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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-08-02 · N° 31. (2.8.1888) · p. Seite 121

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 31. (2.8.1888)
Date
1888-08-02
Page
Seite 121 (sequence 4)
Language
German
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t«D Lagarde’s ״Erinnerungen Jan Friedri׳ sollen klar and markig gesohneben sein, der Herr Anonymus unsere gegenteilige: Ausführungen in No. 19 und 21 das. Wort widerlegt? Entweder weil er diesell hat, oder ▼on allen Lesern d BL ausser ih gessen wähnt, oder weil er vermeint: Stab ▼01unta8. — Dr. Berliner boII in dem garde’8 Stil zu tadeln, unglücklich ge wes n: behauptet Herr Namenlos ohne irgend vergessen!jn selbst verpro ratione «,such, Lan sein. Das welchen Beweis, ihm scheint das ״Hoo volo“ sattsam Sig: 11t, Wiederholen wir nur ein einziges Stilpröb liner’s Gitaten, denen wir 80 viele stilistischge: hinznfügen können, wie unser Lanzenreii ״Der Horizont, der ehrlose graue Bierhöhle, in welche die Familie unter taucht, oder die schwüle gi mosphäre eines Theaters, in welche chener Bilderbogenstyl vo: Girofla noch eine Erquickung, Jj׳ Anomalie, und Victorien Sardou odo: bach das Paradigma ist, nach welch gewandelt (!) wird. Und was n Stimme im Angesichte Gottes der sohämt darüber bezeugen soll, dass Staub, so Grosses in den Mund das mit der grellen Stimme einer hinausgeschmettert iu eine Welt, Trompeten noch hört und in dem (!) Ideale nur die Trompete vernim Trompete das Ideal todt geblasen wie der Wiederschein einer ahnungs hei aufdämmernden ewigen Welt di Spitzen der j ungen Seelen le müsste (!), um mählich, mä vollem Tage zu baden, (!) das in Lichte so grell und eilig den au s auftauchenden Augen zugeworfen blendet und voll Schmerz für immer sic Auch wir wenden uns, wie wir bet Schmerz, voll tiefer Wehmuth von solche Lagarde’s . . . Doch vielleicht denken und nicht deutsch genug, verstehen und enr das nioht, was ״klar und markig“ ist. Die paar jüdischen Gelehrten, gegen Grimm sich wendet, seien eine winzige Uber der grossen Zahl von Schlachtopfei christlichen Gelehrten, das sei nicht z meint Herr N. N. Dies haben die jü! lehrten niemals vergessen, daneben aber h; etwas anderes nioht vergessen, was uns! übersehen : dass die grosse Zahl von unter den christlichen Gelehrten wieder!: winzige Schaar ausmaoht gegenüber allen Lagarde — mit wenigen Ausnahmen, denen das Leben gönnt — sammt und sonde: Judenthum, hasst und verdammt. Das sächliche punotum litis. Was der Herr Anonymus für und mit gegen Zunz bemerkt, das haben wir in selbst in Kürze, aber dennooh, wie wir genügender Deutlichkeit gesagt: ״Wohl, Z Diohter, wir behaupten sogar, dass M in den Werken von Zunz anfeoh und verehren Zunz dennooh als den bji seinem Gebiete unübertroffenen Meister, ausgezeichnete Biograph Göthe’s, sagt, theilweise so Vortreffliches geschrieben, kein Deutscher, und theilweise so Produote, dass man sioh nur freu« wenn kein Deutsoher ähnliche zu ▼ ersuchen würde. (Göthe’s Leben S j Scb is; — 121 — ioh Büokert“ Warum hat in An- und mit keinem zu genügen. ><M1en aus Berliohwerthige ier wünsoht: Dunst einer allabendlioh :e|8heisse Athder M ün - Giroflö - higenie eine 1r gar Offenem alles abit zagender Mensch beer, der arme ihmen darf,;naltroinpete welche nur trompeteten weil die hat (!) Was!׳roll langsam hö chsten se röt he n .!lieh sie in elektrischem em Niohts 1, dass sie ge- :1 ab wenden.“ heuern, voll n Stilproben fühlen wir pfinden wir die Lagarde’s haar gegenunter den aben! vergessen, fischen Gesie noch Laie total laohtopfem m nur eine Juden, die er vielleicht wie das das haupt- 13. ׳ riel Behagen No. 37 dameinen, mit 1 ins war kein anoh erlei t b ar ist, 8 jetzt auf Lewes, der dieser habe wie vor ihm 80h waohe n könnte, sohreiben ind Werke, 2. Band, 6. Buch, 8. Gap.). Bleibt kber trotz der schwachen Produote Göthe nioht dennooh Göthe?“ — Wir glauben, damit Zunz hinreichend unbefangen gewürdigt zu haben. Dass der zuständige Professor grobe Angriffe einer Doctordissertation auf einen Gelehrten, dessen Werke sie in weitestem Umfange benutzt, ignorirt, findet Herr N. N. in der Ordnung; er hat wohl nioht erwogen, wie er sioh damit kennzeichnet. — Noch mehr oharakterisirt sioh Herr Ungenannt mit der Bemerkung: ״Es giebt Leute, welohe behaupten, Zunz, der 80 viel über Pijut geschrieben, habe niemals ein Stück Pijut gebetet.“ Welohe Gedankenleser oder Ketzerrieoher können oder wollen das wissen? Und׳ solohes Geschwätz betet der ״sittlicher und religiöser“ denkende Kämpe nach? So weit ist es unter uns Juden sohou gekommen? Wir erinnern uns hier unwillkürlich an die beiden Midrasohim, die Basohi zu 2. M. 2,14 anführt, -y Auch wir entschuldigen gewiss bereitwilligst den Mangel wohlfeiler Siddur- und Luachweisheit, sowie der Kenntniss der qu. Pluralisation bei christlichen j Professoren und Dootoranden der Orientalia; wenn I sie jedooh über jüdische Liturgie und Aehuliohes! schreiben und dabei den grössten Meister dieser j Fächer in den Staub ziehen wollen, dann — ja dann fordern wir sogar, dass sie bemoz’i menuohah ▼on! bemozae menuchah zu unterscheiden wissen, dass sie die Bibel soweit kennen, um nioht ihre Gelehrsamkeit für : ewig zu ״durchfurohen“ (nqit Verlaub, ein ״Palästinismus “!),dann fordern wir v. ihnen noch viel, viel Aehnliches. An den französischen [Allüren des Herrn L. haben wir gewiss ebenso wenig Anstoss genommen wie die deutschen Behörden; wir haben aut jene nur hingewiesen, um seinen Spott über das Deutsohthum der Juden zu charakterisiren. — Im Schluss der Langade wird auf die Verdienste Lagarde’s hingedeutet. Wenn die wissenschaftliche Bedeutung eines Mannes in Frage kommt, können wir uns nun einmal nicht von der Erwägung trennen, in wie weit er für Beseitigung von Vorurtheilen, für Versittliohung und Verklärung des Lebens, für Ent- Wickelung des Edelmenschliohen in sich und Andern, für den Fortschritt der Humanität gewirkt; wir können nun einmal nioht umhin, bei der Würdigung manoher Gelehrten an Lessings Ausspruch zu denken: Ein Anderes ist der Alterthumskrämer, ein Anderes der Alterthumskundige; jener hat die Soherben, dieser den Geist des Alterthums geerbt. Das haben wir früher erklärt und dabei bleiben wir unentwegt. Nein, Lagarde’s Bedeutung können wir Angesiohts seiner unermesslichen Aussaat von Vorurtheilen, Hass und Verwandtem, ganz abgesehen von seinen vielen Einseitigkeiten auf strengwissensohaftliohem Gebiet, beim besten Willen auoh jetzt nooh nicht verherrlichen. Der sonstige Inhalt des Schlusses der Lanfade ist ebenso ״mild“ wie — Seite 7 der Schrift des Prof. Dr. A Weber: ״Zu weiterer Klarstellung“. Sapienti sat. Dr. Ph. Krön er-Br. Hecenat onen. tifidemann, Dr. M״ Rabbiner in Wien. Geschichte des Erziehungs wesens und der^Kultur [der Juden in Deutschland während des XIV. und XV. Jahrhunderte. Verlag ▼on Hölder in Wienjl888. (Fortsetzung.) Interessant ist der Naohwei», wie die Juden die Prügelknaben waren für Alles, was dem Jahrhundert Sohlimmes begegnete. Es ist längst widerlegt, dass der 80hwarze Tod an den Häusern der Juden vorüberging, oder nur sie milder an fasste, als. die Christen. Das binderte nioht, dass man das Märahe^i derjBrunnenvergittung durchdir- Juden erfand. Sehr י ״*•־‘ -

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