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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-11-13 · No. 46. (13.11.1884) · p. Seite 184

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 46. (13.11.1884)
Date
1884-11-13
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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ledigUcüdem Anfänger den Sion des, kebräisclien Wortes ülfier bringen wolle. Allein jedenfalls fürchtete er «ine zu starke־ Opposition. und wollte seiner Methode vorl&uflg nur die Wege ebnen, gleichviel aus welchen Motiven und in welchen Absichten sie angenommen und entwickelt würde. Verfasser gruppirt seine Erörterungen in solche, welohe sich 1. auf Laut-Wort- und Satz-Bildung, 2. auf Wörter und Wurzeln, 8. auf lexicalische An&logieen beziehen. — In dem I. Abschnitte bespricht Verfasser die grammatischen Vergleichungen und fuhrt uns Beispiele derselben vor Augen. - In Betreff der grammatischen Terminologie verweist er auf den Hl. Anhang, wo er durch alphabetische Zusammenstellung aller von Abulwalid gebrauchten, bei Hajjug noch nicht vorkommenden Termini einen dankenswerthen Beitrag zur Geschichte der grammatischen Terminologie geliefert hat. Der IL Abschnitt bietet dem Verfasser Gelegenheit, das Verhältniss AJralwalids zu seinem Vorgänger Ibn Koreisch klarzulegen. Er setzt auseinander, dass Abulwalid in seinem Wörterbuche kein Compendium der Sprachvergleichung schaffen wollte und daher sehr vieles, was als bekannt vorauszusetzen war und was andere schon vor ihm daigethan, einfach ausgelassen oder flüchtig behandelt, oder nur ergänzt (schwachmütige, doppeUautige Wurzeln). Seine Stelhmgnahme zu den Forschungen und Behauptungen Ibn Koreisch’s war eine parteilose und kritische und er hat es wohl verstanden, sich vor einseitigem Verrennen in die Idee der Vergleichung zu schützen und seinen Bestrebungen das rechte Mass zu verleihen. Der HI. Abschnitt trägt keine völlig erschöpfende Ueberschrift, wie Verfasser selbst herausfühlt. Ich weiss nicht, was dagegen einzuwenden wäre, wenn er denselben mit der Ueberschrift ״ Phraseologische Vergleiohungen* versehen hätte, welohe Bezeichnung denjenigen der vorangegangenen Abschnitte völlig analog wäre. Aber: ״Lexicalische Analogien“, ,wie der Titel lautet, darunter kann man sich noch vieles andere vorstellen, als das, was Verfasser darunter anführt, und sie in prägnantem,Sinne darauf allein zu!beziehen, liegt wohl kein sprachlicher Grund, kein sprachliches Recht vor. — Den Stoff selbst hat Verfasser anch hier mit gewohnter Klarheit und Uebersichtliohkeit gesichtet und zählt im ersten Theile alle lautlich, im zweiten, die in Bedeutung, Anordnung und Auflassung übereinstimmenden Redewendungen auf. An die eigentliche Abhandlung > schliessen' sich 3 werthvolle Anhänge an. Anhang I bringt einiges Licht in die Auffassung des streitigen Wortes בטשט5ו bei סרוג p מנחם Anhang n bietet uns äusserst interessante Notizen über die Sprachvergleichung des Dawid ben Abrahm , welcher jedenfalls vor Hajjug lebte und -über seinen eigenthümlichen Standpunkt den spätem sprachvergleichenden Gelehrten gegenüber. Anhang HI. ״Zur grammatischen Terminologie Abulwalid’s". Zu S. 33 Z. 9 wäre noch zu bemerken, dass das arab. לכו in der That bei Saadja (Hiob. C. IV, V. 2) als Uebersetzung von לביא gefunden wird. Zuin Schlüsse gebe ich meiner Freude Ausdruck, von dem umdie Litteraturder mittelalterlichen jüdischen Grammatiker so hochverdienten Verfasser wieder eine Abhandlung begrüssen zu können, welche sich seinen bisherigen Leistungen völlig ebenbürtig zur Seite . stellt. Sie ist eine Frucht mühsamen, tiefen Studiums und fähig, nicht nur der Orientalisten, sondern eines jeden spraohveigleiohenden Forschers Interesse zu ] erregen. Rabb. Dr. Loevy-Göttingen. Stier Dr. Josef. Priester und Propheten. Ihr' ] Wirken und gegenseitiges Verhältniss. I. Theil. D. Lewi. Wien 1884. Die moderne hypothesenreiche Bibelkritik mit der ׳. j durch sie beeinflussten oder sie selbst beeinflussenden An- 80hauung über Name, Stellung, Thätigkeit und Riehtnng der Propheten־ und der Priester findet in dem Verfasser obiger Schrift einen entschiedenen Gegner. Von der traditionellen Anschauung über Alter des Pentateuchs ausgehend, fern von den waghalsigen May bau m’schen Hypothesen, die in dem Propheten thum eine Entwicklung vom Zauberwesen bis zur wahren Prophetie, einen Schulgeist und Reform dieser Schulrichtung annehmen, giebt er ein Bild von der Thätigkeit des Propheten- und Priesterthums von Mose, wo beides nach seiner Meinung vereinigt war und bis zur Zeit der Könige so blieb, bis zur Zeit Chiskija’s. Die Liebe und Wärme für sein Thema und die ängstliehe Sorgfalt sich vor Ungerechtigkeit zu hüten, verleiht der ganzen Schrift, die sich leicht und angenehm liest, einen ungemein wohlthuenden Charakter. Zum Theil zeigt der Verfasser auch neue schöne Auffassungen, welche sowohl die Handlungsweise einzelner Männer als die Bewegung mancher' Zeiten besser zu erklären scheint, als es bisher der Fall war. Wenn viele der Erklärungen des Verfassers nicht tief genug begründet sind und überhaupt die wissenschaftliche Akribie und strenge Rechenschaftslegung weniger hervortritt, so liegt das, wie es scheint, in der Tendenz des Buches, den Nachweis zu liefern, wie ohne die gewagten Hypothesen der modernen Bibelkritik der geschichtliche Gang des Priester- und Prophetenthums seine befriedigendere Erklärung finden kann. Dabei kam es naturgemäss mehr auf die grossen Züge an, welche der Verfasser in seinem geschichtlichen Bilde zur Darstellung bringen wollte. Möge der Verfasser seine Arbeit vollenden, da sie gewiss zu einer gerechteren Würdigung des Priester- und des Prophetenthums fahren wird, als das in diesen Blättern eingehend besprochene Maybaum’sche Buch. K. in E. Notizen. 1. Paris. Herr Joseph Halevy hat der Academie der In- ■ Schriften über die in Arabien entdeckten nabatäischen Grabj Inschriften einen Bericht erstattet, dem wir Folgendes entnehmen: .,Diese Stücke sind in einem Dialecte, der mit den aramäischen : Stellen der Bücher Esra and Daniel übereinstimmt. Man findet < sogar rein hebr. Worte (z. B. Salem — Selaim) Das weist auf ן alte Verbindungenz wischen Nabataea und Israel hin. Herr Halevy j will erweisen (durch Citate von assyrischen und bibL Angaben), dass die. Meisten der in Samaria durch die Assyrier Angesiedelt«» 1 aus Arabien kamen und aram. sprachen, welches Idiom die I Juden nach ihrer!Rückkehr aus der Gefangenschaft an nahm®, r Weiter will Herr Halevy die Ansicht wahrscheinlich machen,! dass die Stämme der Arab. Wüste, welche die Bibel ״Söhne Abrahams* (Ismaeliten und Keturäer) nennt, aram. Dialecte and! nicht das eigentliche Arabisch gesprochen haben. Kam dooh 1 Abraham selbst aus einer aram. Gegend des südlichen Babyj lornens. Hebräisch haben die Nachkommen Abrahams erst nach ן der Eroberung Palästina’s gesprochen, denn das Hebräische iat die Sprache der Kanaaniter, der alten Herren des Landes. (TJn. iMJ 2. Capitain Claude Regnier Cond6r hat soeben ein Werk . über Syrien und Palästina• unter dem Titel ״Heth and Moab“ ver öffentlicht. In demselben beklagt er sich sehr über die Hinder j Hisse die die türkische Regierung absichtlich dem Forscher j in den Weg legt. 3. Der berühmte ital. Abgeordnete David Levi in Tarfflj 1 der von seinen Landsleuten der Dante der Neuzeit genau» wird, hat ein religiös-politisches Gedicht ״II Profeta“ erscheine• ן lassen. Dasselbe wird von einem unserer geschätzten Mitarbeit* j demnächst in’s Deutsche übertragen and werden wir Probe#, davon im ״Familienblatt‘1 bringen. (RedJ Verantwortlicher Redactenr Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, LeipOfr,

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