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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-12-20 · N° 51. (20.12.1888) · p. Seite 199

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 51. (20.12.1888)
Date
1888-12-20
Page
Seite 199 (sequence 4)
Language
German
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also einen Tag vor תענית אסתר. Sollte an diesem Tage die Einweihung wirklich stattgefu nden haben? S. 139: In Landsberg a. d. Warthe fand am Sabbath den 17. Februar 1822 eine Confirmation statt. — Der 17. Februar 1822 war am Sonntag S. 281: Die grosse Synagoge in London wnrde am 1. September 1823 eingeweihet. — Der 1. September war am Montag (ב' דסליחות DV). Wollte man die Synagoge fär die Festtage sobon benutzen, so musste sie anoh sohon am Sabbath nnd Sonntag vor dem 1. September fertig gewesen sein, da man an diesen Tagen an der Herriehtung ja nicht mehr gearbeitet haben wird. Das Datam scheint mir daher verdächtig. S. 391, Z. 21: St. 1532 1. 1562. Jahrg. VII, Bd. II, S. 39: Gedacht nissfeier . . . für den am 3 Oktober 1828 .... verstorbenen Dr. Israel Jacobson. — Derselbe starb nach Bd. I, S. 427 in der Nacht vom 13. zum 14. September 1828. S. 144: Es war am Montage den 4. Tamns 389 (d. i. im Juli 1629.) — Der 4. Tamus ertspricht dem 25. Juni.*) (Wird for gesetzt.) Litte rat ur bericht. Receasionen. The Jewish Qaarterly Review, editel by J. Abrahams and C. G. Montefiore, Vol. I. Na. I. Ootober 1888. London. ״Vom Mächtigen kommt Süsses“, ist ein alter, wohlbekannter Biblischer Spruch, der mit gutem Grund auch auf eine moderne Celebriiät auf dem Gebiete der jüd. Litteratur angewendet ו?erden kann. Wir meinen hiermit Herrn Prot. Dr. Grätz. Wie sich die Leser dieser Blätter wohl erinnern werden, be• suchte dieser im Sommer des Jahres 188 l zum ersten Mal die englische Metropole, wo er sieb einer äberaus herzlichen Aufnahme zu erfreuen hatte. Bei dieser Gelegenheit machte er öffentlioh ind privatim Vorschläge, welohe die Förderung der jüd. Wissenschaft UDd Litteratur in England zum Zwecke haben sollten. Als Resultat einer dieser Vorschläge, die 8. Z. in diesen Blättern besprochen worden sind, dürfte wohl das Erscheinen der vorliegenden nReview“ an- Zusehen sein. Die Herausgeber derselben haben sich zwar schon früher mit dem Gedanken beschäftigt, eine solche litterarische Neuigkeit in’s Le aen zu rufen, nur konnten sie nicht auf die Mitwirkung gediegener literarischer Kräfte mit Bestimmtheit re ihnen. Herr Prof. Grätz scheint aber während sei! es Hierseins das fragliche beabsichtigte Unternehmen daduroh enoouragirt au haben, dass er seine Teilnahme und Mitwirkung in Aussicht stellte. Diesem Umstande ist es.nun wohl zuzuschreiben, dass dasselbe nunmehr ein fait accompli ist. Die erste Nummer dieser neuen ״f eview“ liegt uns nun vor, und mit Freuden und Gemigthuung bemerken wir darin unter andern lesensw« rthen litter. Beiträgen auch eine von Prof. Grätz, d< r mit vollem Rechte den Ehrenplatz einnimmt, der ihm von den Herausgebern derselben eingeräumt word sn ist. Derselbe hat zur Aufschrift:“ Signifioanoe of Judaism for Che Present and te Future“ (Die Bedeutung des Judenthums für die Gegenwart und Ztkunffc), und *) Wer hat die Gute, in dies. BL genau mite 11 welchem Jahre, reep. Jalirzang, Band and Heft ersohien? Ich beeitaa nur die Jahrgänge I—VIL itheilen bis sa lie -Snlamith“ a darin suoht der Verfasser nachzuweisen, dass das Judenthum selbst in moderner ׳Zeit eine wichtige Aufgabe zu lösen habe, eine Aufgabe, die würdig genug ist, um die Aufmerksamkeit der Bekenner der jüd. Religion in hohem Grade auf sich zu lenken, und sie zur Lösung derselben anzueifem. Die Existenz des Jadenthums, meint der Verfasser, hänge durchaus nioht vom Glauben, an Mirakel und Wunder ab, die doch keine geschichtliche Basis haben, sondern nur von dem bekannten hinkenden Argument aufrecht gehalten werden: oredo qaia absurdum. Dass sohon die Propheten und selbst das rsbb, Conoilium zu Lydda, welches letztere die Grundprinoipien des Jadenthams auf nur drei reduzirt haben, derselben Meinung gewesen, lasse sioh kaum in Abrede stellen. Ebenso könne naohgewiesen werden, dass die Idee von der Einheit Gottes and die moralischen Lehren des Jadenthams von den ältesten Zeiten her die einzigen wiohtigsten Bestandteile desselben gewesen seien. Letztere stehen weder der reinen Vernunft nooh der fortschreitenden Wissenschaft feindlich entgegen. Mag immerhin die moderne Kritik es versuchen, die in der Bibel vorkommenden Erzählungen und Wunderthaten als Legenden und poetische Ausschmückungen za stempeln, so sei sie trotzdem ausser Stande, die wichtigsten Grundlagen des Jaden thams zn erschüttern. Die moralischen Lehren desselben seien nur stückweise von ändern Religionen adoptirt und verwertet worden, und letztere haben daher mehrere segensreiche Verordnungen der heiligen Schrift ausser Aoht gelassen. Als Beweis hierfür mögen beispielsweise jene trefflichen biblisohen Gesetze in Besag auf Grandeigenthnm angeführt werden, die bisher nooh in keinem modernen Staate volle Anwendung gefunden. Denn wäre dies der Fall, 80 würde der in der Gegenwäre mit solcher Bitterkeit geführte moralische Kampf der armem Klasse der Bevölkerung gegen die Reiohen garaioht existiren. Ohne das Judentum wühle die moderne Gesetzgebung und die moderne Civilisation kaum denkbar sein, und solle das religiöse Prinzip überhaupt weiter fortbestehen, 80 müsse notwendigerweise auah das Judenthum fernem Bestand haben. Dasselbe bilde gleiohsam eine sichere Feste, worin Denk- und Gedankenfreiheit stets Schutz und Zuflucht finden. Sollte, so sohliesst der Verfasser seinen hoohinteressanten Artikel, sollte das Judentum von der Welt wirklich schwinden, and somit dessen göttliche Mission, den Unglauben überall aas dem Wege zu sohaffen, plötzlioh aufhören, so würde dann jeder Fortschritt auf dem Gebiete des Rechts and der Moralität gehemmt werden, and die allgemeine Civilisation in Stocken geraten.׳ Ausser dem fraglichen Essay bringt die ״Review nooh andere gediegene litterarische Aufsätze, worunter <lie, folgenden besondere Aohtung verdienen: ״Die verlorenen Zehn Stämme* (ür. Neubauer); ״das Bach Kohelet“ (Dr. Friedlaender) und ״die Dogmen des Judentums* von Herrn Soheohter. Der Verfasser des letztgenannten Artikels stellt es sioh zur Aufgabe, einen Gegenstand in den Kreis seiner Untersuchungen zu ziehen, der namentlich zur Zeit Maimonides einen langwierigen litterarischen Kampf unter den damaligen jüd. Gelehrten heraufbeechworen hat. Allem Anscheine naoh .begünstigt er die Annähme jener Helden der Feder, welohe für die Existanz von Dogmen im Judentume das Wort reden. — Im Interesse der jüd. Wissenschaft in England wäre es erwünscht, dass die fragliche ״Review* recht viele Leser fände, so dass ihr ein langes oamoulam gesichert werde. Harrow-Oollege. Ohotzner. s: . I : -ג

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