Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 51. (18.12.1884)
- Date
- 1884-12-18
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 208 — machen durfte, während er sich leicl)1 können, dass diese künstlich in das Agitation sehr bald wieder in das v tarücksinken würde, wie dies inzwisch׳ gchehen. Welchen Erfolg hat das mit so viel Emphase in Scene gesetzte der Musik“ gehabt? Ist Mendelssohn weniger ausgezeichneter Componist g! sind Meyerbeers Opern von der Bühne Ich habe nichts davon bemerkt und der Kunst weder die Rasse noch die scheidend ist, sondern nur der Werfe! werks selbst.“ Soweit Bitter der frt kollege Bismarcks. — Sollte Herr S Magazin-Artikel lesen, so wird er gewiss Bitter mag wohl aut spezifisch musikal ein Urtheil haben, aber von antisem bangen versteht er nichts.“ M. V) El' NH hätte sagen Leben gerufene ,frdiente Nichts en bereits gen R. Wagner Judenthum in deshalb uns ein ׳!blieben? oder verschwunden? eine, dass in .tionalität ent- >h des Kunsthere Minister-;öcker diesen n: ״Herr schem Gebiete ifcischen Bestre- Span ier. Bemerkungen zur Massi^ra Von Bezirksrabbiner Dr. Sido Der Decalog nach der massorel isdi^n Theilung. (Schluss.) Im Midrasch Schir Haschirim Rabbn zu Cap. I. V. 2 ist zu lesen: ד״א פן השכח את הדברים שני דבורים ששמעו ישראל מפי הק׳יבה... ר־ עזריה ור, יהודה ברבי סימון בשם ר־ יהושע ב׳יל הפיסו שטתי׳ אמרו כתיב תורה צוה לנו משה בל התורה כולד שש מאות ושלש עשרה מצות הוו בנמטריא תורה עולה שש מאות ואחת עשרה מצות דבר עמנו משה, ברם א נ כי ו לא יהיה לך לא שמענו מפי משה אלא מפי הקב*ה| In kürzerer Fassung und mit dem Charakter un-!bestrittener Geltung findet sich diese Anschauung im b. Talmud zur schriftgemässen Begründung des Aus- Spruches des R. Simlai, dass die Gebote und Verbote die Summe 613 betragen: אמר רב המנונא מאי קרא תורה צור. לנו משה תו־ה בגימטריא שית מאה וחד סרי הוי אנכי ולאן יהיה לך מפי הגבורה שמענום.(־ Dieser Kanon für die |8umme der Gebote richtet in dieser Weise zwischen .אנכי u.לא יהיד, לך einerseits und den übrigen Geboten tnderseits eine Scheidewand auf, wodurch den ersteren ein eigenes Gebiet abgesondert wird Und auf diesen Kanon, der so recht im Geiste mass. Arbeit gehalten ist, dass man denselben als den mass. Kanon des Gesetzes bezeichnen könnte, ist die Zusammen- |&8sung ier zwei Gebote des Decalogs לא יהיה לך.»אשכי *) Makotl124a. Die Stelle Horioth 8a: דתנא רבי ישמעאל אנכי ולא יהיה לך מפי הגבורה שמענום] halte ich tur eine in llen Text gedrungene Randglosse; die Worte nehmen Inch so aus, als stammten sie aus Raschi’» Erklärungen zu איזה היא מצוד, שהיא בדיבורו של הק־־ב׳ן unk zu: דתנא דבי ר׳ יש־ כי דבר ה׳ בזה זה המבזה דביר .. . (Svn11ed״n »9a). ן Dis folgende 'דבי ר" יש mag Auch daran betheiligt sein. Fällt!diese Randglosse vom Text ab, so schliessen auch die Worte |דבי רבי ם0ז, Wie die andern dort gegebene(! Begründungen, Ittchgemüss mit זו ןי״א ab. Für die Leseart im Sifri Bamidbar IKs. 112: חבור ראשון... אנכי ולא יהיה לך findet sich im jTilmud, Synhedrin 9!>a richtiger: המ2זך! דיבור< Ist jene |I*8eart authentisch, was jedoch ganz unwahrscheinlich, — so Itatte R. Ismael — Raschi Horioth zu: תורה אמת citirt die |8ifristelle im Namen des R. Simon — die oben erwähnte l£wsnng des Josephus befolgt. (Nachträglich finde ich — durch •“»eher, Agada der Tanaiten, Grätz Monatsschr. S. 120 Anm. 3!«raut gehört — dass die fragliche Stelle in Dikduke Sofrim!טסי Rabbinovicz als Randglosse aufgewiesen st, ferner, dass |0»iger J. Z. IV, 113 fl. den Text des Sifri ([דבור ראשי) für »ttthentisch hält und darin den Standpunkt Phil >’s und Josephus’!*•rtreten sieht, was ich für möglich, aber keim iswegs als wahr- *״,,'einlich angenommen. Bei der Berufung auf das jer. Targum 15,31 hat Geiger jedenfalls — nach seinor Auflassung — ihen mit Targum Exod. 20, 2—3, 5, 7, wo zweifellos ילא יהיה ל*ד das Zweite Gebot ist. I4® Widerspruch übersehen mit Targum ילא יהיה ילך das No. S. 199a Z. 8 v.lu. ist inclusiv ■ 0■ Anm.) — In voriger "'׳ exclusiv zu lesen. in eine Parascha zurückzuführen. Die Vereinigung in eine Parascha bedeutet ihren von den andern Geboten sie unterscheidenden Ursprung: מפי מכורה שמענום. Der kath. Eintheilung gegenübergehalten bietet diese Erscheinung ein characteristisches Beispiel dafür, wie aus den verschiedenartigsten Motiven Gleichartiges in der Form hervorgehen kann. — Die mass. Theilung in לא תחמוד ist nunmehr zu erörtern. Für die Absonderung in zwei Paraschen lässt 8ioh in den Quellen "kein Motiv entdecken. Und in der That ist diese ein Product späterer Zeit, und hat in den ältesten Handschriften noch keinen Platz gefunden! Derselben wird die Erwägung zu Grunde hegen, dass den zehn Worten zehn Paraschen entsprechen sollten. Der Decalog bestand in Folge der Verbindung von אנכי und לא יהיה לך zu einer Parascha aus blos 9 Paraschen. Dieser Ungleichheit zwischen den zehn Worten und den Paraschen sollte abgeholfen und eine Harmonie für Beides hergestellt werden. לא תחמוד unterscheidet sich von den anderen Worten des Decalogs, dass darin der Ausdruck des Verbots sich wiederholt —- in Exod. durch dasselbe Wort in Deut, durch ein synonymes: לא תתאוה Qn<l dieser auffällige Umstand wurde benützt zur Ausgleichung der Disharmonie zwischen den Worten und Paraschen. Den Anfang zu dieser Ausgleichung wird man in Deut, zu suchen haben — worauf die oben angeführte Dar- Stellung des Maimonides zu schliessen berechtigt — und die in Exod. folgte nach. Einen kräftigen, ja entscheidenden Beweis für den aufgestellten Sachverhalt bietet die Accentuirung des Decalogs. Dass diese bei einigen Geboten, doppelt erscheint, bei andern wieder nur in einfacher Gestalt, hat den Anstoss zu einer ziemlich langen Reihe von Hypothesen geboten, die sich fast sämmtlich dadurch auszeichnen, dass sie Seltsames, und Absonderliches zu Tage gefördert. . 1 Lonsauo*) hat es durchaus nicht besser gemacht, r als der von ihm in dieser Hinsicht so hart angegriffene Jakob Jben-Chabib, Verfasser des En Jakob, und Bertheau hat gleichfalls das Richtige verfehlt. Die doppelte Accentuation entspricht der zweifachen Ge biets-Abgrenzung, der der Parascha und der des Verses, und findet sich nur dort, wo sich diese beiden Gebiete nicht decken, also dort, wo entweder die Parascha aus mehreren Versen besteht, oder der Vers aus mehreren Paraschen, אנכי bis לא תשא hat die doppelte Accentuation, die eine für die Parascha, die andere für jeden Vers derselben; לא תשא hat die einfache, weil Parascha und Vers sich decken; זכור die doppelte, für die Parascha und jeden der 4 Verse; כבד die einfache für eine Parascha und einen Vers לא תנאןש לא תרצח, לא תענה, לא תננב, die doppelte, die eine für jede der vier Paraschen, die einen Vers bilden (Grosse Randmassora zu Ezechiel 18.6: (חד מן ח‘ פסו׳ אית בהד לא לא לא לא... לא תרצה לא תנאף...) .לא תחמוד *) Or Thora Bl. 10. In der H&aptsache ist Lonsano’s Erklärung identisch mit d.er von Jacob Iben-Chabib (En Jacob zu Jeruschalmi Schekalim VI, 1) als bekannt vorausgesetzt (והטעם האמתי לכל זה מפורסם) angeführten. Auf den Unterschied, wie jedes einzelne Gebot öffentlich (בציבור) oder privatim (ביחיד) gelesen wird, kommt es bei beiden wesentlich an, and nach beiden bleibt die Schwierigkeit der Accentaation אגבי betreffend trotz des von Lonsano angestellten philosophisch gefärbten Versuches unbehoben. Mit der Theilung nach Geboten (דבורים) and der Scheidung zwischen בציבור und ביחיד ist ein ausreichendes Verständniss der doppelten Accentuirung nicht zu erzielen; das gelingt nur nach der angegebenen Theilung in Parascha- und Versgebiete. Bertheau statuirt grosse and kleine Verse, dass für die eine Accentuation אנכי bis לא תשא einen, für die 5 andern V. ausmacht — eine ganz willkürliche Annahme.