Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 51. (20.12.1888)
- Date
- 1888-12-20
- Page
- Seite 200 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fr 200 Die berafllcke ui ssziale StellUf 4m jlillsckea Lehrer». Vortrag, gehalten auf der Konferenz jüdischer Lehrer Rheinlande and Westfalen• von Felix Koblenz. Der Verfasser, anscheinend ein jüngerer Kollege, behandelt - sein Thema in folgenden Kapiteln: I. Einleitung 2. Ueber Religionsschulen und -Lehrer. 3. Der Lehrer als Prediger. 4. Der Lehrer als Kantor 6. Der Lehrer als Schochet 6 Stellang ■um Rabbiner. 7 Stellung zum Gemeindebezw. Schul- Vorstände. 8. Sociale Stellung des jüdischen Lehrers. 9. Selbsthilfe. 10. Nebenverdienst. 11. Ueber die Seminarien. 12. Die Presse und der Lehrerstand. — ״Tn der Tbat ausserordentlich viel für 60 Pf.!‘ So wird mancher Leser nach dieser Inhalts- "angabe ausrufen. Allein, sämmtliche 12 Kapitel werden auf 39 Seiten abgemacht, und was uns da geboten wird, ist weder neu, noch anregend, noch tröstend- Wenn der Herr Verfasser (im Vorwort) meint, ״nur dadurch, dass wir auch die Ueoelstände unseres Standes offen darlegen, können wir selbst ungemein viel zur Hebung unserer sozialen Stellung beitragen“, so ist das, gelinde gesagt, ein Selbst-bewasstsein, wie wir es selten von einem Autor gehört haben. Wer liest denn ein solches Buch? Doch meist nur derjenige, der eben mitten im Beruf steht, also zunächst der jüdische Lehrer. Wie aber dieser, dem die Uebelstände aus eigener trauriger Erfahrung bekannt sind, durch die Lektüre dieses Buches ungemein viel zur Hebung seiner sozialen Stellung beitragen kann, ohne die Unterstützung der Gemeinde und des Staates, hat der Verfasser nachzuweisen vergessen. — Nur einmal nimmt der Verfasser einen Anlauf zu einem praktischen Vorschlag für die Hebung der sozialen Stellung. Er sagt nämlich Seite 25, dass möglichst anf Bes eit ignngdtr Religion s sch ulen hingewirkt werden müsse, an deren Stelle jüdische Volksschulen zi setzen seien, bei denen wenigstens die Aussicht vorhanden ist, >1■°» sie in Öffentliche verwandelt werden. Ich selbst, der ich an einer öffentlichen Schule wirke, die zu meiner Zeit in eine öffentliche verwandelt wurde, nachdem sie im ganzen erst drei Jahre bestanden, ich selbst habe bei dieser Gelegenheit die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Fällen bei einiger Regsamkeit und etwas gutem Willen der Gemeinde die Oeffentlichkeitserklärung der Schu‘e durchgesetzt wird. Wie aber diese ״Oeffentl ichkeitaerklärung“ durchzusetzen, welche Mittel dazu am geeignetsten erscheinen, das hat nun Herr K mit keiner Silbe angedeutet, obwohl er in den meisten Fällen die Erfahrang gemacht hat. Herr K. bat also den nicht definitiv und nicht an öffentlichen Schulen angestellten jüdischen Lehrern weder etwas Neues, noch Anregendes, noch Tröstendes gesagt. Neues war ja nicht za erwarten, Anregendes hat er nicht ausgeführt, sondern nur umgedeutet und T röstenden ganz vergessen Und doch hätte er auf die ca. 300 lest angestellten, an öffentliehen Schulen wirkenden jüdischen Lehrer, vop denen rund */, gerade in den östlichen Provinzen Preussens (Posen, Ober- Schlesiens, zum Theil auch Westpreussen) amtieren, welche den christlichen Kollegen in Rechten und Pflichten vollständig gleich stehen, als auf eine tröstende Erscheinung hinweisen können. Allein der Verfasser giebt dies ja selbst auf S. 6 zu und spricht nur von Lehrern an jüdischen Religions3chalen, die gleichzeitig Kantoren, Prediger und Schochet sind, und trotzdem betitelt er seinen Vortrag: ״Der jädisehe Lehrer in seiner beruflichen und sozialen Stellung “ Unterscheidet sich demnach der jüdische Volksschallehrer in nichts von dem christlichen Volksschallehrer, so bedurfte es keiner besonderen Broschüre darüber. Hat der Herr Verfasser aber nicht staatlich angeetellte and nicht an öffentlichen Volksschulen, sondern nur an jüdischen Religionsschulen wirkende Lehrer im Auge, so würde ja die Besprechung des Vorliegenden Buches auch von keinem weiteren Interesse für die Mehrzahl der Leser dieses Blattes sein, nmi ich kann mich füglich jeder weiteren Kritik enthalten. (Aus der Preuss. Lehrer-Zeitung.)*) Ldtterarische. Notizen. Amsterdam. Der jüngste Band des ״Israelitische Letterbode“ beschränkt sich auf folgende Beiträge: ״Zur Frauenlitt erat ar“ eine ausführliche Arbeit über die Stellung der Frauen bei den Jaden und in der jüdischen Litteratar) von Dr M. Steinschneider — Der Anfang von Notizen über ״Namen der Gemeinden in London während des letzten Jahrhunderts“, mitgdtheilt von Dr. Neubauer. Derselbe stellt auch eine Liste von ״Geschwistern* auf, welche die ursprünglichen Mitglieder einer im Jahre 174h von portugiesisches Jaden in London ge- — *) Wir .haben ans auf den Wunsch einiger Lehrer doch entschlossen, (s. die Redactions-Note. zur Corresp. ״Vom Rhein* in vor. No. der ״Wochenschrift*) obige Recension aas der ״Preuss. Lehrer-Zeitung“ hier abzadrucken, nachdem der Verfasser derselben, ein sehr gesch. uns bekannter Kritiker pädagogischer Schriften, unaufgefordert sich uns genannt hat. Wir kommen auf die einzelnen Capitol der Broschüre im ne uen Jahrgänge in eingehender, der Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechenden, fs-h1■'1״**" Weise näher zurück weil sich an dieselben gar viel Beherrigenswerthea für unäern Lehrerat and an knüpfen lässt. }Red.) gründeten Vereinigung abgaben, sowie die Namen einiger folgenden durch die Wahl bestimmten Mitglieder, Dr. Neubauer findet die Gründung dieser Vereinigung nicht erwähnt in Picciotto’s ״Skizzen der englisch-jüdischen Geschichte. Paria, Der 11. und letzte Band der französischen Ueber- Setzung des jerus. Talmuds von Herrn Moise Schwab ist erschienen. Wir beglückwünschen den ausgezeichneten Gelehrten za der Volleadung dieses bedeutenden Werkes. Paris. In ״La France med icale“, einer Zeitschrift für Aerzte, erschien von Dr. Stephan son eine Serie von Artikeln über jüdische Aerzte während des Mittelalters. Berichtigung: S. 194b, Z. 38 muss es nach dem Original (1774) st. (1717) heissen. L. C. ן Unter ben grofeen bolitiföen 3eitungen 2>entfdj(<mb8 ( nimmt bo» ca. 70 Zaujmb Abonnenten beftpenbe ©er« Itnet Zageblatt unb $anbel*«8ettung unftreitig einen bet elften $Ul|e ein. Sie peroorragenben Stiftungen bet ״Berliner Zage« btatt* in SBnug auf xafdje unb guDetläffige 'Kadrriditen übet alle lsi<bt<gen ©reigntffe, bureb umfaffenbe befonbrte ©tabtberidjte feinet an allen ®eltplä^en angeftedten eigenen Äorrefponbenten treiben allgemein gebüpreno an« erfannt. gn einer befonbtten Dodftänbigen © nbel*« geitnng wahrt ba» JBtrünrr Zageblatt" bi» gnfetejjtn be* ©ublitum*, »je biejenigen be* fjanbeU uub ber 3tu buftrie burcf) unparteiifdje unb unbefangene ©eurt Peilung, gn ben Zpeateifeuideton* Don ®r. ©auf Sinpau treiben bie Auffüpmnqen bet bebeutenben ©etliner Xpeater einer etngepenben ©eurtpeilung getrürb’gt, roiprenb in bet 3R0na'*«t(u*gabe be* ״©ertiner Zageblatt-: ״ßeitaeift“ ftcfj bie elften Sdmftfteüer mit gebiejcnen unb geitgemi&en ©ei*rägen ein Stedbnpein geben. Za* iduftritte öig« btatt ״Ulf* erfreut fitb »egen feiner japlreitpen oorjüg. iidtm gtlufttationen, joroie feine* trrffenb »ibiqen unb pumorooflrn gnpalt*, lingft Pit ungeteilten öunft bet ״ teutidjen Vefentelt. X)ie ״®eutitpe Stf-Pade* bringt al* ״iduftr. gar.iilienblatt* unter fotgfiliigftet AuJmapl be* Stsffe* tteine, §erg unb ®em&tp antegenbe ®־jäplungen, fomie Buffääe Peleprenbeit gnpalt*. <für 3etffteuung unb Unterpaltun; fotgen bie Stebufe. Stätbjel, ©fat«*uf« gaben tc. ®ie ״®fittpeilungen übet San^roirtpfcpaft, Gtartenbau unb §GU*mi1tbf<fcaft* brina״•׳ neben felbft» ft&nbigen ^adtartifeln, giplreitpe 5Ratp(d)lige für §au* nnb §»f. fo bas jebet gaptgang bureb ein Sodjregifter txTOodttinbigt, qtrid)(atn ein »rttboodes SJrceot» unb 9Jad!fd| lagen* rf bilbet. gm täglidten Woman«5Jeuideton ' be* nidjften Quarto« eridietnt ein neuer, jeitgefepi ptlicpet 3t Oman Bon griebiidl Spielpagen: ״(hin neuer ©parao“, ein SJetf, ba* ht einet fpannungboodeH ®ieptung bie pol'tifdje »ie aef'djdjaftliibe ©ntwidelung 32eu>®eutf<b• lanbi mit uneibittl eper ©diätfe barftedt unb fomit «uip eine teigDodef Settüte für ©länget qemiptt. Unter Stit« qtbfiterjcpah q-biegener 0rj׳ba1׳toritäten atf tden $aupt« gebieten, al* Sitteratur. Sanft, Äitrouomie Gp'mie, Xedj« nologie unb ©tebigin etfibeinen im ״©etliner Xagebtatt* regelmSiiq toenpoode OriginaUJeutQeton«, toelepe Dom aebilbten ©ublitum befonbei* a*iüä?t metben. ®a* B. T bringt au’*füp11i<be ©arlament*berid)tc. bet mitptigen S |. ungen in einet ®jtta־'Äu*gabe. »fiepe nod) mit be« ©atbtgügen oetfanbt mirb. 3'f bunq*Uften bet ©reu&itdjen Batterie, fomie Cffeben«8etI00fung. n. ©tilttirifdie unn ©peruSRaiiiAten. ©eriona!«©etinbetunge1 bet SiDiU unb ©tilitit«©eamten. OtbenLSerleipungen. 81eid)l<al• ttge unb D0p(gefid)tete Zage*neuiqteiten au* btt Steid)*« banptftabt nnb ben ©rooiagen. gntereffsnte •eridiUDer» panblungen. — ©Ion abonnirt auf bas tiglid) gmelmal in einet Abenb« unb ©torgen«Au*gabe et|d»emenbe ״©erlinet Zagebiatt unb £anbeli«3eitusg* bei aden ©oft« anjlalten be* ®eutfdien Steidje* fitt «de fünf ©littet gu« fammen für & SXt 25 ©f. oietteljibtlid). ©tobenummetn qrati* nnb franto. .»►©י ש v* ב* *a «a ÖD ר _ a 2 85— S 40 fl V 5־ S3 ע. og JL*» ־3 &£ Vssaotwortlichsr Bedactear Dr. Bah ms r, Magdeburg. Druck von D. L. Wolf f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Imipaig.