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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-10-03 · No. 40-41. (3.10.1884) · p. Seite 162

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 40-41. (3.10.1884)
Date
1884-10-03
Page
Seite 162 (sequence 6)
Language
German
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ütteraturbericht. Recenaionen. Litteraiur-Blatt für orientalische Philologie unter Mitwirkung von Dr. Johannes Kiatt in Berlin, herausgegeben von Prot Dr. Ernst Kuhn in Mönchen. Sabscriptionspreis für 12 monatliche Hefte 15 Mark. Zum 1, October 1883 erschien das erste Heft der oben genannten Zeitschrift, welches sehr eingehende Abhandlungen in Form von Becensionen bringt. G. von der Gabelenz, L. von Schröder, Ghr. Bartholom», J. EL Mordtmann, Fr. Praetorius referiren über grössere k Arbeiten von Parker, Garbe, Darmsteter, Mordtmann und Miller, und J. Kiatt giebt bibliographische Mitfcheilungen. W ährend die Bezold-Hommelsche Zeitschrift ein begrenztes Gebiet Orient. Forschungen (Keilschrift) behandelt, ist diese Zeitschrift eine litterarische Central■ stelle für das unendlich grosse allgemeine Gebiet der Orientalin. Für semitische Sprachwissenschaft ist der «gisste Theil dieses Heftes von geringem Belange, man die Grammatik der malagassyschen Sprache sowie die Cräula-Sutra Apastambe’s und die Jrsmschen Stadien Darmsteters werden zwar sehr eingehend scluaf and in gründlicher Beartheilung recensirt, bieten aber nichts für Semitioa. Das Verzeiohniss der Büoher, welahein der Bibliothek der Hamidie Medresse verwahrt werden, ist schon insofern wichtiger, als es ans neue Quellen für handschriftliche Forschung der arabischen Alterthümer erschliesst. Der letzte Aufsatz über die sabaeischen Denkmäler bietet Wichtiges über die sabaeischen Schriftzeichen. Bei der Wissenschaftliehen Akribie der Becensionen wird sich diese Zeitschrift wohl bald zu einem sehr werthvollen Organ der Beurtheilung orientalischer Forschungen erheben. ־Louis Hansdorff. De oontroversia sepeliendi. .תשובה בענק קבורת אינו ישראל בקבר ישראל Leipzig. M. W. Kaufmann 1884. Der talmudisch gut geschulte Verfasser dieser gutachtlichen Erklärung über die unlängst aufgetauchte Frage, ob es gestattet sei, einen Nichtjuden auf jüdischem Friedhofe zu beerdigen, bat, durch die Erklärungen in der hebräischen Monatsschrift בית תלמוד (Jabrg. IV. Heft 3) veranlasst, in dieser Broschüre sich, dahin ausgesprochen, dass nach seiner Auffassung 1. ansolchen Orten, wo die Niohtjuden keine besondere Gemein- Schaft bilden, die für Ernährung ihrer Armen, Pflege ihrer Kranken, Bestattung ihrer Todten and Tröstung ihrer Trauernden selbst sorgt, oder überhaupt kein anderer Nichtjude helfend eintreten kann, Pflicht der Israeliten sei, in den genannten Nothfällen ihrerseits liebreich beizustehen, 2. nichtjüdische Todte, wenn sie mit jüdischen als Erschlagene sich zusammenfinden, mit diesen zusammen von Israeliten zu bestatten sind. Dagegen seien da, wo für die Niohtjuden durch sie selbst in allen solchen Fällen gesorgt werde; die Israeliten nicht verpflichtet, helfend einzutreten. Das alles beziehe sich aber nur auf götzendienerische Nichtjuden. Hinsichtlich des גר תושב, also eines solohen Niohtjuden, welcher die sieben noaohidisohen Gebote angenommen habe, leitet der Verfasser von dem Satze, dass man einen עבד כנעני שלא נפול sicher nicht בקבר ישראל begraben dürfe, den Schluss ab, dass alles nur darauf ankomme, ob der אינו ישראל ein נפול *ei oder nicht. Schliesslich erklärt er aber, data jetzt ein Unterschied zwischen נכרי und נר תושב nioht mehr bestehe, und der Jade verpflichtet sei» ohne Unterschied sowohl Heiden als gottesfürchtigen Niohtjuden'gegenflber in allen Fäüej wo sie von ihrer Seite bezw. Gemeinschaft keine erhalten and nur auf die Juden allein an ge! sind, mit aller Liebe beizustehen und hinsiohtlio der Beerdigung erklärt er, dass זמן לקסדי(אנשי אהדדי so lange die Menschen noch daran Anstoss nehmen es nioht zulässig sei, einen Niohtjuden auf jüdischen Friedhofe zu beerdigen. Da die auf dem jüdische^ Friedhofe bereits Begrabenen gewiss auf den Standpunkte standen, den Friedhof als nur fiir Juden bestimmt zu betrachten und 80 lange nicht alle Mitglieder einer jüdischen Gemeinde darin einwilligen dass Nichtjuden auf jüdischem Friedhofe begrabe werden, sei es unzulässig, Einem oder Wenigen (Nicht juden) zu Liebe der Gesammtheit ein Aergerniss zg bereiten (Diese Ansicht wird im neuesten Hefte des 5"ת vomHerausgeber alsunhalachisch gründlich widerlegt^ Hocherfreulich ist, dass auch dieser biedereTalmudis so ganz offen und frei erklärt; vom talmudischen Standpunkte ist hinsichtlich der rein menschliche Nächstenliebe Heide und Gottesdiener soba er in Noth ist, wie ein Israelit za behandeln. Nao^ seiner Auffassung ist auch kein rituell religiöse! Bedenken, einen Nichtjuden auf jüdischem Friedhof^ zu bestatten. Nur die Rücksicht auf den Gemeinde^ frieden fuhrt ihn zur Verweigerung. — r. Jüdische Pessimisten. Von S. Schweinburg,! Dr. philos. — Wien, Verlag der Buchhandlung D. Loewy, IL Praterstrasse 42. 40 S. 8. Der Ertrag ist ״zur Drucklegung" einer apologetischen Schrift üb«#i den Talmud gewidmet. Der Krieg muss den Krieg ernähren — da Büohlein soll einem Buche ermöglichen, an’8 Lieb zu kommen. Und das Büohlein ist, ' Kleinigkeit«!] abgerechnet, ganz hübsch geschrieben. Nur eine Fehler hat’s — seine Beweise für das Vorhandene jüdischer Pessimisten sind sehr sohwindsüohtig. Kd neleth und Hiob werden durch den Schluss als zv jüdischen Optimismus bekehrt dargestellt. Aber ״Salz mit Brod musst Du essen" (aas den Pirke Abot)] pe88imi8tisch? Ist das nicht vielmehr der idealistische Optimismus, trotz des Erdenleides die Wissenscli hochhalten? Ebensowenig vermögen wir Pessimismitt] in Akawja ben Mahallels und vielen andereh Au Sprüchen zu finden. Es ist uns ein Beleg, wie gefasste Anschauungen eine eigenartige Brille schaffsi durch welche man sieht, was man sehen möohtl Sonst hätte der kenntnissreiohe Verfasser nicht Geschichte von den drei Freunden und sonstige herrliobj Sittenlehren anftthren können, ohne selbst zu finde dass er eine Anthologie Bchöner und sinniger Leben regeln, aber keine Belege für den Pessimismus biet Meine Brille wenigstens zeigt mir, ioh mag sie rüoken wM ich will, nichts davon. Unter den Beligionsphiloeopb ist Bedarechi (Bedrasohi nennt ihn der Verfasser sieht darin ein Pseudonym, — das ist falsch, heisst: Bedaresius — aus Beziers!) ein Vertreter Pessimismus — wohl mit besserem Rechte, als Talmud. Alwin. Bo rach Levi par Jsidore Loeb. Versailles, Imp merie lerf et fils. 1884. 64 S. 8. Eine einfache Geschiohte — und so reich t>] heräergreifendenMomenten, so reich an oultprhistorisoh Winken und Belehrungen. Ein schofles Sabject Hagenau, das so schleoht war, dass selbst die Kiraj ihn nicht als Täüfling mochte, ersohwindelt und erzwir die j Taufe. Darauf nimmt er seiner Frau die beia Töchter ab und führt sie zum Christenthum älj Die! Frau aber bleibt standhaft und will ihre Reh4״

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