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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-11-22 · N° 47. (22.11.1888) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 47. (22.11.1888)
Date
1888-11-22
Page
Seite 182 (sequence 3)
Language
German
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— 182 — der in Original anliegenden Verstellung eingekommen, worin dieselbe geklaget hat, dass wegen der daselbst neu sn erbauenden Kirohe and Anbauung der Sohul• hänser und Wohnungen der Kirchen Bediente, an 14. Häuser, 80 die die dortige Gemeine von andenkligen Zeiten eigentümlich besessen and privilegiret worden, von der Gemeine weggenommen und abgebroohen werden sollten. Wie aber Meine Intention nicht ist, dass diese leute das Ihrige genommen, noch deren Häuser, so sie Besitzen, eingeeogen und abgebroohen werden sollen, So maobe Ich Euch solches sur Nachricht und Aohtung hierdurch bekendt. Ich sehe auch gar nicht ab, warum man dorten auch dergleichen voxfallen können und wollen, da Ich Euch in den von Euch eingesendten Plan des Platzes zu gedachter Küche und Wohnungen deren Kirchen Bediente gantz deutlich marquirt und angewiesen habe, wo und wie auch auf was vor Platz diese Kirche erbauet und wie der Eingang dazu gemachet, auch alles eingerichtet werden soll, dabey es denn auch lediglich sein Verbleiben haben muss. Ich bin Euer woUfafiectionirter König F. Potsdam, den 14. May 1763. III Mein lieber Obrist von Liohnowsky. Ich habe mit mehrere erfahren, was Ihr in Euren Berichte vom 15. dieses, auf das von der dortigen Judenschatt an Mich eingesendte Memorial, melden wollen und gebe Euch darauf in Antwort, dass loh nicht haben uill, dass denen dortigen Juden ihre Häuser, worinnen sie seit vieler Zeit etabliret seyn, von Euch genommen werden sollen; Als welches zu unternehmen Ich Euch noohmablen hierdurch verbiete. Ich bin Euer wohl affectionirter König F. Berlin, den 26. May 1763. Auch der Plan, auf den in den Briefen des Königs Bezug genommen wird, ist in dem Archiv der Kirche erhalten. Aus ic m ergiebt sich allerdings, dass die von Friedrich für Pfarr- und Schulhäuser bestimmten Plätze auf’8 engste von Judenhäusem begrenzt wurden. Dass diese Nachbarschaft keine angenehme war, ersehen wir aas den vielfältigen Klagen, welche über die Feaergefährlichkeit und den Schmutz derselben so oft erhoben werden. Auch zeigen sich die Gloeuer Jaden selbst in dieser Zeit bemüht, sich ausserlb des Jadenviertels in der Stadt anzusiedeln; Beradt schreibt darüber in seiner Geschichte der Stadt Glogau u. A: ,So beschwerte sich der Magi- 8trat am 17. Februar 1781, dass namentlich die dem Schloss zunäohst gelegenen Häuser der Jadengasse der ganzen Stadt zum Spektakel gereichten, den hässlichsten Prospekt gewährten und die Stadt mit Feuersgefahr bedrohten; auf eingeholten Bericht befahl zwar der dirigirende Minister von Hoyen za Breslau, dass die Eigenthümer von neun nach dem Schlosse zu gelegenen Häuser wenn sie wohlhabend, zum Bau gedrängt, sonst zur Verhütung des Unglücks aus-־den Hütten gejagt, diese zageschlugen, niedergerissen, auf Kosten der gesammten Jaden massiv gebaut werden sollten; es geschah jedoch Nichts. Während also das angewiesene aber im höchsten Grade baulich vernachlässigte Viertel immer mehr gemieden wurde, drängte sich die wachsende jüdische Bevölkerang nach den übrigen Stadttheilen. Die Kammer ▼erfuhr von dieser Zeit ausserordentlich milde gegen die, in den christlichen Stadtvierteln sich ankaufenden Jaden; sie liess sich zwar durch den Magistrat, zu dessen Aerger häufige Berichte über die wohnliche Verbreitung erstatten, ertheilte aber nachträglich die fehlenden Conoeesionen ohne Schwierigkeiten.* Die Juden waren offenbar mit Becht im Zweifel, ob das Terrain, werden sollte, werden wurde. Zumuthung, ih^< Friedrioh H. w das ihnen zum Kirohbaa genommen ihnen in den andern Stadttheüen ersetzt Darum wehrten sie sioh gegen die en die alten Wohnsitze zu nehmen und ir gerecht genug, um sie zu sohfitzen. Die Hebraica in der Bibliothek des British Museum. Vän S. Schechter in London. (Fortsetzung.) Was aber dem Gelehrten noch willkommener ist, ist der Umstanp, dass alle diese Zweige der jüdischen Litteratur hiersblbst durch die besten Ausgaben vertreten sind.! Es würde eine etwas schwierige Aufgäbe sein, an dieser Stelle alle die früheren Ausgaben, die in dieser Collection sich befinden, anfzählen zu wollen. Es dürfte kaum ein hebräisohes Buch von einiger Bedeutung geben, von der Bibel bis zum Sohulohan anuch, von welchem das Museum nicht die erste gedruckte Ausgabe besässe. Desgleichen hat dasselbe viele Bücher und Broschüren, von denen keine zweite Auflage ezistirt. Auoh eine Aufzählung dieser seltenen Büoher und Schriften würde sehr lange Verzeichnisse erfordern, welche durohzalesen schon ermüden würde. Ich beschränke mich desshalb darauf, mit wenigen Worten auf die Wichtigkeit soloher ersten Ausgaben für den Gelehrten hinzu weisen. Sie haben zuerst den Vorzug, von den Fehlern, welche sich bei jedem Neudrucke einschleichen, frei zu sein. Die Kunst, in cjorrecter und wissenschaftlicher Weise Bücher zu ediren, ist noch sehr jung. Dabei findet unsere Litteratdr beim Publikum nicht die Unter- Stützung, dass auf die Herstellung ihrer Erzeugnisse die Sorgfalt verwendet werden könnte, welche die Gelehrten in Oxförd and Cambridge den römisohen und griechische!! Klassikern zuwenden. Desshalb bedeutet oft die |ieue Ausgabe eines hebräischen Baches nichts anderes, ual8 einen Zuwachs von Druckfehlern und sonstigen Irrthümern. Nur durch die Erforschung der Editiones principes findet dann der Gelehrte einen Ausweg aus soloher Verworrenheit. Ein anderer Vorzug besteht darin, dass diese frühesten Ausgaben nicht in die Hände des Censors fielen, dessen Thätigkeit erst in einer verhältnissmassig späten Zeit begann. Diesen Vorzug haben auch die hebräischen Bücher, welche in Constantinopel, Salonichi und andern mohamedanisohen Orten gedruckt sind. Nur christliche Länder gefielen sioh in dem barbarischen Vergnügen, jüdische Bücher za verbrennen und za verunstalten. Es ist eins der bedauem8werthesten Vorkommnisse in dem Leben des Rabbi David Oppenheim in Prag, welcher sein ganzes Leben und Vermögen der Sammlung hebräisoher Büoher widmete, die heute eine der grössten Zierde der Bodleiana ausmachen, dass es ihm von der Gensur nioht gestattet war, sioh des Besitzes seiner Schätze ungestört freuen zu dürfen. Er musste sie unter den Schatz seines Schwiegervaters Lipmann Kohen in Hannover, mehrere hundert Meilen von seiner Heimath stellen. Mit Ausnahme der Bibel entging kaum ein einziges Bach der Verstümmelung. In gewissen christlichen Ländern durften einige Büoher gar nioht gedruckt, aas andern mussten ganze Kapitel ausgelassen werden, während in noch andern viele Stellen gestrichen wurden. Römische, grieohisohe und heidnische Ausdrücke waren streng verboten, und mussten daroh türkische, arabische, samaritanisohe umschrieben werden. Man kann sioh denken, welche Verwirrung solche einfältige Aenderangen verunechten. Stelle man sioh nur vor, welohe Schnitzer

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