Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 39. (25.9.1884)
- Date
- 1884-09-25
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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meatar und unterscheiden räch oft die Grüawäld’sohen Erklärungen gar nicht ▼on den in jener Ausgabe befindlichen. Erwähnene werth waren sie also unbedingt. Ja, man mnss sogar an manchen Stellen ihnen den Vorzug einräumen. Wenn z. B. Richter 3,16 נומד ארכה eine Erklärung in Basohi durch ein deut• sohes Wort (בלשת אש3ס) erfährt, welches רומלגא und umschrieben domalna von Gränwald gelesen wird, Während jene Ausgabe דוימילאנג liest, 80 ist es wohl sofort erkennbar, dass domalna allerdings, wie Gränwald bekennt, unentzifferbar ist, aber ״daumenlang“ ganz guten Sinn giebt. Es ist ferner manohes Wort von Grän wald äbersehen worden z. B. Richter 3,26 für ננןלס das Wort אישקימוציר , ebendaselbst für השעירתה das Wort ברוצש ,, Richter 3,31 für מלמד das Wort אגודלז , Richter 4,11 für בצמים das Wort מחישה una noch viele andere. (Richter 4,21; 6,2; 7,2; 8,7; 9,23; 17,5.) Eine gewisse Flüchtigkeit zeigt sich selbst in der Zählung der Nummern. Nach No. 16 fährt Verfasser ein neues Wort aas einer anderen Stelle an, ohne es zu numeriren. — Wir hätten schbn für die Sammlung aus dem Buche der Richter nachzutragen 3,15 für קריטרייט אטד cretreit wohl eine mit crätin verwandte Form; 3,26 אישקימוצ״יר =נמלט — escimonzer verwandt mit escamoter, ib; השעירתה ־ברדצישbrouzs verwandt mit broussailles; ib, 3,31 אנו דלן ־ מלמד aguilon verwandt mit aiguillon; 4,11 םרישק בצעדם — marisc verwandt mit marais; 4,21 מרמול — המקכת martel verwandt mit marteau; 6,2 נרוטה — המרותgrotte, וודוש מנהרות — voutes (siehe die No. 9 bei Gränwald) oder לחרנש lncemes verwandt mit lacame; פליישיץ מצרות paleisis verwandt mit palis; 7,2 וונטיר יתפאר vanter; 8,7 רונציש הברקנים ronces; 9,23 ־3 טלנט - רוח talont verwandt mit talonner; 17,5 T ריווסטיר — מלא את und רישוושטור revestir, revestur, verwandt mit revetir and revdtare. Ebenso wären aus den andern pro- Shetischen Schriften manche Auslassungen nachzaölen. Was die Erklärungen, welche der Verfasser bietet, selbst anbetrifft, wäre auch Manches zu bemerken. — Richter^ 9,16 für נומד hat Raschi ein Wprt נשקורטא בלשזץ לעז. Dies konnte Grünwald nicht ent- Ziffern. In der Dyhernfarther Ausgabe steht נשקורטא. Es scheint, Hass hier eine ungenaue Lesart vorliegt. Dem Sinne nach soll es eine abgestumpfte oder abfekärzte Elle bedeuten und das Wort גומד erklären. ollte nicht an äcourter zu denken sein? In Note 1 Seite 3 vermuthet Verfasser, dass בלען auch ״deutsch“ bezeichnete. Wenn wir Richter 5,11 מקול מחצצים קיזליש בלעז — Hisels finden, so wird diese Vermnthung wohl befestigt. Bei צריח Richter 9,46 פליישיר fährt Verfasser die Worte fiaisier, fiachiet-äascier an und fasst sie sinnverwandt mit dem deutschen: Flasche, Höhlung. Aber das meint Raschi gamicht; denn er erklärt 6,2 שעושים ביעדים על ידי הפלת אילנות סכיב םב>ב und 9,46 3יעד שכפו אילנות ופסנים סבוב סבי, das sind nicht Höhlen, sondern Pallisaden. Richter 16,13 פלוצייש קווצות vermag Verfasser nicht mit einem verwandten franz Worte zu vereinigen und leitet es von flux ab. Warum übergeht er die echtfranzösischeu Worte floche, flocon, welche Locke, Troddel bezeichnen und vom lateinischen floccus kommen? Wir wünschten lebhaft, dass der fieissige Verfas8er etwas sorgfältiger arbeitete, und gerade auf dem betretenen Gebiete seine Forschungen tortsetzte, da er uns dann sicher genauere und darum werthvollere Resultate bieten würde. Erfnrt. Dr. Kroner. קונטרם המספיד• Bibliographie hebräischer Trauer- und Gedäohtnis8reden. Von Dr. Ad. Jellinekj Wien 1884. D. Loewy׳s Buchhandlung. 48 S. Lexiconf.1 Dieser Sonderabdrack aus der Jubelschrift zum ■ 90. Geburtstage des Dr. L. Zunz bringt in Jellineks gewohnter Weise viele Notizen, die jedem Bibliographen and Manches, was dem Historiker angenehm und interessant ist, obschon der Verfasser sich nur auf seine eigene Bibliothek beschränkt hat. Ob der Verfasser nur einige seiner eigenen deutschen Leichenreden, der Bedeutung der betrauerten Personen wegen, aufgenommen, oder ob er auch den nicht hebräischen - Enkomien anderer Redner diese Ehre hat zu Theil werden lassen, konnte Referent nicht feststellen; ihm fehlte besonders Joels Rede an der Bahre Frankels Verzeichnet sind 706 Reden, die 503 Männern und 117 Frauen gelten. Gehalten wurden sie von 90 Verfassern die von 1570 (aus diesem Jahre findet sich je eine Trauerrede auf einen Mann (Jizchak Bedarsohi) und eine Frau (Mutter der R Moses Almosnino) bis 1875. (Nur Jellineks Reden späteren Datums sind angeführt). Mehrfach gelten 2 Reden einer Frau Von gekrönten Häuptern sind Maria Theresia, Josephll, Leopold II, Franz I, Friedrich der Grosse, Joseph, König von Bayern, bedacht. Die Opfer einer Epidemie ehrt eine Rede von EleaserFleckeles, während Jonathan Eibeschütz einen Metzer More Zedek und einen Rabbiner aus Pawlowitz bedenkt, ohne ihren Namen zu nennen. Diese Reden vertheilen sich in 123 Bücher und Druckschriften, welche, ebenso wie die Namen der Redner, in einem alphabetarischen Register beigefügt sind. Dolfe. Notiz. Im ״Litteratur-Blatt“ No. 37, Seite 146 hat Herr Salomon Spinner versucht, die anscheinend schwierige Stelle in Nidda foL 67 b.: ■ אתקין רב אידי בנרש למטבל ביומא רתמניא משום אריותא durch die Emendation von אריוחא in אח7תא (Meeres-; wellen) dem Verständnisse näher zu bringen. Meines Erachtens ist diese Emendation, wenn nicht unzulässig, doch zum Mindesten \ unnöthig. Ein Blick auf Tossafot ibidem, sub voce ■ סשום סרך בתד,, genügt, um den richtigen Sinn des Wortes אריותא zn ermitteln. Aus der Bemerkung des Rabbenu Tarn daselbst ergiebt sich, dass dasselbe ein euphemistischer Ausdruck ist für . ״Auflaurer“ aus sinnlicher Begehrlichkeit. Es heisst nämlich dort: ... אבל במקום שיש לירא מפריצי העיר או מנגבים שרי כדאיתא בשמעתק. Welche Veranlassung hatte Rabbenu Tarn von פריצי העיר zu reden, von welchen nach seiner Behauptung in der talmudischeu Discussion die Bede sein soll (כדאיתא בשמעתין), wenn thatsächlich dieser Ausdruck sich daselbst gar nicht vorfindet? Die Bemerkung des Babbenu Tarn ist■ nur dann verständlich, wenn man annimmt, dass derselbe אליותא : als gleichbedeutend mit פריצי העיר angesehen hat. Wenn wir ר das Wort אריותא in diesem Sinne nehmen, wird uns vollständig klar, was לב אילי mit seiner Verordnung bezweckte. Da nämlich die Zeit der טבילה bekannt war, so mochte wohl, . namentlich in der berüchtigten Stadt Nerasch, an dem Orte, an welchem die טבילה stattfand oder in der Umgebung des- ■ selben, eine besorgnisserregende Unsicherheit herrschen. DiesK gefahrdrohende Zustand im Dunkel der Nacht veranlasste asa לב אין*י die Zeit der גי2 טבילה verlegen und zu bestimmend dass dieselbe ביומא דתמניא stattfinden solle. 7 Diese Erklärung des Wortes ארוותא möchte ich noch durch folgende Bemerkung begründen. Abgesehen von dem biblischen Ausdruck אריה במסתרים (»ein Leu im Versteck“), durch welchen der Löwe als Symbol der im Verborgenen Auflauernden erscheint, finden wir auch iip Talmud die Bedeusart 01ית עלי כאריא ארבא (Baba Kama fol. ö5a). Dort handelt es sich um Folgendes: Wenn nämlich Jemand, der einen Anderen im Streite geschlagen und verwundet hat, zu dem Verwundeten sagt: Ich selbst will Dich heilen (d. h. du brauchst keinen Arzt), so kann der Betreffende sagen דמית עלי כארי א ארבא »D®' bist in meinen Augen ein andauernder Löwe“, Du willst auf eine listige and versteckte Weise Deinen Zweck erreichen, mich ■ aus dem Wege zu schaffen. Wir entnehmen also auch *ns 1 dieser Stelle, dass אריא oder אליותא die Bedeutung dsn.J ״Hinterlistigen“, des ״Andauernden“ hat. Pasewalk. Rabbiner Dr. Krakauer. _Verantwortlicher Bedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. ... -, M