Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 2. (11.1.1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 4)
- Language
- German
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von Dr. Luther haben, da in loloher Weise das Princip der freien Forschung gewahrt ist. Heute, wie ich glaube, können wir sie 1 icht einmal haben. Bleiben wir bei dem Cardinalsatz«! שמע ישראל stehen. Wir übersetzen gewöhnlich im Sinne von Maimonides: ״Höre Israel, der Ewige unser Gott eto.“. Die Uebersetzung von Dr. Kurrein hat aber auch eine grosse Autorität für sich und zwar den Sifre, der erklärt די הוא אלהינו• Kann man nun diese als unrichtig erklären?*) Indem ich in vollem Maasse die gute Absioht der Herrn Referenten würdige so glaabe ich doch, dass es besser ist, wenn wir den Grundsatz festhalben ישטטו רבים ותרבה הדעת• Sagen doch auch unsere Weisen, dass die Thora auf 49erlei Art ausgelegt werden kann. Ist die Uebersetzung falsch oder unrichtig, so muss man sie doch nicht annehmen, 1 ind kommen in einem Lehrtexte öfters falsche und unrichtige Uebersetzungen vor, so muss man denselben nicht sinführen. Es bleibe daher jedem die'Freiheit gewahr,, so zu übersetzen, wie er ]es glaubt, sonst hemmen vir jeden Fortschritt. Wien, 5. Jauuar 188. ----- Recensione n. eue Gustave D’Eichthal, Melanges Le texte primitif du premier reci!, Deuteroaiome Nom et le Characi Paris. Haehette & Cie, Boulevard Ein posthumes Werk, heraus ן als Fragment vom Sohne : Eug! ein höchst merkwürdiges und inte Verfasser, der höchst kühne H biblischen Text aufstellt, verste Eingeständniss, kein Wo semble, au premier abord, que le venons de faire connaitre le sujet de la part de l’auteur une connai de la langue hebra'ique. II u’en ainsi. L’h6breu nous est t ger.“ Aber er behandelt nicht dern Constructions-Sch wierigkeitei Zusammengehörigkeit ganzer, kle : Stücke, und diese, meint er, mü! nur einigermassen richtigen Uebei 8׳! wie im Urtexte hsrvortreten : ״ Le$ avons eu ä constater existe surto structure du teate, et par oonseq dans une t.-^duction pour piu Wer sollte da nicht mit einiger eines solchen Werkes gehen! Deutsche, da der Verfasser ein Fi 1׳ weiter ich in dem Buche las, dest! dass es ernst zu nehmen ist, u: Ansichten des Verfassers nicht Allgemeinen nicht auf Standpunkte stehe, so wird de Critique Biblique, de la creation; Le tere deDieu d’Israel. St. Germain 79. *) Auch wir stehen auf dem prinzii es ein Vorzag des Judenthums sei, keine setzong zu haben, und dass der Forsc 1 Gebiete freier Spielraum gelassen werde: Was nun die beregte Stelle im ואל sei noch darauf hingewiesen, dass dis auch von den bedeutenden Exegeten S! Era, sowie von Joseph Albo (Ikkarim der erstere fügt — gleichsam um dem Ein wände des Herrn Referenten, dass Beweisstück für einen jüdischen Natio: gegnen — ein erklärendes Wörtchen hinz ״der Ewige allein ist unser Gott“ allein), darum sollst Da ihn liebenmi: Euzzatto übersetzt diesen obersten Lelji ״II Signore 6 U nostro Iddio, il signore G. Wolf. gegeben zum Theil D’Eichthal, und ressantes Bach. Der ypothesen über den 11, nach eigenem t h e bräi sc h : ״U; travail doat nous ait du necessiter issance approfondie est cependant pas ut i fait etr ankleine Verbal- 80nim Grossen, in der nerer oder grösserer, auch in einer etzung ebensowohl, anomalie que nous dans l’ordre et la ijieut se maintiennent a’elle soit exacto.“ tyre an das Studium Namentlich welcher anzose ist! Doch je ,0 mehr sah ich ein, obgleich ich die;heile, weil ioh im ibelkritischem doch derjenige, der s sten ut •Sn i.d j liellen Standpunkt, dass sanctionirte Bibelüber- >ung auch auf diesem >n muss. עמע יעל anbetrifft, so Auflassung des Sifre imael b. Meir and Ibn JH, 3b) getheilt wird; jedenfalls berechtigten man hierin nicht ein algott erblicke, zu be- ד׳ לבדו הוא ארהינו:!nicht; ist unser Gott ganzem Herzen. Aach rsatz des Judenthums: unico!“ (Red.) eben den Standpunkt der historisoh-kritisohen Wissensohafb aaoh der H. S. gegenüber einnimmt, die Ansiohten unseres ״kein Hebräisoh verstehenden* Bibelkritikers recht nett und sich empfehlend finden. Es sind längst angemerkte Schwierigkeiten in der Schöpfangs• Geschichte, die anser Verf. heben will: 1. der Himmel wird schon ״Am Anfänge“, also vor dem 1. Tage, und dann erst am 2. Tage geschaffen; 2. das Schöpfangs werk ist nicht gleiohmässig auf die verschiedenen Tage vertheilt, .indem am 3. Tage 2 Werke: Trennung des Trockenen nnd des Wassers, ebenso wie am 6.: die L&ndthiere and der Mensoh, geschaffen werden. Namentlich will Verf. das Znsammen werfen der Schöpf nag des Menschen, die mit einer hohen Feierlichkeit'behandelt ist, mit einer andern Schöpfang auf einen'Tag, unbegreiflich finden. 3 Wie konnten die Pflanzen vor der Sonne entstehen und bestehen; wie konnte schon an den 3 ersten Tagen ohne Sonne ״Abend und Morgen“ werden, da doch die Sonne erst am 4. Tage erschaffen wurde: und wie ist überhaupt der Bestand des Lichts vom ersten Tage an ohne die erst am 4. Tage geschaffenen ״Sonne, Mond und Sterne“ auf Erden zu denken? — Auf diese Einwärfe stützt unser Verfasser folgende Hypothese: der vorliegenden Schöpfungs-Geschichte läge ein älterer primitiver, ursprünglicherer Text za Grunde!; erstere, die vorliegende Schöpfungsgeschichte, sei aber in der Perser-Zeit entstanden. Entgegea der Lehre der Persen, welche Licht und Fmsterniss als unerschaffene Götter, Ormuzd nnd Ahriman, verehrten, wollte der Antor unseres vorliegenden Textes, ähnlich wie Jesajah 45, 6—7*) יער אור TIS אני ה־ ואק ובורא חשך, עושה שרום ובורא רע שני ה־ עושה כל אלה gegen jeden Dualismus protestiren' und Licht nnd Finsterniss als Geschöpfe Gottes hinstellen, gans besonders nachdrücklich die des Lichtes. Dadaroh sei die Schöpfung des Lichts in den ursprünglichen Text als Werk des 1 Tages eingeschaltet. Der primitive Text hatte folgende Ordnung: U Prolog, ״Gott schuf den Himmel and die Erde*, dann am 1. Tage; Schöpfung der Himmelskörper, am 2. Trennang der Erde vom Wasser, am 3. Schöpfung der Pflanzen, am 4. Schöpfung der Fische and Vögel, am 5. Schöpfung der Landthiere, am 6. endlich Schöpfung des Menschen. ' f Wenn erst Hypothesen über verschiedene Texte and Redactionen erlaubt sind, wird diese Hypothese auch in Betracht za ziehen sein. Wir wollen nar vom kritischen Gesichtspunkte aas, den wir, wie schon oben gesagt, nioht theile i, bemerken, dass diese Hypothese 2 Schwierigkeiten bietet:!1. Warum ist nicht aaoh die Schöpfang der Finsfterniss von der spätem Redaotion, im Gegensatz za dem anerschafienen Ahriman, ebenso naohdrÜQklich wie die des Liohtes dargestellt and betont? 2. Wozu ist in dem vorliegenden Texte die Schöpfang des Himmels abweiohend vom angenommenen Primitiv-Texte am 2. Tage wiederholt? Das hat. doch mit der antipersischen Tendenz nichts za schaffen.• — Herrliche Worte hat der Verfasser über die Rahe Gottes am 7. Tage: ״Sie ist der Typas und die Hsiligaag der mensohliohen Ruhe am Sabbath. Wir bedenken nioht das Mächtige dieser Idee der Heiligkeit der Rahe nach der Arbeit durch Uebertragang derselben aaf die Gottheit. Welche Sanktion,,konnte dieselbe für den Herrn wie für den religiösen Sclaven gleiohstellen? Entstanden als ein Akt der Em&noipabioa, der ersten, deren Andenken die Gesohiohte bewahrte, >) Die Tendenz dieser Verse als ge »en deapersischen Dualismus gerichtet, hat schoaJDr. Ros snthal, ״Vier Apokryphischs Bücher“ )8. 4) erkannt .4 .. .L v ‘ ifiirrii *rilrtBtfwäflaMaiMriÜ