Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 49. (4.12.1884)
- Date
- 1884-12-04
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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and Marinewesen Europa’s, über den Militärdienst in ItinaiU'nd flbftT Preoentrechnnngim, metrisches System, Münzen,Potente, Lehrinstitate in Bassland, Anatomie; verstorbene Persönlichkeiten; über die Gemeinden Wilna, Warschau, Minsk and Moskau. B. enthält 4me Kritik über Z. Oliphant’s Bach Gilead, über den Nutzen der Kalender von Slonimski, über das Gewerbe der Juden im Alterthum; ferner Beiträge von Jakob Beifinann, von Elieser Zewi Zweifel, von J. Goldmann, der die scheinbaren Widersprüche zwischen Bibel und Talmud zu lösen versucht; dann über Ziel, und Zukunft dee Judenthums von Sokolow, Bescheidenheit und Wahrheitsliebe jüdischer Gelehrten 'von J. Mendelsohn, über Agada von 9 J. Finn, der Tburmbau zu Babel von Dr. Oppenheim in Thom, Moritz Oppenheim vom Akademiker Mane, über Palästina von J. Goldmann, Berthold Auerbach von D. Frisobmann, über jüdische Schriftsteller in nicht• jüdischer Sprache von J. Z. Gordon. Eine sinnige Erklärung im Midrasch-Schemot rabba, Kap. 5 von Goldmann, פחד כלימת von k. Schulmann, ולקחם לכם von 8. Straschnn, über die Namen jüdischer Gelehrten von A. Wahl; zur Biographie Baba’s 0O”l) von M. S. Antakolski, zur Biographie B. Meir’s von Joachimsohn, Einleitung zum Werke שערי ציק von S. Buber. Hierauf folgen ausführliche Becensionen über J. L. Qordon’s Gedichte, L, Kompert’s sämmtliche Schriften, BlochV Ursprung und Charakter des Buches Esther, das einer strengen Kritik unterzogen wird, Bern stein’s populär-naturwissenschaftliche Schriften, hebräisch von Fnsohmann das Werk TTtHTTt *TH *TH von J. H. Weiss in Wien, שערי תורת התקנות von Prof. Moses Bloch and andere litterarische Erscheinungen. Diesem Theile folgt das gelungene Bild von Dr. Zunz mit dessen Biographie, das schöne Bild des Mathematikers Slonimski mit Biographie, das Bild des so früh verstorbenen Dr. Lipkin über den Propheten Jecheskest von Babb. M. Tedeschi in Triest u. a. Nun folgen Erzählungen: 1. B. Meir Bothenburg von L. Philippsohn, ins Hebräische übertragen von B&kowski, über die Pesachfeier, Geheimnisse des Mikroskop, Kernspräche von Denkern und Dichtern (bei den Eigen- Hamen würden wir in Zukunft etwas mehr Genauigkeit empfehlen, MacauJay und Shakespeare sind bis zur Unkenntlichkeit entsteht); ferner: ״Im Ghetto“ aus Pascheies’ Kalender, über Daniel Deronda. Diesem folgt einFestblatt zu Ehren deslOl.GeburtstagesMontefiore’s, den die ganze Welt gefeiert hat. Dr. Harkavy’s Aufsatz über B Samuel Hanagid, russisch im״W08chod“ veröffentlicht, hebräisch von Grosskin; Gedichte von Gordon, Gottlober, Spiro u. a. Lebensregeln von K. Mandelstam; Gesundheitslehre von Dr. A. Porjes; hierauf Memoiren zur Geschichte des heutigen Busslande, von besonderem Interesse ist die Schilderung der Zeit vor dem Auftreten J. B. Levinsohn’s und dessen Zeit, und zuletzt ein vollständiger Kalender, auch für Karäer. Wir können nicht umhin, zum Schluss noch einmal dieses treffliche Jahrbuch allen Freunden der hebräischen Sprache und Litteratur auf’s Wärmste zu empfehlen. Bmg. Hoff, E. Dr. Historya biblijna dJa izraelickih 1884. A. Holder in Wien. — Hoff’s biblische Geschichte ist im jüd. Litteratnrblatte bereits eingehend besprochen worden; es erübrigt hier, nur die Erwähnung, dass die Uebersetzung eine sinngetreue ist, das Bnch also den Unterrichtsanst<en, wo der Beligionsunterricht in polnischer Sprache ertheilt wird, auf’s Wärmste zu empfehlen ist. G. Notizen. 1. Die Controverse aber das כימה D"D veranlasst mich za folgender Mittheilung: Die Gotteshäuser and Schalen standen ■wieder in dem Felde noch in einem Weinberge; sie standen nurausserhalb der Stadt zumeist bei den Strömen und Flüssen. ״Am Sabbattage“, heisst es in der Apostelgeschichte 16,3 ״gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser, wo man pflegte, zu beten“. Philo meldet (wider Flacous 2. Th. S. 534 Mangey’sche Ausgabe), die Juden zu Alexandrien hätten sich, als ihr־ Feind and Verfolger Flaccus auf kaiserlichen Befehl verhaftet worden, weü sie sich nicht in ihren Bethäusern, die ihnen genommen gewesen, hätten versammeln können, hinaus vor aie- Stadt an das Ufer begeben, und an diesem reinsten Ort ein-- müthig ihre Stimme zum Dank gegen Gott erhoben. Tertulian. sagt (Vom Fasten: Cap. 16 § 103): Die Juden verliessen bei ihren, grossen Festen die Synagogen und eilten an die Ufer des- Wassers, um da zu beten. In einer andern Stelle (gegen die- Völker B.l.Cap.13) zählt er unter den Gebräuchen der Juden auch; die Gebete auf, die sie an Ufern zu verrichten pflegen (orationes-. littorales). In einem von Josephus (Alterth. XIV. 10) aufbewahrten Beschlüsse des Magistrats zu Halikamassus zum Vortheil der Juden, wird ihnen unter anderm auch dieses bewilligt, dass sie nach väterlicher Sitte am Ufer des Meeres Bethäuserzu errichten die Erlanbniss hätten. Juvenal spricht (Sat. III 11—13) von einem heiligen Haine und einer Capelie an einem wasserreichen Orte vor dem Capuanischen Thore zu Rom, der* an die Juden vermiethet und ihnen wahrscheinlich zum Betplatze diente (Rosenmüller Morgenland, B.VI S. 26). +~ Was nun כרם כימה bedeutet, glaube ich Folgendes: 3רם heisst chaldäisch sammeln, daher Sabb. 88 T9S""ß'): so findet man auch Kelim 21,3 כורם’)• Das in Rede stehende Wort heisst also nichts anderes als das Lehr haus, Versammlungsort, in Jamnia, wo die Rabinen zum Gesetzstudium sich versammelten. Rahb. Dr. M. Du sc hak. 2. Bibliotheca Samaritana. Der langjährige Herausgeber der־ hochinteressanten ״Deutsche Vierteijahrsschi ift für englischtheologische Forschung und Kritik,“ Gotha, 1861 f., sowie« Uebersetzer des samaritanischen Pentateuch in hebräisoher- Quadratschrift, Hr. Dr. M. Heidenheim , Rever. iu Zürich ■ hat sich zur Redaction einer Samaritanischen Bibliothek entschlossen, welche selbstverständlich einen internationalen Kreisvon gelehrten Abnehmern erfordert. Unter diesem Titel soll: in hebräischer Quadratschrift eine Reihe der werthvollsten. samaritanisehen Texte mit den nöthigenEinleitungen und Scholienzur Veröffentlichung gelangen, und zwar eine neue Ausgabe׳ der Pentateuch-Ueberaetzung mif besonderer Berücksichtigung: der barberinischen Triglotte und emendirtem Texte, so das»-, jede der zwölf Lieferungen (im Preise zu Mark 3 50) ein in sich׳, abgeschlossenes Buch enthält. Ferner wird diese Bibliothek: die wichtigsten Stücke aus der reichhaltigen Liturgie der Samariter in Perikopen, Hymnen, Schiroth, Litaneien und Gebeten: enthalten, wovon nur Gesenius und der nunmehrige Editor bis-• her Bruchstücke veröffentlichten. Ein endgültiges Urtheil über: Alter und Werth der Schriften, vor allen des auf Schaffell geschriebenen, von allen Reisenden gemusterten Pentateuch und. Textes der samaritanischen Genesis wird sich am Schlüsse ergeben. Hiezu kommen Auszüge aus der arabischen Chronik welche neues Licht über den merkwürdigen Volksrest verbreiten, der wie eine vereinzelte Palme in der Wüste steht, welch*־ nur von der Asche untergegangener Generationen ihr Dasein■ fristet. 3. Die Natienalbibliothek in Paris hat 4 hebr. Incunabeln au*-■ dem 15. Jahrhundert angeschafft, welche sehr selten sind und: zwar: 1) den Text der Psalmen mit David Kimchi’s Commentar־ 1477 gedruckt, klein 8 s. 1. (wohl einzig!) 2) Bechinas Olam v- Bedarschi mit einem Commentar eines Ungenannten. Soncin». 1484, klein 4. 3) Ein Makre Dardeke, hebr. arab. romanische* Worte!,verzeichn iss. 1488 fol. 8. 1 4) Des Ramban Commentar zu den 5 Büchern Moses, Lissabon 1489 fol. (Un. isr.) 4. Von Eduard v. ■Hartmann erscheint im Verlage der Königlichen Hofbuchhandlung Wilhelm Friedrich in Leipzig und Berlin: ״Das Judenthum Tb Gegenwart und Zukunft. Socialpolitische Abhandlungen«. Unter Anerkennung aller. Rechte der Juden und unter Ablehnung aller Aasnahmsmaassregeln wird die Kampfesweis*־ und die Wirkung des Antisemitismus als schädlich verworfen,׳ zugleich aber werfen die Fehler des Judenthums blossgelegt. Di» ethnologische, religiöse, nationale, sociale, Volks wirthschat't lieh«, literarische und politische Seite der Frage werden einer grünfl— ■ liehen Erörterung unterzogen. ') Raschi daselbst .שאסף כסא של כובם שכורמים עליו את הכלים (’ Ke1;m 23,4*5 wozu Raschi עליו את המדים pee שמא Verantwortlicher BedactcBT Dr. Rahmer, Magdeburg Druck von D. L. Wo 11 f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese Leipzig^■