Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 14. (5.4.1888)
- Date
- 1888-04-05
- Page
- Seite 53 (sequence 4)
- Language
- German
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***** — 58 — dem Dämon ihm geliehene Unterstützung Wunder than könne (vergl II. Thessal. 2. 9) oö l<rtlv f) 7capouo(a xax’ Ivepytlm xoO Saxavä . . . xal qr)(1e£01; xal ripaai ([ituSou(. So wird e8 wohl za verstehen sein, dass der Talmud ear Erklärung der Angabe, dass Abraham den Söhnen seiner Nebenfranen Ge» )henke gab, sagt, er habe ihnen den ש□ טומאה. d. 11. die Kunst des Zauberns daroh Beschwörung dei bösen Geister gegeben (Synhedrin 71 a'. Za den kabbalistischen Bestandtheilen des Talmads gehören dann auoh die zahlreichen Namen guter und böser Geister, wie die Angabe, auf welche Weise man sie beschwören könne und Aehnliches.; Mir kam es nur darauf an nahhzuweisen, dass die wichtigsten Grundzüge rabbaliptischer Anschauungen im Talmud bereits enthalten äind, 80 dass man nicht gut die Kabbala von der rabbinischen Lehre scheiden kann, wenn man dieselbe in ihrer Gesammtheit für etwas Göttliches, von der Religion des Judenthums Untrennbares hält. (Forts, folgt.) Beitrag zur Geschichte der! Juden am Niederrhein. Mitgetheilt von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein. Aus den Gegenden, wo die Quellen zur jüdischen Geschichte nur spärlich fliessen, wie dieses thatsäohlieh hier am Niederrhein der Fall ist, mass auch der kleinste Beitrag dem jüdischen Geschichtsschreiber werthvoll und daher willkommen se n. Dies veranlasst mich, folgenden Schutz- und Gelsitsbrief, welcher mir durch die Freundlichkeit des hiesigen Gemeinde- Vorstehers, Herrn Leopold Spier,!einem Sprossen des in dem Aote genannten Jacob Spire, zur Vertügung gestellt wurde, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Ein besonderes Interesse dürfte das Schriftstück noch deshalb beanspruchen, weil es zeigt,{ wie unter der Regierung Friedrich Wilhelm I. den Juden der Wucher noch gestattet war, obschori zu dieser Zeit ‘ der hereinbrechenden Toleranz auch andere Erwerbsquellen ihnen nicht mehr verschlösset waren: ״Wir Friderich Wilhelm, Von {Gottes Gnaden, Honig in Preüssen, Marg Graf zu Brandenburg, des Key! Röm. Reichs Ertz Cämmerer {and Charfarst, Souverainer Printz von Oranien, Neufchatel und Vallengin, zu Geldre, Magdeburg, Cleve, Jülich, Berge, Stettin, Pommern[ der Cassuben uqd Wenden, zu Mecklenburg, auch in Schlesien ahd zu Crossen Hertzog etc. etc. j Thun kundt und fügen hiermit upserm Ambtman und Riohtern zu Rees, sodan Magistrat und sämbtliohen unseren Dnterthanen daselbst, auoh sonsten Jedermännigliob, dem daran gelegen, lin Gnad za vernehmen? Ale Uns Jakob Spire aus Rees ein Zeugnüs der Vorsteher der Juden schafft vcrgebracht, was messen Er unter der Zahl der von Uns in unserm Hofllager in hiesigen unsern Landen begleiteter Juden gehöre, und noch mit Keinem Cortifioat and Geleit versehen; Mit alleranterth8ter Bitte, Wir allergnädigst geruhen wollten, ihp damit zu providiren, dass Wir solcher seiner allerunterthsten Bitte, statt gegeben, und solohem nach Diesen Jacob Spira nebst seinem Gesinde in vorgr. unsrer Stadt Rees «las Geleit allergnädigst ertheilet haben; Thun auoh solches hiemit und in kraift dieäes, also und dergei talt, dass de» selbe sambt seinem!Gesinde auf die verl ehene Zwantxig Jahren alsda geleiüioh wohnen, und sich häasslioh!alten, mit sohlaopten, Kaaffen und rer Kauften, eej seye en gros, oder mit der Ehle und Gewigt, wie Er' sioh zu ' ernähren gedenoket, Handel und Wandel treiben, Wucher than and Leyhen, wie es an andern Orten dieser unser Landen, nach Einhalt der Edioten and sonst im HeyL Römisohen Reich hin und wieder vergönnet wird sioh verhalten und sein GeweJ&־ treiben möge, auch Uns alssdan sein ordentl. Tribut, und wenn Heyrathen wird, die aaff den Trauschein verordnete Zehen Rthl. zur Erkäntnüs geben, and gehörigen Orts Liefferen mass; Imfall aber Er, oder Jemand anders der seinigen gegen diesen Unsern Geleit than, oder brüohig Befanden würde, soll Uns der oder dieselbe Verbreoher Zur Straffe verfallen seyn; Dafern Wir auoh vor oder nach ged. Jahren Bedenken tragen würden, des Orta einige Jaden länger zu dulden, so soll es ihm ein halb Jahr zuvor auffgekündigt werden, auch Jhme bei Einforderang seiner Schülden nötige Hülffe und Handbietung widerfahren; Wir Befehlen Eaoh obg. sambt and sonders, mehrgn. Jaoob Spire sambt seinem Haussgesinde, vorerwähnte 20 jahren in gedr. Stadt Rees Begleijdioh wohnen, ihm dabey Handhaben, und ihme dagegen keine Eintraebt thun, oder geschehen, auoh aaffen nohtfall und gebührendes Ansaohen zu seinen auff Obligationen oder sonsten ausstehenden Sohülden und Gelder jedesmahl unablässig und schleunig verhelften, auoh nohttürfftige t Justitz administriren und widerfahren zu lassen, von ihme aber keine mehrere Gerichtsand andere Gebührnüssen, als von anderen Bürgern and Einwohneren gegeben wird, zu fordern. Uhrkündtlioh Unsere hievorgedräokten Königlichen Insiegels. Geben Cleve in Unserm Regierungs-Raht d. 30. Januäry 1731. Anstatt und von wegen allerhöohstgr. Seiner Königlichen Majestät etc. H. Freiherr von Strünokede. (L. S.) F. v. Motzfel dt. Litterafcurbericht. Kecensionen. Hamerliug. Homunculus, ein modernes Epos in sehn Gesängen. 320 S. Hamburg, J. T. Richter. Hamerlings dichterische Kraft ist nioht 80 gewandt, um mit mächtigen Impulsen auf die Massen za wirken and so die Herrsohaft des Augenblicks zu ge winnen, aber sie ist auoh nioht gross und edel genug, um die Unsterblichkeit ihrer Sohöpfungen er hoffen zu dürfen, die dann den Dichter leicht für die halben Erfolge oder selbst für die Misserfolge des Tages eutsohädigen könnte. So steht er r.wisohen den beiden Tischen, auf denen die Früchte dichterischer Arbeit lieblich winken; hier das Naohrafen, das Fortleben in der Ewigkeit, dort der Beifall des Tages, der oft so laut und mächtig dröhnt, dass man die Nachwelt beinahe ganz vergisst. Hamerling ist die köstliohe Kost, die auf jedem dieser Tisohe prangt, versagt. Der mit einer tüchtigen Last von Gedanken besch werte Dichter sprioht nioht die Menge an, und dooh ist er auoh nioht plastisch, nioht originell und gedankenreich genug, um in der Ruhmeshalle der Unsterblichen einen Platz zu finden. Darum wird er böse und findet an Allem in der Welt etwas aaszusetzen. Seinem ganzem Ingrimme hat er Luft gemacht in einem Epos von dreihundertandswanzig Seiten, das den Titel Homunculus führt. In phaatastischen Schilderungen, die oft den Karn und die Absioht der Dichtung nur zusehrverhüllen, will er darthun, dass Verstand ohne Herz unbefriedigt lässt bei allen