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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-07-26 · N° 30. (26.7.1888) · p. Seite 116

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 30. (26.7.1888)
Date
1888-07-26
Page
Seite 116 (sequence 3)
Language
German
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Bpjii JJIJ jj % w1׳ ■W i ,>,J.1IU«»i>1!1|ip1 4,• MM »1■“»JlfWW** —• 1r« — and dass andererseits di« Orthodoxie ihre Anaohauang nur dann erhalten kann, wenn aie 8ioh gegenüber den klaren Ergebnissen wissenschaftlicher Forsohangen aaf den k a t hpl i 8 o h en Standpunkt stellt, dem ja aaoh keine Chemie die Thatsaohe hinwegleagnen j kann, dass im Abendmahl Fleisch and Blat Christi der Substanz nach vorhanden sind. Wenn ieh aber auch die ganze Haggada des Talmuds preisgeben wollte, am wie es Samson Hirsch im Choreb gethan hat, an erklären, ״die Halaoha ist , Tradition and daher für alle kritisohe Versuche an-; antastbar“, 80 hätte ich damit nichts gewonnen, denn | der Talmad scheidet die Begriffe Halacha and! Haggada (Chagiga 14 a Baba kama 60 b), ohne jedoch | an xugeben, was im einseinen Falle als Halaoha and i was als Haggada sn betrachten sei. Zam Beweise , dafür führe ich an, dass die Oesetseslehrer des Talmad aas einseinen hagadisohen Steilen. Qesetze ab-; geleitet haben, dass das Gesetz, dass ein Schüler ' seinen Lehrer, weder bei dessen Leben, noch naoh dessen Tode, nicht beim Namen nennen dürfe (Joreh Deah 242.1!'•) aas der Erzäl lang des Talmad folgt, . dass Gechasi bestraft wurde, weil er im Gespräch j mit dem Könige (2. K. 8.5) seinen Herrn schlechtweg ״Elischa* nannte. Das ist doch unzweifelhaft eine 1 Haggada and trotzdem wird aus ihr ein Gesetz geschlossen. Das Gesetz, dass man zwischen der Schlossbenediction (1 גאולה and der Tefilla durch kein Wort sich unterbrechen dürfe, folgt aas der offenbar hagga- ׳ dischen Stelle in (Berachot 9 b), wo Rabbi Jose ben Eljakim im Namen der heiligen Gemeinde zu Jeru-; salem das Zeagniss ablegt, dass wer an dieser Stelle sein Gebet ununterbrochen verrichtet, den ganzen! Tag vor Schaden gewahrt ist. Da es nicht wahr-; scheinlich ist, dass unsere Orthodoxen aaf dieses I Zeagniss hin, nach dem Morgengebete eine Luftj ballonfahrt unternehmen würden, so muss ich diese! Stelle-für eine haggadische erklären, obwohl der! Schnlchan Aruch sie codificiert (Orach Chajim 111.1).! Aller guten Dinge sind drei. Darum noch ein Bei-; spiel. Zar Erklärung der schwierigen Stelle in der Erzählung des Kampfes zwischen David and Goliat fl. Sam. 17), wo der König nach dem ihm schon früher bekannten David mit den Worten fragt: ״wessen Sohn ist dieser Jüngling?“ sagt der Talmad, Saal habe damit dem Abner den Auftrag gegeben, sich im Lehrhaase za erkundigen, ob David, der ׳ mütterlicherseits von den Moabitern abstammte, König ' werden" dürfe, und das ist für Rabbi Jochanan 1m Talmad (Jebamoth 76 b) der Beweis dafür, dass das ן Verbot moabi tische Proselyten aaf zunehmen, s’ich anf! die Fraaen nicht erstrecke. Aasserdem hat von I jeher das Urtheil in einzelnen Fällen geschwankt, ob denn dieser oder jener Aussprach des Talmuds zur I Halacha oder zur Haggada gehört. So hat Jakob ibn Chabib Stellen aufgenommen, die seine Vorgänger 1 nicht berücksichtigten, and Leon Modena hat wieder Stellen ausgenommen, die von ibn Chabib aasgelassen wurden and sagt überdies selbst in seiner Vorrede, zam;בית יהודיו, dass er voraassetze, manche Leser würden Anstoss daran nehmen, dass er einzelne scheinbar halachische Stellen in die Sammlung der Häggada’s aufgenommen habe. Ich will den verlockenden Versuch nicht machen, die Unmögliciikeit, Halacha und Haggada überall von einander abzagrenzen, des Näheren nachzaweisen, and darum schliesse ich den Theil meiner Arbeit mit der j Ueberzeugang, dass jeder, den die Steokenpferdreiterei 1 and der Principientrotz der Orthodoxie nicht völlig ׳ blind gemacht haben, aas dem Gesagten erkennen I müsse, dass eine wirkliche Orthodoxie allen mo- : dernen Wissenschaften, sowohl der Geschichtsforschung j als der Naturwissenschaft, den Krieg erklären muss, wenn sie aioh nioht, wie es bei unseren Orthodoxen geschieht, lieber die Augen zuhält and behauptet, beim besten Willen niohts Auffälliges zu bemerken. Zur Chronologie.*) Von L. Cohen in Reea a. Rh. (Fortsetzung ans No. 27.) No. 416: David, 8. d. 8amnel Wertheimer st. יוסד י״ט שבט תסיב. - Der 19. Sohebat 5512 m. d. F. .מדד war am Freitag. No. 417: Alexander, 8. d. Elazer Oestreioh st. 1752. — Das Datum ist aus der Insohrift nioht za ersehen. No. 418: 8t. 1753 1. 1752. No. 419: Isaac, 8. d. Israel st. כדם נ־ טי טבת חקי״ב. — Der 9. Tebeth 5513 m. d. F. זש״ה war am Sabbath. 8t. 1753 1. 1752. No. 420: St. עש״ק י״ב כסליו תכך נ in der vorletzten Zeile lies ייז כסליו and st. 1753 1. 1752. No. 425 bis 428: St. 1754 1 1753. No. 430: 8t. 1755 1. 1754. No. 431: Ahron, S. d. David st. ביום ה' ייט שבט תקט״ז. — Unmögliches Datam; der 19 Sohebat 5516 m. d. F. ושיה war am Mittwoch. No. 432: Blimle, T. d. Isaac st. אור ליום ד׳ י־־ז תפח תקטיז. — Der 17. Tamns 5516 war am Donnerstag. No. 433: Eleh, T. d. Isaac Brilin 8t. 'עש״ס ונלן מש׳יק אור ליום א• י״א .. . שנת תקט־ז. — Der fehlende Monat kann nur p'! sein, deun iu diesem allein fiel im Jahre 5515 der 11. auf Sonntag. No. 439, 441'und 443: St. 1758 1. 1757. No. 446 u. 448: St. 1759 1 1758. No. 451: Fradel, T. d. Me n d e 1 Oppenheim 8t. במוצאי יום מנוחה . . . בליל אדורק ליום ח* פיק ... בשנת בא ב*ח*ד*ר״ך *ו“ם*נ*ו*ר*. Der Zahlen werth der punktirten Buchstaben beträgt 509 (= I 749) m. d. F.,בש״ד; das am Kopfe stehende Jahr 1759 (= 519) hat d. F. נב־־ה. Da in beiden Jahren der 8. Siwan auf Sonntag fällt, bleibt das Jahr zweifelhaft; jedenfalls ist aber nach der hebräischen Inschrift das Jahr 509 1749 als das richtige und 1759 als Druckfehler für 1749 anzusehen. No. 457: L 0 b st. ביום ד־ י״ב מרחשק תקב־ב — Der 12. Marcheschwan 5522 m. d. F. נב״ה war am Montag St. 1762 1. 1761. No. 462: St. 1762 1. 1761. No. 466: Juta, T. d. Mendel Oppenheim 8t. יום ב, הי פיק תקכ״נ. — Unmögliches Datum; der 5. Siwan 5523 m d. F. זש־נ war am Dienstag. No. 468: Tolze, T. d. David st. ,TO עש״ק תמוז תקב׳־נ. — Der 25. Tamas 5523 war am Mittwoch. No. 471: St. 1763 1. 1762. No. 474: St. 1764 1. 1763. No. 476: Jakob Maijim st. ביום נ־ י־ שבט תקכ״ד — Der 10. Sohebat 5524 m. d. F. הש״ג war am Sabba th. No. 477, 479 und 480: St. 1764 1. 1763 No. 482: Abraham, S. d. Joseph st 'ביום א כ״ה אייר תקכ״ה. — Der 25. Jjar 5525 m. d. f. הכ״ו war am Donnerstag. No. 484: St. 1766 1. 1765. No. 485 und 487: St. 1767 1. 1766. No. 488: St. 1769 1. 1768. No. 489: Elieser, S. d. Simon st. לש״לן י״ט שבט ונק, עש״ק כ״א בו למחרתו שנת תקכ״ט. — Der 21. Sohebat kann nioht mit dem 19. aaf einen Wochen- <*g fallen and war selbstverständlich, wenn der 19. auf Freitag fiel, am nächstfolgenden Sonntag. *) Berichtigung: S. 104b unter No. 332 muss die erste Jahreszahl ,TSD and die zweite ITVD heissen.

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