Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 2. (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- Seite 6 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Seesen 2× ep/1048106
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arm,1y. ׳i.״. יי--י-4׳•: ־ f־T. א « 'V’־'* - — ß ״Jüdisch« Presse“־jPfo. **)» ^i® ,Neu• ~s«it*. (No. 44, 45), $• ö4fcrr."%'W0cl1en8chrift“ (No. 4$) mSf fbf0 iu&m11l| «klärt and Geigers Ansichten Aber ״&e neueste jidisehe Geeqhichtmkrrflr—זן“ einstinmig vernrtheilt haben. Wien, 3. Januar 1890. Dr. M.Güdemann. .ijiii'i■ ׳![!!, r!i aas der erstem Zeit und Uber den Stifter der Jacebson-Schule. ■ Vom Lendrabbiner Dr. Btt 11 in Braunschweig. ■ViA״.,' '•IVv1' ׳' j’ . ׳■ ־,׳ / t—t * .;.1 ־ .. (Schluaa.) ־ ^■'Mhtss sich Jacobson nicht getäuscht, wenn er annahm, dass mit dem neuen Regime •eine alten Gegner nicht geschwunden amen, dafür finden sich mehrfache Beweise tot. Zwei Söhne Herz Samsons, Isaak und Meyer, wiederholten ihr Gesuch um Ertheilung der ihnen nun dreimal zugesicherten Concession und — erhielten diesfelbe nicht. Zum Bau des Tempels und zur Erweiterung des Schulgebäudes war Jacobson freies Bauholz vom Herzoge bewilligt worden das betreffende Schriftstück jedoch abhanden gekommen. Trotzdem nun der Archivar Voigt bezeugte, dass eine solche Verfügung ergangen war, sollte Jacobson das empfangene Bauholz nachträglich doch bezahlen. Ein Unrecht glaubte sich Jacobson ferner zugefügt durch die häufigen Einquartierungen in Seesen, ▼on denen die Anstalt betroffen wurde, obgleich dieselbe ▼on allen öffentlichen Lasten befreit bleiben sollte. ,Welche Empfindungen mich beschleichen, schreibt er am 18. December 1809, dass ich ▼on einem Institute, das mich so schweres Geld kostet, seit mehreren Jahren ungeheure Summen für Einquartierungen habe zahlen müssen und jetzt im Hockstände von 1806 her noch angemahnt werde für Bauten, die jeder Schuster und Schneider, gratis hatte,*) brauche ich wohl nicht zu schildern‘‘. Das Bewusstsein, dass gegen ihn einst mit zweierlei Maass gemessen, er um seines Glaubens willen zurück- Sesetzt und gekränkt worden, verliess ihn nicht In 'olge dessen konnten denn auch Vorgänge, die an sich bedeutungslos waren und für ihn, den reichen und freigebigen Mann, erst recht ohne jede Bedeutung sein mussten, einen tieferen Eindruck auf ihn machen, als man erwarten sollte.**) Selbst nach Jahren hatte er -: ' « *) Im Harze wurde den Hausbesitzern ein gewisses Quantum Brenn- und Baubolz irei geliefert. **) Dass es das, wie er meinte, ihm zugefügte Unrecht und mcht die durch die Bequartierang der Anstalt ihm verunachte Geldaasgabe war, das ihn erregte, darf wohl vorausgaoetzt werden bei einem Manoe, der nie seine Hand ▼erschloss, selbst wo er dazu betagt und berechtigt gewesen wäre, und hier, durfte er sich ■egen, nahm er ja doch den armen Einwohnern Seesens, die durch die Last der Einquartierungen fast za Boden gedrückt wurden, einen kleinen Tlmil ihrer Last ab! Wenn es nötbig sein sollte, fttr die unbegrenzte Frei• gebigkeit Jacobsons noch Zeugnisse beizubtingen, so möge nachfolgender Brief als solches dienen: ״Philadelphia, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, den Zt. August 182Z. Hoehwohlgeborner Herr! Besonders höcbetzuverehrender Herr Präsident! Ew. Esoellenz diese Zeilen zuzuaendaa, würde der Unterschrieben■ nie gewagt beben, wenn dero Humanität und seitan■■ Wohlwollen, des sich gegen alle Denominationen äassert, nicht auch unter uns bekannt, wäre. Die schönen Züge Ihres vortrefflichen Chärecters, die eich durch so viele edle Hand- ■ lungan maaspnehen, der hohe Huf, den sich Ew. Excellenz durch die mildesten Unterstützungen erworben haben, smd Uns gedrungen. Nur mit der tiefsten Hochachtung Wird Höehatdero Nai&e unter uns' genannt. Alles dieses : mich, Ew. Escellenz Folgend es damftthig vorzutragen: | noch nicht überwunden. Die Stadt BraunMjiweig > ihm'sogar für immer verleidet Naab ASmösunrf israelitischen OopeMorijuis^n Oassei, deaesW Prl er von l808-''18i3^nreasn,kehz4» er däher’aicht Heistath gurtsk, wo er doch Veslbflrfar «itr und;- Gleichberechtigter unter Gleichen auftreten konnte. '1 wandte sich lieber nach Berlin, obgleich er dort vor• erst — 1824 wurde er erst in Preussen naturalisiert — nur als Geduldeter weilen durfte und rechtlich zu jeder Stunde ausgewiesen werden konnte. Durch die Uebersiedlung des Stiften nach einem anderen Staate wurde jedoch dessen Werk nicht geschädigt Er selbst nnd auch die Begierung liessen es nicht an Interesse für dasselbe fehlen. Sobald die alte Ordnung im Staate wieder hergestellt war, dachte die Begierung auch an die Jacobson-Schule und forderte vom Kreisgerichte in Seesen Bericht über dieselbe ein. (14. Juni 1814.) Aas diesem Berichte erfahren wir, dass damals in Folge der drückenden Zeitumstände keine Pensionäre mehr da waren and die Anstalt wiederum wie anfangs nur 12 Freischüler zählte, wozu noch 3 Knaben kamen, für welche der Bankier Nathan Beer Isaak Kan in Braunschweig ein Vermächtniss von 10,000 Thaler gestiftet hatte; dass mithin zur, Zeit 15 arme Knaben, worunter 3 christliche, frei erzogen wurden. An dem Unterrichte nahmen ausserdem noch mehrere christliche Stadtschüler Th eil. Schon seit einer langen Reihe von Jahren herrscht in der hiesigen hochdeutschen reformirten Gemeine von Philadelphia ein Streit wegen Einführung der englischen Sprache. Ein grosser Theil aer Gemeine, jener Zwistigkeiten müde, trennte sich im Jahre 1818 von derselben, kaufte ■ich ein Stade Grund, erbaute 1818 ein neaes Gotteshaus nnd berief einen Prediger. Ihre einstimmige Wahl fiel auf mich. Der Herr segnete meine Bemühungen in dieser Gemeine. Ich eröffnet« Subecriptioneo in derselben. Jeder that, was er konnteallein die Zeiten wurden za drückend, die Last zu schwer. Ich wandte mich an auswärtige Gemeine; ellein so milde sich auch die■■ seigten, so waren doch die dort gesammelten Summen bei weitem nicht hinlänglich, uns die Erleichterung za verschallen, die eir uns versprachen. Unsere Schuldenlast beträgt 7000 spanische Thaler — eine grosse Somme für eine Gemeine, die fort aas lauter armen Leuten nnd aus neuerlich deutschen Eiligewanderten besteht. Schade wäre es am dieselbe, in der die beste Eintracht herrscht, wenn sie aus Mangel an Unter- Stützung zu Grunde gerichtet werden sollte! Wir haben Alles gethab: Gesellschaften von beiden Geschlechtern errichtet, um aie Zinsen za berichtigen; wir erheben monatliche Collecten, und jeden Sonntag predige ich dreimal; and dennoch mussten wir unsere Kirche verpfänden. Da sich unsere Landesregierung nicht am Angelegenheiten der Kirche bekümmert, so brauche ich Ew. Excellenz nicht wohl erst zu versichern, waa ich, als Lehrer dieeer Gemeine, zn arbeiten habe, und welche Anztrengangen ich machen muss, um sie einigermassen aufrecht zu erhalten? Oft hörte nnd nnd las ich von Höchstdero thätigen Menschenliebe, Dürftest da es wagen, dachte ich, dich an diesen Herrn za wenden? Einige meiner Freunde, die Ew. Excellenz persönlich za kennen die hohs Ehre haben, riethen mir es an. Und so wage ich es denn: Höchstdero Milde um eine geneigte Unterstütsung anzasprechen. Der Gott Ihrer und meiner Väter wird Ew. Excellenz lohnen; meine Gemeine wir® für Höchstdero Wohlfahrt nicht authören zn Gott zu beten: und ich werde unausgesetzt und mit dem schuldigsten Bespect verharren Ew. Excellenz ganz gehorsamster Diener Friedrich Wilhelm van der Stoot.“ Jacobson, obgleich selbst in Berlin noch nicht als Volldeutscher anerkannt, zögerte nicht, deutscher Sprache und deutscher Sitte im Auslände eine Pflegestätte za erhalten. Dafür zeugt, folgendes Schreiben Friedrich Wilhelm IIL ״Ich habe Ihr Schreiben vom 17. d. M. erhalten. Mit Dank erkenne Ich die Mir gemachte Anzeige nnd kann keine Einwendung gegen die Bestimmung des von Ihnen za machenden ansehnlichen Geschenks an eine deutsche Kirche zu Philadelphia haben, welches Ich Ihnen unter Zurttcksendung der Mir überreichten Anlagen eröffne Berlin, den 19. November 1822. Friedrich Wilhelm.“ An den Präsidenten Herrn Jacobson.