Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 1. (2.1.1890)
- Date
- 1890-01-02
- Page
- Seite 3 (sequence 6)
- Language
- German
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beschlossen, auf ein« gaas origiiisü« An; Rabbi zu kflrm. Di• ganze'Sehäar edMe MM der Stadt auf die Laudstreaa*! gehen, und u sichern Juden sie dort raerat begegneten, dta habe ([leioluiain däa Schiakaal selbst dara beetunmt, den leer gewordenen Plate nieder einxanehrnen. Der Plan wurie aaagefÜhrt, iraa Wunder, daas ne aUf der Landsteassi auerat einem ■— Fuhrmann begegneten; dehn diese« Geschäft iat dort,: wie bekannt, meist in jüdischen Händen; der Mann wurde sofort, trotz seiner Unwissenheit, zum Babbi erkoren; hatte er •ich doch •ein Jj ibl&ng tüchtig gezeigt, Pferde zu lenken, und obgleic 1 er Anfangs widerstrebte, 80 fand er eich bald in die i tolle, die ihm ein behaglichea Leben aioherte. Wie dann der einstige Fulrmann und spätere Wandermann starb, war in diesem südliohen Theile von Polen eine grosse Trauer and die Juden ▼on Bendxia warfen sich, als die Todes• botschaft kam — es war Ende Februar J— mit ihrem ganzen Körper in den Strassenschmutx, {was ihr den Unbeteiligten einen gar ergötzlichen Anblick bot. Die Dynastie des einstigen Fuhrmanns war \ nicht ausgestorben. AU ▼or längerer Zeit in einem Orte der Pro Tin* Posen ein solcher Unfug sioh aufthat, meinten die polnischen and russischen Chassidim: sie hatten es kaum!geglaubt, dass auch der' preussische Bodeh heilig genug sei fttr solcho Wunderthaten. Franzos sieht mit geringen Hofhungen in die Zakanft; sein Aufsatz ,,der Ahnherr des Messias“ sohliesst mit den Worten: ,Es ist zn befürchten, dass die Dyuastie des Messias noch durch manches Jahr und Jahrhundert die Geisaei über ihre Glaubensgenossen schwingen wird.“ Vielleicht erwiese sich diese Furcht als grundlos, wenn die Fürsorge der Regierungen einen1 rollen Strom der Bildung in jene Länder hineinlenken würde. Steckelmaeher, Dr. M., Stadtrabbiner in Mann• heim, Die Gottesidee der Offenbarung und des Heiden thams im 1!iahte eines neuen Unterscheidung»- merkmals betrachte t. J. Bensheimer, Mannheim. < (8ahl11a8) Wie kommt aa nun aber, fragt der Herr Verfzsser weiter, daas auoh Pleto's zweifellos erheben« Lehre von* der Gottheit und ihren Bestehungen rar Mensahenwelt, dass auch ■eine Ethik ,Jdie die Verähnlichung mit Gott in dem Streben 1 keit und Heiligkeit mit Einsicht erblii wirkungslos erwies, Was ihre Verbreit! digung im Volke anbelangt? Es sei s׳ Verfasser,׳ die ■utreflüeAe abklärung Gereohtig- *, sioh als und Wür- ׳, meint der ben worden, dass du׳ Gott Plato’s, der vermöge der dialehtisohen Methode zu einem wesenlosen Gedankanding gemeoht wurde, die Volksseele nioht befriedigen konnte, ,allein dieser Sohwiche wer sich indesa PUto aefbat bewuaat geworden;* ,et (Plato) muss gestehen« das• diaae Methode, die Wahrheit au fesseln, nur] dem Philocophen eigen, weil es ihm allein möglich! das Wssan und den Begriff der Dinge <L h. die Ideen eu erkennen.* Ee war jedooh nooh ein anderes bedeutaarnas Moment wirksam, dass die Lehre Pläto1■ die alten heidnischen Vorstellungen von der Gottheit nioht beseitigen konnte, weil auch sie den Öeligksitsgedanken der Gottheit, wenn aaoh iq wesentlich .verfeinerten VoreteUungen, feathislt. Plato’• #ei ee, seine Lehre, von der Yärtthnilnhnng mit dar seligen Gottheit, die das alte paidenthum f in seinen gewohnten Anschauungen nur bestärken t konnte, 4a sie von dem meazchliokea j Elend, dee *•dfrroC die Matena hervorgerufen werde qnd v<m der unwandelbaren QKlwkfetttljtit - dar eiuu-Glüokealfgkefe; adfimnbg• niokt hmneriwfeen DefelWI 11 hg, idtefeMi v! ,dm vollen Beerte des Offan uniT' ntöehtan hier noch eine vitfitdrs aua" welchem Grunde die reineren V< dar Gottheit, die ven den Philosophen im Volke keinen Anklang fimden. Ee beddnken will, der Anblick der ansdraokiv6M£ atieohen GKRtergesteltan. der bmeabernd and sehend aut die Gemfttnu wirkte. Namentlich Schöpfungen des Phidiat sollen durok den *g»walüg«a Ausdruck im Gesicht eins geredera taacinire&de W\fkung ansgeübt haben. Vielleicht erklärt sioh aaeh duren diese Wirkung der Form auf das GemAth des Beschauer*, die im Grande genommen schwer verstündliche Thatsaohe, dass die Kinder Israels beim* Anbliok des goldenen Kalbes aasrieien :־ , Das *üg) deine Götter, Israel*; detsphimmernde Anbliok 'Ass woblgeetalteten goldenen Kaltes scheint) %a so mlgh^' tiger gewesen stt •ein, detts־ sie dem sinnlichen Kindraok hingegeben, an dih Lehren der Ofianbarang verglasten, aie eie vor Korkern vernomaaen hatten. Im Lichte dieses Verständnisses erscheint des Gebot der Schrift, ,da sollet dir kein geeobnitstes Bild machen etc.* doppelt bedeutsam. Der Herr Verfasser wendet sioh nun sur Betraohtang der Gottesidee bei Aristoteles, bei den Stoikern and Epikuräern und weist in aOsn rli jaVn Lehren, ,des Grundmotiv der homerischen 1**1,‘ff'״, den 3eligk«itsgedanken, nach, wenn dsnelbe aaeh in wesentlich geläuterten VaretoDaiigen mit den prind- ׳ piellen Grundlagen der einseinen Systeme anfs innigste verbanden erscheint. Im Anhänge betrachtet dar gelehrte Herr Verfasser den Tnhal» der ,Veden*, dar ,Zend-Aveeta* and der ,Edda* nad findet aach hier, unbeachtet dee verschiedenen geistigen Warthes dar religiösen Grandvorstellungen, die diese Glanbenekreise darbieten, die Voraesieünngsn von dem •eligen Befinden du Gottheit ab mitbeetimjaknden ־ :v'; Factor für die Ausgestaltung du religiösen Welt- .. ־׳i ansohauang. Es würde an weit führen aQ die hier f vorgeführten geeohiahtliohen Naahwsim auch nur im Aussage wiederragebeu; dieselben sind sllsmmmt % des Ergebnis« einer in den Kern der historisohSh Urkunden tiefeindringenden Forschung. Schliesslich möohten wir soolt auf eine immerhin( bedeutsame Quelle für die vergleichende Bsi|gUW betnobtang hinstaisen, die du Herr Verfass•* Wehl nur aas dem Grande nicht hervorgehoben and beleuchtet hat, weil u sich hier nicht auf kundliohe Erzeugnis•• du religiösen Geestes konnte, wie ee aie Sohriftta Hoeten, Zend-Aveeta eto. sind. Wir meinen den Genius du Volkes entsprungen« 1 all __ giöeen Voretelhmgahreb, dar aßerduSäa. 1m _ du Zeiten wesentliche, Ja tisfeingreifeade Umgskffl taugen erfahren hat und was die Ksnntaim nad das Verständnis■ desselben an belangt, nooh uifek’ Mi über die ersten Anfänge hinaus aagüngtioh ist. Indem sind berate du Ankn! viele vorhanden, um die Bedeatang dm (Levit 18,3): ,Nach du Handlungsweise eSgypteo, wo inr gewohnt, sollt ihr nioht in ihren th«nlfyi«aW1 Voreaamlran! so dam auoh hier die vargbinhimde taug befeftt-ein indülMla Gebiet bombntlich nooh, voran •weise «ahüffhtiiok«» Vua! eime sehr weite A ans׳ da deta Hsn Vs