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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-10-30 · No. 44. (30.10.1884) · p. Seite 175

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 44. (30.10.1884)
Date
1884-10-30
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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1550 eine-Ausgabe des Mischne Thor 1, von Mairaonides nebst Scholien des R. Me'ir Kati enellenbogen aas Padaa and bald daraaf 1550—1551 eine den Absatz der ersleren gefährdende Concurrenz ausgabe bei Jastiniani. Der Rechtsstreit wurde vo:1 jüdischer Seite R. Moses Isserls in Rrakaa vorgelegl! nnd za Gunsten des mit Bragadini associirten R. Äair entschieden.*) Die beiden Verleger überhäuften sich mit Schmähungen; Bragadini lässt am Schlüsse des IV. Theiles des Mischne Thora (abgedruckt bei üabbinovicz ״Abhandlang über den Talmud“ 2, 49j die Bemerkung' veröffentlichen: ״Die Behauptung Juütiniani’s, dass er das Werk zum Nutzen der Juden drt cken lasse, damit dieselben nicht genöthigt seien, einefn hohen Preis bei mir zu bezahlen, ist falsch. Im G«gentheil sucht er das Monopol zu erlangen und sich an den Juden zu bereichern. Durch sein unbilliges Vorgehen hat er auch die Bomberge zum Einstellen ihrer vorzüglichen Verlagsthätigkeit gezwungen und durch die Steigerung der Büoherpreise den Juden grossen Schaden zugefügt“. Der kleine und kleinliche Streit der Venetianischen Patricier hatte die grosse Wirkung, dass bald darauf in zahlreichen italienischen Städten, in Venedig an einem Sabbathe des Monates Mar^heschwan 5314, October 1553, die hebräischen Bücher öffentlich verbrannt wurden (Jehuda Lerma’s Vorwort zum Abothcommentare). Lerma büsste die ganze, 1500 Exemplare starke Auflage seines Buches und das Manuscript desselben bei dieser Gelegenheit ein. Er reconstruirte einige Kapitel aus dem Gedächtnisse, fand aber dann ein dem Autodafe entgangenes Exem- 51 ar seines Buches in den Händen eines Christen, von em er es zu hohem Preise erstand und auf Grundlage dessen er eine zweite vermehrte Auflage (Sabionetta 1554) veranstaltete. Etwa hundert Jahre später berichtete De la Grange aus Venedig 8,n Buxtorf, dass der Handel mit jüdischen Büchern vollkommen darniederliege und die Juden nur unter gewissen Be- Schränkungen die Druckerei ausüben können, indem sie nur unter dem Namen und der Autorität des Venetianischen Edelmanns Bragadini, den sie.für seine Protection besonders bezahlen! müssen, Bücher in den Druck geben dürfen. Beiträge 1ur Erklärung der griech. Wörter in den Talmuden und Midraschim. : Von Rabbiner Dr. Gebhardt in Bromberg. 20. הייא, המיא Jalkut. Bresch. 44 sijid identisch mit: olpoc! ״weh’ mir!“ (Klageruf bei traurigen Schickäugen), eia, hei! Autmunterungsruf biei gemeinschaftliehen Arbeiten, z. B. beim Heraufziehen der Steine in Schiffe. 21. הרהק Br. r. 39 oüpdcvTj Urintoplf. Jer. Awod. s. H, 4. דהון wohl רהון dasselbe verkürzt( 22. הרבית v. Lit.-Blt. X, 44. Noch einmal kommt חקי vor jer. Moed kat. III, in der [Bedeutung von *) Auch Isserls bemerkte wie Masius, dass jeder der beiden Verleger ein Patricier ^gentüuomo“ gewesen[ sei, (מגדולי ארץ דהיינו יענטילומו והוא אחד מן מדם־ם, ספרים והנה קם 3>־1 .(אהד נ״כ יענטילומי מעשירי הארץ כנגדו•er1a erkennt Jvar die Verdienste derselben um die Verbreitung jüdischer ™brüten lobend an, kommt aber doch zu dam Schlüsse, dass Wiglich der Gelderwerb ihr leitendes Mctiv gewesen sei: הנה לכלי אדם ידוע שאלו המדפיסים הרביצו תורה בישר» ולולא זאת כבר חלו היתה התורה נשתכחה מישראל - אדנח*) דנפשייהו קעבדי כדי להחיות כדבר כדרך שעוסקין בשיי! דברי סחורות. Entsetzen. Babli Bb. Mz. 59 ist' das 4 בחלM wohl אככית אכך. 23. הרם Schochar 39 =■ iptj, Ipdjciv, «nk«n 24. וותיק kann nicht überall ^Shx0{ fTCn) sein. J.'Broh. II, wohl idtxoe ״gewöhnlich“. Erub. 13 65ןקןןך9ס ״wohl geschärft“ (חריף). Safeb. 105, Br. r. 39 eftxuYTK ״Glück bringend“. 25. חולץ J. Bb. Bath. II, 2 wohl חילח .Gras, Heu“, v. Jalk. Bresch. 114. 26. ,חליחי Tauch, כי תכא f. 175: x.1X15tov, naoh Hesych. mvaxtov ״Tabelle*. 27. טרק-ץ jer. Joma V. 1 xapa^wt{, die in Verwirrang bringt. Man weiss nicht, ob sie naoh Innen oder nach Aussen gehört. 28. טרקאיריז Schm. r. 25 xptxopoj ״mit dreien Räumen“. ״ ' 29. ככריסה jerus. Synh. X, 2 m. h. כבריסה viras. Gift אירסה ־־. 30 ככש Br. r. 66 xdtpa d׳^xt). 31. כרסא Br. r. 68, 15. Rasohi liest רכסא and erklärt: Winkel, recessas; wohl מלכסא za lesen. _ (Fortsetzung folgt) Erklärung einer Raschi - Stelle. f In der dieswöchentlichen Pericope TO ‘C bringt Raschi Genes. VIH, 7 zu den Worten יצוא ושוב eine im ersten Augenblicke auffällige Erklärung הולך ומלןיף סביבות התיכה וכר und bringt dieselbe mit einer im Tractat Synhedrin fol. 108 enthaltende Legende, welche den Raben auf sein schwarzes Eheweibohen eifersüchtig sein lässt, in Verbindung. Herr Prof. Delitzsch in seinem ״Commentar zur Genesis“ bezeichnet diese Erklärung als eine rabbinische Schrulle. So hoch nun auch die Gelehrsamkeit des genannten Orientalisten mit Recht anerkannt wird, so zeigt Raschi hier dach, wie tief er in den Geist der hebr. Sprache eingedrungen und seine Erklärung berechtigt ist. Bekanntlich bezeichnet im Hebr. die Verbindung zweier Infinitivs verschiedener Zeitwörter oder des Infinitiv mit einem verbo finito stets die Fortdauer und das Ineinandergreifen der betreffenden Handlungen. efr. Richter XIV, 9 ״ הלוך ואכולgehen und essen“; I. Sam VI, 12, ״ הלוך וגעוgehen und brüllen“, d. h. während das eine 'geschieht, vollzieht sich auch das Andere. Beachten wir nun den Ausdruck der in Rede stehenden Stelle: Noa sendet den Raben aas, רצא, es geht hinweg, ״ יצוא ושובhinweggehen and zarückkehren“, d h. während er sich von seinem Ausgangspunkte entfernt, kehrt er zugleich zu demselben zurück, so war das nur möglich, wenn er um die Arche im Kreise herum flog. Die talmudische Legende von der Eifersucht des Raben, beruht auf gewissen Abnormitäten, welche sich beim ooitus desselben — sowie auch des Hundes — zeigen; die Ursache hiervon wird in der allzuheftigen Brunst der Geschöpfe gefanden. Auch die schwarze Farbe der Nachkommen Chams wird hierauf zurück geführt. Diese physiologischen Eigentümlichkeiten drückt der Agadist an der angeführten Stelle bildlich aus und sagt: diese drfei Geschöpfe nur waren es gewesen, welche während die ganze Natur, in Trauer gehüllt L alle Functionen eingestellt hatte, ihren Leidenschaften keinen Zügel anzulegen und Einhalt zu thun vermochten. Wenn der Agadist nun vom Raben sagt, dass er den Noa im gleichem Verdacht gehabt habe, so gründet sich das auf den bekannten taimud. Ausspruch:בל הפוסל במומו פוסל ״Wer einem anderen einen Makel anhängt, offenbart damit seinen eigenen.“ ן Hamburg. M. S. Rens.!

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