Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 47. (22.11.1888)
- Date
- 1888-11-22
- Page
- Seite 184 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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184 - samaritanische Targum von אומנים sprechen. Das letatere hat אומנים an dritter Stelle, also für ילאמים mit dem ea einige lantliehe Ashnlichkeit hat, das entere an ■weiter Stelle für לטושים» dessen Bedeutung sieh ihm «08 Gen. 4,22 ergab. Aber wie ננק mit □לאמי Zusammenhängen soll, ist nicht einxnsehen. Vielleicht ist (statt fTID) r“1D (Künstler) ■u lesen, was mit der samaritanischen Uebersetzung übereinstimmen würde. — Wie die Edition der Targum texte, ist auch das beigegebene Glossar (S. 165—300) eine gediegene Leistung, die viel Neues und Anregendes enthält. Was bei י נק ,סכך ,כרך ,חשך zu berichtigen ist, wurde bereits erwähnt. Die Worte יתרון דתך Deut. 28,40 übersetzt der Verf. 8. v. ״ תר אmacerabunt olivas tuas i. e. praeparabunt oleum“, übersieht aber hierbei, dass das ת von |יתרי in unseren Ausgg. ein Dagesoh und in seiner eigenen Ausgabe S. 39 einen Querstrioh hat. Das Wort ist also nicht von שרד! תרא nhbr. ״im Wasser erweiohen“ abzuleiten, sondern von נתר nhebr. ״ נשרabfallen“. Der Sinn ist folgender: Deine Oliven werden abfallen, nämlioh vor erlangter Seife, und du wirst kein Oel von ihnen bereiten können. Eine eigentümliche Erklärung giebt Verf. zu 4. M, 21,1 s. v. מאל; venit Israel viam exploratorum, i. e. seoretum et inopinato bellum intnlit. Onkelos will nur sagen, dass Israel den Weg der Kundschafter betrat, d. h. den Weg, den die 12 Kundschafter nach 4. M. 13,22 eingesc klagen hatten, dass es sich den Wohnsitzen der Kanaaniter näherte und diese daher Verdacht schöpften, dass Israel vom Süden aus in Palästina einziehen wollte. (S. Nachmanides z. St.) Somit sei das nützliche Such, das auch eine seinem Inhalt entsprechende prächtige und solide Ausstattung erhalten hat, allen Kennern und Liebhabern der aramäischen Sprache bestens, empfohlen. Burgkunstadt. Dr. Jos. Cohn. Bubin, Dr. S. Heidenthum und Kabbala, auf gemeinschaftliche Prinzipien zurüokgeführt. Wien. (יסוד מסתרי העבד ם וסוד חכמת הקבלה.) .1888 Herr Bubin ist ein redlicher und unermüdlicher Forscher, ein gewandter klassischer Hebraist; er schreibt nur Air einen kleinen Kreis, weil er freisinnig schreibt und die Wahrheit noch nicht unverschleiert in die Öffentlichkeit treten darf Dieser Schleier ist die nur den Gelehrten verständliche hebräische Sprache. Von des Verfassers grosser Belesenheit und schönen Gombinationsgabe zeugt u. A. auch dieses sein Buch: Heidenthum und Kabbala. Mit Bienendeiss hat er eine grosse Zahl zerstreuter Notizen gesammelt und mit Künstlerhand zusammangefügt. Die Vergleiohnngsmomente sind ebenso überraschend als zwingend und überzeugend. Bubin hat die Kabbala in ihrem midjanitischen Zelt überrascht und die zottige Blässe des Sohar und anderer kabbalistischen Machwerke aller Welt gezeigt, sowie ihre bissige Feindschaft und ihren versteckten Hass gegen den Talmud und «Jeu Babbinismus zur Evidenz erhoben. — ״“Die Wahrnehmung, dass überall in der Natur zwei Kräfte oder Substanzen, eine activ zeugende und eine passiv —> empfangende sich verbinden . . . führt zur Theilung und Paarung weiblicher und männlichfr Gottheiten“ (Döllinger, Heidenthum und Judenthu^) ist, wie Bubin nachweist der Mittel- und Aus- Sindspunkt der heidnischen Mythologie und jüdischer ysnk. Und das an Auswüchsen so sehr überwucherte System der Kabbala ist nichts mehr und nichts weniger, au die Naturreligion der Heiden mit ihren Lingam- und Phallusoultus. Ihre Urheimat war Indien. Und die Veda, die heilige Schrift der Inder, stellte sioh die Schöpfung auf zweierlei Art vor, entweder habe sie Gott aus sioh selbst geschaffen, wie die Spinne ihre Fäden aus sioh selbst zieht, oder Gott war androgyn und das All entstand duroh seine — Absonderung in Mann und Weib. Und diese eigenartige Mystik maohte ihre Wanderung duroh die alte Welt, bis sich ihrer die^Neuplatoniker bemäohtigt, und zwei jüdiBohe Geheimsekten, die Therapeuten und Essäer, an geschlossen haben. Philo hat sie auf den jüdisohen Boden verpflanzt und der Bibel aufgepropft. Daher ist es gekommen, dass die Ophiten und Gnostiker sie zu ihrem Gemeingut machten. Das Buch ״Jezirah“ aber hat sie systematisirt und in einem Traktat naoh Art der Misohnah zusammen- und dargestellt. Mit grosser Findergabe zeigt Bubin eine frappante Aehnliohkeit zwischen dem, dem Patriarchen Abraham zugesohriebenen Buche Jezirah und dem Buch der Emanation des indisohen Brahma. Nur ist jenes von diesem ab- resp. umgeschrieben. Der Sohar jedoch hat die Bibel dazu missbraucht, überall Begattung der Intelligenzen (ספירות) der männlichen 0דכ> und weiblichen (1נ1קבא) hineingebraoht und das Geheimniss der heidnischen Mysterien, wohl der ״Zeugung“, durchzieht das ganze kabbalistische Schriftthum wie ein rother Faden. ״Das ist der סוד הזיווג, wodurch Welten entstanden“, heisst es ausdrücklich im Sohar האידנא קב״ה מזווג דוונים עלמין דהוא ברי P אלק. Man verstieg sich soweit, den Phalluscult im Tempel anzunehmen, wie sich B. Eliezer aus Worms in seinem Jeziracommontar unumwunden ausdrückt ברית המעור כדכתיב למען הבט אל מעוריהן, כמער איש וליות, שהיה: בבית המקדש להרבות פריה ורביד. בישראל. Mit Becht war daher der Talmud jeder Geheimlehre abhold, wie jede Geheimlehre dem Mosaismus fremd ist. Der Talmud nannte sie ״griechische Weisheit“ חכמת יונית und hat sie einfach verpönt. (Sota 49. Menachoth 99.) Daher die feindliche Stellungnahme gegen den Talmud im Sohar wie im kabbalistischen Schriftthume. DasGriechenthum nennt derSohar makellos mit dem Pfade der Weisheit (jüd. Religion) verwandt: דאינק קריבין לאורתא F אשר אין בה מום דא מלכות רמהימגותא, überhäuft aber Mischnah und Talmud mit brühheissem Spott und mit Ironie. Das Wortspiel: ריב Streit, Hader, und רב Doktor, Meister, Talmudlehrer, wendet er boshaft auf die Tanaiten und Amoräer an; sie wären rechthaberisch, streit- und hadersüo htig. Den Vers: ״wegen drei entsetzt sich die Erde, dass die Magd ihre Gebieterin beerbe“ glossirt Sohar, das ist die Misohnah, die die heilige Schrift vergewaltige. .ליהוד p^ אדם כי יקריב מכם, da ist אדם die Kabbala und!קרב (wohl בקר oder בהמה) die Redakteure der Mischnah. ״Die Aegypter verbitterten den Juden das Leben“ d.i.die Controverse (״ ,(לא קושיאmit Lehmarbeit“ (כחומר) d. i. die Schlüsse vom Geringen zum Schweren (״ ,(דא קל וחומרmit jeder (ausserhäuslichen) Arbeit“ d. i. die Boraitha, mit Härte, d. i. die Unentsohiedenheit (דא תיקו). Der Messias wird arm (עני) genannt, weil er nichts weiss von den Traktaten ערבי] נדה יבמות und den andern Traktaten im Allgemeinen. Auch Abulaphia ist ein entschiedener Talmudfeind. Der Unterschied zwischen Talmud und Kabbala ist nach ihm wie der zwischen emem Heiden und einem Juden. Die Feindschaft des קנה ופליאה zum Talmud hat schon früher Jellinek nachgewiesen. Anoh die Trinität ist ein Grundpfeiler der Theogonie des Sohar. Die drei obern Intelligenzen נצח הוד, יסוד sind die männlichen Genitalien, צדק oder צדקה die weiblichen und תפארת ist der Sohn, und dieses Alles vereint im Tetragrammaton;‘י ist der Vater (אבא), Tt die Mutter (אמא) und ו der Sohn (p). Den griechisch-heidnischen Ursprung weist der Verfasser nach, dessen Buoh Freunden d. hebr. Litteratur reichen Genuss gewähren wird. W ei 8 sm ann-Wie n. YeiafilwurtiijbssiUriacteor Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D.L. Wolf t, Magdeburg. Verlag von Bobert Friese, Laipaig