Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 46. (13.11.1884)
- Date
- 1884-11-13
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492408-6488249-8756155--0521-4855856- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
*גו haben.. Von dem;§J[p«J>en Q Uedee gohöpfa». ist er^ .völligd archdrungeu a**cT,fubh ״׳diese trösüiobje Ueberzeugung auch seinen Kindemiinzuflössen, die er mit Ganftmuth und Milde auf die Bahn d$r jungend cn leiten bedacht ist. An dem entseelten Körper des Seliebten Sohnes vermag er zwar den Vorwurf, ־ dass ies der Schlange and Eva’s Werk sei, nicht zu unterdrücken; aber er macht nicht, gleich seinem Weibe, seinem tranererfiillten Herzen in Imdensohattlichen Ausbrüchen Luit, sondern ermahnt jene, das schwere Verhängniss mit Ergebung za tragejn und sich als treue Dienerin des göttliohen Willens zu erweisen. Mit Emst und Strenge weist er Oain nach seiner ruchlosen That von sich und will ihnj nie mehr wieder sehen. So stellt sich uns in Adam das Bild eines besonnenen, durch die Erfahrung zur Weisheit gereiften Mannes dar, dem seine Kinder mit Recht tiefe Ehrfurcht zollen und den daher Adah und Abel stets als ihren ״ grossen Vater“ bezeichnen. Litteraturbericlit. Recensionen. Moralische Betrachtungen über jeden der 54 Wochenabschnitte des Pentateuch nebst einem Anhang verschiedener Erklärungen und Midrachim. Durchweg in kunstlosem Reim bei völliger Blindheit in die Feder dictirt und zur1 Beherzigung fiir seine jüdischen Glaubensgenossen in sjeinem 75. Lebensjahre herausgegeben von Gottlob Brausch. Breslau 1884. Preis 3 Mark. iwigd^L mehr Fr hat. D1e/jdd|ee| des Glaubens und..der SJpeculatjfilb ge»«,. , Aufmerksamkeit, wunnjaie $eit$n'eintratea» in ^ejKjm die Disoussion nioht so sehr-am die praktische. An- ,. Wendung der einzelnen Religipnageagtze in der oor-vrectesten Form, als vielmehr um die wichtigen Grundlagen des ganzen Religionssystems eich ,beWegte. Unsere Zeit ist wieder'eine solohe, in welcher gegen, die Grundfesten des jüdischen Religionsgedankens ein Ansturm sich richtet Darum findet die religionsphilosophische Forschung jetzt mehr Freunde Uad so wenig auch auf diesem Gebiete vön einer kanonischen Ansioht die Rede sein kann, ist es doch von höchstem Interesse einen Rückblick auf die Arbeit za werfen, welche bedeutende Männer auf diesem Felde aus geführt haben. Eine solche historische Revue ist die vorliegende Diasertationschrift. Sie greift eines der schwersten Probleme, die Willensfreiheit, heraus und nach einem kurzen Seitenblick auf die darüber ausgesprochenen Ansichten bei den .Chinesen und Arabern werden die Ansichten der jüdischen Religionsphilosophen von Saadia bis Maimonides hierüber einer genaueren Prüfung unterzogen ~uhd dabei die Quellen, aus denen sie flössen, ihre Unterschiede unter einander, ihre Mängel und Vorzüge, in\klarer und präciser Weise nachgewiesen. Der Verfasser war nicht nur fleissig und bedtysht, die eiaschlägliche Litteratur hervorzuziehen, sondern er ging auch mit Scharfblick an die gründliche Untersuchung. Die Dissertationsschrift ist jedem Gebildeten als Leotüre zu empfehlen. -r. Die hebräisch-arabische Sprachvergleichung des Abalwaltd Merwän ibn Ganäh von Dr. Wilhelm Wir haben absichtlich den langen Titel hier wiedergegeben, um von vornherein in den geehrten Lesern des Litteraturblattes die Gedanken za erwecken, die uns beim Niederschreiben dieser Zeilen bewegen. Denken wir an unsere gemüthvollen alten Weiseu, die einen Blinden סניא נהור nennen,j 80 können wir schon aus diesem Grunde das uns vorliegende Werk eines völlig Erblindeten nur günstig beurtheilen. Aber auch der Inhalt macht das Buch iempfehlenswerth. Ein tieisittlicher Geist durchweht es; man fühlt das Bestreben des Diohters heraus, durch die in den gereimten Bibeltext herangezogenen Midraschim auf das Gemüth der Leser einzawirken. Dks Buch zerfällt in drei Theile: 1. Moralische Betrachiungen über jeden der 54 Wochenabsohnitte des .Pentateuch. 2. Einen Auszug aus der gereimten Uebersetzung des Pentateuchs, etwa 7 Wochenabschnitte umfassend, als Probe aus einem grösseren Werke und 3.: Einen Anhang verschiedener Midraschim und gelungener homiletischer Erklärungen, von denen einige etwas zu spitzfindig sind, und zu poetischer Bearbeitung sich nicht gut eigneten. Wir empfehlen das Werk{ des unter einem Pseudonym schreibenden Verfassers, seines ethischen Gehaltes und eigentümlichen Tones wegen dem geneigten Wohlwollen unserer Glaubensgenossen und verweisen auf den Herrn M. Lobethal in Breslau (Berlinerstrasse 69), von dem dasselbe zu beziehen ist. (8. auch das Inserat in der heutigen ״Wochenschrift.“) —r. Knoller, Lesser. Das Problem der Willensfreiheit in der älteren jüdisohen Religionsphilosophie des Mittelalters. Inauguraldissertation.;Leipzig 1884. Die Wahl eines Thema’s zur Dissertation ist bekenntlich für nioht Wenige eine reicht schwere. Im vorliegendem Falle; ist sie eine recht glückliche ge- Wesen, da sie zunächst ein Gebiet behandelt, das nooh nicht genug bearbeitet ist uni ers; in neuerer Zeit Bacher. (Wien 1884, in Commission bei Carl Gerold’s Sohn) gr. 8. 80 Seiten. In der Einleitung spricht sich Verfass, über die Stellung aus, welche Ibn Ganäh im Allgemeinen unter den Grammatikern des Mittelalters, speziell auf dem Gebiete der Sprachvergleichung seinen Vorgängern gegenüber einnimmt; über die Art und Weise seiner Heranziehung des Arabischen zum Vergleich mit dem Hebräischen und über die Darstellung dieser Manipulation für4 das zeitgenössische Publikum. Er hebt hervor, dass eben Abulwalid, ausgerüstet mit einer ungewöhnlichen Kenntniss des classischen Arabisqh׳ und seiner verschiedenen Dialecte, die Geistesarbeit Ibn Koreisoh’s, welcher 100 Jahre {vor ihm lebte, weiter systematisch fortgeführt und gewissennassen in seinem Sinne zur Vollendung gebracht hat. Und in der That finden wir auch bei Saadja das Streben und bei Dunasch sogar das ausgesprochene Streben, Hebräisch und Arabisch mit einander Isu vergleichen; 80 geschah es stets bei so vereinzeltem zumeist tendenziös gefärbten Stellen, dass von einem systematischen Ausbau dieser grammatischen Richtung bei Beiden nicht die Rede sein konnte. Nur Abulwalid wagte es, die aus vermeintlich religiösen Gründen dar mals allgemein verpönte, exegetische Benutzung des Arabischen nioht nur als unentbehrlich zu prpisen, sondern zugleich auoh in der allerweitesten Ausdehnang and in hoher formfester Vollkommenheit zum Ausdruck gelangen zu lassen. Allerdings besass er nioht die Kühnheit, unumwunden das pinzugestehen, was er wirklioh glaubte, dass man ganz gut den Sinn eines arabisohen Wortes auf ein gleichlautendes oder gleich wurzliges, sonst unverständliches, hebräisches Wort übertragen dürfe, sondern veraioüerte mit einer Vorsicht, die ihn nur einmal in der Erregung etwas verlässt (S. 9), dass er durch ein solcqes Verfahren, wie eine Vergleiohung des Hebräischen und Arabisohen, י*/ *