Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 39. (25.9.1884)
- Date
- 1884-09-25
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 155;naniah) an den Frevler (das Volk] ist in meinem Herzen. Kein« Furcht vor Gott war ׳ יor seinen Angen, denn er heuohelte ihm (dem Frevler) dt roh dessen Angen («erbrechend das Joch), damit er sein Verderben finde, sn hassen. Er hat aufgehört, gut nnd weise sn י handeln — (Chananiah). ״ שם נפלוdert“ — gleichsam hinzeigend aai den Leichnam des Cliananiah. 3. Ps. 45.14. Sp. Sal. 3, 16 hat da) Ketib פדים, also eine Form פני. D; ein seltener Dnal nnd Plnr. 2. M. 15,13. בנם, Eze. 46, 19, Ketib OTDT nnd mit n.parg. Eze 25,9, קריתמה, (v. Ges. Lehr. S. 536), auch Mischnah Machsir. o. 6,1 כניסה. Ich fasse au 3h hier פני&ה als ■ Plnr. von פני, was ganz trefflich passt. ״Ganz Pracht die Königstochter an Edelgestein, von goldgewirktem Zeug ihr Kleid, s.nf buntgewebten Teppichen (d. h. sitzend. Ps. 9, 5, Klig. 2,10) wird sie zum Könige getragen.“ Geb har dt-Bromberg. m. Die Erklärung desTarg. (R 5,11)״ או ירדו לשעריםIsrael konnte wieder ans den befestigten Städte in die offenen ziehen“ wird von Gersonides nnd Anderen acceptirt, ist aber unannehmbar. Warum sollte שער hier gerade offene Stadt bedeuten? Auch der Zusammenhang ist schleppend und der Vers schliesst viel geschmackvoller bei כישראל. Bei näherer Einsicht ergiebt sich auch : wirklich das או ירדו als eine verstümmelte Dittographie von v. 13 או ירד שריד לאך־רי׳ עע ה־ ירד לי בנבורים. : Merkwürdig, dass dieser so einfache [Vers von Rasohi, Kinschi, Gersonides u A. wegen einer fälschen Interpunktion TV statt TV missverstanden wird. Schliesst er sich doch so einfach und sachgejmäss an die Erzähiung 4,14 an דרד ברק סהר תבור ועשרת אלפים איש ״ .אחריו רהם ה־ את סשראDamals zog ein Häuflein [ herab zu mächtigem Volk, Gott aber zog herab mit!, mir unter den Helden.“ Caro-Pilsen. Eine nothwendige Berichtigung. Herr Dr. Jellinek beehrte mich mit der Ueber- Sendung seines jungst erschienenen Touches ״Aus der Zeit“, wofür!ich ihm innigst danke. Klar und durchsichtig, populär und geistreich, gelehrt und überzeugend, sprioht dieses Buch zum Geiste und zum Herzen, zum Verstand und zum Gemüth. Die Anti- Semiten legen gewiss dieses Buch n|ach der Leotüre beschämt, wenn auch nicht gelähmt, aus der Hand. Und dennoch befindet sioh S. 40 ein Passus darin, der nothwendig eine Berichtigung [erfordert. Herr v Dr. J. sagt S. 40 f.: ״So ist z. B. [jener R. Ismael, der durch August Rohling so poptüär unter allen f antisemitischen Ignoranten geworden ist, durchaus!keine Autorität für die Bekenner des Judenthums, ‘ sobald R Akiba dessen Meinungen bekämpft. Wenn er daher die individuelle Ansicht aussprach, dass man .!-in einem Rechtsstreite zwischen Junten und Heiden Z advokatorische Kunstgriffe (Akifin) gebrauchen kann, ד um den ersteren zum Siege zu verhelfen, so tangirt das die Juden gar nicht, da die entgegengesetzte Meinung des R. .Akiba, welche den Gebrauch von advo- ‘katorischen Subtilitäten einem Heiden gegenüber ver-!wirft, die alleinige Norm und Regel in der Praxis geworden war.“ Dem ist aber nicht so. R. Akiba zählte zu den Schülern R. Ismaels (Joma 75), dessen Schule im Süden Palästifia’s unter dem Namen Be ü|. Ismael blühte, .ln der Halacha duldete er nicht, dass man aus den י Deutungen und Deuteleien der Schrift worte Beweise für die halachischen Anordnungen er Dringe; sondern -hielt überall den Wortsinn der S< hriftsteller fest. ■.’.Liese gegen R Akiba geriohtete Met rode fand später ,allgemeine Anerkennung. R Ismael ist!־dis Säule, ' aut weloher fast die ganze mündliche Lehre beruht, denn er war es , welchem wir die Verbreitung jener 13 Kategorien für die Herleitung von Goeetaon verdanken und in vielen Fällen wird ausdrücklich nach R Ismael gegen R Akiba entschieden. (S. Maimonides Ediot 2.) Dieser R Ismael ist also eine gewattige Autorität für die Bekenner des Judenthums. Um Rohling zu widerlegen, braucht man aber nur den Talmud aufzuschlagen und siehe da, _ Baba Kama 113 wird ausdrücklich gesagt, dass diese ״Akifin“ qnd was drum und dran hängt, welche R Akiba um des Friedens willen verbietet, nur einem Akum gegenüber gelten dürfe, aber nicht einem Ger Toschab gegenüber, gegen welchen überhaupt jede Gewaltthätigkeit streng verboten ist, da bei den damaligen Heiden Recht und Gerechtigkeit mit Füssen getreten wurden, was durchaus keine Anwendung haben kann auf diejenigen Völker, welche die sieben noachidischen Gebote heilig halten. Also Rohling’s Angriff wird ja von dem Talmud selbst beseitigt und was wir heute mit hundertfältigem Echo ausrufen müssen, dass Akum und Ger Toschab himmelweit von einander entfernt sind, spricht ja der Talmud ibid, um jeden Vorwurf zu beseitigen,־ mit klaren Worten aus. ' Noch muss ich bemerken, dass die Erlaubnisa der Akifin gar nicht von R. Ismael herrührt. Denn diese Stelle befindet sich im Siphre Debarim (8. v. שסוע בק אחיכם), wo dieser Satz ואם לאו באין עליו בעקיפק gar nicht vörkonunt, was iah. hiermit der kritischen Untersuchung zu empfehlen ’mir erlaube. — Ich bemerke schliesslich noch, dass R Ismael nichts weniger als ein Heidenfeind war. Ein Heide begrü8ste ihn einst, und R Ismael sprach dankend: ״Dein Lohn ist längst bestimmt: ich werde segnen, die Dich segnen“. (Jer. Berach Abschn. 8 s. f.) Dr. M. Duschak-Krakau. Litteraturbericht, Recensionen. Dr. .H. Grünwald, Rabbiner in Pisek. Das Altfranzösische aus Raschi’s Bibeloommentar. Romanisehe Dialektologie. Heft H, 1. Hälfte. Statt ein es Vorwortes schickt der Verfasser zwei Empfehlungen seines Schriftchens von Prot Dr. Hugo Schuohardt aus Graz und Prof. Eduard Botmes voraus und bemerkt kurzweg, dass ein Vorwort deshalb unnöthig sei, weil die von ihm veröffentlichten Arbeiten bis jetzt noch nioht gemacht worden seien. Er beginnt, da Berliner den Pentateuch -Commentar Raschi’s in dieser Hinsicht genügend beleuohtet hat, sofort mit dem Commentar za den Propheten. Unter Uebergehung des Buches Josua eröffnet Verfas8er die Reihe der altfranzösischen Ausdrücke mit dem Buche der Richter, aas welchem er 16 Nummern anführt; dann führt er aus Samuel 22 Nummern, aus dem Buche der Könige 34, aas Jesajah 115 an; im Ganzen also 187 Nummern. Das 32 Seiten umfassende Heft bietet also wohl reiohen Stoff, und unverkennbar zeigt der Verfasser seine eingehenden Studien auf dem Gebiete der!;omanischen Sprachen. Doch vermisst man die wissenschaftliche Genauigkeit. Eis ist zunächst unrichtig, dass auf diesem Gebiete keine Vorarbeiten da wären. Die im Jahre 1825 veranlasste Dyhemfurther Edition der Propheten mit dem Ottensoss’schen Commentar giebt eine Erklärung für fast alle altfranzösischen Ausdrücke im Rasohi-Com-