Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-12-18 · No. 51. (18.12.1884) · p. Seite 204

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 51. (18.12.1884)
Date
1884-12-18
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/6492408-6488249-8756160--0547-4855877
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

die eiai&che Accentaation, weil ein und dasselbe Gebiet von der Parascha nnd dem Vers begrenzt wird. Die Aocentaation bezeugt, dass in לא תחמוד nur «ine Parascha Kaum gefunden, sonst hätte die doppelte in Anwendung kommen müssen. Die zweite Parascha ist eben nur zur Herstellnng der Harmonie zwischen den Geboten nnd Paraschen nachträglich׳ eingeführt worden. Ein jüd. Woiwode in der Moldau im 16. Jahrhundert. Rin rumänischer jüdischer Kalender für 5645, herausgegeben v. Moses Schwarzfeld in Bukarest, bringt den Abdruck des folgenden Dokumentes von 1591 (ans Documente istorioe privitare da istoria Romänilor ▼. Harmuzach Bd. 1H S. 153) das dem Wiener Archiv entnommen ist. ״Durchlauchtigster Erzherzog, etc. Die Ppllackhen steen in grossen sorgen, wegen des Petero Vaiuoda aus Moldau flacht, besorgendt weil Er so guett gunst in Gemain and in Specie bei allen Pollnischen herm gehabt, Er möchte seinen weeg anf Polln genahmen, wiewol die maisten der mainung, Er habe den negsten weeg in die Mossoau genuhmen. Inmittels ist ainer an seiner stell so des Peteraschv befreund ter sein 8011, der auch mit Inen Petrascho aus Polln hieheer khiimen, mit Nahmen Emanuel die Bazza Hebraica durch des Sulthanj hoggia, durch den Muffti und fürnemblich durch ain ansehnlichen Juden, 8010m0n Tedeschi genannt, 80 der Zeit von Ob. Vezier facthotum, re ipsa und mit warhait gegen Viermalhundert tausend Tucaten dem Sulthano allein, andre Zwaymalhundert Tausent an mehr ortten, auf ain Schein aber dem. Englischen Orator zugefallen, Waiuoda in der Moldaw worden, hat gleichwol noch starckhe oponenten, und lr vil vermainen Er werde noch vor seinen von hinnen verreisen, wie der vorige aas der Wallachey abgeseczt, und ainen andern mit nahmen Eleasz Waiuoda solche stell erthaillt werden“ Herr Dr.Pezzen, ausserordentlicher österreichischer Gesandter in Constantinopel, schickte diesen Bericht dem Erzherzog Ernst. Daraus ergiebt sich, dass in der vollständig dunkeln Zeit von 1589 bis 1592, in welcher mehrere Fürsten einander als Woiwoden folgten, auch ein Jude Regent der Moldau gewesen ist. _ Notizen. 1. Herr Babb. Dr. Caro-Pilsen scheint in dem Artikel ״Erfurtiana“ Litt-BL S. 194, col. 2, Z. 17־ v. u. im Zweifel darüber za sein, ob in der 2. Zeile der 2. Abth. des dreitheiligen Grabsteines der Wochentag ein Mittwoch oder Freitag war. Bichtig ist nur Mittwoch, da das Kalenderzeichen des Jahres 30p '33ה—ח war, mithin flOD 'ID nur auf Mittwoch fallen konnte. — intfrrffmtröf Pödjrnfdjrift für Hs grbtlbrtr ilubliimm. $cutfd)cs 'J!Woh 5>icfe bunt 'unb burcf) originelle Iittfrarifd|־poUtif<fj« 3B0d)cnfcf)rift, iDctdje bic berooroagenbften boutjtf)011 ScbriftftcUcr ג» it1**! SRitatfxitem jiti)(t, enthält eine &ütte geifttraH gcfdjriebener?Irtifcl, bie ein freue« Spiegelbilb ber pofitifdten litterarifdjen unb Strebungen unferer tage barfteflen. 3ebe neu auftamfienbe grage, jebc neue grjtheinung in SBiffenid)aft, 'ffolitif, Jhmft unb Öcbni fitibet i*| ״£«ntfd)en ®t0Htage=®latt" unparteiifdg unb erfdjöpfenbe ®eljnnblung, rofltrcnb bie gcfcllfd)aftli(f)en guftäubc ber öegcntaatf tu elegaiitefWJ gorm interrffante Beleuditnitg erfahren. SeHetriftifcfjc geuiDeton« unb £mmore«fen forgen für bic Unterhaltung ber liefet. I tiefe Iitterarijcf)־politiftbe Stüfdirift erften Stange«, roeltpe am )eitunggtofen tage, bem '•Xfiontago, erfdieint, uerbinbet bie ®orjiigc ci»*] unter&altenben unb anregenben lBe<|ettf<fjrift mit benen einer moplinformirten, reich mit 9ta$ri£ten au« elftev EueHe auägcftatteten detWfl unb fo entfpriebt ba« ״£>entf<|e 9?ent«ä&Btatt“ in feiner toppcUDlatur einem entfdjiebenen Bebürfnif beb gehüteten 2eferpu&ltht**l wofür bie grojjt ®erbreitung ben beften ®etnei« liefert. I ÜQe 9teitbbpef«n|talten unb ButS&anblungen nehmen Slboimemcnt« *um greife »an 2 ®tarf 50 ®fg. pro Cuavtul cntgtj^J ®ei ®oft&efteUungcn öerioeife man auf St. 1455 ber fBo)t3־eitung0־flrei«li|'tc pro 1885. Sufcrate finben burtf) biejea, faft auAfdjtiefelidt in 1" feinften gamilientreiien gelefene unb in allen befferen Rotels, Dieftaurant«, Sonbitoreien tc. au«liegcnbe ®latt eine fehr jmedmägige tle1l'r1־it»^l ^tesäaunantm oerfenbet gratis unb franco bie gfpebition beb ״£>rutf<|tn gfoutagS Bfatt“, Berlin SW, Verantwortlicher Bedacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Bobert Friese, Leij 2. Wer weiss das Gebnrtsnnd Sterbedatum des Rambam nacb zuverlässigen Quellen genau anzugeben? Es herrschen hierüber bei den Biographen die grössten Widersprüche. Hees a. Rhein. L. Cohen, Lehrer. Der Name ״Ghetto“, der jetzt auch filr das Judenquartier Borns verschwinden wird, hatte ursprünglich eine ganz andere Bedeutung. Nämlich am äussersten Ende der Stadt Venedig, in der Nähe der Kirche S. Geremia und unweit des heutigen Bahnhofes, zieht es ein ausgedehntes Terrain, welches laut der alten Stadtpläne schon im 14. Jahrhundert bald ״Ghetto“, bald ״Getto“ genannt wurde. In alten Urkunden finden wir Aufklärung, sowohl über die Bestimmung, welcher dieser Stadttbeil hatte, als über die Bedeutung seiner Benennung. Es bestanden nämlich daselbst im 14. Jahrhundert zahlreiche Metallgiessereien, welche aber schon in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht mehr existirten. In einem Documente von 1458 heisst es wörtlich: ״Ideo vocabatur el getto, quia erant ibi ultra duodecim fomaces, et ibi fandebatur aes“ (er wurde ״Getto“ genannt, weil sich dort mehr denn zwölf Oefen befanden, in denen man Erze schmolz). ״Getto“ heisst nämlich ״der Guss“, und daraus wurde die corrumpirte Aussprache ״Ghetto.“ Wir finden übrigens diese zweite Schreibweise schon im Jahre 1308 mit der ersten abwechselnd. Das Alles gilt noch von einer Zeit, da dieJnden noch nicht den Stadttheil ״Ghetto“ bewohnten. Der Juden geschieht in venetianischen Schriften zuerst im Jahre 1152 Erwähnung. Noch im 12. Jahrhundert wies man ihnen eine langgestreckte, durch einen sehr breiten, nicht überbrückten Canal von der eigentlichen Stadt getrennte Iusel; Namens Spinalunga als Wohnsitz au, welche von da an den Namen ״Guidecca“ erhielt. Im nächsten Jahrhundert kommen J die Juden in Venedig zuerst als eine ansehnliche geschlossene Corporation vor, welche in die morgenländische, die abendlän- ] dische und die deutsche Nation zerfiel. Bald darauf fingen sie! aber schon an, durch ihre Wuchergeschäfte die Aufmerksamkeit I der Begierung auf sich zu ziehen, und im Jahre 1298 wurde I ein eigener Magistrat zu ihrer Ueberwachung geschaffen und wurden besondere Wuchergesetze erlassen. Aber trotzdem griffen die Missbrauche immer weiter um sich, so dass sich der Senat im Jahre 1394 genöthigt sah, die ״Universitü ebraica“ au» dem Stadtrayon auszuweisen. Dieselbe liess sich jetzt in Mestr« I unweit Venedig nieder und betrieb von dort aus nach wie vor I ihre Geldgeschäfte mit den Städtern. In der Folge erhielten! einzelne Juden, weil die Bepublik oder irgend ein einflussreicher] Patricier ihrer bedurfte, gegen Bezahlung hoher Taxen wieder I beschränkte und bedingte Zulassung im Stadtgebiete, and im I Jahre 1516 wollte man der gesammten Coinmunität die Nieder-1 lassung im Stadtgebiete selbst nicht mehr verwehren. Doch] mussten sich die Hebräer auch jetzt noch gewisse Einschrän-1 kungen gefallen lassen. Vor Allem ward ihnen ein bestimmter] Bayon zur ausschliesslichen Wohnung angewiesen, und die] Wahl fiel auf das disponible öde Terrain, auf welchem eheraal»] die Metallgiessereien gestanden hatten und das noch immer den J Namen ״Ghetto“ bewahrte. Dieser Baum war von dem ganzes] übrigen Stadtgebiete durch Canäle getrennt, und nur eine einzig» ] schmale Brücke, die des Abends polizeilich abgesperrt wurde,] führte nach dem ״Ghetto“ hinüber, und zahlreiche Barken mit] Polizeimannschaft bewachten des Nachts alle diesen Stadttheil] umgebenden Canäle. Aehnliche Einrichtungen und Anordnung«] bezüglich der Wohnungen der Juden wurden theiis gleichzeitig,] theiis bald darauf, theiis auch schon früher in fast allen Stadt»! Italiens, so auch in Born getroffen Die Judenstadt Venedig•] war aber lange Zeit unter allen die berühmteste, und der Nam•] des venetianischen ״Ghetto“ ward überall auf den von den Jud«] bewohnten Stadtrayon übertragen, bis man sogar die historisch«] Bedeutung, die das Wort für Venedig hatte, vergass und di»] Wurzeln desselben in der hebräischen, chaldäischen oder] syrischen Sprache za suchen begann. Dr. A. Berghaus

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.