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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-04-12 · N° 15. (12.4.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 15. (12.4.1888)
Date
1888-04-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljihrlich bet und Buchhandlungen 's Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit paltene PetiteeileT Beilage■ mit 20 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes an senden er u. Lehrer, welchjB direct oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 1ן Babatt. Inhult: Wissenschaftliche Aufsätze: Unsere Orthodoxie im Lichte wissenschaftlicher Beligionsbetrachtimg. Ton einem freisinnigen Theologen. — Collectanea. jVon Dr. Ph. Kroner, Babb. in Brandenburg a. d. H. XXVII. Eine auffällige Bemerkung Heidenbeims. Litteraturberi dota Oxonient: (Forte.) — Jonta, der Mischnah Unbefugter Nach■ wollen, dass das ht: Becensionen: Neubauer, Ad Aneoetc. Oxtord at the Clarendon Press 1887. : the Cläre!-Traktat ״ Versöhnangstag“. ruek aus diesem Blatte ist nicht gestattsl. Unsere Orth« doxie im Lichte Wissenschaftlichor Religionsbetrachtung. Von einem freisinnigen Theologen. in. Ganz überfüssig aber soheint 08 mir beweisen zu Judenthum vom 12. Jahrhundert an mit wenigen At *nahmen, die Kabbala als einen Theil Ja man könnte und Leon Modena haben, die Kabder jüdischen Religion betrachtete, sagen Maimonides, Eiiah del Medigo sind die einzigen, welche es gewagi bala offen zu bekämpfen, denn selbst der sohärfste Kritiker, den das Judenthum hervorgebracht hat, Abraham ibnEdra, ist gegen die Kabbala sehr nachsichtig, ja, aw Neuplattoniker glaubte er selbst an die tiefere Bedeutung der Zahlen mithin auoh der Baohstaben, welohe als Zahlen gebikuoht werden, wie er in seiner Erklärung za den Zehngeboten ausdrüoklioh bemerkt, es sei nioht gleichgiltig, dass diejenigen Baohstaben, welohe den Gottesnamen bilden, aaoh in der Grammatik eine 80 [bedeutende Rolle Stielen. Wenn er nun allerdings andererseits in seiner inleitung zur Thora, sich gegen diejenigen wendet, welohe überall in der Schrift Geheimnisse suchen, 80 dürfte er damit,' wie Rosin in seiner Erklärung dieser Stelle sagt, eher auf die christliche Typologie als auf die Kabbalisten; anspieleu. Jedenfalls sind die Männer nur seltene Ausnahmen, die sich gegen den anbedingten Glauben an die Kabbala Faasspreohen, die grosse Mehrzahl stimmt ausdrücklich oder stillsohweigeud mit ihr überein, und es ist ganz gewiss niohts Geringes, wenn«wir sehen, dass aer kritisch angelegte Azariäh dei Rossi die Autorität des So har and anderer kabbalistischer Werke gegen die Lehre Eiiah Levita’s,! dass die Vooal- und Aooentzeioheu jünger seien als!der Talmad, auffuftJ und ausdrüoklioh sagt: Nachdem | R. Eiiah seiner Untersuchung die Worte voransohickt: ״Wer mir beweisen wollte, dass meine Meinung gegen die Angaben der Rabbiner veratösat, dem wolltpioh mioh sofort unlerwerfen, könnten wir ihm sagen: O, wer nähme den Staub von deinen Angen, Aaserwählter des Volkes, dass da sehen könntest die Büoher der Kabbalisten, welohe gana deutliche Aassprüohe über Gestalt und Namen der Vooal- und Aooentzeiohen enthalten.* (Meor Enajim, Imre Binah C. 59 ed Ben Jaoob II p. 201.) Ja noch ausschlaggebender ist es wohl, dass selbst Mendelssohn in seiner Vorrede zur Thora sich die Ansioht dei Rossi’s zu eigen maoht, weil er dem Fanatismus seiner Zeitgenossen fürohtet. Wer also auf dem Standpunkt der gläubigen Juden des vorigen Jahrhunderts steht oder stehen will, muss die Kabbala anerkennen. Wir dürfen auoh nioht übersehen, dass unser religiöses Leben, selbst das Gesetz, von der Kabbala derart mächtig beeinflusst wurde, dass wir sie nioht ignoriren können. Mau braucht nur einen Bliok in unseren Siddur zu werfen, um sich davon zu überzeugen, wie vielfach die kabbalistisohe Lehre in das religiöse Leben des Jadenthams eingegrifien hat. loh will nicht von den kabb&listisohen Gebetbüchern sprechen, wie sie heute unter den Ghassidim gebraucht werden, נהורא מעליא, סדור ש״לה, sondern gerade von demjenigen, welches R Jakob- Lissa mit der aasgesprochenen Absicht verfasst hat, die grosse Meüge in leiohter Weise mit den Gesetzen über Tefilla bekannt zu maohen. Ein Werk, welohes er in seiner Vorrede als das bedeutendste seines Lebens erklärt und in seinem Testamente seinen Kindern aufs angelegentUohste empfiehlt, wo er ihnen anoh ans Hen legt, beim Gebete auf die kabbalistisohe Lehren za aohten, damit sie nicht durch deren Vernachlässigung einen Schaden an den zarten Geistern anriohten, oder wie der kabbalistisohe Ansdruck lautet, ״die zarten Pflanzen zerstören“ קוצץ בנפילות. Im Einzelnen will ich nur hervorheben, die mitternäohtliohen Klagen am den Untergang Jerusalems (תקחחצות), die Einleitangsgebete vor dem Anlegen des Talis und der Tefillin, beim Zählen des Omer, beim Abschlagen der Bachweide am Hosohaua rabbah, und beim Sohofarblasen, die so wüste Dinge enthalten, dass selbst dis Einsichtigen unter den Frommen der alten Zeit sioh davon zurüokhalten, während die grosse Menge der Ungebildeten mit grossem Eiter sioh an Gott mit der Bitte wenden, dass dis Töne des Sohofars von der Hand Tartiels, des Haaptmanns der Engel, in einen Teppiah verweht, oder von einem anderen Herrn mit ebenso merkwürdigem Namen za einer Krone gefloohten werden mögen, die auf dem Haupte Gotte« ihren Platz finden sollte. (VgL Chagigah 13 b.) Dahin gehört auoh die ganze Hausapotheke von gewissseit Bibelstellen, welohe für diesen oder jenen Zweck be-

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