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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-12-20 · N° 51. (20.12.1888) · p. Seite 198

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 51. (20.12.1888)
Date
1888-12-20
Page
Seite 198 (sequence 3)
Language
German
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de• Gehirn■ vor den brennenden Tagesstrahlen anentbehrlich. Maimonides (Mada H. Deot 4. 16—17*), dieser berühmte Gelehrte, der nicht blos in rabbinisohen and philosophischen Disoiplinen, sondern aaoh in Natarwis8ensohart ausgezeichnet und als Arzt berühmt war, räth als solcher den Kopf stets am hüllt and warm ■a halten. ,Diess war gewiss die Ansohaaang seiner ärztliohen Zeitgenossen. Im gemäesigten Europa dagegen scheint dem Natarmensohen ־"׳ das Haar den genügenden Schata aa gewähren; daher eine künstliche Bekleidung des Hauptes nioht nöthig ist. Kopfeatblössang ist daher Norm im Ocoident, das Gegentheil im Osten. Das ist wohl aaoh der Grand, warum im Orient rfur Zeit Abrahams wie heate jede sorgfältige Bekleidung der Füsse als ein Luxus angesehen wurde, am sie mehr in Berührung mit der Loft za erhalten. Während in Europa die Sohuhe oder etwas Aehnliches za den nothwendigsten Artikeln des täglichen Lebens während des grösseren Theiles des Jahres gehören. Dies» mag der ferne klimatische Hintergrund des Sohuhau8ziehen8 wie der Kopfbedeokung im Orient sein. Die Natur macht die Sitte. Aus klimatischen Gründen bedeckt der Orientale sich das Haupt and lässt die Füsse anbekleidet. Aas klimatischen Bücksichten thut der Europäer das grade Gegentheil. Indessen soheiDeu der Haaptbedeokang dort noch mächtige sittliche, social-politische and Höfliohkeits- Ursachen za Grande za liegen; in erster Linie der Despotismus des Staates and der Hierarchie. (Schloss folgt.) Zur Chronologie. Von L. Cohen in Ree« a. Rh. (Fortsetzung aas No. 45.) In Dr. Fränkels Zeitschrift ״Salamith“ sind folgende Irrthömer za berichtigen: Jahrg. I, Bd. II, S 144: Am 11. Juni 1807 versammelten sich die Israeliten in Nancy zur Feier des Sebbaths and dankten Gott für den bei Friedland erfochtenen Sieg. — Der 11. Juni 1807 war ein Donnerstag 015רכ שבועו) and die Schlacht bei Friedland war erst am 12. Jani. Die Dankfeier hat vor Eintreffen der Sieges nach rieht wohl keinesfalls stattgefunden. Jahrg. II, Bd. II, S. 19: Grabschrift des Jonas Misohel Jeittel es in Prag: נודד י״ו אייר תצ־ה מת א־ דר־ח אייר תהס׳א לפ*ק. Hier ruhet Jonas Mischei Jeitteles M. D. geboren am 5. Mai 1735, gest. am 18. April 1806. In der Biographie S. 5 heisst es: Jonas Jeitteles wurde am 5. Mai 17 '5 zu Prag geboren and S. 19: In der Mitternachtsstunde des 18. Aprils (1806) verliess sein ul sterblicher Geist seine ster bliche Hülle im 71. Jahre seiner Wallfahrt. — Die hebräischen Daten entsprechen aber dem 8. Mai 1735 and dem 13. April 1801. Zanz1 ,Monatstage“ hat ebenfalls als Sterbedatam den 18. April 1803 entsprechend dem Jahre V'Dpn. Es fragt sich non: Befindet sich die vorstehende hebräische Inschrift allein aaf dem Grabsteine, oder ist aaoh die deatsehe Inschrift aaf demselben vorhanden? Oder ist Letztere nar als Ueberaetzung für die ״ Salami th“ beigefügt? Sind nämlich die hebräischen Angaben richtig, 80 sind die deutschen falsch and hat Jeitteles alsdann nar das Alter von nioht ganz 66 Jahren erreicht. Vielleicht hat Einer der geschätzten Prager Leser des Litt.-Bl die Güte, sich daroh Autopsie hiervon aa überzeugen and darüber im Litt.-Bl. Mittheilung aa machen?/J S. 195, anten: Zu Bologna worden die Jaden 1464 auf Befehl des Papstes Clemens VIII als Conoives, Mitbürger, aufgenommen. — Clemens VHL regierte von 1592 bis 1605. Im Jahre 1464 8ass Paal IL aaf dem päpstliohen Stahle. S. 382: In der Note wird Horbalt’s orientali8che Bibliothek erwähnt. — Es ist -jedenfalls Herb e 1 o t gemeint. Jahrg. III, Bd. I, S. 297 : Formular eines Traaangsbriefes: Am heutigen Tage, dem vierten in der Woche, dem dritten des Monats (Ellul) im Jahre (5570). — Der 3. Ellul 5570 war am Sonn tag. Aaoh in einem Formular darf man das Datum richtig angeben; oder sollte dieses nar als Norm dafür gelte!), dass man in Traaangsbriefen schreiben dürfe, was man wolle? Ebenso correct(?) ist das hebräische Datum in dem Formular des נחל ת! שמה! Amsterdam 5427 und mehreren folgenden Ausgaben: ברביעי כשבת שלשה ימים לחדש אלור שנת חמשת אלפים וארבע מאות ועשרים ושתים. In diesem Jahre m. d. F. זש״נ war der 3. Ellul am Freitag. Es hat fast den Anschein, als habe mau in früheren Zeiten den 3. Ellul nar mit Mittwoch vereinbar gehalten. Aach die Ausgabe Königsberg 1859, (fehlt bei Benjakob) als die jüngste und correoteste der mir bekannten Ausgaben hat noch denselbeu Fehler. Bd. H, S. 73: Ein ungedruckter Brief Moses Mendelssohns vom 24. April 1773. — Der 24. April 1773 war am Sab bat h. Es ist auch nicht anzunehmen, dass der 3‘/, Druckseiten lauge Brief am Aasgange des Sabbath geschrieben wordeu ist, da er als Antwort aaf einen Brief vom 18. März dienen sollte. — S. 150: Ein Brief Moses Mendelssohns hat das Datam ״den 1. Schebat 5534 (d. i. Febr. 1774). — Der 1. Schebat 5534 war am 13. Janaar 1774. Jahrg. iv, Bd. 1, 353, z. 14: מסעות ר׳ בנימין mit Anmerkungen von L’Empereur, Leiden 1623. — Diese Ausgabe erschien erst 1633. Jahrg. V, Bd. I, 8. 223: Die vom Papst Benedict XIII veranstaltete Unterredung mit den Babbinern begann den 7. Februar 1413 und dauerte bis zum 10. Mai 1414. In dieser Zeit regierte J ohan n XXlH; Papst Benedict XIII sass auf dem päpstlichen Throne von 1724 bis 1730. Bd. II, S. 144, Z. 18: Das erste ganz hebräisch gedruckte Werk ist des B. Levi Gersonides Commentarias in Jobum, der 1477 in 8° za Pesaro heraaskam. — Benjakob hat für diese Ausgabe den Druckort Ferrara and 4* Format. Nach Zunz’ ״Zur Gesohiohte and Litteratur“ S. 250 ersohien der Tur Orach Chajim von B Jakob b. Ascher aber schon am 14. Siwan 1476 in Mantua (aach Benjakob) und nach Boest’s בית הספר S. 52 erschien der Tur Choschen Misohpat sogar schon 1475 in Pieve di Saoco and wird dieser für das erste gedruckte hebräische Bach gehalten. Jahrg. VI, Bd. I, S. 19: Am 12. December 1819 verrichtete Herr Dr. 8 a 1 o m o n im neaen Tempel die Confirmation etc. Der 12. December war am Sonnt ag. Meines Wissens wurde aber aaoh von den. Mitgliedern der Tempelgemeinde za Hambarg der Sabbath mit seinem Gottesdienste als solcher gefeiert.*) S. 412, Z. 9: St. 497 L 4917. S. 413, Z. 4: St. 1169 L 1559. S. 414, Z. 3 v. a.: St 401 L 417. Bd. 11, S. 47, Z. 14: Am 5. März 1822 fand die Einweihung der grossen Synagoge za Paris statt — Der 5. Märe war am Dienstag den 12. Adar 5582, *) Die Confirmation wurde und wird oft auf einen Sonntag oder andern Wochentag gelegt, am den Confirmandinnen daa Fahren nach und von der Synagoge aa ermöglichen. (Red.) c וו־דדן הראש בלבד בחמין ולא בצוק.• .

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