Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 12-13. (25.3.1888)
- Date
- 1888-03-25
- Page
- Seite 46 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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und bildet« sie «ns der Erde, and sie gingen «as der Erde sofort «18 lebende Wesen hervor, nicht: Gottes Geist belebte sie. Die Seele des Menschen «18 Geist von Gottes Geist ksnn daher nicht auders als aa• sterblich, das Leben der Thiere als irdischer Arnicht anders als vergänglich and sterblich sein. Moses musste die Unsterblichkeitslehre von Aegypten ans kennen, aber er lehrte fie nicht als ,Seelen- Wanderung*, welche ewig die Seele an den Leib, sogar den thierischen, bindet, also irdischer Natar ist, sondern er lehrte: die Seele ist göttliche Art und als solche, wie der Mensch durch sie, unsterblich. Moses lehrt demnach ein psychisches Fortleben; die Lehre von der ,Wiederauferstehung des Fleisches* brachten die Jaden,־ wie vieles Andere, aas dem Exil zurück. . In dieser Auffassung lebte der Unsterblichkeitsglaabe unter den Juden zur Zeit Jesu, and in dieser heidnisch-jüdischen anderseitig bekämpften Form und Färbang nahm ihr das Christentham auf. Der angdblioh christliche Unsterblichkeitsglaube ist demnach unabweisbar jüdischen Ursprunges. Jedoch wird von den Sa^ducäern, den Priestern und Trägern des Judenthums, angegeben oder geglaubt, dass sie Leugner des Unsterblichkeitsglaubens gewesen seien. Diese Ansicht ist schwerlich richtig. Als con8ervative Wahrer des strengen Mosaismus hielten sie vielmehr an der psychischen Unsterblichkeitslehre fest und wehrten die nachexilische Färbung derselben als materielle Auferstehungslehre, welche | durch die Pharisäer angenommen und populär ge-; macht worden war, ab. Das Volk hielt an dieser i als der fasslicheren fest; beim Volke und im Parteihasse galten dadurch die Saddncäer als Leugner des Ucsterbliohkeitsglaubens, ohne dass sie es waren. Möglich ist jedoch auch, dass im Parteikampfe der hellenistischen Periode, als sich die Saddncäer den Griechen and Europäern anschlossen, sie mit diesen za den Materialisten und Leugnern gezählt wurden. Es lässt sich inde8s ebensowenig denken, dass die Saddncäer, als Priester Gottes, Leugner des Unsterbliohkeitsglaubens waren, wie dass die Benediction מחיה הסתים gegen sie, die Diener im Tempel, in das ־öffentliche Tempelgebet eingeführt und, als gegen sie gerichtet, laut gebetet worden sei. Vielmehr ist dieses Gebet, wie andere (ראה etc), gegen den politischen Druck gerichtet gewesen upd diente zur Belebung und Förderung der Hoffnung auf politische und religiöse Erlösung. Das Bild schliesst sich der Weissagung Ezechiel’s (37,1) an, der unter Auferstehung der Todten die Wiederbelebung des todt geglaubten jüdischen National-Körpers una Wiedergew nnung der religiösen Freiheit versteht. So versteht man auch in der Benediction die Ausdrücke סומך נופלים etc. .ישני דפר - .סחיר אסורים. במנמיח ישודר kann sich auch nicht auf eine den Urvätern gegebene Verheissung auf Unsterblichkeit beziehen, sondern auf die, den bereits verstorbenen Vätern gegebene Vertröstung und Erlösung der Kinder. כעל עורות bezieht sich, wie im Gebete על הנסים, auf die Kämpfe und Siege gegen die Unterdrücker and Feinde Israels in damauger Zeit. Was nun die Dautung von Stellen, wie: ,die Todten loben Gott nicht mehr (Ps. 115)“, oder ,der Mensch ist nicht unsterblich (Ben Sira'27, 30)“ betrifft, so liegt darin nichts weniger, als eine Leugnung des Unsterblicbkeitsglaubens ausgesprochen. Vielmehr liegt dann eine Aufforderung zur Benützung des Lebens im frommen Dienste des Herrn; zur Preisung Gottes im Gebete, wie zur Führung eines Lebens in Gerechtigkeit und Liebe; im Tode ist nichts naohzuholen, man benütze das Leben! Wenn der Mensoh gestorben ist, nnd er ist nicht unsterblich, dann hört das Preisen Gotte» im Gebet auf, dann sind fromme Thaten י jht mehr zu vollfähren; der Mensch steht vor dem Richterthrone Gottes. Er lasse darum ab von Götzendienst und Sünde und bekehre sich zu Gott, und wende sioh zum Guten! Dise Deutung ist ganz aas dem Zusammenhange jener Stellen gefolgert; es liegt niohts weuiger, als eine Leugnung des Unsterbliohkejtsglaabens darin. Die Deutung von שאיל als heidnischer Hades ist auf die Erkenutniss des Christenthums zurüokzuführen, eine Leugnuug des Unsterblichkeitsglaubens ist nicht daraus zu folgern. Das fragliche Wort bezeichnet nämlich das Alles ״zurückfordernde“ Grab (שאל), den unerbitterlichen Tod, der nichts verschont.*) Der Ausdruck ״zu den Vätern versammelt“ werden (נאסף אל אבותיו) ist ebenfalls nicht aus der heidnischen Vor- Stellung von einem Weilen im Schattenreiche des Hades zu deuten, sondern aus der Sitte, in •ine gemeinsame Familiengruft eingethan oder auf einem gemeinsamen Friedhof, deren es schon früh gab, begraben zu werden, Die Unsterblichkeitslehre ist demnach eine altjüdische; sie wird früh und vielfach bezeugt, nirgends wird ihr widersprochen. R-A. Zur Litteratur der Pessach-Haggadah. Von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rhein (Vergl Jahrg. 1887 No. U) Was reger Sammlerfleiss zu Staude bringen kann, hat der Kaufmann Herr Adolf Oster in Xanten auch im Laufe des letzten Jahres wieder aufs Neue gezeigt. Seine Haggadah-Collec'.ion ist im Laufe des Jahres von 155 auf 198 Ausgaben herangewachsen. Mit grossem Interesse habe ich daher auch diesmal die neuesten Erwerbungen durchgesehen und freue mich, im Interesse aller Bücherfreunde, besonders aber der Besitzer des Benjakob’schen אוצר הספרים, folgende 8 Piecen verzeichnen zu können, welche im vorgenannten Werke keine Erwähnung finden. 1. פירושים ra הש פ עם II. Anfl. Pressburg 1869, 8°, 28 unpaginirte Bl. Zur I Aufl. Lemberg 1835, welche ebenfalls bei Benjakob fehlt, ist noch der Commentar ספורי נפלאות des ר׳ משה מזאלישין hinzugekommen. Bemerkenswerth sind die constanten orthographischen Fehler כולו כולנו. והחולים, ר־ יהושיע; ferner in ישתכח die Lesart נדול‘ ומהולל בתשבחות und ,בורא כל הנשמות רבו, בל המדשים הבוהר בשירי זמרה ובו und endlich נ־פ לשנה הבאה בירושלים. Die Namen des Herausgebers und Druckers sind nicht angegeben. 2. הש״ם עם פירוש הדש נחמד ונעים von R. Moses Spter in Pressburg. Lemberg 1850, 4*, 16 unpagin. Bl כולו, כולנו immer plene; נ״פ לשנה הבאה וכר• .3. הש״פ כחיק היטב ומסודר יפה von Wolf Heidenheim mit kurzem rabb. Commentar. Pressburg 1833, 8° bei Anton Edlen v. Schmied. 26 Bl. 4 הש־פ Hebräisch und Deutsoh nebst Einleitung und deutschen Liedern. Von Rabbiner Leop. Stein, Frankfurt a. M. 1841, 8* bei J. S. Adler. Die deutsohe Einleitung enthält zahlreiche handsohriltliohe Bemerkungen des Verfassers zam Zweck einer neuen Ausgabe. 5. השי ם עם פי, רש־י׳ רשב־־ם. ריטב״א, נבורות ה׳ עוללות אפרים פי־ על ח ־ג מר, אליהו nebst Supercmt. von *) Oder von שעל (hohle Hand', Jes. 40,12 u L Kön. 20,10; davon: משעול (Hohlweg!, Nom. 22,24; also ,,Höhlung“ (Grab). (Red )