Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 43. (25.10.1888)
- Date
- 1888-10-25
- Page
- Seite 167 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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יי® 167 verheiBsene me**iawecbe Zeit erscheinen werde, בג welcher Alle, Alle ohne Unterschied, den Herrn anrnfen nid ihm einmfithig dienen sollen in Erkenntnis* nnd Liebe“ Trotz der etwas!überschwenglichen Scllussworte muss man die ganze!Episode als eine in die Gedachtni88rede auf den Kaiser recht wohl gehörige b׳ )trachten, die ihre Wirkung sicherlich auch nicht verfehlte. Wenn jedoch der Redner S. o sagt: ״Kaiser Friedrich erschien wie ein Prophet, gestählt im Kampfe, verbunden mit Tausenden in Waffenbrüderschaft etc.“ so ist es doch eine falsche Vorstellung, die der Hörer vom ״Propheten“ gewinnt. Warum auf dir ersten Seite der jtid. König, der von Vielen als dei verheis* •ene Messias begrüsst wurde, vom Redner n icht g esannt wird — Chislda — ist unerfindlich. Die beiden Schlussgebete scheinen uns ein wenig zu lang, sie füllen fast zwei und eine halbe Saite Die Kohn’sche Rede hat viele Vorzüge, aber einen grossen Fehler, der durch die Wahl des Textes entstanden ist Dieser ist nämlich einer Tali nudstelle (Horajoth 12a) entlehnt! אין מושזדם את המלכים אלא ״ .על המעיין וכרMan salbe den König nur itn einer lebendigen Quelle etc.“ — dadurch war der Reiner gezwungen, mehr von der Salbung resp. Thronbesteigung des neuen Kaisers zu reden, als von dem herben Verlust des kaiserlichen Vaters, mehr vom Tröste als von der Trauer. Die dreifache Deutung des ״Majon“ ist auch etwas zu gekünstelt. Die Trauerpredigt des Dr. Zuckermandel hehandelt in 4 Theilen den Text des ״Dulderprc pheten“ (Threni 3,32) כי אם קונה ורחם כרוב חסדיו recht erschöpfend, sie weist nach, wie in all dem Leid und Schmerz sich doch auch die göttliche Gnade bewährt hat, was geeignet ist, unsern Schmerz zu n:ässigen. Die Predigt ist schlicht, herzlich und erbau lieh, und trotz der1 vier Theile nicht ermüdend. Flaschner’s Gedächtnisrede ist kurz und ergreifend, ohne besondere Text, ein Herzenserguss, der alle Momente der Trauer in möglichster Kürze — auf knapp 4 Seiten — würdigt und mit den schönen Sätzen, die wir als Probe des edlen Ausdrucks hier wiedergeben, erhebend abschliesst: ״Nach Jahrtausenden noch werden Dichter singen und sagen das Lied vom Kaiser Friedrich, der um die Frühlingszeit aus sonnigem Süden kam und mit dem Frühlinge wieder von hinnen ging, .. . dann wird vielleicht irgend ein Zweifler ai iftreten, der behaupten wird, solch menschliche Grösse .;ehe es nicht, nur eine Mythe sei die Geschichte vom Kaiser Friedrich und bedeute nichts anderes als den nterbenden Frühling, der von des Winters Macht gezwungen wird. Wir aber, wir wissen es besser, wir hüben es gesehen und erlebt, — wir beherzigen das kainerliche Wort, wir leiden, aber wir klagen nicht, wir klagen nicht mehr, sondern wir beten.“ Dr. Pick, Rabbiner in Pyritz, veröffentlicht ״Zwei Kaiser-Trauerreden“ auf Kaiser Wilheln Friedrich. Beide sind reich an schönen Gedanke! treffender Anwendung von Bibelversen und Midrus! Die erste lehnt an die biblische Schilderung von und der Bestattung Jacobs an und zeigt in 3 ״ אבל כבדdie schwere Trauer für unser deii Vaterland“ durch den Tod Kaiser Wilhelm’s, Schluss erscheint unter dem Bilde Josephs di<! Gestalt des Kaisersohnes und Thronfolgers Fried Seinem ach so frühen Tode ist die zweite widmet, seinen hohen Menschen- und Regententadel wird der Redner vollauf gerecht. Er entlehnt seine Texteeworte dem Hohenliede (6, 1 u. 2); es Teilt sich Bild am Bild, Blume an Blume zu einem sthönen Ehrenkranze, den der schmerzerfüllte Redner voller Verehrung auf den Sarg des edlen Kaisers legt seine und m und chim. Tode Theilen tsches zum edle rieh, e ge- >nden ״ עמק הבכאThal der Thränen“ nennt Rabbiner Dr. Levy-Güttingen ״die 3 Reden und Gebete“ die er als ״Erinnerungen an die schwere Leidenszeit des deutschen Volkes und Herrscherhauses 1887—1888“ veröffentlicht Die 1. Rede ist zur ״Trauerfeier des Kaisers Wilhelm“ am 13. März gehalten, sie durchzieht der Gedanke ״durch Kampf zum Frieden!“, in richtiger Würdigung des Lehens und Wirkens des siegreichen Kaisers. Die 2. Rede wurde zur allgemeinen Gedenkfeier am 22. März, dem Geburtstage des Kaisers, gehalten, und weist durch einen geschichtlichen Rückblick auf die kriegerische Weltklage zur Zeit der Gehart Kaisers Wilhelm (1797) und der friedlichen zur Zeit seines Todes die Wahrheit des bibL Ausspruches (Kohelet 7,1) nach: Besser ist der Hag des Todes, als der der Geburt“. — An die ״Fürbitte um Genesung des Kronprinzen Friedrich Wilhem“ (S. II u. 12) reiht sich die .,Rede zur Tranerfeier" für den verstört benen Kaiser Friedrich.“ Es ist ein Klageruf, ein Schmerzensschrei, der sich der Brust des Redners ent• ringt, packend und ergreifend, und mit einem stimmungsvollen Gebet sänftigend abs'־’ liessend. Pressei, Wilhelm. Die Zerstreuung des Volkes Israel. (Schluss.) Von diesem Gesichtspunkts aus betrachtet wird uns auch klar, warum Jerobeam zwei Kälber, das eine in Beth-el, das andere in Dan aufzustellen beschloss, während es doch für die Centralisation seiner Regierung viel vortheilhafter gewesen wäre, wenn er einen einzigen Ort als Wallfahrtsort bestimmt hätte. Es entsprach aber die Aufstellung von zwei Kälbern den einst vom Könige Kaiechos gleichzeitig eingeführten Culten des Apis in Memphis und des Stieres Mnevis zu Heliopolis. Auch den zu Mendes in Unter-Egypten stets üblichen Bookoultns führte Jerobam ein (Uhr. II 11,15) um durch die Nachahmung egyptischen Wesens die Gunst des Königs Sohisohak zu gewinnen und erhalten. Es ist aber gar keine Frage, dass das Volk bis auf die niedrigsten Classen mit dieser als durch und durch heidnisoh erkannten Neuerung höchst unzufrieden war. Die Leviten und grosse Sohaaren des Volkes wanderten nach Juda aus. Von den Zurückgebliebenen war unter den höheren Classen keiner zu bewegen, das Priesteramt bei einem solchen Coitus zu übernehmen, sie duldeten denselben nur oder die Aufstellung der Kälber um den Preis der politischen Selbstständigkeit, die ihnen mit Hülfe Egyptens gesichert erschien; aber zur Uebernahme des Priesteramtes und zur freiwilligen öffentlichen Anerkennung des neuen Cultus war von den höheren Ständen nicht ein Einziger zu bewegen, für den Anfang wenigstens; der König musste die Priester aus der Hefe des Volkes nehmen (Könige I, 12,31). Die Sohrift erzählt auch, dass nur die eine der dem ApiBaultus gewidmeten Stätten, die in Dan, vom Volke besucht wurde (Ibid V. 30). Es bedurfte erst der persönlichen An- Wesenheit Jero beam8 in Beth-el, der Einsetzung eines Volksfestes, sowie der aus der Ferne herbeigeführten ״Priester der Höhen“, die er als solche geschaffen hatte, damit der neue Cultus auoh in Beth-el Wurzeln fasse.*) Im Lauf» der Zeit wurde diese *) Wir können in diesem Punkte auoh nicht mit der Mainnng des von uns hochverehrten Altmeisters dar jad. Geschichte. Herrn Prof. Grats, Obereinstimmen, wenn er Bd. II1. Seite 18 sagt: ״des Volk im Grossen nnd Genien nahm keinen ft net nee an dieser Neuerung, sie ■ohien ihm in dar Thai nur eins Wiederherstellung das mähen Kokos an ■ein.* ... -Das Volk ■mnli/.h, wie es nooh war, fand auoh mehr Gefallen daran, sieh die Gottheit bildlich vorsnstellen“... Gegen dies* Annahmen streitet der Inhalt der Ansprache, weiche Abga, der Saha Rshabeame an daa Heer das Jerobeam gehalten hat (Ohr. 8, 18,