Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 1. (4.1.1888)
- Date
- 1888-01-04
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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seines Sohnes zusammen, dass s .6 in einer Biographie des letztem nioht amgangen verden bann. — Als R. Gamliel an die Spitze der Nation trat, war das Jadenthnm in seinen Grandfest« n bedroht; nioht das «8 von Rom eine ernste Gefahr für seine Existenz hätte eo fürchten gehabt. Religionen and Völker sterben bekanntlich sehr selten wenn hur äussere Gefahren ihre Widerstandsfähig!« >it herausfordern, and auch dann nur sehr schwer. Das Judentham aber war am 80 gesicherter, als in ihm das nationale and religiöse Element zur Abwehr fremder Gewalt sich vereinigten. Hingegen konnte das Christenthum der Matterreligion verderblich werdeq. Noch hatte dasselbe seinen Weg zu den Heiden nicht getänden, noch übte dasselbe seine zersetzende Wirkung hauptsächlieh innerhalb des Judenthums. Jeden Tag bildeten sich neue Secten in Judäa. Von dieser Zeit konnte das Wort des Propheten gelten: so viele Städte, so viel Religionen, so viel Secten giebt es «u Israel. Diesen Bestrebungen des Christen(,hums leistete wesentliehen Vorschub die Zerrissenheit innerhalb des rabbinischen Judenthums selbst. Diuch die Meinungsverschiedenheiten der Schulen Schemmia’s und Hillel’s waren die Begriffe des Gebotenen und Verbotenen in tiefgehenden Fragen so sehr verschoben, dass es den gemeinen Mann, dessen Gewissen nur duroh eine vollgütige Autorität beruhigt werden kann, an jeder Riohtschnür fürs Leben mangelte. Gegenüber dieser Gefahr gab es nur ein Mittag dei Rettung; es hiess Einigung. Nicht dadurch, dass man beide Schulen aufhob und die legislative Gewalt allen Gesetzeslehreru einräumte, wie R. Josua wollte, konnte die Rettung herbeigeführt werden, senderu wie überall in ähnlichen Fällen, so lag auch hier nur das Heil in der Vermittlung der beiden Gegensätze, der Hilleliten und Schammaiten, zu einem einh;itlichen Ganzen, zu einer von allen rabbinischen Jaden anerkannten Behörde. Eine gesetzgebende Behör ie zu schaffen, deren Be8!-hlü8se allgemeine Gültigkeit he ben sollten, Sonderansichten nur innerhalb derselbe! zu gestatten und 80 ein neues Jerusalem im Reiche des jüdischen Geistes aufzubauen, das war denn auch der Grundgedanke, die Triebfeder aller Handl ingen des R. Garnliel, sowie seines Sohnes R. Simon. Wenn dennoch R. Gamliel dem Vorwurf der Härte nicht entgangen entgangen ist, so darf nicht verg sssen werden, dass jede Idee, sobald sie in die Erscheinung tritt, etwas von ihrer ursprünglichen Schöne רind Hoheit aufgeben muss; es ist das traurige ErbtL.eil des Ge lankens, dass, sobald er die Welt der Ideen verlässt, er seine Verwirklichung im Leben durch' n cht ganz würdige Mittel erreicht. Keiner wird laugten, dass R. Garnliel oft mit Strenge und Härte?erfuhr, aber kein unparteiischer Beurtheiler wird au ch verkennen, dass nur energische Thatkraft zam Ziele führen konnte. (Fortsetzung folgt.) Eine phönicische Grabschrift Im ״Hameliz“ Nr. 240 wird di s erst jüngst aufgefnndene and gegenwärtig im Louvre befindliche phönioisohe Grabschrift mitgetheili. Sie laatet folgendermassen: p כשתרת מלך צדנם ro .1 אנך תכנת .2 אשממזר כהן ן שתרת מלך צדנם שכב בארן .צ זמיאתכלאדסאשתפקאיתהארןזאלאל ת .4 פחח עלתי ואר תרגזן כ אי אדלן כסף אי אדלן .5 חרץ וכל מנב צשד בלת אנך שכב באח ז אראל חפת .6 ח כלתי ואל חרנק כ תכבת כשתרת ח־בר הא ואם פת .7 ח תפתח כרתי ורנז תרנק אל יק לך זרכ בחים תחת שם 8 ש ומשכב את רפאם.. Die Inschrift bietet keine beeondexen Schwierigkeiten, nur fr« (3. 41 nnd *TOD 5 .3) מנם) sind nooh nioht befriedigend erklärt. Zam Verständnis# de« enteren Wortes möchte ioh hinweisen auf die Verwandtsebait der Stämme דלה nnd ףלל mit ,תלד. Die CoDStmction ist augenscheinlich die der Verba dee Bekleiden8. Das Wort 1-r.n erklärt Hartwig Derenboarg als Mehrzahl von מנה Mine (Ez. 45,12; L Kön. 10,17) nnd .משד als identisch mit י עידודerbeutet.“ Es ist jedoch anwahrscheialich, dass hier von Geld die Rede ist; auch וכל würde hieran nicht passen. In dem Sarkophag eines Königs erwartet man Gold und SUber, königliche Prachtgewänder nnd Waffengewänder nnd Wsffengerätfae. Ich halte daher 0םנ für das aram. ״ מאנאGeräth, Kleid“ nnd משר als identisch mit משרה, so dass מנם משר (oder מג ממעיל?) dem Ausdruck כלי יקר oder בנדי מלכות entsprechen würde. Es ist bekannt, dass in phönicischen Inschritten die Buchstaben ד, כ nnd ר schwer von einander zu unterscheiden sind Aach in der Grabschrift des Eschmanasar erhält durch diese Auffassung des Wortes מנם eine vielfach missverstandene Stelle einen trefflichen Sinn. Dort heisst es (Zeile 4—5): Kein Mensch möge diese Gruft öffaen aad 4 nach irgend welchen Geräthen suchen, denn es sind darin keine Geräthe: ואל יבקש כל מנם כאי(= כי אין) שם כל מנם• (Statt dessen las z. ß.t Hitzig: מנם באיש כב: רגמן p und übersetzte: einen Schläfer wie irgend einer von den Schläfern!) Das Wort כלת Z. 4 ist entweder von כל abzuleitea und bedeutet Sargdeckel, oder es ist dasselbe wie חלת, xr/^» ״Steinsarg“, mit dem es in der Grabschrift des Eschmanasar abwechselnd gebraaoht wird. (Cf. Perlss, Et. St. S. 34.) Za Z. 3 תפק vgl. Spr. 3,23. — אלאל doppelte Negation. Die Defektive Schreibweise im Phönicischen ist bekannt; אית Z. 3 plene als nota aoeasativi, zam Unterschiede von der Präposition Z. 8. Die Üebersetzang lautet demnach: ״Ich Tawnith, Priester der Astarte, König der Sidonier, Sohn des Aschmanasar, des Priesters der Ast.arte, des Königs der Sidonier, liege in diesem Sarge. Wer da es seist, o Mensch, der da diesen Sarg findest; öffne nicht meinen Steinsarg und störe mich nicht auf, denn nicht behängte man mich (mit Silber, nicht behängte mau mich mit Gold und mit irgend welchen fürstlichen Geräthen; nar ioh liege in diesem Sarge. 0 öffne nicht meinen Steinsarg and störe mich nicht auf, denn ein Graul der‘Astarte wäre es. Und wenn <lu meinen Steinsarg öffnest nnd mich aufstörst, so sei dir keine Nachkommenschaft . bei den Lebenden unter der Sonne nnd keine Lagerstätte bei den Refa'im.“ Bargkundstadt. Dr. Cohn. Litteraturberieht. Recensionen. Lipsius R. A., Prof., TheologisoherJahresberioht für 1886. Leipzig, 1887, Georg Reiohardt. X, 528 S. v. Die ans am meisten angehende Abhandlung von Prof. Siegfried über die Litteratar tarn A. T. erhebt sich za anserm Bedauern wenig über das Niveaa der gleichnamigen Arbeit pro 1885, die wir in «L Bl. Nr. 48 ff. Jahrg. 1886 gewürdigt: viel seichter Dilettantismas, der me litterarisohen Erscheinungen mehr mit feuUletonistisoher Flüchtigkeit als mit kritisohem Emst behandelt Die Beiträge der übrigen Mitarbeiter ragen darüber wieder mehr oder weniger hervor; b•^ sonders ist der Aafsati dee Herausgebers, Harm Prof.