Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 15. (12.4.1888)
- Date
- 1888-04-12
- Page
- Seite 56 (sequence 3)
- Language
- German
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— 6ft — sonders nützlich sind, wo man .oft niohtfl^reiss, ob man Bich mehr über diese kindische Auffassung, welche in dem Henagen einiger Verse ein Mittel zur Erhaltaug der Gesundheit, sur Stärkung dee Gedächtnisses, ■um Bannen der bösen Geister oder 1am Erwerbe eines Vermögens sieht, oder über die Geschmackloeigkeit der Auswahl wundem soll Hören wir was gans besonderes für den Ausgang des Sabbath empfbhlen wird, da soll man sagen: Misohma, Duma und llassa; (Gen. 25.14.) Isak weilte in Gerar; die Hungersnoth war schwer im Lande; die Söhne Dans Messen ChuaoMm; auf deine Hilfe vertraue ioh, o Herr; Isachar Sebulun und Benjamin. Eine Zauberin sollst da nioht am Leben lassen; Da sollst machen Edelsteinfassungen aus Gold; Von dem Aussatz dee Kleides and des Hausee etc. (Es sind laater dreiwörtrige Bibelverse.) Jedermann der, wie ioh das alt-j&dische Leben kennt, wird sich erinnern, mit weloher Punktlichkeit von den eifrigen Betern diese Vorschriften befolgt worden, doch ist es nioht das Gebetbuch, allein, durch welches der kabbalistische Brauch in das practische Leben des Jadenthams eindrang. Man * erinnere sich wie viel noch heute auf die Behütung aller geniessbaren Gegenstände von ־den bösen Einflössen der Tekufah gehalten wird, man erinnere sich an das Auslösen eines Kranken duroh eine Geldsumme, welche dem Zahlenwerth seines Namens entspricht, (VEl פדיון), an das Aendem des Namens eines Schwererkrankten mit der offenen Absicht, den Todesengel in der Person, welche er zu holen beauftragt ist, irre za machen, an das Ausschütteln der Kleider bei dem Segen über den Neumond, an die Sorgfalt beim Verbrennen der Fingernägel als dem Sitz der bösen Geister und an die gleichfalls zum Zweck des Geisterbannes vorgeschriebene Vorsicht beim Waschen der Hände nach dem Erwachen, was im Schalchan Arach ausdrücklich auf das Bannen des bösen Geistes zurückgeführt, wird, weshalb auch geboten wird, das gerichteter Hund machte, aber dann hätte •iah Zewi Asohkenasi mit der Erörterung dieser Frage zu viel Kopfzerbrechens gemaoht und andererseits steht es fest, dass so ein Golem mitunter ein gefährliches ׳ Subjeot ist, denn Eiiah aus Ghelm jrurde von ei&m Golem, dem er den belebenden Gottesnamen wegnehmen wollte, im Gesiohte zerkratzt. Für den engen Zusammenhang swisohea der Kabbala und der Gesetzesaaffassang aer späteren Zeit mag auch die Angabe Alexander Sohors dienen, dass die Seele eines leichtsinnigen Sohoohet nach seinem Tode in einen Hand fährt, was er Isak Luria nooh schreibt and ihm wieder von Abr. Danziger naohgeschrieben wird (□"1חכמת א ) Aus dem Gesagten geht nun unzweideutig hervor, dass derjenige, welcher sich gegen die Kabbala ablehnend verhält — und das than alle unsere Orthodoxen — mindestens unbewusst ein Kritiker gegen das überkommene Jadenthnm ist, und somit keinen Anspruch mehr darauf erheben kann, seine religiöse Anschauung der der frommen Männer des vorigen Jahrhunderts gleioh za setzen. Viel mehr gehört er, ob er will oder nicht, in das Lager der liberalen Theologen. Collectanea. Von Dr. Ph Kroner, Rabb. in Brandenburg a. d. H. XXVII. Eine auffällige Bemerkung Heidenheims. Zu dem Wortgefüge נחלי ב ליעל ■n der Haftara für den siebenten Pessaohtag, 2. Sam. 22,5 — bemerkt Heidenheim in seiner Machsor-Ausgabe zunächst sehr zutreffend: נחלי רשע, והנה קרא נחלי רשע הנחלים השוטפים ורצים ככח, וזה כולו משל על הרעות הנחלות. (Böse Ströme; die Sahrilt nennt so diejenigen Ströme, welche mit schneller Gewalt einheräuthen — ein Bild grosser Gefahren.) _ _ Dasselbe Bild finden wir öfter, wie 2. Sam. 22,17; Wasser das man dabei gebraucht, nioht auf die Erde j p8. 18,17; 32,6; 69,2. 3. 15. 16; 124,4 5; Hiob 27,20. aus zugiessen, damit nicht jemand durch die in dem Die Erklärung Anderer, wonach 116ס11^1°^1=בליעל, Wasser befindlichen bösen Geister geschädigt werde, j Tiefe, Niedrigkeit und zwar sowohl räumliche Tiefe (Orach Chajim 4.2 ff.) und noch vieles andere. Man müsste sich ferner für gegenwärtig halten, dass die kabbalistischen Werke auch. Me und da zur Fest- Stellung eines Gesetzes herangezogen werden, wenn auch im Allgemeinen der Grundsatz gilt, dass bei einem Widerspruch zwischen Talmud und kabbalistischen Werken der erntere den Vorzug verdient 80 .חבם צבי סי׳ ל״ו אין לנו בדינים והודאות עסק בנסתרות entscheidet B. Moses Isserls auf Grand der kabbalistischen Werke, dass man zwischen גאולה aqd תפלה, Amen sagen dürfe, (Schalchan Arach Oraöh Chajim 111.1). Ebenso ist es von nioht zu untersohätzender Bedeutung das Zewi Asohkenasi und sein Sohn Jakob Emden sioh ernstlich mit der Frage beschäftigen, ob man einen, durch kabbalistische Künste belebten Automaten (Golem) za Miujan zäMen dürfe שאילת יעבץ ח״ב סי׳ ם*ב־ חכם צבי סי׳ צ" נ. ich kann mir Mcht versagen bei dieser Gelegenheit die Entscheidung Zewi’s anzuführen, welche von dem Gesichtspunkt ausgeht, dass - es Mcht gestattet sei, den Golem zu Minjan zu zäMen, denn sonst hätte B. Sera den von Baba erschaffenen Automaten nicht duroh Besohwörang wieder tödten dürfen. (Synhedrin 65 b.) Jakob Emden wundert sioh nan nooh mehr, warum sein Vater nioht den Beweis dadurch verkürzte, dass er sägte, ein Golem dürfe ebensowenig zu. Minjan gezJEnlt werden; wie ein Taubstummer, daher meint er, müsse jener von Baba verschaffene Golem gehört haben, Beweis dessen, dass ihn Baba zu B. Sera schicken konnte. Allerdings ist es noch immer möglieh, dass dieser Golem die Gänge bloss wie ein abwie sittliche Niedrigkeit und daher ני'ב tiefe Ströme bedeute, sagt uns nioht zu; das Bild entbehrt in dieser Fassung der Lebendigkeit, welche־ der Dichter beabsichtigt hat, der denWassern u. a. das schmückende Beiwort הוידונים die aufbrausenden, stolzwogenden, übermüthigen giebt Die zweite Bemerkung Heidenheims zu נ״ב lautet: ,נם יתכן לפרש נחלי בליעל, חבורות אנשי בליעל מלשון נחיל של דבורים הידוע בדברי רדל, והפירוש הזה מסתבר יותר אחרי שלא מצאנו לשק בליעל כ״או אצל בני אדם• (Auch ist נ״ב angemessen durch Gesellschaften niohtswürdiger Menschen zu erklären; נהל also gleich נחיל Schwarm, Schaar — □נחי? של דבורי Bienenschwarm, aus dem rabbinischen Sohriftthum bekannt; diese Erklärung ist einleuchtender, weil wir den Ausdraok בליעל nur neben Personal substantiven finden.) Diese Bemerkung dürfte dem flüchtigen Bliok geistreioh erscheinen, zumal bei Berücksichtigung des Zusammenhangs von נחל and נחיל! beide Substantivs stammen von dem Verb?TO H. — strömen, נחיל ist der ström artige Sohwarm. Bei genauerer Prüfung jedoch muss diese Erklärung befremden; denn erstens steht sie Mcht in Einklang mit den oben angeführten Stellen, in denen nm das Bild der verderbüahen Wasserflath klar und unzweideutig entgegentritt, namentlich auch nioht mit deip Parallelismus גחלי בלייעל uni mb משברי, sowie ורה^ — von נחל mit He parag. poet. — und,ביס odsr O'IT המי□ וייח; sodann wird נחיל unseres Wissens nie auf einen Schwärm Menschen (״בני אדם״), sondern nur auf' äine Schaar ״ ־-.-tri