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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-07-12 · N° 28. (12.7.1888) · p. Seite 109

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 28. (12.7.1888)
Date
1888-07-12
Page
Seite 109 (sequence 4)
Language
German
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den Worten: ״dieses ist das Thier, זreiches ihr essen dürft“ (III. Mos. 11.2) sowie die gleiche Spielerei bei dem Gesetze von dem halben Sehet )1 mit den Worten: ״ein so 10hes sollen sie geben“ (Basohi za II. Mos. 30.12) getrieben wird, wo der Talmud sagt, Gott zeigte dem Mose eiue Münze aas Feuer zar Erläuterang des Gesetzes. Ist also die Erklärung dessen, was als trepha anzusehen sei, von wissenschaftlichen Pr .noipien zu betrachten, 80 ist die Frage gerechtfertigt, wie sich die talmudischen Gesetze zu dem ge(;enwärtigen Stande der Wissenschaft verhalten. Bereits im Vorstehenden sagte ich, dass die Misohnah unter d 6m Begriffe trepha alle Verletzungen edler Organe zus« mmenfasat. Eine pathologische Untersuchung über die Bedeutung und Wirkung einer solohen Verletzung hat ihr ferne gelegen. So wird unter den Trephot auo!1 eine Verletzung der Hirnhaut aufgezählt, während wir wissen, dass die Möglichkeit gegeben ist, Fremc körper aas der Gehirnmasse za entfernen, ohne dass die Wirkung der dabei selbstverständlichen Verletzung der Hirnhaut eine tödtliohe sein müsse. Analog dem Falle, von einem Stioh in der Niere, der, weil er geheilt werden kann, nicht zu den Trephot gesuhlt wird, würde auch die Mischna nach unseren Erfahrungen eine Verletzung der Hirnhaut, nicht für .ödtlich erklärt haben. Selbst das nachmischnaitieche Gesetz enthält eine Beihe von Aufzählungen über Verletzungen edler Organe, die offenbar von dem Grundsatze ausgehen ״alles Abnormale ist trepha“, wenn es nicht zu häufig vorkommt. Aus diesem Grunde hat Baba eine Beihe von auffälligen Erscheinungen an der Lunge als trepha bezeichnet. So zum Beispiel (Chullin 47 a): Die Lange hat fünf Lungen] appen, drei auf dem rechten, und zwei auf dem linken Flügel, wenn sie mehr oder weniger hat, oder, d׳ei auf der linken und zwei auf der rechten Seite, so ist das trepha. Auf Grund einer von Maremar getroffenen Entscheidung, wird als Gesetz erkannt, lass, wenn mehr als fünf Lungenlappen vorhanden sind, das Thier koscher ist, und zwar bloss aus scholastischen Motiven, weil nämlich der Talmud die Entscheidung Maremars aufführt, ohne eine widerspre3hende Bemerkung daran zu knüpfen, denn es g ehört zum Wesen der Scholastik, dass sie nicht na 5h Gründen der Erfahrung und Kritik, sondern bloss nach dem Prinzipe der Autorität urtheilt, worüber später noch ein Mehreres. Nun lehrt aber unssre wissensc^iaf(.liehe Erfahrung, dass der situs invei sus bei den Menschen Vorkommen kann, die, trotzdem dass nioht nur die Lungenlappen, sondern auoh Herz und Leber ihre normale Lage vertauscht haben, in ihrer Gesundheit nicht geschädigt sind. — Noch lein anderes besonders schlagendes Beispiel sei mir anzuführen gestattet. Eine der jüngsten Autoritäten des Talmuds Bab Asohi trifft naoh seiner Auffassunj\ von den Aussprüchen alter Autoritäten die Entscheidung, dass eine. Nadel, welche in einem edlen Organe 168 ׳ Körpers sich findet, das Thier trepha macht, wenn ihre Spitze nach innen gekehrt ist, weil dann anzaiehmen ist, sie sei von aussen in den Körper gedruigen; wenn aber die Spitze der Nadel nach aussen gekehrt ist, so ist das Thier koscher, weil dann a>!genommen werden muss, die Nadel sei duroh den Schlund oder die Luftröhre in den Körper gelangt, ohie ein edles Organ zu verletzen. Unsere Erfahrung leb rt aber das gerade GegentheiL Ein Fremdkörper, der von aussen in die Lunge gedrungen ist, zum Beispiel eine Kugel, wird in vielen Fällen eine Heilung gestat en, da sie mit der Sonde gefunden und entfernt werden kann Gelangt aber ein Fremdkörper auf dem Wege der Luftröhre in die Lunge, 80 wird er nioit entfernt werden können, and eine tödtliohe Lungenentzündung hervortreten. “ , Dass aber die Ansohauung < er Misohnah von dem was trepha ist, oder dass die Sätze, welohe Baba über tödtliohe Erkrankungen der Lunge aufstellt, Traditionen seien, hat weder jene nnoh dieser behauptet, vielmehr hat erst die spätere Zeijt, diese rein physiologischen Gesetze zur Trat unbequemen Fragen aus dem ־ wende auoh nioht ein, dass der darf den trephot nioht vergleich nioht: Alle trephot sind Uebeflieferangen, sondern gerade im Gegentheil, nur dasjenige ist trepha, was als tödtliohe Verletzung erkannt ist, weil, fügt der Talmud hinzu, der Augenschein] Verletzung an der einen Stelle wandet, während sie an der and sei. Mit der Aeusserung des!_ , _ , בטריפות זו תמה לזו (Chullin 48 b und öfter) ist also nicht die wissenschaftliche Untersuchung dessen, was als trepha gilt, sondern gerade umgekehrt, die scholasti80he Methode des Autoritätsglaubens und der exegotischen Behandlung der talmudisohen Ueberlieferang, wie sie von der spätem Zeit des Talmuds an bis auf die neueste Zeit fortgesetzt wird, gerichtet. jition erhoben, um (ege zu gehen. Man Talmud sagt: Man en, denn das heisst lehrt, dass dieselbe Thier tödtlioh verem Stelle unschädlich Talmuds אין אופרין Recensionen. Jwmanuel Tremellius. Ein Proselytenleben im Zeitalter der Reformation, von Wilhelm Becker. Breslau (C. Dülfer) 1887. 55 Seiten. Der Verfasser der vorliegenden kleinen Schrift hat in derselben sioh die Aufgabe gestellt, die äusseren Begegni8se und den innern Entwicklungsgang eines Mannes zu schildern, der dem Judenthum entsprossen und in dessen Schriftthum bewandert, allmählioh einer der gelehrtesten und begeistertsten Anhänger des evangelisohen Glaubensbekenntnisses geworden war. Bei dieser Darstellung war für den Verfasser, wie er dies in der Einleitung besonders hervorhebt, auch ein äusserer Beweggrund von bestimmendem Einflüsse, nämlich darznthun, wie sehr es im Interesse der evangelisohen Gemeinschaft!liege, dass den feindliehen Gesinnungen ״gegen das Volk des alten Bandes gewehrt werde“, da ein Mann wit Immanuel Tremellius aus dem Jadenthum hervorgegangen sei und die Japhetiten die Mitarbeit soloher Semiten nur mit Freuden begrüssen müssten. Auch am Sohlusse seiner biographischen Darstellung sprioht der Verfasser den Wunsch aus: ״Möge es dem Herrn der Kirche gefallen, recht viele Israeliten za eiiwecken, die der evaugelisohen Kirche ebenso treu ainhängen und dienen wie Tremellius einst der Kirchej der Beformationszeit allezeit treu geblieben und zui grossem Segen gewesen ist. “ l Es erweckt nun allerdings ein eigenartiges Gefühl, dass der Herr Verfasser nur jaus dem Grande das unangefochtene Dasein für das ״Volk des alten Bandes* als ein erwünschtes bezeichnet^ weil aus demselben reoht nützliche und brauchbare!Mitglieder des evangelisohen Glaubensbekenntnisses erstehen könnten. Aber wie nun, wenn von den Vertretern der anderen Secten des Christenthames werden würden, welohen Bath Beoker und weloher Fahqe mt seiner Meinung folgen? Da einzelnen Nüancirangen des gleioher Hingebung vertreten zugeben, dass bis auf die 1 ein Recht hätten, das Dasein loses zu bezeichnen und die » Wünsche laut uns dann Herr en wir dann, naoh unmöglich all die Christenthamee mit innten, so müsste er > Partei, die anderen als ein sweok- . Japhetiten anoh

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