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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-06-21 · N° 25. (21.6.1888) · p. Seite 97

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 25. (21.6.1888)
Date
1888-06-21
Page
Seite 97 (sequence 4)
Language
German
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Originaltalent, das sioh nioht an Andere ai lehnt and seiner herrliohen Diobtung aas eigener Phantasie sohöpft. Mappn war einer der gross artigsten Romanen• dichter seiner Zeit, h&ohst originell, höchit erfinderisoh und eigenartig spannend and unterhaltend in seinen köstlichen Sohöpfungen. Seine Romane sind künstlerisch formvollendet, in der Anlage meisterhaft, in der psychologischer Durchführung oonseqaent and logisch, in der feinen Beobachtung der menschlichen Natur erfahren und in der Erfindung höchst spannender Verwickelungen, wie anuh in deren Lösung, wobei nichts Wilikürliohes, niohts von Auase ׳ Herbeige• führtes vorkommt, unerschöpflich. Mappu Ijiesass die gottbegnadete Phantasie, welche aber durbh künstlerisches Genie'geregelt and bemeistert war. In der Fiction war er stets unerschöpflich, dann aber liess er Alles auf natürliche Weise aus sioh selbst heraus entwickeln, und die höchst spannenden Ereiguisse sind stets logisoh und unabwendbar. Dabei verstand er es, den Mensohen alle ihre Geheimnisse, alle ihre Empfindungen und Gefühle, alle ihre guien Seiten und ihre Schwächen abzulauschen. Er war ein feiner Beobachter des menschlichen Seelenlebens, wie selten Einer. Sind dies die innern Vorzüge Mappu’s, so kommt noch eine blähende, unvergleichliche Sprache, die von Niemanden übertrofien und nur von sehn Wenigen erreioht war. Mappu traf so glüoklioh den einfachen und dabei dooh so erhabenen biblischen Ton Sohlicht und dabei dooh von unbeschreiblichem Reine ist sain Stil; und wenn man Mappu’s Roman liest, 80 weiss man nicht, ob man sich von der sohönen Erzählung, oder von der schönen Spraohe raitgeris 1en fühlt. Mappu’s Romane gehören zu denen, welche man nioht aus der Hand legt, bis man sie zu End^ gelesen, worauf man dann ein eigenthümliohes Gefühl!empfindet, dass der Dichter es verstanden hat, uns ein|e geraume Zeit ganz zu fesseln. I Bevor wir daran gehen, ein Bild von dein meisterhaften Schöpfungen Mappu’s zu geben, Sollen wir einige biographische Daten voransohicken. Das Leben Mappu’s war das denkbar einfachste und ruhigste. Man muss staunend frag« n, woher ein innerhalb seinen Wänden lebender Dichter sioh eine derartige, tiefeindringende Menscher kenntaiss erwerben konnte. Seine meiste Zeit hat er in K o w n o, einer grossem Stadt Lithauen’s, zugebr icht. In dieser Stadt, welche eine grosse jüdi80he Gemeinde zählt, lernte er das innere Leben seiner Stammesgenossen aufs beste kennen und wusste das ganze Thun und Treiben in ^materieller, wie in moralischer Hinsiobt aufs treueste zu potraitiren. bebst den vielen Vorzügen, der gemüthliohen Seite, ׳rosste er auch die Kehrseite, die Bornirtheit and die scheinheilige Frömmigkeit, die in Kowno eine e genartige Seite des Judenthuras ansgebildet, sehr gut and treu zu schila^q. In Kowno giebt es nämlich!ine Sorte Frömmler, welche in sogenanntem Einsi! idlerthum <םרושים) nur dem Studium des Gesetzes und der Gottesanbetung leben. Protegirt werden diese Frömmler von einem angesehenen Rabbiner, der sich einer grossen Popularitat unter unsera frommen Religionsgenosser in Rossland erfreuet. Mag es nun dieser Rabliner gut meinen, für jeden Fall ist diese Züohtuug von Soheinheiligen für die Judenheit Russlands sehr ver hängniss- ▼oll Es sind dies bornirte, unwissende und dooh so anmassende Leute, welohe in ihrer Dammdi eistigkeit jede Bildung von unsera Stammesgenossen femzuhalten suohen. Mappu’s freie Satire übeigab nun diese modernen Dunkelmänner der verdiente 1TLächerliohkeit. Trotz seiner herrliohen Diohtnngen wäre Mappu gewiss in Armuth und Eilend verkommen. Denn seine Romane, welohe unzählige Auflagen und Nachdraoke erlebten, konnte es nur für eine Kleinigkeit an einen Verleger bringen. Sein grösster Roman ersohien theilweise posthum. Nur der Munifioenz seines Bruders, des Herrn Mathathja Mappu in Paris, verdankte es unser Diohter, dass er nicht in Elend verkümmerte. In seinem 59. Lebensjahr erkrankte er und kam nach Königsberg i. Pr., um ärztliohe Hilfe zu suohen, fand aber dort, wie bereits *11gegeben, am 9. Oot 1867 den Tod. Kein Grabstein ziert die letzte Rahestätte des Dichters. In Königsberg weiss kein Mensch von diesem grossen Hebraisten. Vor einigen Jahren wurde dieser Mangel an Pietät von mir in einer jüd. Zeitschrift gerügt, aber ohne Erfolg Dr. S. Eernfeld. Belgrad, im Juni 1888. Zur Chronologie. Von L. Cohen in Ree• a. Rh. (Fortsetzung ans No. 24.) S 200: Elieser Asohkenasi 8t. כ״ז'S Of ניסן תי״ד. — Unmögliches Datum; der 27. Nisfcan 5414 war am Dienstag. S. 203: St. 1655 L 1654. S. 207: Selig Merlin Dajan st. ltam סיק תט״ו. — Unmögliches Datum; der 15. Siwan 5415 m. d. F. זש״ה war am Sonntag. S. 208: Rechte, T. d. Josua Heschel st. יום א' ד, תמח תט״ו• — Der 4. Tamus 5415 war am Freitag. Wahrscheinlich ist "T ein Druokfehler für ר. (VergL auoh No. 209). No. 211 u. 212: St. 1656 1.1655. No. 216: Neple, T. d. Juda Leb Kremsir st. בש״ק כ־ שבט שנת תי״ו- — Der 20. Schebat 54 6 י m. d. F. זח״א war am Dienstag. Jedenfalls muss hier תי״ז st. תי׳־ו gelesen werden, denn im J. 5417 m. d. F. נכ״ה fiel der 20. Schebat auf Sabbath. In diesem Falle wäre dann 1657 st 1656 zu lesen. No. 217: Fögeie, T. d. Isaac st. יום נ׳ כי׳א אדר תי״ז. — Der 21. Adar 5416 war am Freitag. Wahrscheinlich ist auoh hier תי*ז st. ,."TI zu lesen. No. 218: Elkle, T d. Moses Sohiok st. DTO א' כ״נ א״־ר תטי־ו. — Der 23. Jjar 5416 war am M ittwoch. No. 222: Isaac, Eidam Jonas Chalfons 8t. DT* 1657) י״ט תשרי רדי). — Jahreszahl ungenau und scheint ein ר oder 7 zu fehlen. No. 228: Rodisoh, T. d. Jeseph Roch st. יום א' ינק' י״ב כ״ב פיח תי׳ז• — Unmögliches Datum; der 22. Siwan 5417 m. d. F. נכ״ה war am Sonntag. No. 229 und 230: St. 1658 L 1657. No. 231: Simon Stein u. 8. S. Elia st. יום ר ה׳ טבת und יום וד דד כסליו תי־׳ח. — Der 5. Tebeth 5418 m. d. F-. ושיה war am Dienstag und der 5. Kislew am Sonntag. St. 1658 L 1657. No. 232 und 233: St. 1658 L 1657. No. 236: Joseph, S. d. Bezalel Nedling 8t. חי״ת TT יום ד י״ב אדר חי״ו. — Dieses Jahr war ein Sohaltjahr und ist es unbestimmt, ob Adar I oder Adar H gemeint sei. Ausserdem passt der Wochentag weder zu dem Monatsdatum des ersten nooh des zweiten Adar; der 12. Adar I war am Freitag und der 12. Adar II am Sonntag. ' No. 238: St 1658 L 1657. No. 240: St. 1659 L 1658. .. 'TsfrT'r* Vi 1*14t>״!rf־'־:

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