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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-12-04 · No. 49. (4.12.1884) · p. Seite 195

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 49. (4.12.1884)
Date
1884-12-04
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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— 196 — *lass die mass. Fassung bezüglich לא תחמוד zwei feih a f t and keineswegs mit der Sichert eit aufzunehmen ist, wie die, welche von אנכי bis ן תשא sich erstreckt. “Wir sind bei der Frage angelang;, aus welohen Motiven ist die mass. Tneilung des ' Decalogs hervorgegangen? Wie ist das mass. Bild mit seinen auffallenden Zügen entstanden? (.Fortsetzung folgt.) Litteraturbericht. Recensionen. Sldon, Simon, Rabbiner in Tyrnau ם' שבט שמעון :zwei Theile in 4 °, 142 und 186 $. Wien, Josef;Schlesinger 1884. (Auch direct vom Verfasser zu beziehen.) — (Schluss.) \ Eine andere hochinteressante Entscheidung sucht in einem ganz speziellen und allerdings sehr kritischen Falle den היתר יכום במקום חליצה trotz der von uns :als Norm recipirten Anschauung d«8 Abba Schani <p1ellenmäs8ig zu begründen. Wer Näheres darüber wissen will, den verweisen wir auf das wichtige Responsum selbst cf. fol 74a ff. No.!165. Auch das moderne Institut des Standesamtes behufs Vollziehung -der Civilehe streift der Verf. fol. 44 a Er giebt dem Bedenken Raum, ob nicht unter Umständen bei dem •durch Civilehe vollzogenen Acte, falls der Bürger- .meister und die sonst anwesenden Beamten Israeliten sind, die Ehe als ntaell geschlossen gelten dürfte. Nach der im deutschen Reiche herrschenden Gepflogenheit ist diese Möglichkeit kaum anzunehmen, weil ausser dem Standesbeamten und: dem zu copulirenden Paare nur die 2 Trauzeugen der Regel nach anwesend sind. Die Trauzeugen gehören gewöhnlich zu -den nächsten Blutsverwandten des Brautpaares. Ihr Zeugniss hat keine rituelle Giltigkeit. Da ausserdem nur ein Protokoll aufgenommen und ausgefertigt wird, mit Ausschluss jeder symbolischen Handlung, so deutet Nichts auf den duroh den Gatten zu vollziehenden קנק, Verf. würdigt fol. 47a die Frage, warum jetzt die ברכות אירוסין ונשואיץ zur selben Zeit unter dem Trauselte gesagt werden, im Gegensätze zürn anders gearteten Usus zur Zeit des Talmuds. Eg fallt uns auf, dass Verf. nicht in erster Reihe als Airgument urgirt, ■dass unsere Frauen — wenigstens in ’glanz Westeuropa und im civilisirthn Osteuropa — im Zustande der Pubertät als בוגרות heirathen. (Bekanntlich kommt bei בוגרוח die טענת! בתולים nicht zur Anwendung, ■cf. ר״אש I. Perek von 21 § כתובות gjegen Ende.) Sehr liberal deutet er in der in!letzter Zeit oft ■citirten Boraitha Gittin fol. 61 die Wirte קוברק מתי ישראל עם מתי עכיום■ ib. fol. 16a in dem Sinne ״man bestattet die hin geschiedenen Heiden!nicht nur mit, sondern sogar trotz (עם) der hingeschiedenen Israeliten, ob gl ei oh dadurch vielleicht! viele Israeliten fehindert werden, ihren hingeschiedenen Glaubensrädern das letzte Geleite zu geben. Wenn der Verf nicht gestatten will, im geschlosseuen ארק zu bestatten (cf. fol. 13 b f.), wenn die das Erdreich berührenden Bretter Lücken aufweisen oder angebohrt sind, so durchbricht der rituelle Usus selbst seine Anschauung und Entscheidung bei בכור, כהן und in manchen Gegenden auch bei einer als Braut hinge- *chiedenen Jungfrau. In allen diesen Fällen wird quasi *18 ehrende Auszeichnung den Hingeschiedenen auf <1*8 Erdreich ein massives und solides Brett untergelegt. (Vgl. die quellenmässige Zusammenstellung Aber ארק, seine Qualität und Bedeutung in A. Lewy- *ohn’s 94 § מקורי מנהגים s. 130 ff.)! Sehr d&nkenswerth ist seine Anregung über מקום קר£ Beim Trauer-Ritual ist mitunter die räumliohe Entfernung von erbeblioher Wichtigkeit, den Beginn der Trauertage betreffend. Mit Recht macht VerL fol. 24 a darauf aufmerksam, dass man mit der Eisenbahn jetzt bequem 40 Meilen täglich zurücklegen kann. Es gilt nunmehr zu erwägen, ob man im Hinblicke auf die jetzigen Verkehrsverhältnisse den Begriff von מקום קרוב nicht weiter zu fassen habe. Das sind einige interessante Piecen, die wir hier herausgegriffen ־ haben. Sie bezwecken, annähernd auf die Bedeutung dieses sehr beachtensw&then Baches die Sach- Und Fachverständigen hiermit aufmerksam zu machen." Rühmend sei hier auch die Brauchbarkeit dee aggadischen Theiles für homiletisohe Zwecke hervor- - gehoben. Im Anschlüsse an sämmtliohe Perikapeu des Jahres bietet der Verfasser schätzbares Material für Grab- und Trauungsreden, desgleichen für passende Ansprachen bei Beschneidungsfesten. Von ähnlichen Gesichtspunkten liess sich Ephraim Lantschneta in seinen ״Oleloth Ephraim* leiten. Selbstverständlich sind nicht alle Bemerkungen gleichwerthig. Derselbe'- Ideenkreis wiederholt sioh in einem grösseren oder kleineren Turnus; allein das ist bei dieser Anlage de► Homilien unvermeidlich und 8011 dem Verfasser nicht zur Last gelegt werden. Wir wollen auch. mit ihm über manches Gezwungene, Gewaltsame und Willkür- _ Hohe seiner Exegese an einzelnen Stellen nicht rechten; denn wir huldigen mit unseren Alten dem Grundsätze: אק משיבק על הדרוש. —. Im Allgemeinen enthalten auch seine exegetischen und aggadischen Bemerkungen sehr beachten swerthe und in den ,verschiedensten Versionen sehr gut zn verwendende homiletische Winke. Bei künftigen PubUcatioBen, die der gelehrte, greise Autor uns noch in Aussicht stellt, dürfte sich in Citaten eine grössere Akribie und im Texte eine grössere Correctheit empfehlen. Wir legen beide Theile dieses Werkes aus der Hand, mit dem innigen Wunsche, dass es innerhalb seines Leserkreises die ihm gebührende, wohlverdiente Beachtung finden möge. Sohrau O.-S., im November 1884. ' Dr. Immanuel Deutsch. Haassif. Jahrbuch für 5645, האסיף לתקופת השנה מאת נחום סאקאלאוו חרמה herausgegeben vonN. Soko-' low, Warschau, Redaction der ״Hazefira“. Dieses Jahrbuch ist eines der reichhaltigsten and vielseitigstenund dürfte für Russich-Polen und Galizien von wohlthätigem Einfluss sein, denn der billige Preis ermöglicht es, dass dieses Jahrbuch ein FamUienbuch werde. . Damit soll allerdings nicht gesagt sein, dass es nicht auch für die Juden der übrigen Länder von Interesse ist. Es ist zunächst das vorzügliche Hebräisch, das - jedem wahren Israeliten vielen Genuss bietet, und dann sind u. a. wissenschaftliche Arbeiten, so z. B. Dr. A. Harkzv}?8 Arbeit, zum ersten Mal aus dem Russischen, das für die meisten nichtrussischea jüdischen Gelehrten eine terra incognita ist, in's Hebräische übertragen, und zwar über Samuel Hanagid. Da es der Raum dieses Blattes nioht gestattet, uns ausführUch über das Bach za verbreiten, so Wollen wir in gedrängter Kürze den Inhalt desselben mittheilen. Das Buch zerfällt in zwei Haupttheile, iu einen commerciellen und in einen litterarischen. A. enthält: Chronologischen Jndex der jüdischen (Jeschichte, ein solcher für die Gesohiohte der Karäer, ein Jndex der wichtigsten weltgesohichtHchen Ereignisse, der wichtigsten Erfindungen, der wichtigsten Begebenheiten und Erfindungen des verflossenen Jahres, die wichtigsten Notizen über Börse, Arbitrage, Weohsel, Postbriefe, Telegraph- und Eisenbahn-Tarif^ natürlich < mit besonderer Rücksicht auf Russland. Das MiUtär-

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