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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-11-13 · No. 46. (13.11.1884) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 46. (13.11.1884)
Date
1884-11-13
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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M J/, in einen dem Ghetto nehegelegenen Teicfi.- B6V0! n nooh etwea gefhnd^ hafe'Wjgfan die Jaden anunqfcals der Le3wupr gJ|bden wurde, lies« 14flieftej^mc^lplj^1■ Alle 1md& Neabenae Dloses,- ich eh iVetge* es. dass en and der*'von Böih gekömiüene Cardinal-, die Verleumdung durohschaaen and dies dem Pöbel darlegen wollen, der Pöbel, der manchmal getäasoht werden will, bedroht sie mit dem Tode. Der Bischof, ein gewisser Jean- Inderbals, treibt den Pöbel an, da er ausser dem Vermögen der Jaden aach nooh seinen heiligen Ort and seine Wallfahrten haben will. Sein Urtheil wird gefällt; die Jaden hatten dort ihre gewohnte Bolle. Diejenigen, die sich bekehren Hessen, worden nur enthauptet. In Born unter Marcellus II verliefen die Dinge anders. Ein Bind wurde auf dem Campo Santo gekreuzigt gefunden. Jeder Unordnung wurde vorgebeugt and die Untersuchung eingeleitet. Die päpstliche " Verwaltung, unter derDirection des Cardinais Alexander Farnese verwendet auf die Auffindung der Schuldigen einen Scharfsinn, der unserer feinsten Polizei-Spione würdig wäre. Ein Christ war es, der von seiner Maitresse unterstützt, sein־ Mündel getödtet hatte, um dessen Vermögen an sich za reissen. Es ist gar nicht zu bestreiten, dass die Lüsternheit nach dem Vermögen der Juden sich am häufigsten unter den religiösen Schein verborgen hat. Der Papst Benedict XTT, ein ehrlicher Papst, ein Reformator der Geistlichkeit, erklärt, ausdrücklich in einem Schreiben an Albert II von Oesterreich, der den Namen des Weisen erhalten hat, die feudale Gesellschaft, nur dem Namen naoh Christen, nicht aber nach ihren Sitten, unwissend, unruhig, räuberisch mit Ausnahme einiger aaserwählten Geister, glaubte zugleich ein frommes und ein patriotisches Werk auszuüben, indem sie den Juden ihren Beichthum entriss, die einzige mächtige Waffe, die denselben zur Disposition stand. Das ist der Grund, weshalb ihnen so bedeutende Abgaben auferlegt wurden, wenn man sie zu dulden gezwungen war, das der Grund, warum man sie beraubte und fortjagte, wenn man ihrer sich entledigen zu können glaubte. Peter von Amien im Beginne, Tarquemada eu Ende des Mittelalters, der Eine indem er den Ereuzzug predigte, der andere indem er die Vertreibung aas Spanien durchsetzte, sie sind übersengt von der Nothwendigkeit, der christlichen Ge- Seilschaft wieder die Mittel zuzufuhren, die ihr, wie sie glaubten, durch List und Unrecht entrissen worden. Dm Gut der Kirche ist es, das an seine rechtmässige Quelle surückkehrt, wie Peter sagt; die Beichthümer der Juden müssen den christlichen Völkern dienen, zum Aerger der Eigenthümer selber ״serviant populis christianis, etiam invitis ipsis, divitiae jndaeorum“. Die Jaden stehen ausserhalb des Glaubens, sie stehen also ausserhalb des Rechts, ausserhalb des Gesetzes. _ (Fortsetzung folgt.) Byron’s ״Cain, ein Mysterium“. Vortrag des Herrn Dr. Mattersdorf in Gleiwitz. (Fortsetzung.) 3. Ad ah. Von den übrigen Personen tritt nur noch Adah mehr in die Handlang, ein, and 'diesem Charakter wollen wir gleichfalls eine eingehendere Besprechung widmen. Adah ist naoh Cains begeisterter Schilderang ein engelgleiches Wesen. ״ Alle Stern’ am Himmel“ sagt er, z’,&it 1 ״Die dunkelblaue Mitternacht, bestrahlt Von einem lichtertüllten SUberkreis, Der einem Geist gleicht, oder einer Welt Geist — der Dämm'rung matte Glut, Der Sonne prftcht’ger Aufga unbeschreiblich’ Schauspiel ethtftMft füllt,-wenn; |^s^jifed*lnfiKmeii ./ftUOBbSitell, grfttB; TugeuKiiyuueu) ו, . ,Des Aheigivogela Lied, d«n Liebe singt .i>,. Und einstimmt in den Chor der Cherubim, Wenn sieb die Nacht auf Edens Mauern senkt, Dies alles kann mein Herz nicht so entzücken, Als Adah’s Antlitz; darum wend’ ich mich Von Erd’ und Himmel, um es anzuachaa’n.f' — Sie ist ein echt weibliches Wesen, voll tiefer Empfindung, reinster Selbstlosigkeit, ein Wesen, das, wie Unser Altmeister Goethe von dem echten Weibe sagt, ״leben mag nur in Andern.“ Au ihren Eltern hängt sie mit aufrichtiger Liebe und hoher ־Verehrung, sie sieht in ihnen den Inbegriff aller Vollkommenheit, Muster der Schönheit and Weisheit alles Edlen und Guten, — Wesen, welche der Herr selbst, sowie alle himmlischen Engel einst ihres vertrauten Umgangs gewürdigt; es wäre ihr ein Leichtes, ihr Leben für sie hinzugeben. Auch den Geschwistern schlägt ihr Herz in inniger Zuneigung An ihrem Cain aber knüpft sie das doppelte Band der Geschwister- und Gattenliebe, ihre Liebe zu ihm ist ein heiliger Kultus; ohne ihn kennt sie keine Freude, kein Glück; froh unterzieht sie sich für ihn jeder Last; gern übernimmt sie selbst seinen Tbeil an der Feldarbeit, damit er zu keiner Klage Veranlassung habe. Wohl bedauert aach sie den‘ Verlust des Paradieses; aber sie sieht darin nar das Werk der falschen Schlange, es kommt ihr nicht im entferntesten in den Sinn, die Eltern dafür verantwortlich za machen, oder wohl gar den Schöpfer anzuklagen, dessen Weisheit, Güte und Gerechtigkeit der hohe Vater sie kennen gelehrt hat. Auch hält sie diesen Verlust nicht für unersetzlich; vielmehr glaubt sie an der Seite ihres Gatten und im Verein mit all den Ihrigen, besonderes im Besitze'] ihrer lieblichen Kleinen, in denen sie ihr und ihres Glatten Ebenbilder sieht, und an denen sie mit all der schwärmerischen Neigung einer jugendlichen Mutter hängt, sich ein neaes Eden hervorzaubern za können. Für das, was Cains Seele belastet, hat sie kein Verständniss, seine Gotteslästerungen verwunden sie tief, aber sie vermag ihm darum nicht za zürnen. Wenn Sie aach ihres Gatten kühnem Gedankenfluge nicht zu folgen vermag, 80 fehlt es ihr doch nicht an einem gesunden Scharfblick; sie durohsohaut sehr bald des Lügengeistes wahres Wesen und warnt Cain vor seinem verderblichen Umgänge. — Nachdem Luoifers Absichten erreicht sind, und die entsetzliche Thafc begangen ist, will sie anfangs Cain nicht für den Urheber derselben halten, und als sie nicht mehr daran zweifeln darf, vermag sie doch voh dem Unglücklichen nicht zu lassen, Wie sehr sie vor sein» That schauderte, wie tief auch ihre Trauer um den gefallenen Bruder ist: sie verlässt Vater, Mutter und Schwester, am dem geächteten Gatten in dis Verbannang zu folgen. Kienend an der Leiche Abels, bricht sie in die einer grossen Seele würdige Klage aus: ,Jlin traurig und ein früh’ Geschick, mein Bruder, Hat Dich ereilt Von allen Trauernden Darf ich allein nicht trauern. Meine Pflicht Heisst Thränen trocknen, doch sie nicht ▼ergiesen. ־Wohl trauert keiner *aller Traaemden Wie ich — um Dich und ach! um Deinen Mörder.“ 4. Adam. Der Charakter des Ahnherrn der Menschen ist nar in den Hauptzügen angegeben. Er hat den Ver- Inst des Paradieses verschmerzt und trägt mit Geduld das über ihn and die Seinen verhängte Geschiok, d» er sich wohlbewusst ist, durch seine Schwäche und Nachgiebigkeit gegen Eva sich dasselbe zugezoge? '

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