Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 45. (6.11.1884)
- Date
- 1884-11-06
- Page
- Seite 180 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•י ־r■־•'•־ •יי--Jjwii - י - 18Ö - lioh jeder Knabe seine# Vers batte, d. h. wie auch jetat bie and da noch üblich, ein Lebensmotto, in welchem der Name des Betreffenden in den Anfangs* oder Endbuchstaben der Worte gefunden wird. Affe diese Ausstellungen verringern jedoch den Werth dieses Werkes, als eines ungemein interessanten und reiche Belehrung bietenden durchaus nicht, es soffen nur Winke für den diesen Gegenstand beherrschenden Autor bei der weiteren Bearbeitung sein. Alwin. Wir erhalten während der Correctur des Obigen die zweite Lieferung, die viel Schönes und besonders für ein ״Haus- und Familienbuch“ Geeignetes über Erziehung und Unterricht erhält. Wenn aber der Herr Verfasser auch darauf Anspruch machen will, dass sein Behr nützliches Buch auch einen wissensohaftlichen Werth habe, so muss er in der Wahl der Quellen etwas vorsichtiger sein. Geschichtchen aus dem mittelalterlichen Sohar bieten nicht die mindeste wissenschaftliche Garantie für Vorgänge in der talmodischen Zeit; die müssen als Sagen, Märchen bezeichnet werden. — S. 74 und 75 18t חכמת יונות .griechische Philosophie“ mit ״ לשק דדgriechische Sprache“ verwechselt; dadurch löst sich der S. 75 hervorgehobene Widerspruch. — S. 65 ist die Ueber- Betzung von ״ כאילו מלמדה תפלותunterrichtet sie gleichsam in der Gotteslästerung“ doch etwas zu weit gehend; תפל heisst (nach Hiob 6,6) ״geschmacklos תפלה (das. 1,22) ״Ungeziemendes“; im obigen Talmudvers wird davor gewarnt, seine Tochter zum ״Blau- Strumpf* zu erziehen, ihren Geist nicht auf Kosten des Herzens und des Gemüths auszubilden. — Auf 2—3 Druckfehler wollen wir noch aufmerksam machen. In ״gefui“ (8. 57) wird Keiner wohl das hebr. גבול erkennen (כי ist durch ״w“ wiederzugeben). - S. 61 ist statt 1א zu lesen אד u. S. 63 unter den Namen des Lehrhauses כרם statt כרם. Im Uebrigen ist der Druck sehr correot, auch Papier und Ausstattung recht gut. , _ (Red.) 1. חנקי למד Hebräische Sprachschule. Uebungsbuch zum Bibelunterrichte. Verfasst von Josef Szirmai, Leop. Klein und Adolf Mayer. I. Theil Vor- Übungen. Verlag J. H. Holzwarth, Wien 1885. Preis 30 Pf. ־ 2. Dasselbe 1L Theil ס־אשיח Preis 70 Pf. 3. עזר למורה Leitfaden zum methodischen TJnterrieht der hebr. Sprache. Als Hilfsbuch zur ״Hebr. 'Sprachschule“. Für Lehrer und Lehramtscandidaten. Von denselben Verfassern. Preis 1 Mark. Es wäre doch eine zu banale Phrase, wenn wir hiernooheinmal den Grundsatz aufstellen wollten, dass die Kenntniss des Hebräischen eine unbedingte Forder rung in jüdischen Heligions- resp. Elementarschulen bilde. Darüber herrscht volle Einigkeit.*) Die Cardinalfrage ist, welche Methode ist die geeignetste, um m der kurzen Zeit, die hierfür bemessen ist, zum Ziele zu gelangen. Der Weg, der zum Mechanismus führt, hat alle wahrhaft pädagogischen Anschauungen gegen und nur die Gewohnheit für sich. Die &0 oedeutsame Förderung des eigenen Nachdenkens, der Selbstthätigkeit und damit die Entwickelung des Interesses geht dabei verlustig. Und doch ist der sonst gewissenhafte Lehrer zu sehr geneigt, den hebräischen Unterricht in der pädagogisch ungerechtfertigsten Weise zu betreiben:■ V orübersetzen, Nach¬ *) Bei einem Rechtatall in Prag wurde jüngst über diese Frage erst ein rabbinisches Gutachten eingeholt, einas natürlich kn obigen Sinne aasfiel and die Vernrtheilang des renitenten Gemeindemitglieds zur Folge hatte. (Red.) übersetzen, das ist die reine Dressur, Papageien abriohtung, aber kein geist- und gemüthbildendes 1 Unterricht, der doch in der Religions 8 ohultj vor allen Dingen eine Stätte finden sollte. Statt ] dessen ist man nur za häufig berechtigt zu fragen; Ezistirt für uns denn kein Pestalozzi, kein Diester-! weg, keine Geschichte der Pädagogik? Wissen wir | doch aus der Kulturgeschichte, dass geistig gesunde! Völker durch einen geisttödtenden Unterricht systematisch zu ־ Grunde gerichtet worden sind? Das; sollte zu denken geben. — Um den gerügten Mechernsi mus einzudämmen, ist es ein wesentliches Erfordemiss, bevor zum Uebersetzen des Hebräischen übergegangen wird, Vorübungen anzustellen. Diesem Gundsatze j verdankt No. 1 obiger Bücher seine Entstehung. Wir erkennen dasselbe, jedoch als sehr praktisch für den: ersten Unterricht im Pentateuchübersetzen an, und hätten nur den bei einer zweiten Auflage zu berück- : sichtigenden Wunsch, dass in diesem Heftchen doch i wohl auch schon auf die Declination des Hauptwortes I Bezug genommen werden könnte. Doch hiervon ab-1 gesehen, erscheint das Büchlein als recht brauchbar ] und somit empfehlenswert!!. Obwohl es sonst unser Grundsatz ist: je weniger Hülfsmittel, desto besser. — I Schon aus diesem Grunde stehen wir dem zweiten Theil der ״Hebräischen Spraohsohule“ nicht so sympatisch gegenüber. Das Büchlein erinnerte uns ] ein wenig an die Eselsbrücken des Wiesen’schen Machwerks, das wir seiner Zeit in der von dem Bedacteur ds. Blattes herausgegebenen ״Jüd. Lehrerzeit.“ ausführlich besprochen haben; doch ist das vorliegende j viel methodischer und wissenschaftlicher gehalten. Wir j sind auch entschieden gegen jeden Ballast grammatischer ] Regeln, denn die Grammatik kann für unsere hebräisch I lernende Jugend nicht Selbstzweck, sondern nur | Mittel zum Zwecke sein, darum muss sie mit dem Uebersetzen organisch verbunden werden. Das Büchlein mag I aber immerhin in den Radimen österreichischer Schul- Verhältnisse passen; es wird unter Anleitung eineal geschickten Lehrers von den Schülern immerhin rhitj Nutzen verwendet werden können. Zu No. 3 übergehend, gestehen wir, dass diese«! ״Hilfsbuch für Lehrer und Lehramtscandidaten“ reiohj an methodischen Winken ist und vielfach gesund*] pädagogische Grundsätze aufweist. Der noch ungeübt« | Lehrer kann aus ihm zahlreiche Anregungen em• pfangen; doch möchten wir davor warnen, du Buoh| während des Unterrichts zu benutzen. Der] Lehrer muss vor den Sohülern Meister des Stoffe•! M 8. sein. Rufus oder der Judenaufstand unter Hadrian.] Ein historisches Drama in 5 Aufzügen von M. Fried•] länder. Wien 1884. Alfred Holder. Hofbuchhandlrmg. j Der Herr Verfasser, dessen Erzählungstalent wir] bei Besprechung seines ״Apion“ (siehe Litteraturblatt] No. 48 v. J.) rühmend anerkannten, versucht nun inj dramatischer Gewandung ein Bild von dem Aufstand! der Jaden unter Hadrian zu entrollen. Es ist ihn! dieses in hohem Grade gelungen. Die einzelnanj Charaktere sind scharf ^gezeichnet, wenn sie auch häufig] ans Moderne streifen, und ermangeln nicht, die Theil■ j nähme des Lesers zu erwecken und wach zu erhaltet] Eine Drama, wie das genannte, kann nicht immer,j da sonst die Poesie Einbusse erleiden würde, d•*] historische Moment streng innehalten, aber es i»t] vorzüglich geeignet, Interesse für jüdische Geschieht•! im Allgemeinen hervorzurufen und in diesem SrnjAl wollen wir auch diese poetische Arbeit Friedländ•*] warm empfehlen.. Sp, Verantwortlicher Redactear Dr. Bthrntr, Magdeburg. Druok vcnD. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leip