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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-11-22 · N° 47. (22.11.1888) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 47. (22.11.1888)
Date
1888-11-22
Page
Seite 183 (sequence 4)
Language
German
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188 — in den Gesohiohtswerken erscheinen musstet, wenn die alten Chronisten gezwungen worden, den Papst in den Sultan oder den Schah von Persien, die ohrist• Hohen Herrscher in eben so viele Khalifon und Pa• schahs oder Rom und Athen in Pekking und Mekka uq£uwandeln.! Es könnte vielleicht interessiren zu erfahren, dass Juden manchmal ihre erbitterten Feindei in diesem Werke der Verstümmelung sich zum Musber nahmen. So wurde z. B. in den letzteren Aasgaben des ״ Ju- 0ba8in“ eine Stelle ausgelassen, welche dAn von der Wittwe des Rabbi Moses de Leon! erbrachten Beweis reproducirte, dass das kabbalistische Werk Sohar eine von ihrem theuern armen Manne fabri• zirte Fälschung sei. Eine andere Auslassung dieser Art finden wir zu ״Schulchan Arach Orahh Chajim“ § 605. Hier hei6st es in den alten Ausgaben am Anfänge des Absohnitts ״מנהג כפרות בעי*כ מנהג של שטות.“ In den spätem Ausgaben wurdest die drei letzten Worte ausgelassen. Von solohen!unsinnigen Auslassungen und Aenderangen waren die ersten Ausgaben, welohe in dem Museum reiohlicn vertreten sind, frei. i Eine bemerkenswertbe Eigentümlichkeit bei den Büohera dieser hebräischen Sammlung ist! auoh die, dass Viele am Rande mit handsohrifbliohen Berner• kungen ihrer früheren Besitzer versehen sind. Diese Letzteren erfreuten 8ioh oft eines bedeutenden Rufes in der Gelehrtenwelt. Wir wollen hier nur die Namen Rabbi Jakob Emden, Almanzi, Michael, Gerondi, Heidenheim etc. erwähnen. Von den Schriften des Jakob Emden hat das Museum Exemplare fast sämmtlioher vom Autor besorgten Ausgaben mit vielen Correoturen, Noten und Beriohtigangen von seiner eigenen Hand. Seine Werke sind nooh heute unter den polnischen und russis! then Juden sehr verbreitet, besonders sein Gebetbuch und seine Responsen. Es V?ürde räthlich sein, wenn Herausgeber seiner Werke bei neuen Editionen dieses Exemplar benutzen würden. j Von ohristliohen Gelehrten haben wir hier Isaao Gasaabonus za nennen. Ein sonderbarer Irrthum findet sich im ״Ozar Hassepharim“ bei Erwähnung dieses Namens. Unter den vielen schätz mswerthen Exemplaren des Mio hl 01 von Kimohi, welohe das Museum besitzt, ist auoh eines, welohes dem Casaubonus gehörte und welohes dieser mit vi bien Noten versehen hat. Der Verfasser des ״Ozar Hassepharim“ spricht nun von einem Mio hl 01 mit Noten von ה״ר יצחק קאסוכאן• loh war zuerst in Verlegenheit zu erfahren, wer dieser Rabbi Casau bonus sein könnte; doch fand ich bald, dass es kein anderer war, als der berühmte christliche Gelehrte Isaao Casaubon. Es ist nicht bekannt, dass Casaubonus njaoh dieser Richtung hin ehrgeizig war. Aber wenn Philo zum Kirchenvater und Ben Gabirol vor meineren Jahrhunderten zu einem mohamedanischen Philosophen gemacht wurde, warum sollte Casaubo ins nioht einmal zur Würde ein68 Rabbi erhoben werden können? (Fortsetzung folgt.) Recensionen. ' Merx, Ad. Chrestomatia Targumica, quhm collatis libris manusoriptis antiquissimis Tiberiensihus editionibusque impressis celeberrimis ad Codices Babyloniois instruotos edidit adnotatione glossario instruxit A. M. (Sohluss.) Aus den Hagiographen liefert aus di» Chrestomathie kein Fragment, da Verl, das vollständige Targum zum Hohenliede nach babylo: vooalibus critioa et ׳■•׳“־■ ■י- 3: Schriften des britischen Museums zu edieren beabsiohtigt. Dafür werden wir entschädigt durch den Wiederdruok der apokryphi^chen Schrift חלמא דמדדבי. Die Grundlage dieser Edition bildet die Kiseinger Handsohrift vom Jahre 1187, und aus der sohönen Handschrift der Breslauer Stadtbibliothek vom Jahre 1238, sowie aas J. B. de Rossi Edition und Varianten- Sammlung werden die abweichenden Lesarten mitgetheilt Einiges im Texte ist emendationsbedürftig. So ist S. 155 z. 3 zu lesen ויביבודין כל קבל דין, ent- Srechend der hebräischen Version im|J08ipon und in iter Rabba רריעו זה לקראת זה; s. 156, i. 4 כד עיק 8.158 ליה ואעיקיה המן, Z. 7 למתרס אמטולן oder אמטולנא oder 158,8 .3;להגן בעדנו מטולתנא ist חשיכייך vorzuziehen, das aber mit 162,2 עם השיך nioht von חשך, sondern von חשך abzuleiten ist. Das Wort ]ומככי das. Z. 10, das Verf. im Glossar S. 292 ״opprimant“ übersetzt, giebt hier absolut keinen Sinn; es ist entweder mit der Breslauer Handschrift ganz aaszulassen, oder dafür P?3pt zu lesen, das dem hebräischen Worte ״ מאזvon jeher“ entspricht, cf. Jes. 16,13. 44,8. 45,21. Die folgenden Worte erinnern an 5. Mos. 32,8. — S. 162,10 ist אשבקינון, die Lesart der meisten Hand- Schriften, ganz oorrekt und die beste Wiedergabe von נעלתים. Die Kissinger Handsohrift bietet אשבחינח, das aber keineswegs ״inveniam (liberabo)“ hier bedeuten kann, sondern als ein Hebraismus aufzafassen ist: ich werde sie vergessen. Den Sinn der Stelle hat Verf in der Anmerkung daselbst nioht riohtig angegeben. Es wird der Sohriftvers 3. Mos. 26,44 oitiert und ähnlich wie Magilla 11a auf aggadisohe Weise erklärt. — S. 164,10 ist ומתברך mit M. zu lesen; שבר תבר Bruch, Unheil, Verderben. Demnaoh ist, was im Glossar 8. v. כרך bemerkt ist, zu berichtigen. ס ^י* k flarida Die babylon. Handschriften des britischen Museums sind nioht nur für die ohaldäische Gram^tik, sondern auoh für die Textkritik der Targumim von grossem Werthe. Schon die in dieser Chrestomathie enthaltenen Fragmente geben eine ziemlich reiohe Ausbeute. Hier ein Beimiel. Zu Gen. 3,15 הוא ישופך עקב hat Onkelos naoh Ed. Sabbionet. und den besten bisher zugänglioh gewesenen Handschriften: הוא יהי דכיר מה דעבדת ליה מלקדמין ואת תהי נטר ליה לסופא, was in dem jüngsten Onkelos-Commentar von S. B. Schefftel folgendermassen erklärt wird: ״Er (derMensoh) wird stets dessen eingedenk bleiben, was du ihm gethan hast“, d. h. er wird auf seiner Hat sein und sioh nioht mehr von dir, dem Jezer ha-ra, zur Sünde verführen lassen; ״und du wirst ihm auflauem bis zuletzt“, d. h. bis zu seinem Tode wirst dn stets traohten, ihn wieder zu Falle zu bringen, oder riohtiger: du wirst im Herzen der Menschheit als Verführer walten bis zum Anbruch der Messiaszeit. Beide Erklärungen der zweiten Hälfte erscheinen geswungen und unbefriedigend, so geistreioh sie auch sein mögen. Für נטר bietet jedooh Cod. or. 2228 נטל, was den trefflichen Sinn giebt: du wirst ihn zaletzt nehmen, so. von der Welt, und auf die bekannten talmudisohen Sätze hindeutet: אין מיתה בלא חטא und תא יצד הרע תא מלאך המות. — Eine, wie mir scheint, werthlose Lesart, für welohe der Verf vergeblioh eine Lanze brioht, liefert Or. 2363 zu Gen. 25,3. Statt 0U, womit sonst in den Targg. das Wort איים (Eilande) wiedergegeben wird una das hier die Uebersetzung von 8 לאסים«in 8011 und auch sein könnte, da dieses Jes. 41,1 und 49,1 synonym mit איים gebraucht wird, liest die Handschrift des britisohen Museums pH ״Sängerinnen*. Der Verf hält es nioht für unwahrscheinlioh, dass Onkelos an diese Kunstgattung gedacht habe, da doch auoh das jerasalemisebe «ad. klMäflHS

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