Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 40-41. (3.10.1884)
- Date
- 1884-10-03
- Page
- Seite 161 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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;entbeil: auoh des Geringsten achtgleiohgiltig sein! — Justus fälsch|t ahheit ancb die heiligste, tie: 6. soll Dir mit hämischer Poesie. Justus: ״Ein frommer Jude — sagt R Chanina — lijoll um nichts anderes beten, als um eine gute “ au“. (8a.) Im Urtext lautet die Stelle: Psalmen, c. 32 heisst Iss: Darum bete zu Dir jeder Fromme;zur Zeit des [Findens“, . . . R Chanina sagte: ״tur Zeit des jFindens“, damit ist die Frau gemeint, denn 80 [heisst es Prov. 18 ״Wer eine Frau gefunden, der hat ein Gut gefunden“. —! Die Worte ״um nichts anderes“ sind Justus’sche J Legierung. — Die Stelle beweist übrigens die hohe ■ Achtung, die die Rabbinen dem weiblichen Geschlechts ]sollten. 7. Justus: Seit der Zerstörung des Tjempels hat Gott Eur mehr vier Ellen Raum, nämlich da,!wo der Talmud studirt wird. (8a.) ״Vier Ellen Raum“ — in so engen Räumen wurde der Talmud studirt? Hören wir das Original: '״R Chija, Sohn Ami’s, im Namen Ulii’8 sagte: ״Seit dem Tage, da der Tempel zerstört wurde, hat Gott in seiner Welt nur die vier Ellen djer Halacha“. Das heisst: Der Mittelpunkt des Judenthums war Anfangs der Tempel, und seit der Zerstörung/aes — pel8 ist dies die religiöse Praxis, die ״Halacha“.;*Vier Ellen der Halacha“ — wahrscheinlich weil dt« ׳Praktisch-Gesetzliche seiner Natur gemäss eine feste :Bestimmtheit hat, während das agadjsche Element jn’s Ungemessene sich verbreiten konnte. — Möglich auch, dass der im Talmud vielfach! vorkommende Ausdruck ״vier Ellen der Halacha“ dalrauf zurück zu jjjhren ist, dass die Halacha — im Gegensätze zur Agada oder Philosophie, die das Weltall und die Böttheit selbst zum Gegenstände haben — sich aus- Sihliesslich auf den Menschen bezieht, und die Ausdehnung des Mensohen im Talmud mit ״vier Ellen“ fecipirt ist, — vgl. Baba meziah 10 bin. a. — ארבל אמות של אדם.: ר, 81• ־ Justus: Es sagt R Jochanan: Ein Jude soll sich firner Mühe geben, einen nichtjüdisahen König zu sähen, damit wenn wir dereinst wieder einen eigenen jüdischen) König erhalten, man siehtj wie weit der- |S)lbe über die nichtjüdischen Könige erhaben ist. (9b.) Ohne Fälschung kann Justus auch Harmlöses nicht tiren. Das Original lautet: ״R. Jochanan sagte: er Mensch sei immer bestrebt, den Königen raels entgegen zu eilen, und nicht allein den Önigen Israels, sondern auch den Königen der ei den; denn wenn es ihm gelingt,!wird er prüfen chen den Königen Israels und denen der Heiden“. Wahrscheinlich hatten sich die j Juden in der iaspora ein zu erhabenes Ideal von einem eventuellen 3rüge Israels gemacht. Dieses erschwerte natürlich u. Wiederherstellung des jüdisohen Staites, und darum thrt R. J., man solle Königen entgegen eilen, um zu 1en, dass auch Könige nur . . . Me: ■sehen sind. — 9. Justus: ״Wer in 7 Tagen keinen! Traum gehabt ist ein Gottloser“. (14a.) — . Des ist psychologisch sehr wahr. Der Traum steht in dem allmähligen Uebergange aus dem fachen zum Schlafe und aus dem Schlafe zum chen. ־ Solche leise Uebergänge kennt der Gottlose it. Die Gewissensangst lässt ihn den Sohlaf nur sn, wenn ihn Mattigkeit überwältigt, und kaum, dass dem Bedürfhiss des Schlafes Genüge geschehen, wird er zum plötzlichen Erwachen anfschrecken. — (Fortsetzung folgt) Beiträge zur Erklärung der grieeh. Wörter in den Talmudes und Midraschim. > Von Rabbiner Dr. Gebhardt in Bromberg. 'f (Zweite Serie.)*) 1. אתלק מרמרין Jerus. Terumoth 8, 3 (andere Lesart: ,אזלו) muss heissen — 5 אולו&רXojjwcp|1apov ״ganz aus ' Marmor“, wie אולוכריסק u. 8. w. 2. אידתיקרימא. Jer. DemaL 5, 6, corrampirt aus 6ta1ö«at; jiixpi ״ דיאתי מיקראgeringer Verkauf“, (מוברק כ׳־פ הרבה (ל״א״ף. (Anders Frankel.) 3. איםטו Jer. Schwiit 4, 2 0? ה =- האיx1 ״ist es wirklich? ist es möglich?“ 'j 4. איפופי Jer. Nedar. 11, 1.?717107 =» 5ןדזמומm]{ ״Aufseher“, שומר ישראל. 5. איתי., J. Schwiit 10, 1 odxTjat{ ״Forderung“. . 6. אכסיומא Schoch, tob 102, wohl אניומא *vom«, ״das Unbedachte, Unüberlegte“. כתובה das. auf das 1 Gebet. 7. אנטיכי Sabb. 3, 4 IvOrjXY] ״Behältniss“. 8. אנטיכריסים Jer. Baba Mez. 6,5 ävxixdp■{ ״Gegengefälligkeit“. t 9. אפתוסים. Vgl. ״Jüd. Littrbl.“ Jahrgang X No. 34' und XI 33 und Ez Josef zur Stelle. Sch. r. 23. — רומו של עולם, ich glaube daher, es sei dmo&etooi{ ״Vergötterung“, ihr werdet unter die Götter versetzt im Meere. (Ironie:) 10. אנקקתא Schoch, tob 104 muss heissen — אקנק xvTjxia{ ״der Wolf“. 11. בורדיקא Jer. Ketub. xn, 3, Br. r. 96,9 בדח־קא wohl 7 בורריקאruppax7j{, ״roth“. (Schab. 114 ,plOD.) 12. בימאות Schoch, tob 22 pa ״Leid, Unheil“. 13. pבלו Awod. sara 18-~בוקיוץ נמוקיק ומוליק ולול:ק בלורק סלטרק (Aruch: ״ 000ו(5^ם5לרקder Schwätzer“, Macco (Sachs H, 121) ״Einfaltspinsel“ ptopo; (ל für (ר ״der Dumme“, XaX0{ ״Schwätzer“, Pilarus ,Jongleur“, aber wohl' dem folgenden griechischen Worte ent«• sprechend, balatro ״Tänzer, Possenreisser,“ otyXivot Hesych. Saxupoi, die in den Satyrspielen die Possenreisser und Tänzer machten, daher sie auch (v. Hesy.) Xopeutai genannt .wurden. 14. _בלנקי Jer. DemaL H, 1 Die Erklärer: הקמה למכור. viel!, eine Verkürzung aus 7raXtvxa7n]X0{. (vide Frankel.) 15. ברברק Jer. Bb. Mz. n, 5. ßepßept, (״will er Perlen?) 16. ברטים Psk. r. 33, 11 ßpoxo? ״sterblich“, die Erzieherin dieser ganzen Welt der Sterblichen. 17. נלימין Psk. Kh. £ 93, xs^op* ,jdas Thal“. 18. דימום Kidd. 63, wohl מימום [np0{ Aruch sub דרמלים hat בדרומם ist Spopeu? ״der Läufer“. 19. הדיוכק Br. r. X In der sogenannten Rasohi daselbst: ם־א״: הדובים. דרך בלשק יק offenbar הדובים. ' 5S0{. Ebenso hat. diese die richtige Lesart: הרבה להם בדיצה (wohl besser בריצה, worauf Jaikut בריכה hin weist)ומיעט להם בהדובים, dem entspricht der Schluss ,דרך קצרה ובמהירות (Fortsetzung folgt). *)Die erste Serie dieser Beiträge erschien im Jahrg. X und XI dies. BL bis zum Buchstaben '3-