren Aasgaben steht יהרכין כר 'הרפים; dagegen in der Handsohrift הרכין בר יאשיהו. In unserem Ausgaben steht הוא אחשורוש מלכא פרסאה בר דריוש; dagegen in der Handschrift תא אחשורוש בר בורש מלכא פרפאה כר רריוש. Höchst Interessantes bietet hier der &לת לד, ein weitläufiger Commentar za dem Bache Esther von ר׳ שלמה הלר אלקבץ. Daselbst heisst es foL 20 b.: מהם איתא בתרגום רבה דירושלמי דמנלת אסתר ודל ודריוש מדאה קביל מלמתא מיניה עד דאיתיליד אחשורוש רשיעא ונסבה לושתי בת כריה תא אחשורוש בר כורש דממלמת אשיא בר דריוש מדאה .... Sowohl in unseren Targam eoheni-Ansgaben, als aaoh in unserer Handschritt findet sich hiervon demnaoh nur ein Braohstück. — Za טלכא טפשא in unseren Aasgaben ist in der Handsohrift nooh דרגא hinzagefügt. Anstatt תא עזרא in anseren Ausgaben steht תא עדה in der Handschritt. In anseren Ausgaben steht על דא&ה ולא עבד אתקצרו יוכר, was keinen verständlichen Sinn giebl Jacob Beifmann bemerkt dies schon in der Zeitschrift ,Zion“ L B. S 197 and giebt eine gezwungene Erklärang za dieser Stelle; sie ist offenbar fehlerhaft and laatet in der Handschrift wie folgt: — ועל דאמר ועל דעבד אתקצרו יומר. In der Handschrift fehlt das Stüok von inola- «ive קריבין הראן bis inolusive בהודו וכוש דודן. Anstatt על טלי עבר נהרא עלטא in anseren Aasgaben steht in der Handsohrift bloss על עלמא. Das Stüok in unseren Ansgaben כשלמה כתיב כראמרית fehlt in der Handsohrift. In der Handsohrift fehlt das Stüok ולמה זבה די שליט על מאה ועסרין ושבע מריק; ferner fehlt in der Handsohrift folgende Stelle .תיעדר 3ת בנתא דשחד (Port•, f.)