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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-10-16 · No. 42. (16.10.1884) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 42. (16.10.1884)
Date
1884-10-16
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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»r» tu! ier den Gedanken an da■ ▼erln und an den ihm und den Seinigen reckt. Diese Empfindungen, die er ohreibt Adah dem Zusammensein mit jel au. Dies erinnert Cain an alles, «r fühlt sieh als ein Nichts und klagt ^er die Menschen mit dem Anspruch 1d auf die Unsterblichkeit geschaffen ehli68slioh alle dem Tode überantworte׳ JBünde, die ja nur Adam und Eva begaz g 'diese, so müssten sie allein sterbe Worte führt Adah auf den bösen erklärt sich bereit, statt der Eltern leiden. Auch Cain würde sich gern Schicksale fügen, vorausgesetzt, dass ׳Gottheit genügte, und dass seine Ein׳ und Tod versohont blieben. — 167 — ne Paradies drohenden Tod dann aussprioht, jenem stolzen was er gesehen; den Herrn an, das Paradies und sie dann!t habe für eine en. Sündigten n. Die letzten!ist zurück; sie den Tod za eresem traurigen sein Tod der der von Sorge Ge cn Er erklärt Wesen Gottes scheint es ihm uderbar, dass der Gütige durch Gebete, Altäre und pfergaben besänftigt und gewonnen werden müsse, idem durch 80 blutige, wie sie sein Bruder darbringe. [Er wolle sioh durch sein unblutiges Opfer nichts er- Pitten, und, da er ja dooh gegen die Allmacht nichts [tsrniöge, so sei er ebenso bereit, da8 Böse wie das |Öute zu empfangen. Nach diesen Gebeten entzündet jsioh das Feuer Abels Altar zu einer strahlenden, zum Himmel orsteigenden Flammensäule, während ein Wirbel- 1 den Altar Oains umstürzt und <lie Früchte auf Boden streut. (Fortsetzung folgt). die, wie ihm 91 für sich und Letzterer geräth Wuth. Er habe die Arbeit im Tod, der ihm dem er opfern allein zu lassen. Cain bemerkt dann zwei Altäre Adah auf seine Frage berichtet, Ab den Bruder zum Opfern aufgerichtet Über diese Zumuthung ausser sieb vor keinen Grund, Gott zu danken für flehweisse seines Angesichtes, für der bevorstehe, er sei kein Heuchler. D e Sünde seines yater8 werde durch ihn und die Sein gen schon jetzt Ebüsst, und werde es noch mehr dur 5h die Myriaden mmender Generationen werden. Er meint, es wäre besser, dass er sein Kind schlafend an den Felsen sohellte, als dass es mit dem Ke m für so viele!glückliche Wesen leben bleibe. Adah sucht Cains?lldheit durch den Hinweis auf die Lieblichkeit des ides und ihr Elternglück zu beschwichtigen Jetzt tritt Abel auf und naht m|t frommem und freundlichem Grosse dem Bruder, mit [Will, weswegen er Adah auffordert, sie Nachdem sie abgegangen, fragt Abel ( en Bruder nach einer Fahrt mit dem Engel. Cain srzählt, er habe י Ueberwältigendes geschaut, dass er im Augenblicke az unfähig sei zu irdisohem Geschäfte; der Bruder zöge ihn darum allein lassen. Dieser glaubt zwar die Bestätigung dessen, was ihm jener sagt, an dessen *grosser Erregtheit, in seinen leuchtenden *Blicken, seinen gerötheten Wangen und an dem un Natürlichen Klang seiner Stimme zu erkennen, lässt ־ er trotzdem nicht ab, ihn zur Thei Inahme an dem pfer aufzufordern, so dass jener endlich gezwungen Nachgiebt. Abel überlässt ihm, als dem Aelteren, 'en höheren Altar und will auch, das 9 er zuerst das pfergebet spreche und sein Opfer darbringe. Da י Der Cain als Neuling in diesem Geschäfte sich nicht!.dazu verstehen will, 80 spricht Abel knieend zuerst ,ein inbrünstiges Gebet, dankt darin für sein Leben, kennt die Gnade Gottes an, die sie 11 ihm und den nigen trotz ihrer grossen Sündhaftigkeit täglich [öffenbare, und bittet endlioh den Höchsten, seine Gabe wohlgefällig aufzunehmen. Ganz anders lautet das Gebet Cains!vorderst, von dem Namen und den *ohts Genaues zu wissen. Sodann Litteraturberieht Recensionen. ״Annuaire“ de la SooiAtä des Atudes jaives- Paris. A. Dorischer 1884. Seit 3 Jahren besteht in Paris diese Soaiäti des ätudes juives, die es sich, nach ihren Statuten zur Aufgabe gemacht hat ״die Ausbreitung der das Judenthum betreffenden Studien zu begünstigen": ״de favori8er le däveloppement des 4tuaes relatives au judaisme“. Die Lösung dieser Aufgabe erstrebt sie durch ״Publicationen, Vorträge, Lektürä und Bibliothek" Zu den Publicationen gehört ein regelmässiges ״Jahrbuch", Annuaire, und das vorliegende ist das des 3. Jahres. Ausser den Yereinsnachrichten enthält das vorliegende Jahrbuch eine Beihe bedeutender Vorträge, die im Laufe des Jahres in der SooiAtd gehalten wurden. Der interessanteste dieser Vorträge ist, schon durch die Persönlichkeit des Verfassers, der von Qänan: ״Die ursprüngliche Identität und allmähliche Trennung des Judenthums und Christenthums“ ein Vortrag, der die Verdienste des Judenthums um die Menschheit und die Ungereohtigkeit, die Undankbarkeit der Menschheit gegen das Judenthum mit wahrhaft zündender Begeisterung in den glänzendsten Farben zur Darstellung bringt. Eine Blumenlese aus diesem Vortrage .wäre einer der schönsten Blumenkränze, die je ums Haupt des Judenthums gewunden wurden. Ein längeres Exoerpt, das auch exegetisch bedeutend ist, möge Mer als Beispiel folgen. S. 77 des Annuaire sagt R6nan: ״Im Schoose Israels hat sioh in definitiver Weise der Uebergang von der primitiven, von unsinnigem Abeiglauben strotzenden Religion, zur reinen Religion, ja man kann sagen: zur definitiven der Menscheit vollzogen. — Die primitive Religion, soweit man es erkennenkann, konnte nicht von der Rohheit frei sein, welche ' dem Ursprünge der Menschheit anhaftete. Es war . eine vollständig egoistische Religion. Man stellte sioh Gott oder die Götter in einer mehr oder weniger dem Menschen ähnlichen Weise vor, man suchte die Gottheit oder die Gottheiten zu gewinnen, wie man die Menschen gewinnt, d. h. durch Interesse, durch Geschenke, durch Gaben. . . . Lesen Sie die unschätsbare Mesa-Inschrift, die wir im Louvre-Museum haben und weloher Uns so recht den Zustand des Gewissens eines Königs von Moab um 900 v. Ch. zeigt. Mesa bringt Opfer dar; er sucht auf jede Weise dem Gotte Kemosch angenehm zu sein, der ihm den Preis seiner Frömmigkeit giebt, indem er ihn Siege erringen lässt und bei jeder Gelegenheit protegirt. Mesa ist, mit einem Worte, der Günstling des Kemosch. Und warum dies? Etwa weil Mesa ein Mensch von grosser moralischer Höhe ist? 0,. das ist wenig wahrsoheinlioh. Es sind uns nicht viel Nachrichten über diese Epoche erhalten; aber ioh glaube, nicht zu weit zu gehen, wenn ioh sage, dass Kemosoh dem Mesa für alles andere mehr, als dadurch verpflichtet ist, dass dieser ein besonders wackerer Mensch ist. Für solcherlei Ehrenbezeugungen scheint der Gott Kemosch nicht viel Sinn gehabt zu haben. — Wenn wir nun von der Religion Moabs zu der Israels übergehen, ist der Contrast ganz überraschend. Lesen wir z. B. dm 15. Psalm, welcher, wie die meisten Psalmen, kein Datum trägt, in dem wir aber den Ausdruck einer sehr alten Denkungsart finden. Was lesen wir da? Der Psalmist fragt sioh, was man thun müsse, um der Günstling Gottes zu werden, um seih ״ger“, ■ein Nachbar, zu sein? Die Umstände eines ״ger“ in Hinsicht des Gotte«, dem er diente, sind uns־ durch

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