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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-01-23 · N° 4. (23.1.1890) · p. Seite 15

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 4. (23.1.1890)
Date
1890-01-23
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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Jo (Isis) war die Kuh heilig. Diane, die Kub,i ist die Gebärende , als Mond aber euch ׳ lie Gebttrtshelferin, neben der Sonne und ihrer, wi< des Stäres, Zengnngskraft. So erkennen wir auoh in der Mythologie der Alten die Natur und ihre Beobachtung als Erweokerin religiöser Gedanken, freilich auoh' oft falsoher. B.-A■ Die Influenza im Talmud. Von N&phtali Hetz Imber. Das Geschenk, mit welohem Bussland zum neuen Jahre die Welt bedacht hat, ist eine unwillkommene Zngabe zu der geistigen Influenza{ — Antise• mitirmus —, durch welche es schon 8ejt Jahren die Geister der oivilisirten Welt inficirt hat.. Diese, letz• tere Krankheit war unter verschiedenen; Namen den Talmudisten nur zu wohlbekannt; aber auch die pby* sieche Influenza war ihnen nicht unbekannt geblieben. Der Talmud spricht von Epidemien, welche{ in zwei verschiedenen Formen aaftreten: örtliche Ej)idemien (מכת מדינה) and wandernde Epiderjnen (מכת מהלכת). Diese Eintheilung stimmt ganz jmit nnsern heutigen Beobachtangen. Es gieibt z. B. eine einheimische und eine asiatische Cholera. Die örtlichen Epidemien entstehen nach dem Talmud aus der ungesunden Lage einer Gegend, die wandernden Epidemien aus einer allgemeinen schlechten iBeschaden heit der Luft und ist in diese|m Falle der Wind das Medium zur Verbreitung des Krankheits- Stoffes. Als Symptome der Influenza giebt der Talmud verschiedene an. Er kennt zwei Arten dieser Krankheit, die gelinde und die heftige Inflaehza. ' Von einigen Babbinen wird diese Krankheit קרדייקום (Cordiaous) genannt. (Nach Aruoh ist dies eine ן Magenkrankheit, welche von kaltem Schweisse be- ן gleitet ist. Der Uebers) Falls dieser Name davon! herrührt, dass sie zuerst unter den Karden in Knr-! distan auftrat, so bat auch die talmndische Influenza \ ihren Ursprung in Bussland. ״Die Wurzel der ' Krankheit“, sagt der Talmud, ״ist die. Kälte“;! ja, diese ist sogar die Wurzel aller Krankheiten.“ Ein : Babbi sagt: ״Jedes Ding steht in Gottep Hand, ansgenommen Kälte und Hitze; diese ha(, der Mensch in seiner Gewalt; er muss sioh daher vor diesen Extremen hüten, wenn er gesund bleibe!) will“ Ein anderer Babbi geht noch weiter and sagt: 99״ pCt. aller Menschen sterben in Folge der Kälte and der hundertste allein in Folge natürlicher Kr&ftabnahme.“ Der Theil des menschlichen Körpers, welcher durch die Kälte afficirt wird, sind die Langen. Desshalb ordneten die Babbinen auch die Untersuchung der Langen der zum Genass bestimmten $ohlaohtttuere an. Sind die Lungen intaot, so ist dies ein Zeichen, dass das Thier gesund ist und sein-Fleisoh ist daher כשר (zum Genüsse erlaubt), im entgegengesetzten Falle ist das Thier מרכה und sein Fleisich darf nicht gegessen werden. Der Nutzen dieses Verfahrens ist jüngst daroh Herrn Dr. B e h r e n d dargethan worden; derselbe hat., .nämlich aaahgewiasan,. dass die @ahwindsQ0ht duroh das Fleisch, welches wir essei), übertragen werden kann. Die Rabbiner scheinen alty Krankheiten auf Ansteckung zurückzuführeu und;haben d1)roh diese Anschauung gleichsam die Theorip Pasteur8׳ anticipirt. Sie sagen: •Wer einen Kranken besucht, nimmt '/», seiner Krankheit mit.* DeeShaib xßjh der Talmud, in den ersten 3 Tagen nach ■ a!«gebrochener Krankheit keinen Beeuoh Dei einem' machen. Der Talmud empfiehlt auch Warmhalten den Magens!und.!war ixuairiiohe Erwlnnnngsmittoj, als yi« eU ü. d« rgk sondern daroh ein guter ״Mttfgsnhrodg, ” Kranken: au aeaonden: das ■nicht dnrch Worte versteht der Talmud das Frflhstdok, welohes naoh ihm aut Brod, Pflannenkoet (Gemüse), Fleisch und kräftigem Weine bestehen sollte. ״Ein gutes Morgenbrod,“ sagt der Talmad, ״sohütst im Winter gegen dieKälte and imSommer gegen die Blitze*. Dass in den ältesten Zeiten die Inflaenna sehr gefährlich gewesen sein muss, sehen wir aas der Bemerkung des Talmud, wonach vor Jacobs Zeit das Niessen den sofortigen Tod zur Folge hatte. Jakob war der erste, welcher ohne nachtheilige Folgen niessen konnte. Dies soll wahrscheinlich besagen, dass zar Zeit dieses Patriarchen diese Krankheit zaerst einen milderen Chsraoter annahm. Die Bähbiuen sagen aaoh, dass in Folge der Gefährlichkeit dieser Krankheit jeder Fürst seinen Unterthänea befahl, Jeden zu segneD, welcher in ihrer Gegenwart niessen musste und erklären hierdurch den aaoh noch heute allgemeinen Gebrauch.*) (Jew. Stand.)־ Recen8ione.il. (■rimelnnd, U., Bisohof a. D. Die Gesohiohte den Sonntags. Ein Beitrag zur Lösung der Sebbathfrage. (Aus dem Norwegischen übersetzt von H. Hansen.) Gütersloh 1889. S. 8*3. Das Resultat dieser Sohrift lässt siah in •dis These zusammen fassen: ״Der Sonntag ist nioht der Sabbath des alten Testamente and es ist •in Miseverstand, dass der Sabbath vom siebenten TagAaf den ersten in der Woch• verlegt *ei.“ Di• iwaefs- Kirche •oll nämlich neben dem traditionellen Sabbat noch den Tag der Auferstehung des Herrn, oder aaoh ' schleohtweg ״Tag des Herrn“, dureh Gebet and Sakramente gefeiert haben. Da naoh der auf Paula■ narüokgeführten Anschauung das Geeetn bloae der Zaohtmeister gewesen ist, dass wir dureh den Glauben - gerecht würden* (GaL 3.24), so musste aaoh das Sabbathgebot aufgehoben werden, denn der. neue Bund bedurfte des Sebbathzeiehens ebensowenig, als des Besehneidungszeiohens. Nor geudzesrmaaea. aafceh zufällige Uebereinstimmang kämen die Christen dahin, den Tag der Auferstehung des Herrn durah Gotterr^ dienst sa feiern, während ent die Conoilienand die kaiserliohen Gesetze für diesen Tag die allgemein« - Arbeitseinstellung verlangten. Dia Reformator•* hingegen gingen wieder anf die Anrohannngen der alten Kirohe zurück, indem sie es als papistiZohsn hthw; bezeiohneten, die Haitang des Tages d«a Hem als : nöthig ■a bezeichnen, während •r in der That nur am der Lehre willen da seL So weit da* Referat. Für den Kritiker, welcher dem Ohrirtentham an befragen gegeaübersteht, liegt die Sache wesentlich anders. Dar Iaasntham war reibe* in den Aposteln viel mächtiger, alz diese zngsbwa mochten. Män feierte den Sabbath in derhrqga* ׳ brachten Welse durch Enthaltung von der Arbeit and daroh gottesdiengtliohe Versammlungen, aber weil - man dar Bedürfhiss fühlte, die traditionellen Bahnen - des Judenthums soviel als möglich zu verlaaaen,^.eo ' hielt man diese gotteediensfaekaw Versearatbinma-' lieber am Sonntag, was naoh dem bekannten. Ba6 des Pli *ius an Kaiser Trejaa im Jahre 112 ■ohoa aUgemeine Sitte gewesen aein dürft*. Für die Wahl dieseeTeger.kaoa nur.der Qrnnj f Unterscheidung vötn Judenthum maZzgebend gewesen sein, denn das Concil von Lao^Voeä (63) warnt dia Ghrirten ausdrücklich davor, am Sabfrft.'jW^., ruhen, weil es den Chrirtan. nioht aiama, sn siarani; sie sollten nur ruhen, wenn sie könnte*. ׳'(

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