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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-03-01 · N° 9. (1.3.1888) · p. Seite 35

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 9. (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 35 (sequence 4)
Language
German
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ראשק תצייא לder 4. Adar! No. 361/2 יי^ייי י^י י 1JM W|#i- 35 ויד׳ אדר. — Unmögliches Datum; n m 5491 m. d. F. נכ״ז( war am Sabbath. : St. 1732 1. 1731. S. 102, Np. 4395: R. Pethachjah b. David st. ביום כ׳ בטו״ב אייר תקי״א ל־. — Der 17. Jjar 5511 m. d. F. הכ״ז War am Mittwoc Die Berichtigungen zu Dr. furter Rabbinen“ waren ursprün, öfientlichung im Litt.• Bl. bestinj die Hefte nicht besass, offerirte die Berichtigungen zur freien Fortsetzung »feiner »chätzenswer als Nachtrag zu dem zu erwarte — mit dem Ersuchen, mir die 4 e: 4 Wochen leijhbar zur Verfiigu dieses Anerbieten blieb ich je׳ Da nur die Hefte III und IV käuflich zu erlangen waren, blie als die vergriffenen Hefte T uuc. sitzern leihbari zu erbitten. Herr Frei bürg und Herr Elias U11 m kamen meinen Wünschen auf’s d. Horovitz’ ״Frankgegen, und is denen in No. es mir durch de lieh geworden, die Berichtigungen 52 zu Heft III un dieser No. folgen lassen zu könn glich nicht zur Vermt. Da ich jedoch ich dem Herrn Verf. Verfügung für die hen Arbeit — etwa aden nächsten Hefte, rschienenen Hefte auf 1g zu stellen. Auf dooh ohne Antwort, poch im Buchhandel b mir nichts übrig, II von andern Be- Rabbiner Dr. Levina n n - Frankfurt a. M Bereitwilligste entren Güte erst mögzu Heft I und II d IV in voriger und Litteratur belicht. Recensionon. Stern, Moritz. Zwei patriol Aus dem isr. Gemeindearchiv zu mann in Frankfurt a. M.*i 1887 tische Kundgebungen. Halberstadt. J. Kauff- So unwesentlich, so unbedeutend das oben bezeichnete Schfeiftchen auch erscheint, wenigstens für den ersten Augenblick, wenn man es in seiner äusssern en miniature - Erscheinung betrachtet, — es enthält doch die Schilderung zweier nicht blos interessanter, sondern auch höchst beachtenswerther Thatsachen aus der Geschichte der Juden in Halberstadt. Das Archiv dieser Gemeinde erzählt nämlich von dem feierlichen Gottesdienst, der mit ״Illumination und Instrumental-Musik“ stattfand bei Gelegenheit des nach dem 2. schlesischen Kriege auf allerhöchsten Königs Befehl am 18. Januaf 1745 festgesetzten Sieges- und Friedens-Dankfestfes. Dieser feierliche Gottesdienst fand in der Synagoge zu Halberstadt statt, bei welcher der damalige Rabbiner eine Predigt hielt, worauf nach der Recitation einiger Psalmen ein von diesem verfasstes hebr. Danklied, welches ״unter einer angenehmen Musik von Trompeten und Paukenschall andächtigst abgesungen wurde,“ den Patriotismus derer deutlich erkennen liess, die rechtlich nicht einmal als Bürger anerkannt wiren. Ein herrliches Lied, formell j wie inhaltlich, voller Poesie und Begeiäterung, kann es auch heute noch als ein Muster angesehen werden! Wir wissen demjenigen, der aus dem Gemeindearchiv dieses herrliche Lied aus der Fluth von!Papieren gerettet unc. hervorgezogen hat, nur Dank und betrachten den Iihalt wieder als einen sprechenden Beweis für die niemals und nirgends zu vermissende Vaterlandsliebe de - Juden, die ja bekanntlich von unseren moderner Antisemiten so gern übersehfen oder gar abgeleugnet wird. Würden diese das vorliegende Danklied, das sie als historisches Dokument nicht aus der Welt schaffen können, lesen, sie würden fürwahr aufhören, dem Juden Mangel an Patriotismus vorzuwerfen. — Ferner berichtet uns Herr M. Stern von einer anderen hochherzigen Gesinnung der Halberstädter Juden, die gleichfalls aktenmassig feststeht und aus jenem Archiv hervorgeht. Als nämlich nach den Freiheitskriegen, in denen bekanntlich jüdische Freiwillige<mitfoohten, das Land von preussischen Truppen wieder besetzt wurde, beschlossen die vornehmsten Gemeindemitglieder von H. eine Summe von 550 Rthlr. ״als den, Betrag der *) Auch das in No. 6 besprochene -den Verlag von, J. Kauff mann in Fi — was hier ergänzend hinzugefügt rar kfi תלמודה של בבל «t in urt a. M. überg^angen Ausrüstung von 10 freiwilligen Jägern“ auf den Altar des Vaterlandes zu legen. Dieses Anerbieten wurde acceptirt und Geh-Reg. Rath v. Sche.le zu Halle .be• auftragt, die Equipirung zu veranlassen. Inzwischen hatte Blücher den Rhein überschritten und Herr von Scheie theilte den Vorstehern ff er Gemeinde mit, dass, da die Listen der Beiträge für den freiwilligen Jäger bereits geschlossen seien, die Gern, die Bekleidung von 10 Nationalhusaren übernehmen möge.! Die Antwort der Vorsteher am 19. Januar liegt den Akten der Gemeinde bei und theilt Herr St. mit ,Recht als beachtens werth mit. Aus derselben geht hervor, dass die damalige Gemeindevertretung es bedauern musste, dem Wunsch des .Militär-Gouvernements nicht n&chkommen zu können, dagegen sich bereit erkläre, die Summe von 550 Rthlr. als Beitrag zur Errichtung des Nationalhusarenregiments oder zu sonst! einem Vaterlands- Vertheidigungszwecke zur Verfügung zu stellen. Das Militär-Gouvernement ging auch auf diesen Vorschlag ein. Das Geld wurde später durch eine Reparation auf die einzelnen Mitglieder der Gemeinde aufgebracht. Alle diese Beschlüsse und Festsetzungen sind historisch beglaubigt und docamentiren die echt jüdische Gesinnung, zu der sich die Gemeinde H. z. Z. erhoben und die nicht einzig dasteht in der Geschichte grösserer Gemeinden. Uns, den Nachkommen jener Patrioten, ist allerdings ein Hinweis auf jene Gesinnung uunöthig; wir werden nie aufhören in allen Lagen und in allen Staaten unsere patriotische Hingebung nach besten Kräften zu äüssern. Wohl aber ist es höchst nöthig — zumal in unserer Zeit — auf derartige Kundgebungen, wie sie das werth volle Gemeindearchiv zu Halberstadt aufweist, mit allem Nachdruck hinzuweisen, weil sie mehr als alle Reden und Schriften gegen den moderneu Judenhass geeignet sind, das Vorurtheil von der jüdischen Vaterlandslosigkeit zum Schweigen zu bringen. Wir schliessen uns aus vollem Herzen dem in dem Vorwort obiger Schrift ‘ ausgesprochenen Wunsche, es möchten auoh andere Gemeindevorstände den ihnen anvertrauten archivalisohen Schätzen die gehörige Aufmerksamkeit schenken, an. Nur wissen wir die eine Frage nioht za beantworten, warum obige zwei patriotische Kundgebungen, die sonst so schön ausgestattet erscheinen, in solch kleinem Ootavformatchen einhergehen und warum die auf der letzten Seite angebrachte Vignette in der Mitte ein auffallendes ״Kreuz“ trägt! Weder der Verfasser des. Schriftohens, noch auch die am Fusse der Brochüre angebrachte Firma (Oscar Lehmann, Mainz!), die den Druck besorgt, lassen eine derartige Schnörkelei erwarten, die man nur als Sohlassverzierang in einem christlichen Gebetbaohe antriffc, niemals aber am Ende einer Arbeit von jüdisoh-wissensohaftliohem Anstrich za rechtfertigen ist. Kaisersläutern. Dr. Landsberg.

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