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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-01-30 · N° 5. (30.1.1890) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 5. (30.1.1890)
Date
1890-01-30
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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— 19 — prüft za haben, neben einander, sonst bitte diesem grossen Gelehrten ein solcher Irrthum nicht entgehen können. Dieselbe Bewandtniss hat es mit dem auf S. 25, Z. (i des רריה נאמנה angeführten Datum וגיוס ט״ו מג י א) 30 יולי). Der 30. Juli jul. entspricht dem 10. August?reg., welche nicht auf den 15, sondern auf den 14. מנ״א fielen. Es fragt sich nun zunächst, welche der beiden Quellen als die richtige anzusehen sei Mir scheinen die Angaben naoh den Aufzeichnungen in den jüdischen Gemeindebüchern Wilna’s, die der Bericht ebenfalls anlübrt, für die Bestimmung der richtigen Daten massgebend zu sein und wären nach diesen die jalianisphen Daten, der 7. uüU 30. Juli in den 8. und 31. Juli nmzuände;n. Sollten dagegen die Monatstage des 7. und 30. Juli richtig sein, so wäre für die jüdischen Daten der 20. תמון und 14. סנ״א zu emendiren. Dass Herr L. seine an sich irrige Berechnung mit der Differenz zwischen dem 9. und 21. Juli begründet, darf ihm wohl aüf Conto eines Schreib- oder Druckfehlers gut geschrieben werden. Er hat ohne Zweifel den 9. und 21. תמלז gemeint. Selbstverständlich war es mir auch nicht entganzen, dass in den in Bussland verfassten Werken in der Begel nach julianischem Kalender gerechnet wird, oder doch wenigstens gerechnet werden müsste und durfte Herr L. mit Beoht von mir verlangen, diesen Umstand zu berücksichtigen und anzugeben, dass der 7. Juli alten Styls, welchem der 18. Juli neuen Styls entspricht, gemeint sei. Daher bin ich demselben für die mir gegebene Veranlassung, auf Grund seiner Theorie den Irrthum in לך״יה נאמנה sowie auch seinen eigenen in Betreff der qaest. Daten und der von ihm aufgestellten weitern Behauptunig jetzt noch gründlicher nach weisen za können, von Herzen dankbar. Dass die vorerwähnte Begel in neuerer Zeit fast zur Ausnahme geworden, mögen aus hundert andern folgende zwei Beispiele beweisen: In dem Jahrbuohe כנסת ישראל, Warschau 1886, weiches dooh in erster Beihe für Bussland geschrieben ist, heisst es Col. 257, Z. 10: Der Minister des Innern erliess ein Zensur-Ediot am 7. März 1844, auf welchen Tag פורים fiel. — Im Litt.-BL 1887, S. 51a habe iah den 7. März bereits in den 5. berichtigt. Offenbar hat aber der Verfasser hier dooh das gregorianische Datum gemeint, da es im andern Falle den 24. (richtig 22.) Februar hätte heissen müssen. — Im Jahrbuche *האסיר, Warschau 1886, heisst es Seite 115: Baron Joseph Hirsch starb am 2. 9) טבת. December) 1885. (Im Litt.-Bl. 1887, S. 51 b in 10. December berichtigt.) Auch hier ist offenbar das gregorianische Datum gemeint, da es im andern Falle den 27. (richtig 28.) November hätte heissen müssen. Zum Ueberfmss betrachte man noch die Begententafel im Jahrbuche 1884 האסיף: Kaiser Wilhelm L von Deutschland wurde geboren am 22. März 1797; König Karl I. von Bumänien wurde geboren am 20. April 1839. Sind diese Daten russisoh oder rumänisch? Da hat denn doch Herr Babbin6r Dr. Loevy-Göttingen in seinem schönen ״ Amtskalender “ durch gleichzeitige Angabe des jul. Datums in Klammem mehr Bücksioht auf die russischen und rumänischen Leser genommen, als die rassischen Autoren auf ihre eigenen Landsleute. In solohen Fällen kann es denn auch nicht ausbleiben, dass oft die graue Theorie einer nooh grauem Praxis den Weg bahnt. Recensionen. IVhusche, Aug., Dr. theol. et phil.! Der Baby• lonisohe Talmud in seinen haggadischen B< «tandtheilen wortgetreu übersetzt und durch Noten erläutert. Zweiter Halbband, dritte Abtheilung. Leipzig, Otto Sohulze, 1889. X. 470 S. (Fortsetzung.) No. 7. Naoh B. Hamnuna ist ראשית מדק nioht ״der Beginn des Zankes“, sondern ״der Beginn des (göttlichen) Gerichts“ za übersetzen. Wer die Quellen der religiösen Belehrung von sich entfernt, der wird einet deswegen zuerst zur Bede gestellt and gerichtet werden. No. 8. בדקא eig. Spalte, Biss; hier: Graben, der zwei Felder scheidet; צנורא דבדקא Wassergraben, Canal. נורא דנמלא ist eine Brüokenwand, ׳ הנמלאi wäre Hafendamm. S. 6, Z. 5: ״Es giebt einen Vers in diesem Sinne“ — wenn man ihn nioht als Fragesatz auffasst. No 11. In der Uebersetzung des Verses Qab. 2,19 fehlt ein wichtiger Passus: W ehe dem, der zam Holze spricht ״erwache“ — ״sei munter“ zum stummen Stein! Er soll lehren? Siehe, er ist in Gold und Silber gefasst, aber Geist ist nioht in ihm. No. 14 (Synh. 8a). ״loh bin für deine Beohtssaohe unbrauchbar (d. i. ich kann dir nioht beistehen, weil ich dazu verpfliohtet bin).“ Diese Parenthese ist ganz unverständlich. Wozu verpfliohtet? Ihm beizustehen? Oder als Bichter zu fungiren? Bab sagt nämlich zu seinem Gastfreunde und Wohlthäter: loh darf nioht als Bichter sein in deinem .Rechtsstreite, weil du mich soeben an flie gastliche Aufnahme erinnert hast, die ich bei dir einst gefunden habe, weil ioh nun für dich günstig gestimmt bin, gleich »am wie ein Bichter, der Bestechung angenommen. Selbst wenn dieser sich fest vornimmt, gereoht und gewissenhaft zu entscheiden, so darf er naoh jüdischer Anschauung nioht Biohter sein, denn die Annahme des Geschenkes — und ebenso im vorliegenden Falle die Erinnerung an die erwiesenen Wohlthaten — hat bereits sein Auge geblendet und sein Urtheil getrübt. Darum überwies Bab die Rechtssache einem Andern zur Entscheidung, der zu den streitenden Parteien weder in freundlicher, nooh in feindlicher Beziehung stand. — Das. S. 11, Z. 1 muss es heissen: so gehorchest du, d. h. 80 ist es gut. Das. Z. 10: Statt ״za Gunsten‘ muss es heissen: aus Ehrfurcht vor ... Das. letzte Zeile muss es heissen: R Chanin, oder naoh Andern . . . No. 15, Z. 3: ״Denn (Mose) etc.“ Beide Male wird Josua angeredet; in V. 7 spricht Mose zu ihm im eigenen Namen und in V. 23 im Namen Gottes. S. 18, Z. 3: ״Mit R J. b. B. aber war noch sin Anderer.“ Bei den Worten .TTD TH דיב״ב אחריני beginnt die Antwort auf die Frage, ob denn Einer allein nioht ordiniren dürfe: Bei R J. b. B. befanden sich wohl noch Andere, und nur um seiner Ehre willen wird derselben nioht gedacht. Zur Ordination brauchte R. Juda b. B. mindestens zwei Collagen. S. 21, Anmerkung. So erklärt Rasohi; besser, ist jedooh die Erklärung Hai Gaon’s, die Menaoh. 65 a von den Tossafisten gebracht wird: -Die Synhedrialmitglieder sollten eigentlich auoh zauberkundig sein, damit sie entsprechend der Misohna Synh. 67 a entsoheiden und nicht etwa den Vorurtheilen, der, ohne sioh göttliche Wanderkraft zuzasohreiben, mit seinen Blendwerken und Zauberkünsten nur die Menge belustigt, nioht aber zum Aberglauben oder Abfall von Gott verleitet. Die übertriebenen Anforderungen, dir R Joohanan an ein Mitglied des Synhedzioa stellt, leihet derselbe Sota 36b aus der Gesohiohte Joseph'*׳ her, der naoh der Aggada mit allen diesen Vorzügen < ausgestattet wurde, um hef- und regierungsfähig za

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