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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-11-06 · No. 45. (6.11.1884) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 45. (6.11.1884)
Date
1884-11-06
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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,wiijwM'-J'üp : •ei ihm viel über die Jaden geklagt worden, als ob liie seinen Unterthanen viel Schaden and Verderben verursachten and man habe verlangt,.!>r solle sie nioht [Inger im Lande dalden; da sie jed)0h des Königs Kammer sein and in seinen Nethen willig and eifrig sich erwiesen hätten, so habe man in seinem Rathe nach Mitteln and Wegm gesaoht, wie sie ohne Schaden im Lande bleiben, Steuern zahlen :und ihrem Gewerbe naohgehen könnten. Es wurde!deshalb angeordnet, dass alle Gelddarlehen der Christen von den Jaden in Prag nir bei dem k. Burggrafenamte, in anderen Städten dagegen vor den Schöppen geleistet und daselbst in Register eingetragen werden sollten, nach denea sie aach einfimahnt werden könnten. Wenn dis Schöppen aus aohlässigkeit ihre Mithilfe bei der E nmahnung ver-!tagen, 80 solle es dem Juden freistelen, sein Recht | durch das Burggrafenamt zur Geltu: 1g zu bringen, j Aach solle es dem Juden erlaubt sein, doppelte Zinsen itn nehmen: ״Da wo der Christ 10 Schock vom Hundert!nimmt, 8011 der Jade 20 vom Hundert im Jahre nehmen [dürfen und zwar deshalb, weil, wenn er so wenig nehmen würde wie der Christ, er nicht leben könnte, da er zuerst ans gegenüber seine Pflichten naohkommen muss; zweitens dem Herrn, dessen Schutz er sich empfohlen hat, zahlen muss; drittens selbst die Interessen za berichtigen [hat; viertens selten ein Amt, dessen Dienst er Enöthig hat, ihn umsonst entlässt, uad er endlich [leibst etwas haben muss, um davon mit Weib Fand Kindern leben zu können.“ ״Komnt der Zahlungs- [fermin und der Schuldner zahlt nicht 80 betrete der Jade den Rechtsweg; von der Zeit >eginnt für den [Jaden der Wucher statt des Einlage!rns, und zwar [«in weisser Heller auf ein Schock Me ssner Groschen [die Woche.“ Doch ist es verboten, d e Wucherzinsen [tarn Schuldbeträge beizuzählen und lavon abermals [Wucherzinsen zu berechnen. Auf verpfändete Kleino- [dien, Kleider und Aehnliohes sollen die Juden wie [früher leihen dürfen und nioht gehalten sein, sich erst [1a überzeugen, ob solche Gegenstände nicht'gestohlen [•eien.“ (Vgl. Palacky, Geschichte von Böhmen, Band V, [Abtheilung I, Seite 445, der das Vorstehende nach [einer Handschrift des Herrn Wilhelm von Pernstein [«zählt, der sich zugleich mit dem Kanzler Johann •Ton Schellenberg am Meisten um diese humane Ent- |10heidung verdient gemacht hatte). Dr. Pe ¬ז¬ — 17« — rli tz - NakeL Litteraturberictyt. Recensionen. Kautzsch, E., ord. Prof, der Theolojpe in Tübingen. [Grammatik des Biblisch-Aramäischen mit Her kritischen Erörterung der aramäischen Wörter lim neuen Testament. Leipzig von F. C. W. Vogel |1884. Vin und 181 pagg. Mit vieler Befriedigung gingen wir die angeführte ohrift durch und können mit unserer Anerkennung Binz offen sein; denn die Arbeit ist sine durch und ch gewissenhafte. Wenn Baer’s Ausgabe der Bücher Daniel, Esra und Nehemia nur dies Eine be- ^’rkt hätte, dass Prof. Kautzsch an d e Ausarbeitung «er Grammatik gegangen wäre, so wäre das Wort ״ שכר מנוהder Lohn einer guten That ist wieder gate That“ auch schon zur Wahrheit. Trotz .einschlägigen Arbeiten von Lazzatko, Krüger and er anderen Forscher ist die vorlieaä ide Grammatik jeden Bibelforscher ein sehr wichtiges Hilfsbaoh; 4t . י m mm mit der Gewissenhaftigkeit eines Statistikers werden 8ämmtliohe vorkommende biblisch-aram&isohe Formen ־, angegeben. Man müsste, so selbstverständlich dMonn \ in der That ist, es sehr vielen Grammatikern sagen, ’ dass Grammatiken aus den Sprachdenkmälern heraus' gearbeitet werden müssen; nur belegte Paradigmen' haben ein liecht als solche za gelten Ganz besonders aber gilt das bei den sogenannten todten Sprachen, - deren Entwickelung bereits eine abgeschlossene ist. Von gleich hohem Interesse ist die kritisohe Erörterung der aramäischen Wörter im N. T. Wir ge-י statten ans hierzu einige Bemerkungen. Zum Worte ßaxd (p. 10) bemerken wir, dass thatsächlioh im Talmud und Midrasch das Wort ״ ריקאDa unüberlegter Mensch“ im Vooativ als Anrede sich findet,! also denn doch ein stat. emphat. sein dürfte. Seite 19 wird das Offenb. 16,16 vorkommende dpfiafeStov als räthselhaft hingestellt; Inglis erklärt in seiner Bible Text Cyclopedia sab voce Armageddon ״signifying Mount ofMageddon“ (Berg von Megiddo) =» הר מנדו. Wir glauben aber, dass es aus מנדו CD) על durch Auslassung des Wortes מי und Vertaasohang des ל mit ר entstanden sei. Dass aber jedenfalls Megiddo da gemeint sei, erhellt aus vielen Stellen des A. T., wonach Megiddo ein Unglüoksort ist, (vgl. Richter V. 19, H. Kön. XXHI 29 und 30, H Chron. XXXV 22 und ganz besonders Zecharja Xll 11 כמם®־ הדדרמק בבקעת מנדון). Ueber die griechischen Wörter im Buche Daniel hat Hartwig Derenboarg in Paris einen grösseren Aufsatz veröffentlicht, das wichtigste aus demselben hat Isidore Loeb in der Revue des etudes juives 1884 avril — juin in dem bibliographischen Theil mitgetheilt. (p. 118). Za Seite 116 ist zu bemerken, dass אשרנא von der Valgata als von ״ שורMauer“ abstammend■ aufgefasst wurde.! Berichtigt sei hier, dass S. 13 st. Braun za lesen ist Braun. Diese Einzelheiten wollen nur zeigen, mit weloher Aufmerksamkeit wir dieses Werk durchstadirt haben, anregend ist es überall. Rmg. - Strassburger, B., Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten. Stuttgart. Verlag von Levy & Müller. Erste Lieferung 48 S. 8. Die rührige Verlagsbuchhandlung will den Gebildeten aller Confessionen eine interessante Lektüre bieten, den Israeliten aber 8011 das Werk, welches in 9 Lieferungen ä 50 Pf. erscheint, ein Haus- und Familienbuch werden. Und in der That ist es frisch und anregend geschrieben und bekundet aach sorgsame Vorstudien, wenn auch mehr in den einschlagenden Bearbeitungen, als in den Quellen selbst. Und hierin sind die Hauptmängel des sonst trefflichen Buches begründet, dass es in den bisherigen Bahnen geht und alle die Fehler mitmacht, die man bisher zu maotren gewohnt ist. Viel zu wenig, oder gar nicht wird der Unterschied zwischen dem Gesetzeslehrer und dem Kinder lehrer, zwischen der Akademie und der Kinderschule hervorgehoben. Herr Strassburger hat es auch nicht einmal versucht, darauf hinzu weisen, welche Umgestaltung des Unterrichtes — auch des. Jugendunterrichtes — dadaroh hervorgerufen worden ist, dass das Hebräische'aufhörte Volksspräche zu sein, dass die Bibel mit einer andern Sprache redete, als die, welohe man im Hause brauchte! . Im Talmud finden sich frappante Hinweise darauf in ' der neckischen Erzählung, wie die Magd des Rabbi Jehuda Hanassi die Sprachlehrerin spielt. Auch manche Einzelheit ist nicht als richtig anzüerkennen. Aas םוק לי כסוקנ& wird gefolgert: ״Es war damals Sitte, ass jeder Knabe täglich einen Bibelvers auswendig lernte. “ Dem Referenten •scheint’8 vielmehr, dass wirk-

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