Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 23. (7.6.1888)
- Date
- 1888-06-07
- Page
- Seite 89 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1t! der betr. £ estehe, nur be ich mich!,Setzungen essen; and en Üeber- Bansen a. a. forschung gehindert. Wenn ich auch Stelle des 4. Bandes, wie ich gerne ein: aus sekundären Quellen geschöpft habe, so hu dooh bemüht, aus den besten deutschen Uebe: mir das richtige Verständniss zu ersohl! da habe ich denn aus den verschieden tragungen, die ich bei Luther, de Wette, vorfand, als: ״Last, Ausspruch, Websagung, Beschwer“, das Wort gewählt, das durch Luther die Autorität des Alters gewonnen hat. Auch Preller in der griechischen Mytholo ä׳ie bedient sich unter dem Kapitel ״Weissagung“ dieses Aasdrucks. Rüekert verwandelte das Wort ״Last“ in ״Ladung Gottes“. Zittern“ wird bei der Menschenseele immer lieber Majeals Angst Sondern als da empfunden, wo das Walten gött stät sich kund giebt, es braucht und Zagen gedeutet zu werden, Hauch überirdischer Macht. nicht Empfangen Sie die Versicherung aufrichtiger Hochachtung, womit verbleibt Ihr ergebenster aufrichtiger Dr. Georg e b e r. III. Brandenburg a. H., 29. Mai 1888. Hochzaverehrender Herr Professor! Gestützt auf Ihr gütiges Eutgegenkommea, erlaube ioh mir, eiue ergebene Bitte an Sie za richten. Ihr gefälliges Schreiben vom 9. d. M. habe ich meinem Amtsbruder Hrn. Dr. Rahmer in Magdeburg, Redactear des ״Jüd. Litt.-BL“, confidentiell mitgetheilt, and möchte er gern das interessante Scriptum in seinem Blatte veröffentlichen. Darf ioh Sie, hochverehrter Herr Professor, um die Genehmigung hierzu ersuchen? Durch die Veröffentlichung würde die Discussion über das von Ihnen mit Recht als wichtig bezeiohnete Bibelwort in Fluss gebracht und höchstwahrscheinlich ein gesichertes Ergebniss herbeigeführt. Baldgeneigter Antwort entgegensehend, Ihr aufrichtig ergebener Dr. Krön er. Umgehend traf hierauf die Antwort ein: Sehr geehrter Herr! Im Aufträge meines am Schreiben verhinderten Vaters theile ich ergebenst mit, dass derselbe gegen die Veröffentlichung des in Rede stehenden Schreibens nichts einzawenden hat. Hochachtungsvollst Dr. Fr. Weber. Heidelberg, 30. Mai 1888. Brandenburg a. H. 18. Hai 18S8. leute finde werthen und mir st zu gedie Hochverehrter Herr Professor, erst ich einige freie Augenblicke, Ihnen iür Zeilen vom 9. d. M. bestens zu danken darauf einige Bemerkungen ganz ergeben statten. Ich hege die feste Zuversicht, dass eit em hervorragenden Historiker wie Ihnen die qu. ״Autorität des Alters* für die Dauer nicht massgebend sein wird. Würden doch bei der Wahl des Ausdrucks ״Last“ so bedeutende geschichtliche Persönlichkeiten wie die hebr. Propheten als wider willige Knechte Gottes, d. h als das Gegenbild dessen erscheinen, was sie nach ihrem Reden und Thun, ja schon nach i!rem hebr. Namen (Nabi von naba frei hervorqu allen , wie Rhetor von psto) in Wirklichkeit waren. Df ,zu kommt, dass namhafte chiistl. Theologen, Bibelkritiker, Philologen und die Bibel selbst die Auffassung ״Last“ zmückgewiesen. Allerdings braucht das ״Zittern“ nicht als Angst und Zagen gedeutet zu werden, es kann auch von der Freude veranlasst sein; nur vermag ich die Empfindung erhebender Freude mit dem Gefühl erdrückender ״Last“ nicht recht zu vereinbaren. Entschuldigen Sie, Herr Professor, mei!,e unmassgeblichen Ansichtsäusserungen und genehmigen Sie die Versicherung meiner ganz besondern Hosbachtung, in der ich den Himmel bitte, dass er II :neu auch fürder Kraft und Muth zu Ihren fruchtl »ringenden Forschungen verleihe. Ihr treuerge bener Dr. Kroger. Herrn Professor Dr. Georg Weber, Hoch wohlgeboren, Heidelberg. Receits 1 onen. Von dem Inhalt des obigen Briefw: Kenntniss gesetzt, sprachen wir dem veehrten Herrn Dr. K. den Wunsch um Veröff! desselben in uns. Bl. aus. Mit feinem Taot derselbe zuvor an Herrn Professor Dr. Geo das folgende Schreiben: ׳!chsels in Kollegen ntlichang richtete 1|g Weber Wünsche, Aug., Dr. theol. ejt phil. Der Baby- Ionische Talmud in seinen haggadisohen Bestandtbeilen wortgetreu übersetzt und durch Noten erläutert. Zweiter Halbband, zweite Abtheilung. Leipzig, Otto Schulze 1888. 224 S. (Fortsetzung.*) | No. 4 (fol. 9 ab) ist auch unverständlich and der! Erklärung bedürftig. Es ist davon die Rede, dass | der Mensch, um Gottes Gebote zu erfüllen, Opfer I bringen muss. ״Bis zu einem Drittel“, sagt-N Sera, | soll der Mensoh za diesem frommen Z wiecke opfern. Was für ein Drittel, wird gefragt. Etwa ein Drittel von seinem Vermögen, und soll er demnach, wenn sich die Gelegenheit darbietet drei Gebote za erfüllen, sein ganzes Vermögeu hiugeben? Nein, R. Sera meint, ״ דהידור מצוד■ פד שלישzur Verherrlichung eiu38 göttlichen Gebotes solle er ein Drittel mehr zahlen“, d. h. er soll lieber den theur.־n und schöneren Gegenstand kaufen, selbst wenn dieser ein Drittel mehr als ein gewöhnlicher kostet. So muss die Stelle übersetzt werden, nach der angeführten richtigen Lesart. Wünsche’s Uebersetzung: Die Verherrlichnng bei der Erfüllung eines Pflichtgebotes (d. i. ״die sorgfältigste Ausübung) soll bis ein Drittel der Ausübung des Pfliohtgebotes kosten“ — ist mindestens schwerfällig. Was schliesslich die Palästinenser im Namen des R. Sera tredieren:;,Bis za einem Drittel von dem Seinigen, von da ab und weiter von Gott“, bedarf sicherlich einer erläuternder Note. Offenbar verstehen diese unter שליש: du Drittel von seinem Vermögen. Soviel soll Jeder nach B. Mezia 42 a flüssig haben, während er für die übrigen zwei Drittel Werthgegenstände und liegende Güter ankaufen 8011. Hat nuu Jemand zu frommen Zwecken das in seinen Händen befindliche Drittel seines Vermögens geopfert, and es naht die Zeit heran, irgend ein Gottesgebot za erfüllen, so soll er nicht etwa Haus und Acker verkaufen, am sich den zur Ausübung der Mizwah noth- *) B ei ichtignn g. In dem vor. Artikel S. 85 Z. »5 vu. ist (statt Verf.) dem Bef. zn lesen. , >