Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 39. (25.9.1884)
- Date
- 1884-09-25
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
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erfunden., dann Ergebnisse manches Interessente bieten. Im "Wintersemester 1859/60, bis auf welohes dis Tabelle zurückgeki, beeass "Preassen 135 Gymnasien mit 40 433 Schülern, 24 Progymnasien mit 2614 Schülern, 30 Realschulen erster Ordnnng mit 12 317 Schülern, 27 Realschalen «weiter Ordnnng mit 7705- Schülern, 11 höhne Bürgerschulen mit 831 Schülern. Die Gesammtsohülerzahl von 63 900 hatte sich bis *um Wintersemester 1881/82, bis wohin jene Tabelle reicht, auf 148 446 vermehrt,. von deuen auf 251 Gymnasien 85 828 Schüler, auf 35 Progymnasien 4298, auf 98 Realsohulen erster Ordnung 34 726, auf 19 Realschulen zweiter Ordnung 7083 und auf 102 höhere Bürgerschulen 16 511 Schüler entfielen. Dem Religionsbekenntnisse nach vertheilten sich diese Schüler wie folgt: überhaupt 1859/60 1881/82 evangelische 44 780 109 225 katholische 14 805 24 251 jüdische 4 315 14 916 Die Verschiebung in der Betheiligung der Kon■ feesionen an dem Unterrichte auf den höheren Lehrin Prozenten 1859/60 1881/82 70.1 73,6 23.2 16,3 6,8 10,0. anstalten, welche sich in diesen höheren Zahlen ausspricht, ist, wie man sieht, lediglich auf Kosten des katholischen Bekenntnisses erfolgt und den Evangeliechen bezw. den Jaden zu Gate gekommen. Es handelt sieb nicht etwa blos um zufällige Erscheinungen in den beiden angeführten, fast ein Vierteljahrhundert auseinander liegenden Semestern; denn dar Gang der Dinge hat durch den ganzen Zeitraum, von geringen Schwankungen abgesehen, genau dieselbe Richtung verfolgt. Diese Verhältnisszahlen werden noch deutlicher, wenn man ihnen die bei den Volkszählangen ermittelten Konfessionsverhältnisse der Gesammtbevölkerung gegenüberstellt, wozu die hierunter ־ folgende Uebersicht das Material bietet. Von der Gesammtbevölkerung Preussens machten aus: die Evangelischen die ^Katholischen die Juden im Jahre Proz. Proz. Proz. 1858 60,9 137,3 1,1 1861 60,8 37,4 1,4 1864 60,9 . 37,4 1,4 1867*) 65,1 33,2 1,3 1871 64,9 33,5 1,3 1880 ־ 64,7 33,7 1,3. Dürfte man die oben mitgetheilten Prozentsätze für die Betheiligung der einzelnen Bekenntnisse, wie ein hervorragender Moralstatistiker will, als Ausdruck des ״Bildangstriebes* der verschiedenen Religions- Semein schäften betrachten, so würde den Juden der ochste Bildungstrieb inne wohnen; denn sie betheiligen sich achtmal starker am höheren Unterrichte, als nach ihrem Antheüe an der Bevölkerung za erwarten wäre. Die Evangelischen ^würden einen etwas mehr als normalen Bildungstrieb bekunden, die Katholiken dagegen nur etwa halb 80 viel, als erwartet werden könnte. Es will uns indessen scheinen, als dürfte man die gekennzeichneten Verschiedenheiten nicht von dem Einflüsse der Konfession als solcher abhängig machen, sondern vielmehr von der Wohlhabenheit, dem Ueberwiegen Her ländlichen Bevölkerang in dem einen Bekenntnisse, der städtischen in dem anderen, welche letztere bei der Lage der höheren Lehranstalten in den Städten reichlichere Gelegenheit zur Benutzung derselben hat, in Stammeseigenthümliohkeiten u. dgl. m. Es giebt Provinzen, in welchen sowohl die Evangelischen, wie auch die Katholiken im Vergleich zur Bevölkerung zu wenig, und solche, in denen sie zu viel Schüler auf die höheren Lehranstalten entsenden; nur überwiegt das Zuwenig mehr *) Hinsufcritt der neuen Provinzen mit überwiegend evangeli weher Bevölkerung. •.uSuaüala bei den Katholiken, das Zuviel mehr bei den Eva , bei . ihnen in so weit auseinander liegenden Grenz dass auoh hier die zur Erwerbung höherer Bilde treibenden Momente schwerlich in der Religion solcher zu suchen sein werden. (Statistisch. Corr.) Exegetisches. 1. Die Stelle Gen. 24, 55 ימים או עשיר bedarf d Erklärung. Targamim und Commentare erkläre! übereinstimmend ימים als ״Jahr“, mit Berufung ai Lev. 25,29, auoh mit Hinweisung darauf, dass für di! Ausstattung die Frist eines Jahres üblich gewesen sei, wie auch im Eb. Haes. 56 angenommen za sein'] scheint. and ebenfalls beispielsweise im altdeutschen! Recht bestimmt worden ist. או עשור ist dann willkürlich und vermuthungsweise als 10״ Monate“ gefasst. Man könnte jedoch ebenso gut ימים als ״ein _ Tage“, etwa 2—3 und או עשור als ״oder 10“, nämlich Tage, fassen, wie wir sagen oder 8״ Tage“, gleich] 1 Woche, so dass 10 als allgemeine Zahl nach dem früher schon üblichen Decimalsystem gelten würde. Indess glauben wir richtiger ימים als ״Tage“ zu fassen und או עשור richtig zwar als ״IQ Monate“, aber in dem Sinne, dass diese 1 Jahr bedeuten. Denn bei den alten Völkern, auch noch den Römern, hatte d; Jahr 10 Monate, vom März bis Deoember, wovon auch; die Monate September bis December nach ihrer Zahl' und Stellung die Namen führen, nämlich der 7., 8., 9. and 10. Monat. Die alten Völker zählten nur na!" dem Mond, nach Mondamläufen, nach Monaten, und da sie die Ausgleichung des Mondjahrs mit dem Sonnenjahr anfänglich nicht suchten, wie heute noch die Bekenner des Islams: 80 konnten sie eine beliebig« Anzahl Monate als die Einheit des Jahres annehme■, and nach ihrem Decimalsystem nahmen sie dafür richtig 10 Monate an. Bekanntlich fügten die Römer] erst mit Cäsar’s Kalenderverbesserung (Juliani’soher Kalender) die zwei ersten Monate unseres 12 monatliehen Sonnenjahrs hinzu. Diese galten eben anlänglich nur als Schaltmonate zur Ausgleichung mit dem Sonnenjahr, denn das 10 monatliche Jahr zählt« 304 Tage, mit der Ergänzung von 2 Monaten, also daa; 12 monatliche Jahr 365 Tage. Der Sinn obiger' Schriftstelle ist demnach: ״einige Tage oder 10 Monats; (l Jahr)“. Rothschild-Alzey. n. 1. P8. 17.3. Zu בל תמצא gehört אני שמרתי, alle•׳ dazwischen ist Parenthese. פי ist Construotus auch, vor der Präposition (Gesen. Lehrg. S. 679) und bedeutet hier, Befehl, Gebot, ohne dass mehr an dis Urbedeutung: Mund, gedacht wird, wie שפה Lippe, Sprache in Ezeoh. 36,3: שפת לשק Gerede der Zunga Demnach: ,Du findest nicht, (selbst mein Denken überschreitet ja nioht den Befehl für das Thun dar Menschen (gegeben) durch das Wort Deiner Lippen)^ dass ich inne gehalten die Wege des Gewaltthätigen“. 2. P8. 36. loh beziehe den Ps. auf Jerem. 28. Oh Jerem. selber, den die Alexandriner zu den Psalm-, diohterü zählen, der Verfasser, mag dahin gestellt sein. למצא עונו sind eingesohobene Worte aas der Seele des Psalmisten. Chan aniah, früher ein wahrer Prophet, richtet einen erlogenen Gottesspruch, ein נאום, an das Volk! in der Feindschaft gegen Babylon zu verharren, d« Hilfe nahe sei and zerbricht vor den Augen desselben ein Joch als Wahrzeichen, erleidet aber zur Straf« der Missethat, wie Jerem. voraussagt, nach wenige« Monaten den Tod. ״Em Sprach des Lasters (Ch*4