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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-07-04 · N° 27. (4.7.1888) · p. Seite 104

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 27. (4.7.1888)
Date
1888-07-04
Page
Seite 104 (sequence 3)
Language
German
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Wagen im Norden and der Skorpion im Süden gesehen wnrde. Beb Ache wendet eher ein, vielleicht bewegen sioh die Sternbilder, wie die Axe einer Mühle, oder wie die Angel einer Thflre. Darens eohlieast Meimonidee (Moreh Neb. IL 8.), dass Bebbi selbst den rebbinischen Autoritäten der alten Zeit in wissenschaftlichen Dingen keinen unbedingten Qlanben schenkt. Allerdings sagt Asaria dei Bossi (ed. Benjakob 140) er könnte nicht begreifen, wieso das in diesen orten ausgesprochen sei, dooh hat Maimonides offenbart daraas, dass der Einwand B. Aoha’s nicht widerlegt ist, geschlossen, dass der T&lmad die Ansicht billige, dass die Sternbilder sioh bewegen, ohne ihre gegenseitige Stellung au verändern. Deutlicher als in diesem Falle seigt sich im näohsten, dass der Talmud die wissenschaftliche Autorität seiner Lehrer nur als eine relative auffasst, denn es heisst: die jüd. Gelehrten sagen, am Tage bewegt sioh die Sonne unter dem Himmel, in der Nacht über dem Himmel, (zur Erklärung dieser Stelle sei bemerkt, dass die talmadischen Gelehrten, den Himmel für ein festes Gewölbe von tausend Parasangen Durchmesser halten, welches sich in der Richtung gegen die Erde verdünnt (Pes. 94a); die heidnischen Gelehrten sagen, bei Tage geht die Sonne unter dem Himmel, und bei Nacht unter der Erde, und Babbi bemerkt: Ihre Ansicht ist wahrscheinlicher als unsere, denn bei Tage sind die Quellen kalt, bei Nacht aber sind sie warm. Von־die8er Stelle holt sich dei Bossi (Jmre Binah C. 11) den Beweis, dass der Talmud selbst seine ׳ wissenschaftlichen Erfahrungssätze nur mit r e 1 a - 1 ti ver Geltung habe angesehen wissen wollen. Wir können noch des Weitem aus derselben Stelle schliessen, dass dem gefeierten Sammler der Mischnah nicht; einmal die Thatsache bekannt war, dass das Wasser; sich langsamer abkühle als die Luft und. er darum die Meinung aufstellt, dass die Gewässer bei Nacht in Wirklichkeit wärmer seien and nicht nur uns, wegen der rascheren Abkühlung der Luft, so erscheine. Wenn aber jemand daraus für die Anschauung Capital schlagen wollte, dass die Orthodoxie überhaapt in wissenschaftlichen Dingen nach dem Talmud nicht zu fragen habe, wäre er auf dem Holzwege, denn Unentschiedenheiten kommen auch in. den Ge setzen vpr und Niemand von den Herren wird sich das Becht Zutrauen, in einer offenen Frage des rabbini8chen Gesetzes nach Belieben Partei zu ergreifen Ich will ferner nicht leugnen, dass Maimonides ausdrücklich davon spricht, dass die wissenschafblichen Erörterungen des Talmuds •nur dem Wissenstande der Zeit entsprechen, und darum für uns von keiner Bedeutung seien, aber derselbe Maimonides zeigt doch das Bedenkliche dieser Ansicht, indem er sagt, man müsse sich bemühen, diese Widersprüche zwischen wissenschaftlicher Erfahrung und talmadischer Ueberlieferung nach Möglichkeit zu vermindern. (Moreh Nebuchim HI. 14.) Ich will ferner hervorheben, dass dei Bossi im 11. und 12. Cap. seines Werkes, Meor Enajim, sich sehr viel Mühe giebt, um nachzuweisen, dass die naturwissen- Bchaftlichen und geschichtlichen Anschauungen des Talmuds unter einander so wie mit den anerkanntesten wissenschaftlichen Autoritäten in Widerspruch stehen, aber wie vorsichtig geht er dabei zu Werke! Ja, als er den Nachweis geliefert hat, dass Pseudo-Jonathan ebenfalls die Erde für eine flache Scheibe hält, setzte er hinzu: ,Jedoch, wenn jemand meine Aeasserung über Jonathan ben Usiel ,von dessen Athem die Vögel in der Luft, verbrannten‘, für anstössig hält, so siehe ich sie zurück, and sie sei wie nie ge- Khert. * Hätte er das gethan, wenn er nioht hätte ten müssen, dass seine orthodoxen Zeitgenossen diese Worte für ketzerisch erklären würden? Ja, noch mehr. Derselbe dei Bossi führt einen Versuoh Elia Misraohi’■ an, die oopernioanisohe Weltanschauung mit dem Talmud in Einklang zu setzen. Elia Misrachi fragt nämlioh in seiner Erklärung zu Baschi (V. Mos. 4) wie die talmudisohe Angabe, dass die Entfernung vom Himmel zur Erde ebenso gross sei, wie die zwisoben Ost- und Westpunkt des Himmelsgewölbes sioh mit der neuen Weltanschauung vereinigen lässt, welche die erste Entfernung als Halbmesser, die zweite als Durchmesser des Himmelsgewölbes betrachtet und antwortet, wenn der Talmud sagt, vom Osten bis zum Westen 80 meint er, die Entfernung vom Beschauer entweder bis zum Osten oder bis zum Westen der Himmelskagel. Tlätte sich Misraohi diese Mühe gegeben duroh solch« offen bare Verdrehung des Wortsinnes den Talmud vor seinen Zeitgenossen zu rechtfertigen, wenn er nicht überzeugt gewesen wäre, dass dieselben dessen Autorität als geschädigt ansehen, weil er mit der anerkannten Lehre der Wissenschaft nicht übereinstimme. Ja noch mehr, um völlig zu begreifen, wie selbstverstündlich es den Alten war, dass der Talmud nichts enthalten dürfe, was dem Geiste moderner Wissenschaft widerspreche, müssen wir die Stelle des Talmuds (Chagiga 12a) im Zusammenhänge betrachten. _ (Fortsetzung folgt.) Zur Chronologie. Von L. Cohen in Rees a. Rh. (Fortsetzung aus No. 25.) No. 312: St 1667 I. 1666. No. 313: Chaiin, S. d. Meschulam Auerbach st. יום ד־ כ״ה תשרי תכ״ז. — Unmögliches Datum; der 25. Tischri 5427 m. d. F. הב״ז war am Sonntag. St. 1667 1. 1666. No. 314: Manis, S. d. Abraham Brak wurde geboren ביום ש״ק י‘ז חשק של״נ• — Der 17. Cbeschwan 5373 m. d. F. הכת war am Montag. No. 325: St. 1709 1. 1708. No. 328: Zortel, T. d. Avigdor st יוס ד ריח טבת תע״ב♦ — Der Neumond Tebeth 5472 m. d. F. .בח־־ד war am Freitag. St. 1712 1. 1711. No. 332: Juda Leb Neumegen st. VC ‘א שבט תדיח. — Unmögliches Datum; der 15. Sehe bat 5475 m. d. F. TIC war am Sabbath, und im Jahre תד׳ה m. d. F. בש״ז ,falls dieses Jahr gemeint sein sollte), am Montag. No. 334: Anschel, S. d. Joseph Ginzburg st. כיום נ־ י־ לחדש אייר תיו עין טית• — Unmögliches. Datum; der 10. Jjar 5479 m. d. F. בח״נ war am Sabbath. No. 338: Simon, S. d. Araham Ulma 8t. יום ר ראשון רחדש חשח תם* א. — Es war dies der erste Neumond Oheschwan (30. Tischri.^ St. 1721 L 1720. No. 339: Sanwel, S. d. Chaim Bacharaoh st. יום ב׳ ד שבט חפ״א. — Der 4. Schebat 5481 m. d. F. הכ״ז war am Sabbath. No. 344 u. 345: St. 1724 1. 1723. No. 346. S. 58, Z. 6: Simson Wertheimer wurde geboren יום א׳ י״ג שבט ת״י״ח-ל׳. — Der 13 Schebat 5418 m. d. F. זש״ה war am Donnerstag. No. 350: Löb, s. d. isaao st. מם ש״ק ח׳ סבת תפ״ח. — Unmögliches Datum; der 8. Tebeth 5488 m. d. F. .נכ״ד war am Sonntag. St 1728 L 1727. No. 352: Sprinze, T. d. Herz Darmstadt st יום נ׳ כ״א כסליו תציא. — Der 21. Kislew 5491 m. d. F. נכ״ו war am Donnerstag. St 1731 L 1730. No. 355 und 356: St 1733 L 1732. No. 357: Zwei Binder starben ntn ש׳׳ק 1' חשק

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