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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-09-05 · N° 36. (5.9.1888) · p. Seite 141

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 36. (5.9.1888)
Date
1888-09-05
Page
Seite 141 (sequence 4)
Language
German
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An: Z< i אתה). So verstehen wir, was die Neu• Gebets durch Gamsliel und Samuel Pak i Das Gebet עלעך hat Rab zum V<! ebenfalls in bewegter Zeit lebte. Es zei. nach der ursprünglichen Lesart ganz d Ziehungen zum Christenthum. Die darüber haben sich bis in die neuere und Verkürzungen und Abänderungen Censur veranlasst. Die Bibelverse der sogen. מלכיות T זכרהו und שופרות ■= Gebetstücke bezwecken im Gegensätze zu den christlich-messianischen Bibelversen die Aner• kennung Gottes, die Betonung der Erwäl lung Israels und der siuaitisohen Offenbarung als grundlegende Momente der jüdischen Religion. Auch diese werden Rab zugeschrieben. R.-A. Ordnung des li bedeutet, rfasser, der besonders mtliche Befeindungen t erstreckt durch die Zur Ehrenrettung des Talmiid. Ein freisinniger Theologe, der nach eigenem Geständniss, der Sohn eines ״sehr frommen Mannes“ ist, hat in einer Artikel-Serie ir diesem Bl. u. A. manche Schriftauslegung des Talmud als falsch, kindisch und lächerlich bezeichnet. Hoffentlich finden sich aus dem illustren Leserkreise d. Bl , namentlich aus demjenigen, die dem Talmud Amt und Titel verdanken, Berufenere, die für ״ihre greise Mutter“ eine Lanze einzulegen als Ehrenpflicht erachten. | Mich veranlasst speciell ein Punkt, den der qu. Herr Verf. in No. 32 d. L.-Bl S. 124 berührt und ein Religionsgebot, das ich beruflich fortwährend zu erfüllen habe als ״falsch und kindisch“ bezeichnet, dazu, das Wort zu nehmen. Der Herr Verf. sagt: ״Nicht besser ist es dann mit dem Gesetze, das Blut eines auf der Jagd erlegten Thieres zu bedeckeD, bestellt (III. Mos. 17.13.)“ Sodann weiter: ״Wie dem immer sei, der Talmud hat merkwürdiger Weise die Worte, dass dieses Gebot nur bei einem auf der Jagd erlegten Thiere angewendet wird, ganz unbeachtet gelassen, aber desto genauer sioh mit der Auslegung der zwei Worte ״ וכבתו בכפרer soll es bedecken mit Erde“, besohäftigt und die Bestimmung aufgestellt, dass, wenn der Wind Staub über das Blut hinweht, dami; das Gebot nicht erfüllt sei, denn es steht, er soll bec ecken, und dass man auch nicht mit Steinen, mit Zipgelstüoken und Aehnlichem es bedecken düife, sondern nur mit etwas, was zum Anbau geeignet ist. (Chtdlin 77,78.) Ist das nun falsch und kindisch, so ist es doch nicht das schlimmste.* — Nein, das ist es i.uch nicht. Schlimmer erscheint mir, wenn ein Theolog! 1 Worte der heil. Schrift nicht genau übersetzt, andere unbeachtet lässt, sich dann aus dem Ganzen sein» Meinung bildet und -ich wundert, dass der Talm ld anderer Meinung ist. יצוד heisst nicht ״erlegen“, ergo tödten, sondern ״eijagen“, ״einfangen* von Thiere d, die gewohnlich nicht in umfriedeten Räumen gezüchtet resp. verwahrt werden. Veif. scheint der Meinung zu sein, dass das Jagen nur entweder mit Pulve:׳ uud Blei oder mit Pfeil und Bogen bewerkstelligt w< rden kann. Dass dieses ein Irrthum ist, braucht kaum erst gesagt zu werden. Man braucht gar niohb ein , gewaltiger Jäger vor dem Herrn“ zu sein, um zu w 88en, dass Gewild und Federvieh durch Sohlingen ste len, Fang- -eisen, leioht ledeokte GrubeD, Netze, Leinruthen u dgL erjagt und eingefangen werden kann, and an ein derartiges Le benaeinfangen ist bei dem qu. Gesf'tze gedacht. Denn 1. war zur Zeit der Gesetzgebung das Pulver weder von unsern Vorfl.hren noch von einem andern ihnen bekannten Volke erfunden, 2. würde ein durch Pfeil und Bogen erleg tes Thier eine גבלה sein, und als solche von כ0ר ausgeschlossen, 3. steht nach יצוד in demselben Schriftvers ושפך את דמו was analog von שופך דם האדם vom Leben zum Tode bringen heisst und demnaoh bei einem bereits erlegten Thiere nicht anwendbar ist Es ist daher gar nioht ״merkwürdig“, dass 4er Talmud an der vom Verf. gedachten Stelle, bei Besprechung von מצות כסר ein auf der Jagd erlegtes Thier unbeachtet lässt, da er diesen Fall sohon früher dahin erledigt (Chul. 85), dass נבלה פטור מלכסות. Deingemäss beschäftigt sioh der Talmud mit dem Gebote וכסהו בצפר genauer und legt dasselbe nach der einfachen Uebersetzung: ״er 8011 es in und mit Erde bedeoken“ dahin aus: er 8011 es bedecken; ist es aber durch den Wind bedeckt worden, so ist es eben tyedeckt und er braucht es nioht mehr zu bedecken; hat es der Wind aber aufgedeokt חור ונתגלה, so sjoll er 'es bedecken, da er ja das Gebot noch nioht erfüllt und er jetzt hierzu Gelegenheit hat. Hingegen כסהו עפר — •ונתנדה פטור מלכסות bedeutet Erde, aber nioht Steine, Ziegel u. dergl, und da der Grundzweok von כסר nicht, wie der qu. Verf. glaubt, von לא תאכלו על הדם, לא תנחשו herzuleiten, sondern wahrscheinlich anzudeuten, dass das Blut, also das Leben und Dasein dieser Thiere, nur irdische Bestimmung hat (im Gegensatz zu כה&ה כשרה, welches einem höherjen Zwecke, (לקרבן) dienen kann), 80 ist es mit dem blossen Bedecken vor dem Tageslicht nioht gethan, sondern muss in Erde kommen und mit Erde bedeckt werden כעפר. —■ S. Dubowsky. Litteraturbericht. Recensi onen. Das hohe Lied Salonionis von Daniel Sandefs. Hamburg. J. F. Richter. 1888. 46 S. Daniel Sanders ist ein Mann, dessen Name jedem Buche, das von ihm herauskommt, zur Empfehlung gereicht, er hat durch sein berühmtes deutsches Wörterbuch sich einen vordersten Platz erworben unter den Gelehrten der Gegenwart, und da Sanders aus seiner jüdischen Abstammung nie ein Hehl gemacht hat, da er mit seiner deutschesten Besohäftigung, wenn dieser Superlativ gestattet ist, stets eine opferfähige jüdische Gesinnung verbunden bat, So nennen wir deutschen Juden in doppeltem Sinne ihn mit Stolz den Unsern. Sanders hat uns jüngst in der Lindauschen Zsitsohrift ״Nord und Süd“ erzählt, wer ihm zuerst den wissenschaftlichen Trieb geweckt hat; zwei Lehrer der in seinem Geburtsorte Strelitz vor Jahrzehende 1 blühenden jüdisohen Schule, beide aus Glogan staumend, Zedner und Lehfeld, waren es, die 8einen|Ve1stand auf die rechte Bajin gebraoht haben; da bcsonders Zedner ähnlich seinen Landsleuten Munk un< I Sachs auch durch eine tiefe, innige und dennoc! 1 aufgeklärte Religiosität ausgezeichnet war, so haben wir wohl in ihm den Quell zu suchen ftir das lebhaft» jüdische Empfinden, das Sanders durohströmt; viel■ leicht hat Zedner, der selbst mit der nüchternen Arbeit des Bibliographen poetisohes Streben verbunden hat, auoh einen Antheil daran, dass Sanders gleichsam zur Erholung von seiner für die Phantasie anregungs - losen Wörterbueharbeit allerhand dichterische Nei ־ gangen kultivirt hat. Es ist genau genommen nioht viel, was daii Judenthnm der Gegenwart an Sanders zu rühmen hat; denn dass Jemand, dem deutsohe Treue kein leer« Sohall, dem sie mehr ist als ein Wort, das nur in, latiLiatSAlMls

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