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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-01-30 · N° 5. (30.1.1890) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 5. (30.1.1890)
Date
1890-01-30
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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2-0 ־werden. Die nächstfolgende von Beb tredirte Boreith* giebt *ich safneden, wenn eine bia *wai. von den 71 Mitgliedern des Synhedrion dem Ideal nahe kommen. No. 28, Z. 10 mnss es heissen: Die vor den Weisen lernten — damit ist Lewi' gemeint, der von Babbi lernte. No. 37: ,Weil sie ihm wie ein Weib geworden war*. רה כאישה steht das. foL 19b: weil er ihr fast ־wie ihr Mann geworden war, sie ernährt and besohützt hatte. No, 58 (fol. 26 b): ,Damit sind Chiakia and sein Anhang gemeint, sie sollen niedergerissen werden. Der Gerechte, was kann er than?* Der Uebersetzer soheint hier אלו (diese) gelesen za haben; die Sätze beginnen mit אלו (wenn). No. 60. Die mit בדתניא eingeleitete Boraitha ist nicht richtig übersetzt. Mit dem Satze: ,£8 heisst doch Deat. 34,16: £in jeder für seine Sünde sollen sie getödtet werden*, schlie3st nicht die Frage, 80adern beginnt die Antwort. (Fortsetzung tolgt.) 141er, Hermann Dr., delegate chiei Babbi. A läthers Barmitzvah exhortation. London 1889. 15 S. Vorliegende Bede ist von dem Verfasser bei der Barmizwahfeier ■eines einzigen Sohnes gehalten worden and man sieht ihr an, dass sie ״vom Herzen zum Herzen“ kam. Schon die Wahl des Textes (I. Chron 28 9): ״Du, Salomo, mein Sohn, lerne kennen den Gott meines Vaters and diene ihm mit angetheiltem Herzen and williger Seele‘‘ ist eine änaserst glück- Sehe und wäre es auch dann, wenn der Bar-Mizwa nicht gerade Salomon hieese und die Sage, dass Bönig Salomo als sein Vater, diese Worte an ihn richtete, 13 Jahre alt war, nicht von Joeephns (Aut Vill, 7) überliefert wäre, wie A. gewissenhart in der Anmerkung angiebt. Diese Texteswahl hat auch eine prinzipielle Bedeutung, indem sie zeigt, dass man in England sieh auch in conaerrativen Kreisen von der Unart der alten Darachanim emancipiert hat, den Text immer aas dem Wochenabechnitte za wählen, weil man durch Verdrehung des Sinnes ihm in allen Fällen etwas abqaälte, was auf die Sache einigermassen Bezug hatte. Unsere Bede ist aber auch nach Inhalt and Form vorzüglieh. Sie entwickelt in lichtvollen Worten den wichtigsten Gedankeninhalt des Jadenthams, betont seine Vemanttgemässheit, die Pflicht, das Leben selbst zum Gottesdienste zu machen und die bloss symbolische und erziehliche Bedeutung der äusseren Pflichten, die der Vater von dem Sohne trotzdem j-serupnlously“ erfüllt wissen will. Innig ergreifend sind die Schlussworte, in denen der Redner als Vater seinen einzigen Sohn mit den Worten dee Talmud (Joma 86 b) ermahnt, sein Leben so zn gestalten, dass man sage: ״Heil dem Vater, der ihn erzogen, heil dem Lehrer, der ihn unterrichtet hat“. Befremdlich und nach unseren continentalen Begriffen geradezu bedenklich ist mir die Polemik gegen das Christenthum erschienen, welcher der Verfasser unverhältnissmässig viel Baum gewährt. ״Das Judenthum verlangt von dir nicht blinden Glauben, aaen nicht widerspruchsloses (anquestioning and unressoningi Zufrieden sein mit an verständlichen Geheimniesen.;8. s.) Es giebt einen allmächtigen, ewigen Gott, einen durch die Verdienste, die Leiden und die Mittlersohatt (interoesaion) eines andern Wesens kann der Mensch erlöst werden. (S. 11) Wenn man auch in einem Lande, wo es keine ״Kreuxzeitang“ giebt, schon mehr jüdisches Selbstbewusstsein äussern darf, als bei uns. so scheint mir doch die Gelegenheit einer Ba1*Miswah-Ansprache viel geeigneter, falsche religiöse Lehrmeinungen innerhalb des Judenthuma zu bekämpfen, als gegen Klosterleben, gegen Incamations- und Stellvertretnngs- Dogma loszuziehen.*) Das Christenthum hat uns wohl kaum durch, seine Lehre jemanden entführt and für denjenigen, der ״das Recht des Offizierscorps sich seine Mitglieder frei za wählen,“ durch Answendiglernen des kleinen Katechismus anerkennt, für den Bankier, der seinem Hausmeister ebenbürtig werden will, lür die Affen, die sich geniert fühlen, neben einer Dame im Theater zu sitzen, die ein goldenes Kreuzchen um den Hals trägt, wenn sie nicht eins von Brillanten tragen können, für eine solche Gattung von Meoschen ist vernanftmässige Wahrheit ebensowenig als für Schwärmer im Stile von Eimanuel Veith and Paulas Cassel, die als geistige Selbstmörder die Räthsel des Verstandes durch dessen Autgeben am besten zu lösen meinen. Sachlich ist mir auffällig, mit welchem Rechte A. sagt: Das Verbum ידע bedeutet im Hebräischen so viel als ״lieben“. Wissenschattlich ist das gewiss falsch und die Autorität Raschi’S (Gen. 18.19', der diese Deutung auch nur nebenher giebt, reicht zur Bestätigung nicht aas, besser wäre noch die von Nachmani (ib.) und von Maimonidas (Moreh Nebnchim I, 2.) gegebene Deutung ״wählen, als richtig erkennen“. Ebenso verwundere ich mich wie A. sagen kann: ״Der Abschnitt ,׳והיד 011י אם שמוע dir die Lehre קבלת עול מלכות שמים einschärfen‘‘, während nach der Uischna (Berachoth 2.2; der zweite Abschnitt des Sch’ma עול מצות heisst, im Gegensätze zu dem ersten, der die Pflichten des Glaubens לול מ״ש enthält. Im Ganzen aber wird jeder Leser dem Urtheile eines achtangswerthen Freundes•‘ desVerfasssers zustimmen, auf dessen Wunsch er sich zur Drucklegung seiner Bede entschlossen hat, ״dass sie tür Eltern und Kinder hei ähnlichen Anlässen sich als werthvoll erweisen wird“. Die Ausstattung ist der englischen Presse würdig. Brüx. Dr Deutsch. Litterarische Notizen. Zunz’ Sterbetag. Es ist zu bedauern, dass schon heute die Angaben in Betreff desselben nicht übereinstimmen. Die Wochenschrift 1886 No. 13 hat den 17. März, die vorige No. des Litt.-Bl. Mittwoch den 18. März, entsprechend dem 11. Adar Scheni t'ö"1rh die Grabachrift ebenfalls diese beiden Daten, welche aber nicht auf Mittwoch, sondern auf Donnerstag fielen. Der 11. Adar Scheni ist aber zach am Mittwoch unmöglich, da der Neumond Adar II nie aat Sonntag fällt. Nach iräheren Zeitungsberichten ist auch Zunz וצ׳יל wirklich am Mittwoch gestorben; dieser entspräche aber dem 10. Adar II (17. März 1886). In der hebr. Inschrilt stimmt also der Wochentag ebensowenig zu dem Monatsdatum ala in der deutschen. Wie mag wohl dieser Irrthum entstanden sein? L. Cohen-Rees am Rhein. *) Wir halten — offen gestanden — eine Bar-Mizwa-Ansprache nicht für eine gerade ungeeignete Gelegenheit, besonders geweckte re Knaben auf die unterscheidenden Merkmale der jüd. und christlichen Religion hinzuweisen. (Red.) Litter&rischer Anzeiger. In meinem Verlage erschien soeben: [4071 Leichenreden von B. Haas«. III. Theil. 18 Beden enthaltend. Preis Mark 110. Frulfirt s. ft. i. Uifnui. Unter der Presse befindet sich Tefllla kezara Corsas IL Von Dr. Bahner. 0^* Die bedeutende Vermehrang des Stoffes — die aeae Aaflege will das Bach zu einem Tsllstfaäigea Gsbetbaeh flr 41« Jagea4 gestalt n — verzögerte die Fertigstellung bisher, die nunmehr innerhalb 4 Wochen s. G. w. in Aussieht genommen ist. Ein vollständiges תנ״ןי mit Uebersetzang und hebr. Commentaren in IV) Bänden^i&lbtranz, sehr gut gehalten (!ihiri. ed. offenbech נ״ך ׳תקם*ח ed. Wien, Anton Schmidt 1817) ist billig zu verkaufen. 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Kr. 10 de1״Litteratarbl.“ u. ״FamilienbL“ Jahrg. 1889, wird za kanten oder gegen andere Kammern «inzukaufen gesucht. Badactaar Dr. Bah mer, Magdeburg Berichtigung, in vor. ho. S. 11, Z. 13 v u. ist statt ״Caltur“ za lesen: ״AgricultUr1. Wo lf f, Magdeburg. Vertag von Boberl Friese, Leipzig.. Druck von

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