Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 7. (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Dr. Chotsner am Harro w- College. ^Fortsetzung.) — Das Targam scbeni zu dem Bache Esther. Verhältnis« des edirten Textes desselben za dem eines handschriftlichen Codex aal der Brealaaer Stadtbibliothekj stammend aas dem 13. Jahrh. Codex No. 11. Von Dr. Jacob Reiss, Rabbiner in Knttenplaa (Böhmen). Litt1 eratarbericbt: Becensionen: Hoentj, Dr. Adolf. Die Ophiten. Ein Beitrag zur Geschichte des jOdischen Onostioismas. — Litterarisobe Notizen. —.Li te> arische Anzeigen. Usbefaftsr NasMraefc aas diese■! Blatts ist disbt isstattsL Das Leben und die Werke des Or. Leopold Zunz. Von .Dr. Cbotzner am Harrow-College. (Fortsetzung.) Ebenso bedeutend und inhaltsreich wie die beiden ,bereits genannten WerkeZnnsens ist auch sein d r rttea Werk, welohes er im Jahre 1855 nnter der Aufschrift: ,Dia aynagogale Poesie des Mittelalten' in Berlin veröffentlichte. Beim ersten Anblioke möchte es scheinen, als ob dssselbe fünf verschiedene Themata behandelte, doch stellt sich beim aufmerksamen Lesen bald heraus, dass diese sioh gegenseitig ergänzen and somit ein einheitliches Gante bilden, tn der ersten, -Pie Psalmen* betitelten Abtheilung «reist der Vertasaer auf das geistige Verh<niss bin, welohes «wischen den Propheten und Psalmiaten des jfid. Alterthams bestanden hat, nnd nennt sogleich auch den wichtigsten Pnnkt, worin sie sioh von einander unterscheiden.r Der Prophet, sagt Z., war der Bote oderAbgeeaifdte Gottes, und hatte demnaohdie heilige Mission, sowohl dem jüd. Volke als auch andern Nationen den ,Willen Gottes öflfentlioh na verkünden, and sie sugleich auf die wichtigsten Begebenheiten and Ereignisse anftnerksam «a machen, die in nächster oder entfernter Zukunft stattfinden würden. Der Paelmiat hingegen war das Organ des jüd. Volkes, and ihm lag die heilige Pflicht ob, die Gottheit in dessen Barnen um Schot« and Hilf» ankuflehen. So sprach a. B. Moaes «am jüd. Volke in seiner Eigen• sehaft als Bote Gottes, während der königliche Sänger David die Wünsche der jüd Nation mittels Hymnen nnd Peelthdiohtungen der Gottheit nahe! bracht«. Folgender karaer Auszug aas dar 1 frsgliohen Abschnitt, worin in drastischer Weise die Satwioklaqg der Psalmen besprochen wird, dürfte v inlliinhh. van äHgenmhiem Iftereeo« sdin. ״Naoh dem.10hrartÜ<*eA Faß ׳von Jerusalem nnd dam noak eitosofeliolleiD Bethsrs* sohrsibt ,gaben die Jaden Widerstand aaf^ aber sie erklärten sioh nioht für ber siegt: Titas and Hadrian warsn nar Vollstrecker f'" konnten nicht immer!leiden preisgegeben sein, die heilige Stadt nioht ein Tammuplats frtmder Kfiegef bleiben. Nene Psalmen za dichten, litt weder aie noch frische Erinnerung an den Tempeldienst, uocty die verhältaissmässige Jagend der Psalmen, aber ja dem Uidraeob, in den Gebeten, vernehmen wir gottpreisenden Klänge des ge beugten nnd des freien ittd. Geistes. Israel ist dasselbe geblieben aa ohne Herrschaft and Tempel, reine Frommen, wie!. einst in den Psalmen zur Zeit der Solenoiden &11«* and sioh nicht ergeben, leaohten nooh immer ihren Brüdern vor, lehrend and sterbend, in Miselink, Midrasoh and Gebet. In den sabbathKoheu and festlicken Vorträgen wird der Weise, der Prophet atuf der Vorbeter, der auch der 'Abgeordnete dar Vef- Sammlung heisst, — der Psalmist. Jener bereiche^ die Leotionen mit seinen Belehrungen, dieser d«u Psalm and die ״Tefilla“ mit seinen Compoeitionsn, Nar die Mnsik fehlt: Gesang und Harfen sind ♦er» stammt, seitdem der Tempel zerstört ist. Darum entbehren die Jüngern Gebete den Rhythmus. AlLslri die Ideen des Psalmiaten erfüllen aneh den Midra*6£ und die Aussprüche und Begebenheiten älterer Zelt werden auf die Gegenwart angeWandt'und derselben eogepaaat. Die Fremden und die Tyrannen, denfg־ Propheten und Psalmen den Untergang vunndtt, sind nunmehr als Legionen in der heiligen Stk^h einquartirt; Das schadenfrohe Edom ist ttOdk.... . Mittlerweile wurde Born ohristlioh. Ein demjüdisoboa verwandten Coitus löste den hellenisoh-etruskisoken ab, und den Psalmen musst# Apollo Plate machen Allein den Juden kam das nioht zu Gute. Uaa Jbeid• mache Born unterdrückte, das christliche dieses letstere war es, welohes dis Akademien in Asche legte, das Patriarchat and von Stufe au Stuft die Jaden aus dem Bürger? tham atiess. Die Bisohöfe, den Namen Israelin ihre Kirche in Beschlag nehmend, hatten statt Jpitlaif and Liebe nur Erniaderuugen . .-. Unter dieMB.V«. bältuisaea bildete sieb die Haide d•*. in Law* 0•*d Bathäusern sprecheuden Hagadisten aus, und d<m Wiederklans ihrer Vorträge gab das Habet, wie frf' den Wiederllmg dar Propheten — der rsalm■* In der «weiten Abteilung, *ebb.» ,Leidea״! Titel hat, oiiirt,d«1 Verfasser eine Anzahl von ,Selißhoth*, welche die traurige GeHelishte der 1 vasfidgaagen baUnobfn, di« wührand met